Spitz hat geschrieben:............
Nö, es war eine Disc-Felge, 26 Zoll, DT Swiss 455. Das ist nicht gerade eine minderwertige Felge... Sie sieht jetzt so aus:
https://cloud.gmx.net/ngcloud/external?locale=de&
............. Ist also nicht an der Flanke gebrochen, sondern definitiv durch zu viel Druck nach außen in der Mitte gerissen. Und ich hatte max. 4-4,5 bar aufgepumpt. Und auch nur vorübergehend, bei einer Tour über 1-2 Wochen...........
Ist denn eine 20 Zoll Felge stabiler als eine in 26 Zoll?
Aufbiegen ist bei meinen Dahons nicht, die sind aus Alu. Aber 5 mm sind wohl auch ohne Aufbiegen kein Problem.
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Mag sein, daß das keine preisgünstige Felge ist; wenn sie so aussieht wie auf den Bildern dann ist die Felge entweder minderwertig oder wurde außerhalb der vorgesehenen Belastungen betrieben.
Von den Belastungen (Vertikal-, Antriebs- (Brems-), Seitenkräften) kann so etwas nicht kommen, da sich dann Probleme (Risse) am Nippel-Felgen-Sitz gezeigt hätten.
Es bleiben eigentlich nur die durch den Reifendruck hervorgerufenen Belastungen.
Aber das hast Du ja schon erwähnt.
Und ich bin ganz ehrlich: Solche in "Balkenachse" aufgerissenen Felgen hätte ich bis vorgestern (s. Bilder) nicht für möglich gehalten. Ich wäre davon ausgegangen, daß vor der Felge der Reifen platzt. Nun leben wir in einer Welt, in der die Flaschen schon die Oberhand gewonnen haben (Stichwort Dummlandisierung

). war auch in der Vergangenheit schon so...
Eine 20" Felge mit dem gleichen Felgenquerschnitt wie eine 26" Felge hat eine größere Steifigkeit als die 26". Da stelle man sich beide Felgen durchgeschnitten, aufgebogen und mit den Enden auf je einem starren Lager befestigt vor: Bei einer gleichen Last in der Mitte hat die Felge mit der geringeren Spannweite weniger Durchbiegung (Vertikal und auch bei lateraler Kraft) und auch ein geringeres Spannungsniveau.
Bei einem Torsionsmoment in Längsrichtung ergibt sich bei den Schubspannungen der gleiche Wert, der Verdrehwinkel bei dem längeren Stab ist natürlich größer.
"Aufbiegen von Alu" darf man nicht. Das ist auch so ein Gerücht, einmal in die Welt gesetzt, und von allen Pseudo-Experten fortgeschrieben. Wenn der Werkstoff genügend Gleichmaßdehnung besitzt, kann der auch aufgebogen werden. Meine gebauten Gepäckträger aus Aluminium (Al 6060, Rahmenrohre 10 x 2,0 [mm²], Biegeradious 25 [mm]) haben Umformungen von 20% verkraftet. Bevor man so etwas angeht, sollte man mal ein Spannung-Dehnung-Diagramm des Werkstoffs besorgen und studieren. Es gibt Al-Werkstoffe, da kann schon bei 12 % und weniger Schluß sein. In diese Bereiche kommt man beim Aufbiegen zB einer Gabel nicht !
Ist genauso, wie wenn Du einen typischen Deutschen Radschrauber fragst, ob er Deine Gabel schweißen kann. Der sagt nicht (Was man akzeptieren muß !) : Ich hab die Ausbildung nicht, ich hab die Geräte nicht, und mir fehlt auch die ständige Übung......
Nein, er sagt: "Schweißen an der Gabel, das darf man nicht". Lustig, denn mittlerweile werden ca 90 % aller Fahrradgabeln geschweißt....
Neben dem Besserwisser steckt halt der Bedenkenträger in vielen Deutschen.
Komisch, die längs aufgeplatzte Felge erinnert mich immer so ans Weißwurst-Essen. Aha Kessel-Formel..
Ja, für den Reifen in seiner Torus-Geometrie gilt im Prinzip die Kesselformel. Da ist die Meridian-Spannung schon ein Stück größer als die Längsspannung. Und der Torus ist vorstellbar als ein Zylinder, bei dem die Enden zusammengebogen sind. An der Innenseite ist die Meridianspannung etwas größer als außen (kleiner Tribut an den Torus !)
Bei Gelegenheit rechne ich das mal durch, nur heute bestimmt nicht mehr.
MfG EmilEmil