Dass die Brommi-Bremsen nicht Formel-1-tauglich sind wird wohl kaum einer bestreiten und auch nicht, dass es in der Fahrradwelt Besseres gibt. Allerdings ist ein Brommi weder ein Tour-de-France-Rad noch ein Downhill-Racer - die werden aber nach der gleichen Norm geprüft. Da wäre dann z.B. vorstellbar, dass die Bremsen trotz Normerfüllung absolut ungenügend sind für den Einsatzzweck.C2M hat geschrieben:Abgesehen davon, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass und weshalb die Straße gnädiger sein sollte als der Prüfstand, bleibt doch das Bremsergebnis relativ zu dem der anderen unter denselben Bedingungen geprüften Testräder ein schlechteres und objektiv - Verfahren hin oder her - bei den ermittelten Werten schlechtes.
Was den Vergleich zu den anderen Rädern im Test angeht: Soweit ich das verstanden habe nicht so einfach:
Die Beurteilung der Hauptbremssysteme erfolgte anhand der Verzögerungswerte gemäß DIN EN ISO 4210, umgerechnet auf ein abzubremsendes Gesamtgewicht laut Herstellerangabe.
http://emedien.oekotest.de/cgi/index.cg ... 0&bernr=23
Das Brommi hat wie geschrieben 110 kg max. Fahrergewicht, und ~143kg max. Systemgewicht. Das Birdy z.B. hat 100 kg max. Fahrergewicht und 120 kg max. Systemgewicht laut Bedienungsanleitung. Wie willst Du da die Testergebnisse sinnvoll vergleichen oder als z.B. 75 kg Fahrer da sinnvolle Schlüsse für Dich draus ziehen? Zumal im Testbericht ja auch nur steht: Ist durchgefallen bzw. hat bestanden, und das offenbar - zumindest beim Brommi - auch noch unter Zuhilfenahme einer falschen Gewichtsangabe (die bei den anderen Rädern im Testbericht zumindest online gar nicht erst ausgewiesen ist).
Das testsiegende Pegasus D3A ( http://www.zeg.com/online-shop/produktd ... tail=specs ) hat keine max. zul. Gewichtsangabe auf der Webseite und Bedienungsanleitung hab ich keine gefunden. Dafür hat es eine Rücktrittbremse. Dass die im Nässetest am Prüfstand brilliert kann ich mir vorstellen. Ob sie das in der Praxis auch tut? Auch wenn's 'ne Weile bergab geht? Meine Erfahrungen mit Rücktrittbremsen sind da eher zwiespältig... Die Vergleichbarkeit ist also bei genauerer Betrachtung nicht gerade das Gelbe vom Ei...
In der Praxis hatte ich auf diversen 1000 km Brompton ganzjährig über viele Jahre keine bremsbedingt kritische Situation und einige, wo mir die Bremsen den Hintern gerettet haben. Meine Schlussfolgerung: Dann sind sie (für mich) wohl gut genug. Egal, was ein Normtest mit unklaren Prüfkriterien, durchgeführt von einem unbekannten Prüfinstitut im Auftrag einer qualitativ offenbar sehr mässigen Zeitschrift, die dann Ihre Interpretation der Prüfergebnisse in Form einer Bewertung stark verkürzt und unüberprüfbar veröffentlicht, sagt.