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Breite der Naben und Felgen

Es muss nicht immer gleich die Werkstatt sein. Do-It-Yourself!
Pibach
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Re: Breite der Naben und Felgen

Beitrag von Pibach »

Spitz hat geschrieben: Mit welchem Luftdruck betreibst du denn deine Kombinationen?
Für die 60mm Big Apple reichen knapp über 2 bar. Im 50mm Big Apple ca 2,5-3.0 bar. Bei viel Last entsprechend mehr. Auf der dünnen Kinetix Pro Felgen sollte man aber etwas mehr, also ca 3 bar drin haben, wegen der Seitenstabilität.
Ich bin inzwischen an meinen beiden Faltern umgestiegen auf Kojak und im Winter hatte ich jetzt Marathon Racer drauf. Für belandene Touren ist der Big Apple aber viel besser.
EmilEmil
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Re: Breite der Naben und Felgen

Beitrag von EmilEmil »

Spitz hat geschrieben:............
Nö, es war eine Disc-Felge, 26 Zoll, DT Swiss 455. Das ist nicht gerade eine minderwertige Felge... Sie sieht jetzt so aus: https://cloud.gmx.net/ngcloud/external?locale=de&
............. Ist also nicht an der Flanke gebrochen, sondern definitiv durch zu viel Druck nach außen in der Mitte gerissen. Und ich hatte max. 4-4,5 bar aufgepumpt. Und auch nur vorübergehend, bei einer Tour über 1-2 Wochen...........
Ist denn eine 20 Zoll Felge stabiler als eine in 26 Zoll?

Aufbiegen ist bei meinen Dahons nicht, die sind aus Alu. Aber 5 mm sind wohl auch ohne Aufbiegen kein Problem.
...............
Mag sein, daß das keine preisgünstige Felge ist; wenn sie so aussieht wie auf den Bildern dann ist die Felge entweder minderwertig oder wurde außerhalb der vorgesehenen Belastungen betrieben.
Von den Belastungen (Vertikal-, Antriebs- (Brems-), Seitenkräften) kann so etwas nicht kommen, da sich dann Probleme (Risse) am Nippel-Felgen-Sitz gezeigt hätten.
Es bleiben eigentlich nur die durch den Reifendruck hervorgerufenen Belastungen.
Aber das hast Du ja schon erwähnt.
Und ich bin ganz ehrlich: Solche in "Balkenachse" aufgerissenen Felgen hätte ich bis vorgestern (s. Bilder) nicht für möglich gehalten. Ich wäre davon ausgegangen, daß vor der Felge der Reifen platzt. Nun leben wir in einer Welt, in der die Flaschen schon die Oberhand gewonnen haben (Stichwort Dummlandisierung :roll: ). war auch in der Vergangenheit schon so...
Eine 20" Felge mit dem gleichen Felgenquerschnitt wie eine 26" Felge hat eine größere Steifigkeit als die 26". Da stelle man sich beide Felgen durchgeschnitten, aufgebogen und mit den Enden auf je einem starren Lager befestigt vor: Bei einer gleichen Last in der Mitte hat die Felge mit der geringeren Spannweite weniger Durchbiegung (Vertikal und auch bei lateraler Kraft) und auch ein geringeres Spannungsniveau.
Bei einem Torsionsmoment in Längsrichtung ergibt sich bei den Schubspannungen der gleiche Wert, der Verdrehwinkel bei dem längeren Stab ist natürlich größer.
"Aufbiegen von Alu" darf man nicht. Das ist auch so ein Gerücht, einmal in die Welt gesetzt, und von allen Pseudo-Experten fortgeschrieben. Wenn der Werkstoff genügend Gleichmaßdehnung besitzt, kann der auch aufgebogen werden. Meine gebauten Gepäckträger aus Aluminium (Al 6060, Rahmenrohre 10 x 2,0 [mm²], Biegeradious 25 [mm]) haben Umformungen von 20% verkraftet. Bevor man so etwas angeht, sollte man mal ein Spannung-Dehnung-Diagramm des Werkstoffs besorgen und studieren. Es gibt Al-Werkstoffe, da kann schon bei 12 % und weniger Schluß sein. In diese Bereiche kommt man beim Aufbiegen zB einer Gabel nicht !
Ist genauso, wie wenn Du einen typischen Deutschen Radschrauber fragst, ob er Deine Gabel schweißen kann. Der sagt nicht (Was man akzeptieren muß !) : Ich hab die Ausbildung nicht, ich hab die Geräte nicht, und mir fehlt auch die ständige Übung......
Nein, er sagt: "Schweißen an der Gabel, das darf man nicht". Lustig, denn mittlerweile werden ca 90 % aller Fahrradgabeln geschweißt....
Neben dem Besserwisser steckt halt der Bedenkenträger in vielen Deutschen.
Komisch, die längs aufgeplatzte Felge erinnert mich immer so ans Weißwurst-Essen. Aha Kessel-Formel..
Ja, für den Reifen in seiner Torus-Geometrie gilt im Prinzip die Kesselformel. Da ist die Meridian-Spannung schon ein Stück größer als die Längsspannung. Und der Torus ist vorstellbar als ein Zylinder, bei dem die Enden zusammengebogen sind. An der Innenseite ist die Meridianspannung etwas größer als außen (kleiner Tribut an den Torus !)
Bei Gelegenheit rechne ich das mal durch, nur heute bestimmt nicht mehr.

MfG EmilEmil
Spitz
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Re: Breite der Naben und Felgen

Beitrag von Spitz »

Pibach hat geschrieben:Für die 60mm Big Apple reichen knapp über 2 bar. Im 50mm Big Apple ca 2,5-3.0 bar. Bei viel Last entsprechend mehr.
Das ist aber eben das Problem - also das "entsprechend mehr bei viel Last". Eine zu schmale Felge sieht dann evtl. so aus, wie die von mir verlinkte. ;-)
Daher hätte mich schon interessiert, wieviel du maximal "bei viel Last" aufgepumpt hattest.
Für belandene Touren ist der Big Apple aber viel besser.
Ich finde breite Reifen für Touren mit Gepäck auch besser. Deshalb mache ich mir ja Gedanken um die Felgenbreite...

EmilEmil hat geschrieben:Mag sein, daß das keine preisgünstige Felge ist; wenn sie so aussieht wie auf den Bildern dann ist die Felge entweder minderwertig oder wurde außerhalb der vorgesehenen Belastungen betrieben.
Ziemlich sicher wurde sie außerhalb der Spezifikation betrieben. Ich hab jetzt zwar kein Datenblatt gefunden. Aber der Hersteller gibt bei aktuellen Laurädern mit 17 mm breiten MTB-Felgen max. 3 bar Reifendruck bei 2,1" Reifenbreite und max. 90 kg Fahrergewicht an.
Da war ich mit 4,5 bar bei 2.25“ Reifenbreite deutlich drüber.
Hier ist der Hersteller noch rigider und gibt für solche Felgen-Reifenkombinationen (17/57 mm) erst gar keine Empfehlungen ab: https://www.dtswiss.com/Resources/Tech- ... 140623_HiR

Jetzt ist am gleichen Rad eine deutlich stabilere Mavic EN 521verbaut, mit 21 mm Innenmaulweite: http://www.mavic.de/felgen-mtb-en-521-disc
Auch da sind auf dem dort verlinkten Datenblatt bei einem 2,3"/58 mm breiten Reifen max. 3,3 bar zulässig: http://www.mavic.de/sites/default/files ... rt_deu.pdf
4,5 bar bei 57 mm Reifenbreite wäre also selbst für diese Felge lt. Hersteller eine deutliche Überlastung.
Und ich bin ganz ehrlich: Solche in "Balkenachse" aufgerissenen Felgen hätte ich bis vorgestern (s. Bilder) nicht für möglich gehalten.
Du kannst dort im Radreiseforum genug Beispiele für vergleichbare Schadensfälle finden. Das ist eben der Unterschied, ob man mit einem Alltags- oder Freizeitrad mit breiten Reifen bei wenig Last und wenig Reifendruck unterwegs ist, oder man - wie eben auf Radreisen - mit Last fährt und dabei evtl. zu viel aufpumpt.

Übrigens ist das gezeigte Schadensbild voraussichtlich über einen längeren Zeitraum entstanden. Die besagte Felge hat 1-2 Jahre Probleme gemacht, sich immer wieder verzogen, es rissen auch mal einzelne Speichen. Bis Reifen und Schlauch mal abgenommen wurden... Kurzum: Sowas tritt oft nicht plötzlich ein, sondern die Verformung ist ein schleichender Prozess bei chronischer Überlastung.

Danke für deine Erläuterungen. Was das Aufbiegen von Aluteilen betrifft, solltest du aber berücksichtigen, dass kaum jemand hier solche Fachkenntnis hat wie du.
Bevor man so etwas angeht, sollte man mal ein Spannung-Dehnung-Diagramm des Werkstoffs besorgen und studieren. Es gibt Al-Werkstoffe, da kann schon bei 12 % und weniger Schluß sein. In diese Bereiche kommt man beim Aufbiegen zB einer Gabel nicht !
Damit dürften die meisten überfordert sein, mich eingeschlossen.
Einen verbogenen Alu-Lowrider habe ich auch schon wieder gerade gebogen, erfolgreich. Ein andermal ist mir ein Alurohr aber dabei auch zerbrochen.
Bei einem so sicherheitsrelevanten Bauteil wie der Gabel würde ich da nichts riskieren wollen... Vom rein subjektiven Empfinden hätte ich da große Bauchschmerzen, eine kurze 20 Zoll Alugabel von 74 mm um 26 mm auf 100 mm aufzubiegen. Aber ich lese natürlich interessiert deine Berechnungen und auch die Aussage, dass man u.U. eine 20 Zoll Alugabel 26 mm aufbiegen kann.
EmilEmil
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Re: Breite der Naben und Felgen

Beitrag von EmilEmil »

Zur Info: Werkstoff Al 6060 (Rohr 10 x 2.0 [mm²]) rechtwinklig gebogen (ca 20 % Stauchung bzw Dehnung):
Bild

MfG EmilEmil
Motte
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Re: Breite der Naben und Felgen

Beitrag von Motte »

Die Frage ist; wenn ich dir das biege - würdest Du dem Teil dann dein Leben anvertrauen? (Als Höhensicherungsgerät z.B.)

Niemand hat die Absicht zu behaupten.......man könne Alu nicht verarbeiten, eine Gabel nicht aufbiegen, Bremsleitungen am Auto nicht löten, eine Gasleitung nicht schweißen oder eine Starkstromleitung nicht flicken......

Die Frage ist eher.....kann das jeder? Und sollte sich das jeder zutrauen müssen? - Oder gibt es Teile von denen Unbedarfte im Zweifel besser die Finger lassen sollten. Wobei wir im Forum nicht wissen wer das ist und wer das locker hin bekommt.
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