Updates| Bilder|Videos |Shop

Reload nach langer Pause. Sorry dafür.

Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Alles zum Thema Faltrad/Rad.
Neki
Beiträge: 2
Registriert: Di Jun 30, 2015 1:53 pm
Faltrad 1: tern Link D7i Licht
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Bonn

Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von Neki »

Hallo zusammen,

vielleicht liege ich völlig falsch, aber kann es sein, dass der Effekt von kleineren Rädern / geringerer bewegter Masse / Schwungmasse hier mit reinspielt? Ich meine, im Vergleich zum großen Rad müssten kleinere Räder bei gleicher Nabe immer "früher stehen bleiben", oder?

Grüße
Neki
derMac
Beiträge: 2072
Registriert: Di Jul 17, 2012 2:01 pm
Faltrad 1: Dahon Dash P18
Faltrad 2: Giant Halfway
Faltrad 3: Bike Friday Family T
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1970
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Grünes Herz Deutschlands 650 hm

Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von derMac »

Neki hat geschrieben: vielleicht liege ich völlig falsch, aber kann es sein, dass der Effekt von kleineren Rädern / geringerer bewegter Masse / Schwungmasse hier mit reinspielt? Ich meine, im Vergleich zum großen Rad müssten kleinere Räder bei gleicher Nabe immer "früher stehen bleiben", oder?
Das Problem ist weniger die Masse (obwohl die auch geringer ist) als das Trägheitsmoment, also grob der Abstand des Massenschwerpunktes von der Achse. Allerdings behaupte ich mal, dass man das beim Fahren nicht wirklich stark merkt und wenn, dann nur beim Geschwindigkeitsänderungen. Beschleunigen geht aber mit den kleinen Rädern besser.

Mac
Pibach
Moderator
Beiträge: 8367
Registriert: Mi Aug 05, 2009 10:09 pm
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von Pibach »

schlummel hat geschrieben: Genau danach fühlt es sich an! Als ob die Schmierung zu zäh oder zu "dicht" wäre.
Also wenn die Leerlaufreibung hoch wäre, würden sich die Pedalen beim Leerschieben mitdrehen. Wenn sie das nicht tun, ist die Reibung gering. Also bzgl der Dichtung schon mal Entwarnung.
Kann aber sein, dass die Zahnrädchen in zu viel Öl drehen. Wenn der Effekt so stark bemerkbar ist, liegt es wohl daran.
Ich würde erstmal paar Hundert km damit fahren. Falls es nicht besser wird evtl Ölcheck/Wechsel.
Pibach
Moderator
Beiträge: 8367
Registriert: Mi Aug 05, 2009 10:09 pm
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von Pibach »

Neki hat geschrieben:im Vergleich zum großen Rad müssten kleinere Räder bei gleicher Nabe immer "früher stehen bleiben", oder?
Der Effekt ist minimal. Ungefähr mal 2. Da man die Räder einmal linear und dann noch auf Rotation beschleunigt.
Allerdings bemerkt man es bei Kippbewegungen. Kleine Räder sind wendiger/agiler bzw. negativ formuliert nicht so spurstabil.
Neki
Beiträge: 2
Registriert: Di Jun 30, 2015 1:53 pm
Faltrad 1: tern Link D7i Licht
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Bonn

Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von Neki »

derMac hat geschrieben:
Neki hat geschrieben:(...) kann es sein, dass der Effekt von kleineren Rädern / geringerer bewegter Masse / Schwungmasse hier mit reinspielt?
Das Problem ist weniger die Masse (obwohl die auch geringer ist) als das Trägheitsmoment, also grob der Abstand des Massenschwerpunktes von der Achse.
Ah, danke für die Erläuterung (bin Laie auf dem Gebiet)!
Allerdings behaupte ich mal, dass man das beim Fahren nicht wirklich stark merkt und wenn, dann nur beim Geschwindigkeitsänderungen. Beschleunigen geht aber mit den kleinen Rädern besser.
Das sehe ich beides genauso. Allerdings leider auch: Beim Einfahren in eine Steigung ist "der Schwung" schneller weg (was m.E. nicht dramatisch ist, vielleicht wird der minimal/im Vergleich bemerkbare Effekt auch "psychologisch überhöht").
Pibach hat geschrieben:
Neki hat geschrieben:im Vergleich zum großen Rad müssten kleinere Räder bei gleicher Nabe immer "früher stehen bleiben", oder?
Der Effekt ist minimal. Ungefähr mal 2. Da man die Räder einmal linear und dann noch auf Rotation beschleunigt.
Allerdings bemerkt man es bei Kippbewegungen. Kleine Räder sind wendiger/agiler bzw. negativ formuliert nicht so spurstabil.
Ich denke auch, dass der Effekt in der Praxis zu vernachlässigen oder Frage des Geschmacks/Fahrstils ist, ich dachte hier jetzt wirklich in erster Linie an den vorliegenden Fall, wo ich mir vorstelle, dass der TO das Rad am Ständer oder auf dem Kopf/Lenker/Sattel stehen hat. Ich stelle mir einfach vor: Vielleicht ist das Verhalten wirklich "normal" (also leichte, tendentiell vernachlässigbare Verluste durch Getriebe), aber eben besonders auffällig wg. des kleinen Rades? Vielleicht reicht ja der angesprochene Faktor "mal 2" soz. auf dem Prüfstand schon aus, die Zeit bis zum Stillstand des Rades drastisch zu reduzieren.

Grüße
Neki
Motte
Beiträge: 5778
Registriert: Sa Aug 22, 2009 5:27 pm
Faltrad 1: Birdy Grey
Faltrad 2: Tern Verge Tour
Faltrad 3: Tern Link P24
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1922
Status: FALTradfahrer
Wohnort: sachichnich

Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von Motte »

Es kann ja auch was an der Nabe sein. Weiß man leider aus der Ferne nicht.

Ist immer ganz schwer zwei gänzlich verschiedene Räder und dann auch noch mit Kettenschaltung/Nabenschaltung zu vergleichen und dann zu sagen, woran es genau liegt, dass eines scheinbar oder tatsächlich zäh läuft. Darüber hinaus gibt es (ich meine das nicht negativ) Menschen die "hören die Flöhe husten" - wie man so sagt. Die so sensibel sind, dass sie den niedrigeren Wirkungsgrad der Nabenschaltung tatsächlich auch spüren (was nur bei einer gut gepflegten Kettenschaltung als Vergleich funktioniert) oder den Moment in dem die Elektronik vorn das Licht einschaltet (was ich z.B. so gut wie nie bemerke). Aber es braucht halt 4 - 6 Watt mehr.
Dass es mehr braucht, merkst Du schnell, wenn Du mal die beiden Hinterräder auslufen lässt. Das HR mit Getriebenabe steht ziemlich schnell.
berlinonaut
Beiträge: 1763
Registriert: So Okt 13, 2013 9:41 pm
Faltrad 1: Brompton M8RD
Faltrad 2: Bickerton Sterling X
Faltrad 3: Brompton SH2Lx
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von berlinonaut »

Ich meine ebenfalls bei meinen Rädern den Unterschied zwischen Kettenschaltung und Getriebenabe spüren zu können (in meinem Fall S/A XRF-8). Ob das aber die Effizenz, das Geräusch, das Gefühl des Antriebsstrangs oder schlicht das Gewicht ist was den Unterschied fühlbar macht ist schwer zu sagen. Wäre mal interessant ob ich den bei einer Blindverkostung fremder Räder, die bis auf die Schaltung identisch sind auch spüren würde - nicht dass das so peinlich ausgeht wie die diversen blinden Bierverkostungen der Bierexperten. :)
CycoRacer
Beiträge: 1251
Registriert: Do Sep 11, 2014 10:11 pm
Faltrad 1: 20"Cyco / Mifa
Faltrad 2: 24"Dahon IOS P8
Faltrad 3: 26"Gritzner
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1962
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Rheinberg

Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von CycoRacer »

Meine bisherigen 3-Gang Nexus Naben liefen schwerer, wenn es mit dem Lager zu Ende ging. Zu erkennen am großen seitlichen Spiel des Hinterrades (bei mir > 25000km). Einmal hatte ich diesen Effekt auch mit einer total ausgeleierten Kette, die ich immer wieder nachgestellt hatte.

Gruß
Reimund
Motte
Beiträge: 5778
Registriert: Sa Aug 22, 2009 5:27 pm
Faltrad 1: Birdy Grey
Faltrad 2: Tern Verge Tour
Faltrad 3: Tern Link P24
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1922
Status: FALTradfahrer
Wohnort: sachichnich

Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von Motte »

Ich hab mich gerade dran erinnert, dass Andereas Oehler in der Fahrradzukunft Wirkungsgradmessungen beschrieben hat. http://fahrradzukunft.de/16/wirkungsgra ... haltungen/

Und hier die Fortsetzung: http://fahrradzukunft.de/17/wirkungsgra ... ltungen-2/

Und bin (in Teil I) gerade dabei auf diesen Satz gestoßen:
"Wer schon mal ein Nabenschaltungslaufrad ohne Kettenspanner montiert hat weiß, dass

die Wahl der optimalen Kettenspannung nicht ganz trivial ist. Zu hohe Kettenspannung fühlt sich unangenehm an und bedeutet höhere Verluste, zu geringe Kettenspannung kann Klappergeräusche oder gar eine abspringende Kette bedeuten. Bei unrund laufendem Kettenblatt kann sogar beides bei gleicher Nabenposition auftreten."
Damit hätten wir eine weitere mögliche Fehlerquelle.
Pibach
Moderator
Beiträge: 8367
Registriert: Mi Aug 05, 2009 10:09 pm
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: RE: Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von Pibach »

derMac hat geschrieben: Das Problem ist weniger die Masse (obwohl die auch geringer ist) als das Trägheitsmoment, also grob der Abstand des Massenschwerpunktes von der Achse.
Ne, das ist unabhängig vom Radius. Der Umfang wird immer auf die selbe Geschwindigkeit gebracht. Daher ja mal 2. Unter der Annahme, dass die meiste Masse am Umfang sitzt.

Im Vergleich zum Gesamtsystem macht das wenig aus. Rechne mal 1,5kg drehender Radsatz. Wären dann wie 3kg linear beschleunigte Masse. Nehmen wir mal der Einfachheit halber 100kg Gesamtsystem an, also Rad plus Fahrer, dann sind 3kg eben 3%. Und zwar egal welchen Radius das Rad hat. Kleine Räder sind aber ggf kleines Stück leichter. Der Unterschied liegt aber wohl bei kaum mehr als 1% und ist damit kaum spürbar in Beschleunigungen in Fahrtrichtung. In Wettbewerben aber schon, weil es da auch auf die sonstige Agilität ankommt (Lenken und Verkippen des Rades) und 1% in dem Umfeld auch schon viel sind.

Beispielsweise hätte ein Motorrad, trotz der überlegenen Beschleunigung und Endgeschwindigkeit, in einem MTB-Rennen nicht unbedingt Vorteile, denn die Trails sind dafür zu kleinwinkelig und es ist eben nicht so wendig: https://youtu.be/i2EL9GFQy5s
Antworten