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erhöhte Bußgelder für Radler

Alles zum Thema Faltrad/Rad.
elvsi
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erhöhte Bußgelder für Radler

Beitrag von elvsi »

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 80420.html

Ich hab ehrlich gesagt nichts gegen Erhöhung der Busgelder! Ich finde sie generell zu niedrig, ob für Autofahrer oder Fußgänger.

Wer beim Ein- und Aussteigen nicht auf Radfahrer achtet, wird mit 20 statt bislang zehn Euro Bußgeld verwarnt.
-wer mal mit einer sich öffnenden Autotür Bekanntschaft gemacht hat lacht über 20€! (ich bin schon in eine Tür gesprintet)

Ein normaler Regelverstoß kostet 15 statt bisher 10 Euro.
- LOL!15€?!? DA könnte ich mir ja locker einen pro Monat leisten.... und kontrolliert wird selbst in Fahrradstädten wie Heidelberg selten.

Aber anstatt die Bußgelder rauf zusetzen sollte man man lieber an Konzepte wie in Holland denken. Meist ist dort der Radweg von der Straße und vom Gehweg getrennt durch Bordsteine oder Grün.
In Deutschland wird einfach auf die zweispurige Strasse ein Radweg drauf gepinselt und die Autos müssen zusammenrücken..... Fahrradparkplätze an Bahnhöfen sind mau und in den Köpfen der Autofahrer ist beim Schulterblick der Blick für den Radfahrer nicht vorhanden.
Man sollte die Radfahrbedingungen radikal ausbauen und verbessern! Vielleicht würde wesentlich verbesserte Fahrrad-Bahn-Kombination auch zu besseren Parkplatzbedingungen in den Innenstädten führen.
Motte
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Re: erhöhte Bußgelder für Radler

Beitrag von Motte »

Wir tun uns generell schwer Dinge zu ahnden, die keine sichtbaren Wunden auf der Haut oder dem Konto hinterlassen.
Der Bußgeldkatalog orientiert sich am möglichen anzurichtenden Schaden. Deshalb findet sich das Bußgeld für Radeln in der Fußgänger Zone, aber eben auch für falsch Parken am unteren Ende der Skala. Der Radwegparker löst zwar Frust, aber in den seltensten Fällen einen Unfall aus. Andere Länder werten das anders. Radikal umkehren lässt sich das nicht, weil es sonst nicht mehr mit dem Rechtsempfinden der Mehrheit in Einklang zu bringen ist.

Auch heute schon wäre Abschleppen möglich, wenn der Radweg blockiert wird. Aber dazu müsste man erst einmal jemanden finden, der das kontrolliert. Vergleiche einfach mal die Personalstärke und die Aufgabenbereiche der Polizei heute und vor 30 Jahren. Dann weißt Du auch, warum man auf alten Bildern (aus den 60er oder 70er Jahren) nur ganz wenige Gehwegparker sieht.

Übrigens irrst Du - mehrfaches Verstoßen gegen eine Regel kann (Stichwort - Unbelehrbarkeit) zu einer drastischen Strafe bzw. dem Entzug der Fahrerlaubnis führen. Aber ohne Kontrolle ist das alles graue Theorie. Und kontrolliert wird erst, wenn es gesellschaftlich erwünscht ist - bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
Muc-Falter
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Re: erhöhte Bußgelder für Radler

Beitrag von Muc-Falter »

Bussgelder und besonders deren Erhöhung sind politische Entscheidungen.
Wirklich abschreckend sind die Bussgelder nicht, schaut man sich mal die vielen Rotlichtsünder an. Dort gibt es hohes Bussgeld und sogar einen Punkt....
elvsi
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Re: erhöhte Bußgelder für Radler

Beitrag von elvsi »

ganz ehrlich? 200€ 4Punkte und 1Monat Fahrverbot.
Was stört den durschnittlichen deutschen Autofahrer da wohl am meisten? die Punkte oder das Fahrverbot!
200€ das ist ärgerlich! Aber keine große Strafe oder?
und so hoch fällt die Strafe auch nur aus bei Gefährdung oder Sachschaden.
bei "normalen" Rotfahren sind es nur 90€ und 3 Punkte.

bei den Radfahrern ist es dann wirklich ein Witz! da braucht man sich nicht wundern das sich bei den schlechten Radfahrbedingungen die Radfahrer eine Rambo-Mentalität angewöhnen! Schlechte Fahrbedingung + niedrige Strafen + keine Kontrolle = ich fahr wo und wie ich will.
Motte
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Re: erhöhte Bußgelder für Radler

Beitrag von Motte »

Also ich denke schon, dass vielen Menschen die "sinnlos verlorenen" 50/100 oder 200 Euro schwer im Magen liegen. Einfach aus Prinzip. Das ist ja auch der Sinn des Ganzen. Und viele Radfahrer würden sich auch ärgern, wenn sie mehrfach 15 oder 20 Euro zahlen müssen, weil sie durch die Fußgängerzone oder auf dem Gehweg gefahren sind. Ich glaube nicht, dass es (für die Masse der Erwachsenen) dabei wirklich ausschlaggebend ist ob das nun 15 oder 35 Euro sind. Da müsste man schon viel tiefer einschneiden - aber will man wirklich eine die Existenz bedrohende Strafe für Bagatellen?

Entscheidend ist das Risiko überhaupt erwischt zu werden. Und drohende Konsequenzen, wenn man sich hartnäckig dem Beachten von Vorschriften verweigert. (das gilt für alle Verkehrsteilnehmer). Wenn die Chance riesig ist, dass dein Auto ruck zuck abgeschleppt wird, wenn Du auf dem Radweg parkst, dann machst Du das einfach nicht mehr.

Da ich beide Städte kenne, amüsiere ich mich ja immer köstlich, wenn sich unsere Autofahrer in der Essener Zeitung über das Abschleppen z.B. in Bremen aufregen. "Ich war doch nur ganz kurz Tante Erna zum Zug bringen" (und hab den Radweg am Hinterausgang des Bahnhofs - Mühlenweide - nur gaanz kurz blockiert) :mrgreen:

Was mich an der ganzen Änderung des Bußgeldkataloges stört, ist die Konzentration von Presse und Politik auf "Ramboradler". Da hat der Ramsauer auf ganzer Linie Erfolg gehabt.
Als ob das die Kernfrage gewesen wäre. Hin und wieder muss man die einzelnen Vergehen einfach mal neu gewichten und ganz sicher auch die Höhe der allgemeinen Einkommensentwicklung anpassen. Ein besonderes Signal "gegen Rüpelradler" sehe ich gar nicht, wenn ich mal unvoreingenommen auf die Änderungen schaue.
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Re: erhöhte Bußgelder für Radler

Beitrag von Pibach »

elvsi hat geschrieben:Schlechte Fahrbedingung + niedrige Strafen + keine Kontrolle = ich fahr wo und wie ich will.
Aha, und durch hohe Strafen wird das besser?
Wenn man das durchsetzen würde, erzeugte das nur weniger Radfahrer.
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Re: erhöhte Bußgelder für Radler

Beitrag von alterfalter2 »

@ Pibach
"Wenn man das durchsetzen würde, erzeugte das nur weniger Radfahrer."

..das glaube ich nun garnicht, es gibt auch drastische Strafen für Autofahrer, aber leider daraus resultierend nicht weniger Autoverkehr..
Warum nicht höhere Strafen/Bußgelder? 100 Euro Bußgeld beim Überqueren einer Kreuzung bei Rot.. Mich stört das keineswegs beim Radeln, wenn ich mich korrekt verhalte ..und vielleicht wird der ein oder andere in seiner Verhaltensweise positiv beeinflußt, wenn er erstmal ordentlich gelöhnt hat.
Ich fahre häufiger mal in England, da ist das Verhalten anders als hier. Es ist ein absolutes "no go" bei Rot über die Kreuzung zu fahren, fährt man im Verband/Club, gibt es sofort einen strengen Verweis.

Gruß TIL
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Re: erhöhte Bußgelder für Radler

Beitrag von Muc-Falter »

Pibach hat geschrieben:
elvsi hat geschrieben:Schlechte Fahrbedingung + niedrige Strafen + keine Kontrolle = ich fahr wo und wie ich will.
Aha, und durch hohe Strafen wird das besser?
Wenn man das durchsetzen würde, erzeugte das nur weniger Radfahrer.
Auf die Radfahrer die nur fahren wenn sie sich um keine Regel scheren müssen kann ich gerne verzichten!
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Re: erhöhte Bußgelder für Radler

Beitrag von Pibach »

Es ist ja nicht mal gesagt, dass das erzwungene Anhalten bei Rot überhaupt eine sinnvolle Maßregel für Radfahrer ist. In Frankreich werden ja einige Ampeln für Radfahrer freigegeben. De facto weden Ampeln von Radfahrern eh wenig beachtet, ohne dass es dabei zu besonderen Auffälligkeiten käme. Und man macht sich sogar lustig über die Rot-Pflichbesessenheit der Deutschen. Ob das strikte Rothaltegebot überhaupt etwas bringt, müsste man erstmal genauer untersuchen, bevor man da irgenwelche Regeln verstärkt durchboxen möchte. Sicher ist aber, dass striktere Kontrollen die Radfahrerzahlen dramatisch eindämmen würde, da mag ich wirklich nicht schon wieder über solche Selbstverständlichkeiten diskutieren. Autofahrer und Radfahrer kann man hier kaum vergleichen, die bringen ein ganz anderes Gefährdungspotenzial ein. Wir hatten Diskussionen in diese Richtung aber schon oft hier im Forum. Eine offene Billigung ja sogar Unterstützung höherer Busßgelder für Radfahrer - das ist dann aber doch schon sehr seltsam in einem Radlerforum und wirklich nicht erstrebenswert. Oder?
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Re: erhöhte Bußgelder für Radler

Beitrag von Motte »

Eine offene Billigung ja sogar Unterstützung höherer Busßgelder für Radfahrer - das ist dann aber doch schon sehr seltsam in einem Radlerforum und wirklich nicht erstrebenswert
Da sehe ich so allgemein betrachtet den Zusammenhang nicht. Nur weil ich selbst gerne Fahrrad fahre muss ich doch nicht (generell) dagegen sein bestimmte Regelverstöße zu ahnden oder stärker zu ahnden, wenn sie häufiger werden. Bin nur dagegen Bußgelder grundlos (aus politischem Aktionismus) zu erhöhen. Im Bereich des Handyverbots am Steuer halte ich das dann auch für sinnvoll. Da begreifen es etliche schlicht nicht ohne Fahrverbot.
Und man macht sich sogar lustig über die Rot-Pflichbesessenheit der Deutschen.

Der Spiegel hatte zum 30 jährigen Jubiläum der "Deutsch Französischen Brigade" mal einen schönen Artikel über die wechselseitigen Vorurteile und den praktischen Alltag raus gebracht. Da muss man schmunzelnd zur Kenntnis nehmen, dass die Deutschen heute so sind, wie sie glauben, dass die Franzosen sind und umgekehrt. Abgesehen davon funktioniert das Rosinenpicken im Normalfall nicht. Wir könnten sonst ja auch mal die Bußgelder der Schweizer importieren. :mrgreen:
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