alles klar bei Euch? ... Ich hab´eine kurze Frage: War von Euch schon mal jemand mit dem Fahrrad auf den Kanaren? Meine Verlobte und ich planen nämlich eine Urlaubsreise auf die Kanaren, also genau hierhin bartfratze44. Um etwas Abwechslung zu haben wollen wir dort gerne Fahrrad fahren. ....Würdet Ihr uns zu einem Klappfahrrad raten oder zu einem Mietfahrrad vor Ort? ....Würden uns über Eure Erfahrungen freuen oder generell über Eure Meinung dazu.
Nicht Kanaren-spezifisch, aber meine Erfahrung mit Mietfahrrädern in allen möglichen Ländern und Gegenden: Meiden!
Passen nie richtig, häufig sitzt man wie der sprichwörtliche Affe auf'm Schleifstein, Bremsen sind schlecht eingestellt oder runter, Gänge schalten nicht sauber, etc. Also, wenn ihr so was öfter plant, lieber was eigenes. Ist aber auch ein Gewichts-/ Gepäck-Thema.
Ich war mit meinem Birdy (Rohloff) auf Teneriffa. Da bin ich eigen - ich wollte mit dem Teil unbedingt zum Pico del Teide rauf. Das war auch der eigentliche Grund, warum ich da hin wollte - abgesehen von der Tatsache, dass ich sonst im Winter in Deutschland aus dem Fenster geguckt hätte. Hab mir einen Hartschalenkoffer geliehen und für das Gepäck damals ordentlich drauf gezahlt.
Finanziell und vom Aufwand her war das völlig albern - da hätte ich mir besser ein gutes MTB vor Ort leihen können. Zumal das Birdy an einigen Geröllhalden gescheut hat. Da wäre so eine Geländedampfwalze besser gewesen.
Bereut hab ich es aber nie, mit meinem "Vogel" dort gewesen zu sein.
Ich war sehr oft mit meinem MTB Großrad auf Teneriffa und auch La Goumera. Tolles Radfahren dort. Für 30 EUR One Way wird das Rad auch unverpackt mitgenommen, ein Faltrad reduziert also die Kosten diesbezühlich nicht. Bin dann direkt vom Flughafen Teneriffa Süd nach El Madano zum Strand geradelt. Für 2 Wochen MTB lohnt das allemal gegenüber ausleihen. Will man nur mal ein oder 2 Tage antesten gibt es diverse Mietstationen. Die bieten sehr unterschiedliche Qualität, irgendeine Möhre gibt es an vielen Hotels, reicht für den Weg zum nächsten Strand, und excellente MTBs kriegt man in Las Americas. Problem ist: die Insel ist recht groß. Will man verschiedene Trails abfahren braucht man ein großes Auto, um das Rad dorthin zu karren. Es gibt auch sehr gute Buslinie überall hin, ein Großrad passt da aber nicht rein. Damals bereits, hab ich mir ein faltbares MTB gewünscht. Wenn Faltrad, sollt man dort schon was gröberes wählen, ist sonst zu eingeschränkt oder zu schnell kaputt.
War mal mit meinem 24" Faltrad auf Gran Canaria:
Punkt Nr 1: Eine große Übersetzungs-Bandbreite ist wichtig. D.h. die Entfaltung sollte optimal von ca. 1,50 m bis 9,00 m gehen (Gute Trekking 27-Gang-Schaltung). Falls die Bandbreite beschränkt ist: An der großen Entfaltung sparen, nicht an der kleinen. Die Spanier haben in den letzten Jahrzehnten die Bebauung immer weiter Hügel-Aufwärts getrieben, so daß selbst in Orten mit asfaltierten Straßen Steigungen über 15 % häufig sind. Richtwert: für 15 % braucht man selbst bei guter Hobby-Fahrer-Kondition 2,00 m oder weniger Entfaltung.
Wer MtB-Strecken befahren will, kann noch geringere Entfaltungen nutzen ( ca 1,30 m). Wegen steilen Rampen und höheren Reibwerten im Gelände! Wer steil hinauffahrt, fährt normalerweise auch steil abwärts. Da hat man bei Mtb gut 8,00 m Entfaltung und vor allem gute Bremsen. Eine Rückschrittbremse ist auf den Kanaren fehl am Platz. Zwei gute Vau-Bremsen sollten aber ausreichen. Ich denke, daß die meistens Mieträder in der technischen Ausstattung dem Gelände der Kanaren nicht gerecht werden.
Punkt Nr. 2: Falträder sind keine MtB's, können aber in leichtem Gelände genutzt werden. Zum Mtb fehlt die entsprechende Federung. Für ein Hardtail zB die Frontfederung. Zwar gibt es Federungen an Falträdern (Brompton,Birdy,eher schon Dahon Jetstream EX u.a.), diese sind aber eher für feste Straßen konzipiert, für Offroad fehlen einfach Federweg und gewisse Einstellmöglichkeiten.
Punkt Nr. 3: Falträder haben da große Vorteile, wenn geringes Packmaß gefragt ist. Die Fälle Mietauto oder öffentlicher Bus (auch Transfer-Bus oder Taxi vom Flughafen zum Hotel) fallen darunter. Selbst das Unterstellen im Hotel ist einfacher (Egal wo).
Da sind so einige Punkte, die man bedenken kann.
Naturlich vorher unbedingt abklären, was der Transport per Flugzeug kostet und wie verpackt werden muß (Koffer,Transport-Karton ?). Auch den Transfer am Bestimmungsort (Taxi,Bus..) vorher checken. Ich hatte nervige Diskussionen, weil der Kleinbus-Unternehmer für den Transfer ein Sonder-Honorar verlangte. Hab dann nichts extra bezahlt, weil ich gedroht habe, daß ich lieber mit dem Rad zum Hotel fahre...(Der Transporteur hätte das Salär für zwei Personen weniger bei gleicher Fahrtstrecke erhalten).
Wenn man einen Transport-Karton (evtl. Dahon Faltrad-Koffer) benutzt und mit Gepäck Radl-fahren muß: Den eigenen großen Reisekoffer im Karton oder Radl-Koffer verstauen und flach auf dem hinteren Gepäckträger verzurren. Verzurrband mitnehmen ! Dann kann man evtl. vorn noch einen Handkoffer befestigen. Eine solche Fuhre ist fahrbar (Da war ich schon erstaunt, wie gut das ging).
Am Ende gilt: Eigenes Rad ist nie verkehrt !
Mfg EmilEmil
Zuletzt geändert von EmilEmil am So Sep 23, 2012 10:05 am, insgesamt 1-mal geändert.