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Untersuchung zu Fahrradunfällen
Verfasst: Di Jul 09, 2013 9:08 pm
von Jonny
Re: Untersuchung zu Fahrradunfällen
Verfasst: Mi Jul 10, 2013 7:37 am
von derMac
Wenn der Artikel irgendwie weiterhelfen sollte, wäre es jetzt spannend zu wissen, wieviele Leute ohne Fahrradunfall mit welchen Verletzungen so täglich in den Krankenhäusern von Münster auftauchen. Und dann wieder dieses "die Autofahrer sind inzwischen gut geschützt, die Fahrradfahrer nicht", und das beim ADFC. Noch immer stellen die Autofahrer die größte Gruppe bei den Kopfverletzungen in der offiziellen bundesweiten Unfallstatistik für den Verkehr, trotz des tollen Schutzes. Was mich aber ein wenig wundert: Da hat ja die Unfallforschung der Versicherer mitgewirkt. Wenn jemand wegen eines Unfalls medizinisch behandelt wird, bekommen die Versicherungen da nicht relativ genaue Daten zu den durchgeführten Behandlungen? Warum wird das Wissen jetzt als besonders neu behandelt. Werten die Versicherungen ihre Daten nicht aus?
Mac
Re: Untersuchung zu Fahrradunfällen
Verfasst: Mi Jul 10, 2013 8:25 am
von Muc-Falter
Ich denke der Datenschutz verhindert solch ein Computerauswertung der Versicherungsunterlagen.
Zudem müssten diese ja dann zB mit den Unfalldaten der Polizei verknüpft werden um den Unfallhergang mit einzubeziehen.
Das ginge erst recht nicht.
Re: Untersuchung zu Fahrradunfällen
Verfasst: Mi Jul 10, 2013 9:46 am
von Pibach
Die Untersuchung ist ja von 2010 und wird soweit ich weiß in diversen Diskussionen zu Verletzungsrisiken zitiert, wo man u.a. versucht die Dunkelziffer abzuschätzen und hochzurechnen.
Re: Untersuchung zu Fahrradunfällen
Verfasst: Mi Jul 10, 2013 11:05 am
von Motte
Beide Studien waren mir bekannt. Sie sind immerhin ein Anfang. Das Problem ist, dass es (noch) keine flächendeckende systematische Unfallforschung in diesem Bereich gibt.
In Münster wird ganzjährig gefahren. Die zahlenmäßig größte Gruppe ist die der Studenten. Die sind immer nur vorübergehend dort. Autofahrer rechnen hier im Allgemeinen mit Radfahrern im Verkehr. Das macht es ganz schwierig Ergebnisse auf andere Gegenden zu übertragen.
Manches ist banal, aber eben nicht amtlich erfasst. Dass vorwiegend ältere Menschen Pedelec fahren und im Verkehr dann unterschätzt werden. Dass Studies häufiger mal besoffen nach Hause gurken und dass es dort zum guten Ton gehört sich im Winter mit der abgefahrenen Decke eines Oma Fiets auf die Nase zu legen, auch. Dass viele kleine Rempler nicht gemeldet werden - ebenfalls. Auch weil viele keine Lust haben den ellenlangen Fragebogen der Unfallversicherung auszufüllen.
Rein persönliche Wertung:
Als ich das erste Mal mit meinem Rad in Münster war, hat es mich schier erschlagen. So ein umfassendes Angebot von Radverkehrsanlagen, so eine Dichte von Radfahrern und so ruppig fahrende Radfahrer, war ich schlicht nicht gewohnt. So muss einem zumute sein, wenn man als Dorfbewohner zum ersten Mal im Leben und dann gleich in der "Rush Hour" , in eine Großstadt kurvt.
Sofort als Vergleich:
- die erste Fahrt in Venlo (Niederlande) - war an einem 1. Mai (30.4.ist dort Königinnen Tag, am 1.5. sind dort alle Läden geöffnet und für die Niederländer "Volksfeststimmung". Und für alle Ruhries ist dann so was wie früher hier der Winterschlussverkauf war). Trotz des Trubels und unbekannter Verkehrsregeln hab ich das als "entspannter" in Erinnerung.
Gruß
Udo
Re: Untersuchung zu Fahrradunfällen
Verfasst: Mi Jul 10, 2013 11:37 am
von derMac
Muc-Falter hat geschrieben:Ich denke der Datenschutz verhindert solch ein Computerauswertung der Versicherungsunterlagen.
Zudem müssten diese ja dann zB mit den Unfalldaten der Polizei verknüpft werden um den Unfallhergang mit einzubeziehen.
Das ginge erst recht nicht.
Natürlich dürfen die Versicherungen ihre internen Daten auswerten und tun das auch. Sie dürfen die Daten nur nicht herausgeben, die daraus erstellten Statistiken allerdings schon. Verknüpfungen mit Polizeidaten gehen tatsächlich nicht so leicht und aus Auswertungen über mehrere Versicherungen. Aber hier ging es ja vor allem und die nicht polizeilich erfassten Größen und die müssen den Versicherungen eigentlich vorher klar gewesen sein.
Mac
Re: Untersuchung zu Fahrradunfällen
Verfasst: Mi Jul 10, 2013 11:51 am
von Muc-Falter
Ohne den Unfallhergang zu verknüpfen bringen die Daten wenig.
Noch dazu werden zB Unfälle auf Schul-und Arbeitsweg nicht von den Krankenkassen bearbeitet.
Unfall beim radfahren... die und die Behandlung... was willst Du damit für die Allgemeinheit anfangen?
PS. Vielleicht mal bei der NSA anfragen, bei dem Datenvolumen könnten die sicher aussagekräftige Statistiken abliefern... it allen Hintergrundinfos

Re: Untersuchung zu Fahrradunfällen
Verfasst: Mi Jul 10, 2013 12:04 pm
von derMac
Muc-Falter hat geschrieben:Ohne den Unfallhergang zu verknüpfen bringen die Daten wenig.
Noch dazu werden zB Unfälle auf Schul-und Arbeitsweg nicht von den Krankenkassen bearbeitet.
Unfall beim radfahren... die und die Behandlung... was willst Du damit für die Allgemeinheit anfangen?

Ich hab mich vll. blöd ausgedrückt. Natürlich hat die Studie eine Qualität, die man nur mit den Versicherungsdaten nicht erreichen kann. Allerdings war man ja nach dem Artikel über die hohe Dunkelziffer erstaunt und zumindest die hätten die Versicherungen IMO eigentlich vorher wissen sollen, so ganz ohne NSA. Wenn es um die Beschäftigung von Mathematikern geht kommen nach der NSA nämlich die Versicherungen.
Mac