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Testberichte

Verfasst: Do Dez 23, 2010 1:46 pm
von EmilEmil
PeterHeinz hat geschrieben:Sag mal, EmilEmil, du rechnest doch nicht stundenlang wegen der Entfaltung rum??? :o Dazu gibt es doch sehr vernünftige Exceltabellen. :mrgreen: Und die Entfaltung kann ich doch jederzeit meinen Gegebenheiten anpassen, indem ich das Zahnrad/Ritzelverhältnis selber ändere.
Und grundsätzlich: Frag mal, wer über die Entfaltung seines Rades überhaupt Bescheid weiss. Die meisten Radler wollen Radfahren, merken dann, dass ihnen die "Übersetzung" nicht passt, gehen zum Radhändler und lassen ihre Zahnräder ändern.....
Dank an alle für die hilfreichen Antworten. Stundenlang rechne ich sicher nicht herum. Die meiste Zeit geht bei der Suche nach den Eingabedaten drauf. Ob ich dann eine Excel-Tabelle oder den Taschenrechner bestücke, ist bei einem Produkt aus drei Faktoren eh gleich. Die reine Rechnung ist eine Sache von Milli-Sekunden-Bruchteilen. Und wenn ich danach weiß, welche Übersetzung mir taugt, gehe ich zum Radhändler um die Ecke und bestelle. Wenn dieser liefern kann, ist es gut, wenn nicht, muß das Internet auch gut sein (Bis auf die Porto-Kosten, Aussage-kräftige Bilder, Informationen wie Gewicht und Hauptmaße ? ), nur Befragen des Händlers nach irgendwelchen Sachverhalten verkneife ich mir, da ich eingesehen habe, daß es zu 97 % zwecklos ist. (Große Kettenblätter > 56 Zähne sind selten, oft Sonderanfertigungen und folglich teuer und vielleicht paßt der Lochkreis mal wieder nicht ?). Nabenschaltungen sind etwas flexibler, da sowohl Kettenblatt als auch Ritzel angepasst werden kann. In der AR von Jan-Feb 2011 gibts es einen Vergleich der Getriebenaben mit 8,9,11 und 14 Gängen. Hier wird versucht, die Systemgewichte (Einbau gemäß, ohne Züge) der Naben zu vergleichen. Da sind die Unterschiede gar nicht so groß. Und auch Shimano mit der japanischen Wäge-Methode wird mit der Realtät konfrontiert. Wägung und Wahrheit, sprach nicht schon Goethe davon...., ah; es ist Dichtung und Wahrheit, naja passt auch.

Als Weihnachtsbescherung an alle mit den besten Wünschen noch ein Beispiel:
Ein Radler hat mit Kleidung ein Gewicht von 90 kg, sein Rad hat 10 kg und seine optimale Kadenz für die Steigungen betrage 75 x 1/Min . Er will eine Steigung von 10% mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h befahren. Es stellt sich die Frage nach der Leistung, die er treten muß und mit welcher Entfaltung. Bei der Leistung soll für eine erste Abschätzung nur der Steigungs-Widerstand (Ist der größte Posten !) berechnet werden. Erdbeschleunigung g = 10 m/sec^2 , p = Steigung in % .

Steigungswiderstand :
Fstei = Massegesamt x g x p/100% = 100 kg x 10 m/sec^2 x 10%/100% = 100 N
v = 10 km/h = 2,778 m/sec die Leistung ist dann :

Lsteigung = Fstei x v = 100 N x 2,778 m/sec = 277,8 W . (Watt 1 W = 1 N x m/sec)

Für die 10 km/h braucht man bei einer Kadenz K von 75 x 1/Minute : ( Die Constante C rechnet Stunden in Minuten um)

E = v /(K x Constante) = 10 000 m/h /( 75 x 1/Min x 60 Min/h) = 2,222 m

Der Fahrer benötigt unter den gegebenen Randbedingungen eine Leistung > 277,8 Watt und eine Entfaltung von 2,22 m. Will der Fahrer mit der gleichen Leistung eine 20% Steigung befahren, kann er zunächst seine Geschwindigkeit auf den halben Wert verringern. Bei gleicher Kadenz müßte er eine Entfaltung von 1,111 m besitzen (Ein Wert, den allenfalls Liegeräder haben, aber zB kaum ein Faltrad) . Eine Anpassung ginge auch über eine kleinere Kadenz oder eine strenge Diät des Fahrers ( Die Masse geht linear in die Leistung ein !).
Die Diät dauert zum einen etwas länger und ist zum anderen im Hinblick auf die nahenden Festtage nicht wirklich eine Empfehlung.
Allen Frohe Weihnachten
EmilEmil

Testberichte

Verfasst: Do Dez 23, 2010 6:15 pm
von Speedsix
Ich halte diese ganze Rechnerei für bedingt nötig:

Wenn Du ein scheiß Rad hast, wo nichts stimmt und der Rahmen
hin und her wabbelt im Wiegetritt muß halt die Schoße mit extremer
Untersetzung kompensiert werden.

Ist man sportlich auf dem Rennrad unterwegs, sollten die Abstände klein
sein und fein sein.

Behinderte Menschen müssen möglicherweise sogar Schlumpfen, um Freude
am Radeln zu haben.

Oder die Half Step Boys, das ist eine Weltanschauung für sich...

Ich knall immer am Anfang die Komponenten einfach an den Rahmen. Klar, das
Ding muß Wiegetritt tauglich sein und die Sitzposition stimmen. Dann ist die Untersetzung
erstmal zweitrangig. Der Speed kommt später durch Monsterkettenblätter, "Drehmoment" durch
abdrücken im Stehen...

Übersetzung kann bei kleinen Laufrädern ein Problem werden, 9er Ritzel oder Schlumpfen.

Meine Rohloff damals hab ich eingespeicht, den Bock voll beladen und eine deftige Steigung
hochgekloppt. Dann das Ritzel um 2 Zähne "ergänzt", um die Oberschenkel etwa zu schonen...passt.

Wenn ich einen Maßrahmen aufbaue, mit bestimmten Einsatzzweck und die Tretgewohnheiten
sind bekannt, dann wird natürlich gerechnet, wobei in diese Rechnung auch:

-Kurbellänge
-Beinlänge
-Schuhgröße
-tat. Reifenumfang
-event. Drehmomente (bei Nabenschaltungen z. B.)
-....
eingehen, zur bestimmung des Getriebes.

Es ist Unsinn, hier im Nichthochleistungssport mit Leistungs (Watt) Formeln rumzumachen.
Dazu sind die unbekannten Verlustfaktoren (Rollwiederstand, CW- Wert, Kleidung etc.) viel zu hoch!!

Die Jungs im Liegeradbereich jagen allerdings mit Hilfe genau solcher Formeln Smart Fahrer bzw. von Weltrekord zu Weltrekord.. Bei über 100 KM/H sind die Kommastellen mittlerweile entscheident.


Speedsix

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Verfasst: Do Dez 23, 2010 6:47 pm
von Pibach
Ich hab einfach ausprobiert wie ich am schnellsten bin und festgestellt, dass ich OHNE zu Schalten also Single Speed interessanter Weise etwas schneller bin als mit Schalten, diverse Strecken in Berlin, ob 6ter oder 7ter Gang war dabei nicht soo entscheidend, Entfaltung müsste dabei um ca 80 Gear Inches liegen. Steigungen fährt man mit Schwung und Wiegetritt.

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Verfasst: Do Dez 23, 2010 8:13 pm
von Speedsix
Steigungen fährt man mit Schwung und Wiegetritt
;)

Testberichte

Verfasst: Do Dez 23, 2010 8:52 pm
von PeterHeinz
Als Weihnachtsbescherung an alle mit den besten Wünschen noch ein Beispiel:
Ein Radler hat mit Kleidung ein Gewicht von 90 kg, sein Rad hat 10 kg und seine optimale Kadenz für die Steigungen betrage 75 x 1/Min . Er will eine Steigung von 10% mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h befahren. Es stellt sich die Frage nach der Leistung, die er treten muß und mit welcher Entfaltung. Bei der Leistung soll für eine erste Abschätzung nur der Steigungs-Widerstand (Ist der größte Posten !) berechnet werden. Erdbeschleunigung g = 10 m/sec^2 , p = Steigung in % .

Steigungswiderstand :
Fstei = Massegesamt x g x p/100% = 100 kg x 10 m/sec^2 x 10%/100% = 100 N
v = 10 km/h = 2,778 m/sec die Leistung ist dann :

Lsteigung = Fstei x v = 100 N x 2,778 m/sec = 277,8 W . (Watt 1 W = 1 N x m/sec)

Für die 10 km/h braucht man bei einer Kadenz K von 75 x 1/Minute : ( Die Constante C rechnet Stunden in Minuten um)

E = v /(K x Constante) = 10 000 m/h /( 75 x 1/Min x 60 Min/h) = 2,222 m

Der Fahrer benötigt unter den gegebenen Randbedingungen eine Leistung > 277,8 Watt und eine Entfaltung von 2,22 m. Will der Fahrer mit der gleichen Leistung eine 20% Steigung befahren, kann er zunächst seine Geschwindigkeit auf den halben Wert verringern. Bei gleicher Kadenz müßte er eine Entfaltung von 1,111 m besitzen (Ein Wert, den allenfalls Liegeräder haben, aber zB kaum ein Faltrad) . Eine Anpassung ginge auch über eine kleinere Kadenz oder eine strenge Diät des Fahrers ( Die Masse geht linear in die Leistung ein !).
Die Diät dauert zum einen etwas länger und ist zum anderen im Hinblick auf die nahenden Festtage nicht wirklich eine Empfehlung.
Allen Frohe Weihnachten
EmilEmil
Was will man zu so einer technischen Ausführung noch sagen?

Ich bin irgendwo in meinem Herzen und von der Ausbildung her Maschinenbau-Ingenieur. Aber ich glaube mit diesen Ausführungen sprichst du keine 2% der Mitglieder an. :? Aber ich habe ja wie beim Fernseher eine Umschaltmöglichkeit.. :mrgreen: Nicht böse sein, aber aus meiner beruflichen Erfahrung weiss ich, wie man Freunde für ein Thema begeistert - oder eben verschreckt. Und die wenigsten werden dir sagen, dass sie das nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollten.

Trotztdem: Schöne Festtgae und ein NeuesJahr mit vielen Faltradkilometer!! :P

Testberichte

Verfasst: Do Dez 23, 2010 10:30 pm
von EmilEmil
Speedsix hat geschrieben:
Steigungen fährt man mit Schwung und Wiegetritt
;)
:?:

Welche Mikro-Rampen sind damit gemeint ? Diese bestehen offensichtlich aus vermindertem Gefälle !

Testberichte

Verfasst: Fr Dez 24, 2010 1:27 am
von Pibach
EmilEmil hat geschrieben: Welche Mikro-Rampen sind damit gemeint ? Diese bestehen offensichtlich aus vermindertem Gefälle !
klar, in Berlin iset flach.
Man kann im Wiegetritt aber auch bei Kadenz 10/min noch recht viel Leistung erzeugen.

Testberichte

Verfasst: Fr Dez 24, 2010 9:27 am
von David
Soderle... ich habe mal wegen der Lesbarkeit einige Beiträge überarbeitet und die Zitate repariert. ;) Soo schwer ist das mit den Zitaten doch eigentlich nicht.

Beispiel 1:

Code: Alles auswählen

[quote]
HIER STEHT DER TEXT.
[/quote]
Beispiel 2:

Code: Alles auswählen

[quote="User XY"]
HIER STEHT DER TEXT.
[/quote]
Sieht dann so aus:
HIER STEHT DER TEXT.
User XY hat geschrieben: HIER STEHT DER TEXT.

Frohe Festtage noch!

Testberichte

Verfasst: Sa Dez 25, 2010 11:27 am
von EmilEmil
Speedsix hat geschrieben:Ich halte diese ganze Rechnerei für bedingt nötig:

Wenn Du ein scheiß Rad hast, wo nichts stimmt und der Rahmen
hin und her wabbelt im Wiegetritt muß halt die Schoße mit extremer
Untersetzung kompensiert werden.
.......
Es ist Unsinn, hier im Nichthochleistungssport mit Leistungs (Watt) Formeln rumzumachen.
Dazu sind die unbekannten Verlustfaktoren (Rollwiederstand, CW- Wert, Kleidung etc.) viel zu hoch!!

Speedsix

Wenn das Rad so schlecht ist, wie beschrieben, hilft keine Untersetzung oder Übersetzung, sondern nur die nächste Automobil-Schrottpresse. Der Einmal-Falter im Zigarrenkisten-Faltmaß für die Vitrine sozusagen.
Die Logik von "UNBEKANNTEN " Verlustfaktoren, die viel zu "HOCH" sind, erschließt sich mir nicht. Wie kann man etwas Unbekanntes als zu hoch einschätzen ?
Ohne hier Detail-Berechnungen zu präsentieren ( meine Absicht ist nur eine Angabe zur Orientierung !) : Bei Steigungen ist der Steigungs-Widerstand der größte Posten, Luftwiderstand und Reibungswiderstände spielen (fast) keine Rolle.
Bei 10% Steigung und 10 km/h und einem Systemgewicht (Radler und Radl) von 100 Kg sind ca. 300 Watt erforderlich. Da beißt auch die Maus keinen Faden mehr ab.
Auch wenn es vielen nicht gefallen sollte, wie PeterHeinz meint, für den Steigungswiderstand ist nur die Physik der Mittelstufe (erstes Jahr) einer weiterführenden Schule ( 7. Schul-Jahrgang bei Einschulung mit 6 Jahren) erforderlich. Es müssen keine Differential-Gleichungen oder Integral-Gleichungen gelöst werden.
Wer den Königsweg (ohne Mathe oder Physik) beschreiten will, soll sich an das EU-Parlament in Straßburg wenden : Da finden sich in dieser Gesetz-gebenden Körperschaft genügend Artisten, die sich auch an die Änderung der physikalischen Gesetze herantrauen. "Wenn uns die Gesetzze nicht passen, werden Sie geändert" Im Hinblick darauf konstruiere ich schon ein Rad (Vorn 12 " Laufrad, Hinten 29" Laufrad, natürlich Fixie) damit der Radler auch bei Steigungen nicht bergauf fahren muß.
MfG EmilEmil