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Lastenfahrrad: Ich ersetze ein Auto

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Muc-Falter
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Lastenfahrrad: Ich ersetze ein Auto

Beitrag von Muc-Falter »

Wendig, schnell und voller Technik: Transporträder erleben ein überraschendes Comeback. In staugeplagten, notorisch zugeparkten Innenstädten ersetzen die neuen Cargobikes Lieferwagen und den Familien-Van.


http://www.spiegel.de/reise/deutschland ... 65412.html
frankd
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Re: Lastenfahrrad: Ich ersetze ein Auto

Beitrag von frankd »

Prinzipiell finde ich die Lastenfahrräder sehr gut. Dazu gehören für mich auch Velotaxi und Co., obwohl diese für den privaten Gebrauch noch viel zu selten genutzt werden.
Nun kommt das Aber, dafür ist die Infrastruktur sprich Radwege nicht ausgelegt. Viel zu schmal, inbesondere fürs Überholen, denn nicht alle können sich ein e-Lastenrad leisten.
In Kopenhagen, wo man da ein wenig weiter ist, werden deshalb schon 3,5 m breite Radwege angelegt. Hier in Berlin sind solche Räder eher ein Verkehrshindernis. Ich erlebe es jeden Tag, ausweichen auf einen vollen Fußweg oder volle Fahrbahn ist auch nicht die Alternative.
Genauso könnte man die Busspur oder die rechte Spur auch als Radweg freigeben, was ja auch schon an einigen Stellen gemacht wurde. D.h. wenn man diese alternative Verkehrsform fördern will, dann müssen die Kommunen auch ein wenig in die Infrastruktur investieren und dabei auch die breiteren Räder berücksichtigen.
Muc-Falter
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Re: Lastenfahrrad: Ich ersetze ein Auto

Beitrag von Muc-Falter »

Will man den Verkehr verändern muss man eben auch die Verkehrswege ändern...
Pibach
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Re: Lastenfahrrad: Ich ersetze ein Auto

Beitrag von Pibach »

frankd hat geschrieben: Nun kommt das Aber, dafür ist die Infrastruktur sprich Radwege nicht ausgelegt. Viel zu schmal, inbesondere fürs Überholen, ...
In dem Video ist der Cargo-Messenger jedenfalls flott unterwegs. Da hilft sicher auch der E-Antrieb. So ein Bullit oder auch das neue R&M Cargobike "Load" (s. Bild unten) sind als Einspurer ja recht schmal und bleiben recht wendig im Straßenverkehr und fahren problemlos auf dem Radweg. Die Preise sind allerdings happig, da stimme ich zu. Lohnt sich daher eher für professionelle Cargo-Biker:
Bild

Das Schöne an "Box"-Lösungen finde ich, dass die Cargo-Last klaugeschützt im (kurzzeitig) angeschlossenen Rad verbleiben kann, erst das macht es vergleichbar zum Auto.

Von den 2-spurigen Lösungen finde ich so ein Flevo-Trike interessant als "Autoersatz":
Bild

Konstruktiv sehr simpel sitzt man bequem über der Kiste, kombiniert also hohe Sicht und tiefen Lastschwerpunkt. Dazu kann man so einen Knicklenker gut freihändig fahren und er legt sich etwas in Kurven. Ist auch noch recht schmal, sollte also auch auf Radwegen gut gehen. Allerdings rüttelt es ungefederte Lasten ziemlich durch und speziell 2-Spurer sind da recht anfällig, weil es die nicht nur hoch/runter schüttelt, sondern auch links/recht, Cargo-Trikes funktionieren daher auf nicht so glatten Strecken nur vergleichsweise langsam.

Gefederte Trikes mit Cargo-Möglichkeit, die also zügige Fahrt erlauben, gibt es kaum. Aber vielversprechend finde ich so ein Flevo-Trike mit "Neigetechnik":



Das beschränkt allerding den Raum für die Box und macht die Konstruktion einiges aufwändiger.

Wer die Cargo-Fähigkeiten nur ab und zu ausgereizt, wählt wohl lieber Anhänger-Lösungen, also z.B. den "Mai Porter":

Bild

Nicht ganz billig, aber es gibt auch günstig Kistenanhänger, z.B. in dieser Anzeige (70,- EUR).

Für zügiges Fahren haben Einspuranhänger Vorteile, da gibt es z.B. den "Follow Box" Anhänger:
Bild
Zu solchen Lösungen hatten wir ja den Anhänger Thread.

Ich hab ja auch einen Anhänger, aber nutze den quasi nie, ist mir zu umständlich im Handling (Bürgersteige, Abstellen/Abschließen, Hinterhofzugang etc). Auch die Möglichkeit zur Kombination mit ÖPNV geht beim Anhänger (und auch bei den o.a. Cargobikes) weitgehend verloren. Toll finde ich da Cargo-Lösungen, die zu einem gewissen Grad multimodal bleiben. Ich transportiere schwere und sperrige Lasten meistens lieber direkt am Rad, festgezurrt. Ist erstaunlich, was man alles direkt am Rad wegbewegt kriegt.

Auf dem Faltrad mit den kleineren Rädern und dem niedrigen Oberrohr hat man einige Möglichkeiten für Lastentransport. Schade, dass das noch nicht durch passende Zusatzprodukte "ausgelastet" wird, z.B. eine schnell montierbare (faltbarer) Box für hinten (statt Gepäckträger), ähnlich dem Pletscher Quick Rack. Oder ein Transportkorb, den man auf das Oberrohr stellt und der sich gegen die Sattelstütze gegen Drehen abstützt (zwischen den Beinen, Sattel bis Lenker, wäre bei meinem Dahon Platz für schmale 18x30x38 cm "Box").

Sonstige Links:
http://cyclelogistics.eu/
Pressemeldung des ADFC dazu:
http://www.adfc-bw.de/presse/news-darst ... ene-lobby/
http://www.cargobikeforum.de
Motte
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Re: Lastenfahrrad: Ich ersetze ein Auto

Beitrag von Motte »

Der Klaufaktor ist dabei ein wichtiger Punkt. Damit meine ich nicht das Rad, sondern die mitgeführten Gegenstände. Die Zeiten wo ein Handwerker in der Stadt seinen Kombi mit offener Ladeluke (und Blick auf die Hilti) stehen lassen konnte, sind wohl vorbei. Auch bei uns wird so ziemlich alles mitgenommen, was nicht niet und nagelfest ist. Leider machen abgeschlossene Boxen die Räder auch wieder sperriger und schwerer. In Kombi mit Elektroantrieb ist da aber sicher einiges möglich - man muss es nur wollen.

Es gibt einen nicht zu verachtenden sozialen Aspekt. Noch immer dürfte ein Handwerker, der mit dem "Bäckerrad" anfährt, bei vielen Menschen eher Argwohn (in Richtung Seriosität) auslösen als einer, der mit einem Monster-Van anrückt um seine kümmerliche Wasserpumpenzange zu transportieren.

Gestern (als Zwischenstufe?) bei "Einfach Genial" im MDR gesehen; eine auf die Anhängerkupplung gesteckte (mülltonnengroße) fahrbare Transportbox, die schwere Werkzeuge vor Ort bringt.
Pibach
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Re: Lastenfahrrad: Ich ersetze ein Auto

Beitrag von Pibach »

Motte hat geschrieben: Leider machen abgeschlossene Boxen die Räder auch wieder sperriger und schwerer.
Hey Udo, du wirst noch Leichtbau-Fan ;)

Ich fände auch eine (selbsttragende) Box-Rahmen-Konstruktion interessant. Idealerweise faltbar natürlich.
Vielleicht in dieser Richtung:
Bild
Ist aber natürlich weit weg von "Cargo" ;) aber man kann das Prinzip erkennen.

Wenn man über Beladungen von 180kg nachdenkt spielt das Fahrradgewicht von 25kg (Werte vom Bullit) ja nicht so eine große Rolle.
Allerdings beläd man das ja nicht immer bis an die Grenze und fährt es auch mal leer, dann spielt das Grundgewicht schon eher eine Rolle.
Die leichten Polycarbonatboxen sind meistens nicht abschließbar.
Und Aluboxen in der Qualität einer Zarges-Box wiegen einiges und sind vor allem auch recht teuer.
Gepäckbox mal eben rausnehmen ist dann auch beschränkt, wenn die zu sperrig und schwer ist.
Jedenfalls bewegt man mit Bullit+Abschließbox schon einiges durch den Verkehr.
Und multimodal ist das lange nicht mehr, was imho der Hauptvorteil von Falträdern ist.
Andererseits ist so ein Bulit Lastenrad eine superrobuste Sache. Und wenn man es ebenerdig gut abstellen kann (Garage?), dann ist das Handling auch nicht soo kompliziert.
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Re: Lastenfahrrad: Ich ersetze ein Auto

Beitrag von alterfalter2 »

@ Pibach
"Wer die Cargo-Fähigkeiten nur ab und zu ausgereizt, wählt wohl lieber Anhänger-Lösungen, also z.B. den "Mai Porter":"

..oder den Leggero max, idealer Anhänger für alle Gelegenheiten, vor allem auch für Handwerker, denn die Box ist nicht nur hochstellbar, man kann sie auch leicht abnehmen:

http://www.google.de/imgres?hl=en&clien ... =177&ty=66

http://www.youtube.com/watch?v=Wi9Fxh0W0lw

Gruß TIL
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Re: Lastenfahrrad: Ich ersetze ein Auto

Beitrag von Pibach »

alterfalter2 hat geschrieben: ..oder den Leggero max, idealer Anhänger für alle Gelegenheiten...
Nettes Gimmick (für Menschen mit Rückeleiden?), aber ne andere Liga.
Ich persönlich finde Anhänger erst ab 20kg Last interessant.
Darunter tut es einfach ein Rucksack, und den kann man auch recht gut am Rad festmachen.
Für die Alltagseinkäufe reicht meist auch ein Lenkerkorb.
Ich bin aber auch mit 30kg und mehr unterwegs, alles auf dem Rad.
Hab einfach auch zu viele Treppen und Hindernisse in der City für so ein Anhängergeklüngel.
Wenn man den anwirft, dann will man auch richtig was wegschaffen. Geht zumindest mir so.
Kann aber auch jederzeit einen Einkaufwagen bis nach Hause mitnehmen, mache ich z.B. mal für Getränkekisten (ab 3) Nachteil ist nur, den muss man spätestens am nächsten Tag zurückbringen.
Längere Strecken mit viel Cargo kommt bei mir nur sehr selten vor, letztes mal 2x Roll-Lattenroste von Ikea. Hab ich an den Rahmen festgezurrt, dann kein Problem.
Pibach
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Re: Lastenfahrrad: Ich ersetze ein Auto

Beitrag von Pibach »

Hier stellt Thor (von ThorUSA) den Pletscher Quick Release Gepäckträger mit passender Tasche vor.
Finde ich ganz tricky, weil alles flott abbaubar:

Schick wäre sowas mit einer abschließbaren Cargobox.
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Re: Lastenfahrrad: Ich ersetze ein Auto

Beitrag von alterfalter2 »

@ Pibach
"Ich persönlich finde Anhänger erst ab 20kg Last interessant. "

Klar, jeder hat seine persönlichen Vorlieben.. Der Leggero max ist bis 40kg Traglast zugelassen, die möchte ich weder auf dem Rücken tragen, noch am Rad angebunden haben.

Gruß TIL
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