Hallo, am Ostersonntag haben wir zu viert eine Rundreise mit Bahn und Fahrrad unternommen. Bis Tönder/DK mit dem Zug, dann zurück über Römö und Syltfähre nach Westerland zur Bahn, gesamt über 85 km mit Anreise zum Startbahnhof.
Der lausige Ostwind kostete dann viel Kraft, eine Mitfahrerin nahm deshalb ab List den Bus.
Der Busfahrer wollte das Dahon zusammengeklappt nicht im Bus mitnehmen. Argument: "es könnte ja beim Bremsen durch den Bus fliegen, sein Chef könnte Ärger machen.."
Nur in einer einer Tasche verpackt dürfte das Rad im Bus mitgenommen werden, ansonsten kostenpflichtig hinten auf dem Fahrradträger.
Machte für die 17 km von List nach Westerland 4,40 Euro für die Personenfahrkarte und nochmals 4,40 Euro für das Rad: Kilometerpreis wie im Mittelklasseauto.
Ich habe bei der LVS in Kiel nachgefragt: Tatsächlich darf der Busunternehmer seine eigenen Beförderungsbedingungen erstellen.
Im Falle der SVG finde ich die aber nirgendwo auf der Internetseite dieses Unternehmens. Ob das zulässig ist?
Also Warnung: Nach Sylt immer die Tasche mitnehmen um nicht sinnlos Geld zu verbrennen. In die Tasche darf der Busfahrer ja nicht reinschauen...
Bus SVG Sylt: Geklapptes Faltrad kostet Geld
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Weinbergschnecke
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Bus SVG Sylt: Geklapptes Faltrad kostet Geld
Zuletzt geändert von Weinbergschnecke am Di Apr 22, 2014 2:43 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Motte
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Re: Bus SVG Sylt: Geklapptes Faltrad kostet Geld
Natürlich musst Du ihn notfalls in die Tasche rein schauen lassen, wenn Du mit willst. Aber nur, wenn er den Verdacht hat, dass Du "Gefahrgut" transportierst. Sofern der Bus im öffentlichen Auftrag fährt (Linienbus), kann er auch seine Beförderungsrichtlinien und seine Tarife nicht mehr eigenverantwortlich gestalten. Er kann höchstens einige Besonderheiten (die durch seine Fahrzeuge bedingt sind) in den Verhandlungen durchsetzten.
Du wirst in jedem Regelwerk eine Passus finden wie diesen hier:
Das Personal entscheidet im Einzelfall, ob Gegenstände zur Beförderung zugelassen werden und an welcher Stelle sie unterzubringen sind. Vermutet das Personal, dass sich in einem Gepäckstück oder Frachtgut gefährliche Stoffe befinden, so kann es vom Fahrgast Angaben zum Inhalt verlangen. Verweigert der Fahrgast die Auskunft, so wird das Gepäckstück von der Beförderung ausgeschlossen.
(hab ich mal aus den Beförderungsbedingungen NRW geklaut - findet sich so aber auch bei der DB AG oder den einzelnen Verkehrsunternehmen. So eine Regelung ist grundsätzlich auch sinnvoll, weil es von vielen Dingen abhängt, was noch geht und was nicht)
Den Rat mit der Hülle (Tasche) hab ich ja an anderer Stelle selbst schon häufiger gegeben. Dein Bericht bestätigt mich da mal wieder. Mit Hülle erspart man sich oft die ganze Diskussion (mit Hülle und Spanngurt zum Sichern erst recht). Da ich mal 3 Jahre da oben den Weltfrieden gesichert habe, weiß ich um den blöden Wind in der Ecke. Da ist es manchmal einfacher durch ein Hügelland zu fahren - da geht es wenigstens mal bergab. 85 Km sind unter diesen Umständen (an Ostern war es ja recht windig) aber eine respektable Leistung.
Gruß
Udo
Du wirst in jedem Regelwerk eine Passus finden wie diesen hier:
Das Personal entscheidet im Einzelfall, ob Gegenstände zur Beförderung zugelassen werden und an welcher Stelle sie unterzubringen sind. Vermutet das Personal, dass sich in einem Gepäckstück oder Frachtgut gefährliche Stoffe befinden, so kann es vom Fahrgast Angaben zum Inhalt verlangen. Verweigert der Fahrgast die Auskunft, so wird das Gepäckstück von der Beförderung ausgeschlossen.
(hab ich mal aus den Beförderungsbedingungen NRW geklaut - findet sich so aber auch bei der DB AG oder den einzelnen Verkehrsunternehmen. So eine Regelung ist grundsätzlich auch sinnvoll, weil es von vielen Dingen abhängt, was noch geht und was nicht)
Den Rat mit der Hülle (Tasche) hab ich ja an anderer Stelle selbst schon häufiger gegeben. Dein Bericht bestätigt mich da mal wieder. Mit Hülle erspart man sich oft die ganze Diskussion (mit Hülle und Spanngurt zum Sichern erst recht). Da ich mal 3 Jahre da oben den Weltfrieden gesichert habe, weiß ich um den blöden Wind in der Ecke. Da ist es manchmal einfacher durch ein Hügelland zu fahren - da geht es wenigstens mal bergab. 85 Km sind unter diesen Umständen (an Ostern war es ja recht windig) aber eine respektable Leistung.
Gruß
Udo
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Re: Bus SVG Sylt: Geklapptes Faltrad kostet Geld
Ist mir auf dem Darss und auf Rügen auch schon so passiert.
Busfahrer wollte sogar zusätzlich Aufpreis für das Gepäck (war mit Zelt usw da), allerdings moderat, 1,- EUR. Läppert sich aber auf Dauer.
Die Busstrecke ist auch nicht im Bahnticket inclusive, wird dann insgesamt recht teurer Spaß.
Busfahrer wollte sogar zusätzlich Aufpreis für das Gepäck (war mit Zelt usw da), allerdings moderat, 1,- EUR. Läppert sich aber auf Dauer.
Die Busstrecke ist auch nicht im Bahnticket inclusive, wird dann insgesamt recht teurer Spaß.
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Re: Bus SVG Sylt: Geklapptes Faltrad kostet Geld
Diese Handhabung auf Sylt gibt es schon lange und ich habe darauf im Forum schon einmal hingewiesen. Da geht nur verpacken in Tasche bevor der Bus kommt. Auf den Fährschiffen des Bodensees ist das noch penetranter. Sobald das Rad v o r dem Einpacken vom Personal gesichtet wird, gilt es auch gefaltet und verpackt als Fahrrad und ist somit kostenpflichtig. Da haben mir auch keine Diskussionen geholfen.
Gruß TIL
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Karsten
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Re: Bus SVG Sylt: Geklapptes Faltrad kostet Geld
Weinbergschnecke hat geschrieben:Hallo, am Ostersonntag haben wir zu viert eine Rundreise mit Bahn und Fahrrad unternommen. Bis Tönder/DK mit dem Zug, dann zurück über Römö und Syltfähre nach Westerland zur Bahn, gesamt über 85 km mit Anreise zum Startbahnhof.
Moin,
Klingt interessant,
Ich bin sicher nicht der Einzige, der an einer Tourenbeschreibung interessiert ist.
Wie Motte schrieb: Die Entscheidung ist rational schwer nachzuvollziehen, muß aber letztlich beim Fahrer bleiben.Weinbergschnecke hat geschrieben: ansonsten kostenpflichtig hinten auf dem Fahrradträger.
Machte für die 17 km von List nach Westerland 4,40 Euro für die Personenfahrkarte und nochmals 4,40 Euro für das Rad: Kilometerpreis wie im Mittelklasseauto.
Wer es geschaft hat, sich von einem eigenem Wagen zu befreien, zahlt sowas von dem Ersparten locker und mit einem Arschrunzeln.
Mit dem Blick auf jenes Ersparte kann man auch lächelnd mit dem Taxi fahren.
Gruß Karsten
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Weinbergschnecke
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Re: Bus SVG Sylt: Geklapptes Faltrad kostet Geld
Hallo, mal ein paar Details zu den Möglichkeiten dort.
Für die beschriebene Tour hatten wir zunächst die NOB Altona-Westerland bis Niebüll genutzt, dann Umstieg in den Arriva Triebwagen bis Tönder. Der fährt allerdings nur alle 2 Stunden. Faltrad geklappt da auch gratis.
In Dänemark sind verschiedene Streckenvarianten möglich, entweder über Mögeltönder (Schloss mit Park, alte Kirche) dicht an der Nordsee längs, wie dieses Mal.
Man kann aber auch über Lügumkloster fahren, sehr sehenswertes altes Kloster.
Der Damm nach Römö hat dann zum Glück Fahrradstreifen, leider hält sich dort kaum ein Autofahrer an die zulässigen 80 km/h. Wieso hier nicht mal geblitzt wird, ist mir schleierhaft.
Römö wäre eigentlich alllein schon einen Tagesausflug wert, die Fähre nach List fährt ganz im Süden in Havneby ab.
Einfache Fahrt mit Rad (samt Gepäck dran) 9,60 Euro oder 72 DKK.
Den teuren Syltbus sollte man lieber meiden.
Ab Westerland fährt dann wieder die NOB im Stundentakt Richtung Hamburg.
Als Fahrkarte für die Bahn gibt es günstig das SWT, Schleswig-Holstein-Ticket oder Gruppenticket SH-Tarif (je nach Startort).
Alternativ kann man natürlich die Tour auch in entgegengesetzter Richtung machen.
Weitere mögliche Variante: Grenzkiekerticket der NOB für bis zu 5 Personen 49 Euro. Das gilt bis Esbjerg, das man dann als einen Start-oder Zielpunkt nutzen kann.
Auf alle Fälle sind diese Touren deutlich abwechslungsreicher, als nur Sylt.
Frühstart ist auf alle Fälle angesagt, der letzte durchgehende Zug von Westerland nach Altona fährt bereits um 20:22.
Für die beschriebene Tour hatten wir zunächst die NOB Altona-Westerland bis Niebüll genutzt, dann Umstieg in den Arriva Triebwagen bis Tönder. Der fährt allerdings nur alle 2 Stunden. Faltrad geklappt da auch gratis.
In Dänemark sind verschiedene Streckenvarianten möglich, entweder über Mögeltönder (Schloss mit Park, alte Kirche) dicht an der Nordsee längs, wie dieses Mal.
Man kann aber auch über Lügumkloster fahren, sehr sehenswertes altes Kloster.
Der Damm nach Römö hat dann zum Glück Fahrradstreifen, leider hält sich dort kaum ein Autofahrer an die zulässigen 80 km/h. Wieso hier nicht mal geblitzt wird, ist mir schleierhaft.
Römö wäre eigentlich alllein schon einen Tagesausflug wert, die Fähre nach List fährt ganz im Süden in Havneby ab.
Einfache Fahrt mit Rad (samt Gepäck dran) 9,60 Euro oder 72 DKK.
Den teuren Syltbus sollte man lieber meiden.
Ab Westerland fährt dann wieder die NOB im Stundentakt Richtung Hamburg.
Als Fahrkarte für die Bahn gibt es günstig das SWT, Schleswig-Holstein-Ticket oder Gruppenticket SH-Tarif (je nach Startort).
Alternativ kann man natürlich die Tour auch in entgegengesetzter Richtung machen.
Weitere mögliche Variante: Grenzkiekerticket der NOB für bis zu 5 Personen 49 Euro. Das gilt bis Esbjerg, das man dann als einen Start-oder Zielpunkt nutzen kann.
Auf alle Fälle sind diese Touren deutlich abwechslungsreicher, als nur Sylt.
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Jonny
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Re: Bus SVG Sylt: Geklapptes Faltrad kostet Geld
Wieso penetrant? Es ist klar geregelt, da nur von Fahrrädern bei der Kostenpflicht gesprochen wird. Ohne jede Differenzierung. Damit auch Falträder, egal, ob geklappt oder nicht. Und dann diskutieren?alterfalter2 hat geschrieben:Diese Handhabung auf Sylt gibt es schon lange und ich habe darauf im Forum schon einmal hingewiesen. Da geht nur verpacken in Tasche bevor der Bus kommt. Auf den Fährschiffen des Bodensees ist das noch penetranter. Sobald das Rad v o r dem Einpacken vom Personal gesichtet wird, gilt es auch gefaltet und verpackt als Fahrrad und ist somit kostenpflichtig. Da haben mir auch keine Diskussionen geholfen.
Gruß TIL
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Re: Bus SVG Sylt: Geklapptes Faltrad kostet Geld
Na sicher doch.. In der Tasche sind sie Reisegepäck, das wäre ja noch schöner
Gruß TIL
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Motte
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Re: Bus SVG Sylt: Geklapptes Faltrad kostet Geld
Warum?
Ein Fährunternehmer (außerhalb des ÖPNV) macht seine ""Verkaufsbedingungen" selbst. Wenn er sie "falsch" macht, verkauft er halt nix (keine Fahrten) und geht pleite. "Dein" Wirt muss ja auch keinen Ananassaft haben - nur weil Du den gerne trinkst. Das ist ärgerlich, wenn die nächste Kneipe weit weg ist - aber in einer freien Marktwirtschaft nicht zu ändern.
Ein Fährunternehmer (außerhalb des ÖPNV) macht seine ""Verkaufsbedingungen" selbst. Wenn er sie "falsch" macht, verkauft er halt nix (keine Fahrten) und geht pleite. "Dein" Wirt muss ja auch keinen Ananassaft haben - nur weil Du den gerne trinkst. Das ist ärgerlich, wenn die nächste Kneipe weit weg ist - aber in einer freien Marktwirtschaft nicht zu ändern.
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Weinbergschnecke
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Re: Bus SVG Sylt: Geklapptes Faltrad kostet Geld
Hallo,
auch beim ÖPNV (dazu gehört das Liniennetz der SVG) machen die Unternehmer ihre Beförderungsbedingungen selbst.
Dabei sitzt die SVG auf hohem Ross. Zwar gilt inzwischen der Schleswig-Holstein-Tarif auch auf Sylt, aber mit saftigen Aufschlägen, wie etwa doppelter Preis für eine Fahrradtageskarte (Vergleich Rest Schleswig-Holstein mit ganz SH incl. Sylt).
auch beim ÖPNV (dazu gehört das Liniennetz der SVG) machen die Unternehmer ihre Beförderungsbedingungen selbst.
Dabei sitzt die SVG auf hohem Ross. Zwar gilt inzwischen der Schleswig-Holstein-Tarif auch auf Sylt, aber mit saftigen Aufschlägen, wie etwa doppelter Preis für eine Fahrradtageskarte (Vergleich Rest Schleswig-Holstein mit ganz SH incl. Sylt).