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Negative Kurzerfahrung mit Faltrad "Unser Norden" von Sky

ORi, Oyama, Pacy, Hercules, Strida, doppelganger ...
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Weinbergschnecke
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Negative Kurzerfahrung mit Faltrad "Unser Norden" von Sky

Beitrag von Weinbergschnecke »

Vor einiger Zeit hatten wir bei Sky (COOP SH) ein Faltrad der Marke "Unser Norden" gekauft, wohl baugleich mit Alu-Rex. Hatte 179 Euro gekostet, sollte nur ein Ersatzrad für die Familie bei Bedarf sein. Das Rad sah für den Preis sehr ansprechend aus, mit SRAM 3-Gang. Leider war die erste Ausfahrt äußerst ernüchternd. Trotz aller Kraft beim Schnellspannhebel sackte die Sattelstütze wieder ein. Ein dünnes, verchromtes glattes Rohr. Weiterhin lief das Rad einfach nicht geradeaus: Man befand sich quasi immer auf Zickzackurs, voll daneben. Das Ende war, dass wir das Rad zurückgaben, klappte auch. Leider wird das baugleiche Rad immer noch verkauft. Ich möchte hier nur dringend vom Kauf dringend abraten. Selbst als wenig genutztes Zweitrad taugt es meiner Meinung nach gar nichts.
EmilEmil
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Re: Negative Kurzerfahrung mit Faltrad "Unser Norden" von Sk

Beitrag von EmilEmil »

Hallo weinbergschnecke,
ich meine, Du berührst mit diesem Thema etwas, das viel tiefer die Ausrichtung unserer (und auch fremder) Gesellschaft berührt als es im ersten Moment erscheinen mag.
Es ist die Frage nach der Beurteilung von technischen Gegenständen , die ihren Platz in unserer Gesellschaft gefunden haben wie zB Auto, Kühlschrank, Fernseher und natürlich Fahrrad, die ihre Existenz der Arbeitsteilung verdanken und folglich nur von vielen in Teilbereichen hergestellt werden. Damit geht einher, daß die Kenntnisse der Herstellung gewisser Dinge (Die sicherlich beste Vorraussetzung für die Beurteilung) automatisch nicht vorhanden sind (Der Einzelne kennt nur noch Teile, nicht aber das Ganze !), sondern von anderen erworben werden müssen (Kostet Schweiß,Mühe und Ausdauer). Gleichzeitig sorgt eine Rendite- Fokussierung dafür, daß die Weitergabe von Know-How die Rendite natürlich schmälert und als lästige Pflicht verkürzt wird oder ganz unterbleibt.
Auf das Fahrrad (wie für andere Güter) bezogen heißt das, eine Beurteilung kann nur nach äußerem Anschein erfolgen. Die Vertrautheit mit dem Radl von Kindesbeinen an tut ihr Übriges. Man ist verleitet, die Technik des Radls zu unterschätzen und hat am Ende ebenso wie der Verkäufer nur begrenzte Kenntnisse dieser Technik. Beim Baumarkt-Verkäufer muß man davon als Regelfall ausgehen. Heute verkauft er Farben, morgen Schrauben und übermorgen Sanitärdichtungen. Ein professioneller Radhändlier könnte (sollte) bessere Kenntnisse haben. Ist in 85 % (geschätzt nach eigenen Erlebnissen ) aller Fälle nicht der Fall. Die Hersteller sorgen zugleich mit einer Pseudo-Innovation dafür, daß selbst begrenzte Erfahrungen des Einzelnen nicht verwertet werden können, da es die Produkte nicht mehr gibt. Da steckt sicher Kalkül dahinter. Zeit für Beratung bleibt in der schnellebigen Zeit nicht. Wie sonst kann es sein, daß 70% aller Radler über Sitzbeschwerden klagen. Mit der richtigen Position auf dem Rad und dem richtigen Sattel sind diese Beschwerden kein Thema (Auch ein Faltrad ist genauso Langstrecken-tauglich > 100 km wie andere Räder).
In diesem Bezug muß man das schizophrene Verhalten der Radl-Käufer auch anprangern : Man gibt leicht 100 € für ein Fußballspiel, ein Pop-Konzert oder 2 x mal ein gutes Essen aus, will für einen Sattel aber nur 10 € auf den Tisch legen. Das kann nicht funktionieren. Lieber fährt man jahrelang mit Sitz- oder Rückenbeschwerden durch die Gegend, oder fährt gar nicht (Es tut ja weh !).
Mir unverständlich, stelle ich fest, daß es einen ausgeprägten Hang zur Beratungs-Resistenz und Besserwisserei gibt, der sich umgekehrt proportional zu dem Wissen und den intellektuellen Fähigkeiten des Betreffenden verhält : Ergebnis der exzessiven Medien-Berieselung mit falschen Vorbildern ?
Natürlich spielt der Einsatzzweck des Radls (Faltradls) eine große Rolle : Wer nur ein Campingrad (Brötchen-Bringer) haben möchte, kann einige Abstriche machen (Schaltung, Nabendynamo, etc ...), aber eben nicht überall, und dabei Geld sparen. Immer sollte man auf eine gute Qualität achten (Gutes Rad ist zwar nicht teuer, hat aber seinen Preis) und deswegen habe ich mal vorgerechnet, was man für ein Faltrad ausgeben sollte.
viewtopic.php?f=77&t=536
Fazit : Unter 600 € geht eigentlich gar nichts und teurer als 1500 € (Ein Faltrad für alle Fälle) braucht es auch nicht sein. Natürlich kann man zusätzlich schnell mal 1000 € oder mehr für Spezial-Leichtbauteile verbraten.

MfG EmilEmil
Pibach
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Re: Negative Kurzerfahrung mit Faltrad "Unser Norden" von Sk

Beitrag von Pibach »

Emil, interessant...wir haben hier aber schon ein paar ganz ordentlich Faltis im Preisbereich von 500,- Eur. Ich steh auch auf Qualität. Aber das muss halt preiswert bleiben. Und viele Falter liegen da ja in - für mich - unrealistischen Regionen.
Weinbergschnecke
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Re: Negative Kurzerfahrung mit Faltrad "Unser Norden" von Sk

Beitrag von Weinbergschnecke »

Wobei ich meine, dass die UVP Preise beispielsweise von Dahon inzwischen völlig überzogen sind. Schaut man sich die verbauten Komponenten bei den aktuellen Modellen an, stimmt hier das Preis-Leistungsverhältnis überhaupt nicht mehr. Bei einem 20 Zoll Rad mit drei Gängen für 699 Euro beispielsweise billigste Reifen und Schläuche von Kenda zu verbauen, ist ein Witz.
Ursache mag sein, dass es im Segment etwas hochwertigere Falträder nur einen eingeschränkten Wettbewerb gibt, also relativ wenige Anbieter.
Wer sparen will, bekommt beispielsweise ausgelaufene oder Vorjahresmodelle von Dahon zu massiv günstigeren Preisen. Allerdings besteht hier wegen des Importeurwechsels die Gefahr, dass die versprochene Rahmengarantie nur noch heiße Luft ist, es also nur die gesetzliche Gewährleistung durch den Verkäufer gibt. Jedoch ist so ein neues Rad sicher besser, als manches Gebrauchtangebot: Da werden alte Dahons ohne Nabendynamo ganz frech als neuwertig angeboten. Üblich ist auch, dass Profiverkäufer vom Hinterhof sich als privat handelnd ausgeben, um die Gewährleistung zu umgehen (mal in ebay-Keinanzeigen schauen...).
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Re: Negative Kurzerfahrung mit Faltrad "Unser Norden" von Sk

Beitrag von Muc-Falter »

Ui wirfst Du hier viel durcheinander.... :o

Da es keine Preisbindung gibt ist der UVP eben Makulatur. Und in Deutschland, dem Schnäppchenland, in dem sich die Händler selbst kannibalisieren sowieso. Schau Dir mal als Vergleich Kameras, Fernseher ect an. Warum soll es bei Falträdern anders sein?

Durch die Trennung von Vater (Dahon) und Sohn (Tern) gab es eine große Unruhe und Verschiebung am Markt. Händler und Importeure wechselten zur einer oder anderen Seite, oder führen jetzt beide Marken. Das mag in Deinem Gewährleistungsfall zwar unbequem sein aber Dir wird ja wietergeholfen - nur nicht von dem der dies tun sollte: dein Händler bei dem Du das Schnäppchen gemacht hast ;)

Wenn ein Rad neuwertig angeboten wird ist es eben nicht neu. Neu ist auch ein Rad aus der Vorjahresproduktion solange es nicht gebraucht wurde....

Zu guter Letzt, was immer irgendein Hinterhofhändler bei Ebay treibt kann kaum der Herstellerfirma angelastet werden. Wer bei solchen "Privatleuten" kauft ist selber schuld und bekommt halt was er bezahlt.

Es gibt viele Faltradmarken zu ganz unterschiedlichen Preisen, nur vor Problemen bist Du auch bei den hochpreisigen Herstellern nicht geschützt. Probleme gibt es eben überall mal....

LG
Michael
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Re: Negative Kurzerfahrung mit Faltrad "Unser Norden" von Sk

Beitrag von Weinbergschnecke »

Meine Erfahrung ist so, dass man auch beim Kauf vor Ort bei späteren Reklamationen nicht mehr Köng Kunde ist, sondern meist nur stört.
Bei der Kette BOC behauptete man glatt, dass der Rahmenbruch bei meinem "verstorbenen" ROO D3 nicht mehr innerhalb der Gewährleistung läge und ich Pech gehabt hätte: Sperrmüll. Erst als ich ausdrücklich auf die 5 Jahre Rahmengarantie von Dahon hinwies, "kannte" der Händler diese plötzlich auch. Bei rund einem Dutzend Dahon im Verkaufsraum schon eigenartig, so ahnungslos zu sein.
Umgekehrt werden bei Käufen im Internet Reklamationen fast immer reibungslos bearbeitet, ob das nun Amazon oder sonstwer ist.
Im Falle vom Glide P 8 liegt der "Schwarze Peter" aus meiner Sicht bei Hartje, über den die Mehrzahl der Räder gelaufen sind. Hartje hat an den Rädern mal bares Geld verdient: Da darf man seine Händler oder die Endkunden später dann nicht im Regen stehen lassen.
Bei der ZEG dagegen laufen Garantiefälle für die Dahon "Altware" über wm-trading anstandlos ab, wie mir ein Mensch aus der Zentrale versicherte.
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