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Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Alles zum Thema Faltrad/Rad.
derMac
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Re: RE: Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von derMac »

Pibach hat geschrieben:
derMac hat geschrieben: Das Problem ist weniger die Masse (obwohl die auch geringer ist) als das Trägheitsmoment, also grob der Abstand des Massenschwerpunktes von der Achse.
Ne, das ist unabhängig vom Radius.
Das Trägheitsmoment ist unabhängig vom Radius? Ich habe das oben etwas knapp formuliert. Die geringere Masse des kleinen Rades im Vergleich zum großen Rad macht praktisch kaum einen Unterschied. Durch den geringeren Raddruchmesser wird aber das Trägheitsmoment zusätzlich geringer - Masse geringer und vor allem Radius deutlich geringer (und der geht im Quadrat ein) und das merkt man dann ein klein wenig beim Beschleunigen (aber nicht viel).
Im Vergleich zum Gesamtsystem macht das wenig aus.
Ja.

Mac
ladiaar
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Re: RE: Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von ladiaar »

derMac hat geschrieben:...
Das Trägheitsmoment ist unabhängig vom Radius? Ich habe das oben etwas knapp formuliert. Die geringere Masse des kleinen Rades im Vergleich zum großen Rad macht praktisch kaum einen Unterschied. Durch den geringeren Raddruchmesser wird aber das Trägheitsmoment zusätzlich geringer - Masse geringer und vor allem Radius deutlich geringer (und der geht im Quadrat ein) und das merkt man dann ein klein wenig beim Beschleunigen (aber nicht viel).
Nein, aber die zum Beschleunigen nötige Energie / Leistung ist unabhängig vom Radius und hängt nur von der Felgenmasse / "Rotierenden Masse" ab. Ein kleineres Rad muss sich schneller drehen und die Wikelgeschwindigkeit geht auch quadratisch in die Gleichung für die kinetische Energie ein (E = 1/2 * I * omega^2).
derMac
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Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von derMac »

ladiaar hat geschrieben:Nein, aber die zum Beschleunigen nötige Energie / Leistung ist unabhängig vom Radius und hängt nur von der Felgenmasse / "Rotierenden Masse" ab. Ein kleineres Rad muss sich schneller drehen und die Wikelgeschwindigkeit geht auch quadratisch in die Gleichung für die kinetische Energie ein (E = 1/2 * I * omega^2).
Stimmt, hab nicht zu Ende gedacht. Das mit den unterschiedlichen Trägheitsmomenten gilt nur, wenn bei gleichem Rollradius der Radius des Masseschwerpunkts (wenn wir vereinfachend nur in Masseschwerpunkten denken) verändert wird. Aber das ist hier ja nicht der Fall, da wir auch den Rollradius ändern.

Mac
schlummel
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Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von schlummel »

ok, es wird immer spannender... Vielen Dank für die interessante Disqussion und die Infos! :)
vielleicht liege ich völlig falsch, aber kann es sein, dass der Effekt von kleineren Rädern / geringerer bewegter Masse / Schwungmasse hier mit reinspielt?
Zwar könnte ich es nicht mathematisch belegen, aber den Grössenunterschied der Räder möchte ich nicht ins Spiel bringen. Dass sich ein grosses Rad leichter fährt ist evident.
Ich vergleiche einfach mitm VR. Da soll der Unterschied doch nicht so gross sein, oder? Bei der Kette isser bei mir nicht so gross.
Als ich damals .....früher ....sehr viel früher.... vom schnellen Reiserad gänzlich auf Faltrad (Birdy Rohloff) umgestiegen bin, kam mir das Radeln erst einmal unendlich zäh und langsam vor. Das hatte aber vorwiegend mit der aufrechten Sitzweise, den kleineren Laufrädern und meiner Vorliebe für holperige Wirtschaftswege, Wiesen- und Waldwege zu tun. Vielleicht geht es Dir ähnlich.
Haha, ja, da ist was dran. :D
Mittlerweile hab ich die Electronik angebracht und einpaar km rumgefahren. Jetzt weiss ich, das Ding ist deutlich langsamer. Irgendwo bei 16-18 kmh fühlt es sich wohl. Schon für 2-3 kmh mehr muss man sich richtig anstrengen. Bei dem Grossen sind das entsprechend 25-27 bis 34-38. Also, psychologischen Moment gebe ich zu und nehme es billigend in kauf. Klar, mitm Grossen fahre ich eher selten im höchsten Gang, denn da isses auch anstrengend. Dass man bei 7 Gängen das gleiche gelten soll war mir zuerst nicht so einleuchtend. Im 5-6 Gang fährt es sich genau so leicht wie aufm Grossen, nur halt langsamer und deutlich bodenempfindlicher. Es ist keine kritik und auch kein Anspruch, ist klar, "Falter" ist kein vernünftiges "Fernreiserad".
Also ich meinte die Konuslager der HR Achse.
Das kann es wirklich sein. Zwar wenn mir so was bei der Kettenschaltung passiert, isses deutlich spührbarer, aber ne Vierteldrehung Lockerheit wird schon nicht schaden, gell? :)
Kann aber sein, dass die Zahnrädchen in zu viel Öl drehen. Wenn der Effekt so stark bemerkbar ist, liegt es wohl daran.
Ich würde erstmal paar Hundert km damit fahren. Falls es nicht besser wird evtl Ölcheck/Wechsel.
Langsam glaube ich das auch. Nur denke ich an "Fett" und nicht an "Öl".
Wäre mal interessant ob ich den bei einer Blindverkostung fremder Räder, die bis auf die Schaltung identisch sind auch spüren würde - nicht dass das so peinlich ausgeht wie die diversen blinden Bierverkostungen der Bierexperten. :)
Haha! Ja, beim Bier würde ich mich auch hüten. Und allgemein bei Rädern auch. Doch, in diesem bestimmten Fall hätte ich's mir zugetraut.
Googelt man mal Nexus 7 - "Probleme" oder "schwergängig" kommen zahlreiche Meldungen dazu.
Hmm... ja, das stimmt. Nur halt vieles hat offensichtlich ein Defekt zum Thema. Ich glaube nicht, dass meine Schaltung defekt ist. Es tut was es soll. Es schaltet präzise und macht keine Zicken. Einzig das "zirpen" im Leerlauf ist schon etwas zu laut, aber das kann auch ne "werbemassnahme" sein. :D
Motte
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Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von Motte »

Wollte damit sagen:

Wenn Du nun ein gewöhnliches Faltrad als Fixie fahren würdest, dann würde Dir zunächst auffallen, dass Du aufgrund gerader Sitzhaltung einen höheren Windwiderstand hast. Das macht sich über 15 Km/h deutlich bemerkbar. Dann tauchen die kleinen Räder bei jeder Kuhle ein und werden beim Rausfahren abgebremst. Das passiert beim 28 Zoll Rad nicht so stark. Je schlechter der Weg um so deutlicher spürt man das. (Deshalb hab ich auf meine Vorliebe für Wald und Wiesenwege verwiesen).

Dazu addiert sich nun bei deinem Rad der schlechtere Wirkungsgrad einer Nabenschaltung gegenüber einer Kettenschaltung.
Und dazu eventuell noch irgendwelche Nachteile/Fehler/Fehleinstellungen deiner speziellen Nabenschaltung. Um letzteres zu isolieren müsste man ein anderes Faltrad ( am Besten mit der gleichen Nabenschaltung) probefahren. Oder einfach mal den Händler nerven und an einem neuen Rad dieser Sorte ausprobieren ob das nach dem Anstoßen länger ausläuft.
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Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von CycoRacer »

Eine Vergleichsfahrt mit dem gleichen Modell ist wohl der beste Ansatz. Was hast du denn für Reifen drauf und mit welchem Druck fährst du sie?

Gruß
Reimund
berlinonaut
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Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von berlinonaut »

schlummel hat geschrieben: Mittlerweile hab ich die Electronik angebracht und einpaar km rumgefahren. Jetzt weiss ich, das Ding ist deutlich langsamer. Irgendwo bei 16-18 kmh fühlt es sich wohl. Schon für 2-3 kmh mehr muss man sich richtig anstrengen. Bei dem Grossen sind das entsprechend 25-27 bis 34-38.
Das liegt aber nicht notwenigerweise am Faltrad als Kategorie oder an den kleinen Rädern. Moultons haben je nach Modell zwischen 17" und 20" und gehören mit zum Schnellsten was draussen in der Welt rumfährt (siehe z.B. http://members.localnet.com/~milliken/liner/liners.htm). Neben der von Motte bereits angesprochenen Aerodynamik kann auch sowas triviales wie Reifendruck (oder Reifenwahl) drastische Auswirkungen haben. Und meiner Meinung und Erfahrung nach auch die Schaltung. Die Siebengang-Nabe kenne ich nur an grossen Rädern aus eigener Erfahrung - da fand ich sie nicht so überzeugend. Im direkten Vergleich fahre ich mit dem 2-Gang-Brompton (Kettenschaltung) in der Stadt laut Tacho in der Regel zwischen 25 und knapp 30 km/h ohne mich zu verausgaben. Mit der Dreigangnabe am Brompton war ich nur minimal langsamer, aber es war anstrengender. Das dürfte aber auch mit an dem für meine Stadtgeschwindigkeit zu kurzen Zweiten und zu langem dritten Gang gelegen haben. Mein Zweitbrompton hat anstelle der Dreigang mittlerweile eine 8-Gang-Nabe - also eine sehr fein gestufte Übersetzung - und auch damit bin ich tendenziell etwas langsamer und gefühlt klar ineffizienter unterwegs als mit der Zweigang, aber erheblich schneller als Deine 16 - 18 km/h. Das führe ich wiederum in erster Linie auf die Verluste in der Getriebenabe zurück. Dafür hat die 8-Gang-Schaltung halt dann Vorteile, wenn's steil bergauf oder bergab geht. Dabei hat das Brompton noch deutlich kleinere Räder als Dein Tern. ;)
schlummel hat geschrieben: Klar, mitm Grossen fahre ich eher selten im höchsten Gang, denn da isses auch anstrengend. Dass man bei 7 Gängen das gleiche gelten soll war mir zuerst nicht so einleuchtend.
"Grösster Gang" ist jetzt nicht unbedingt ein relevantes Kriterium - unterm Strich kommt es auf die Entfaltung an in Kombination mit der Trittfrequenz. Da kannst Du ja mal Deine beiden Räder vergleichen ( http://www.ritzelrechner.de ) - der Glaube, dass man bei den kleinen Rädern immer im höchsten Gang fahren müsste ist ein Irrglaube, dem Neulinge in der Welt der kleinen Räder oft erliegen. Die Geschwindigkeit ist aber definiert durch die Kombination aus Reifenumfang, Kettenblattgrösse, Ritzelgrösse und ggf. der Übersetzung in der Nabe (das zusammen ist die Entfaltung) mal der Trittfrequenz. Da stehen halbwegs sauber konstruierte Kleine technisch nicht schlechter da als Grosse...
schlummel hat geschrieben: Im 5-6 Gang fährt es sich genau so leicht wie aufm Grossen, nur halt langsamer und deutlich bodenempfindlicher.
Ich meine irgendwo da wäre der direkte Gang Deiner Nabe - also der, bei dem am wenigsten Kraft im Getriebe "versumpft". Wenn Du den auf Deine Lieblingsgeschwindikeit ausrichten kannst durch Anpassen von Ritzel und/oder Kettenblatt unter Berücksichtigung Deiner Trittfrequenz bist Du (zumindest theoretisch) weniger angestrengt unterwegs bei dieser Geschwindigkeit.
schlummel hat geschrieben: Es ist keine kritik und auch kein Anspruch, ist klar, "Falter" ist kein vernünftiges "Fernreiserad".
Das sehen andere Leute anders, manche sogar gegenteilig. ;) Kommt halt drauf an was man machen möchte.

http://www.heinzstucke.com/index.php?mm ... ent&IDf=67
http://www.brompton.com/News/Posts?category=Journeys
http://clevercycles.com/blog/2010/11/26 ... -brompton/
http://pathlesspedaled.com/2011/03/touring-bromptons/

Immerhin gibt es mit BikeFriday einen Hersteller, der sich - erfolgreich - hauptsächlich dem Bau von Reiserädern mit 20"-Reifen widmet... (https://www.bikefriday.com/) Das nicht jedes Faltrad gleichermassen optimal für so einen Einsatz ist sollte nachvollziehbar sein - genau wie nicht jedes Auto prädestiniert für die Teilnahme an der Tourenwagenweltmeisterschaft ist oder zum Möbeltransport geeigenet. ;)
EmilEmil
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Faltrad 2: 24" Falter
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Re: Ist da eine Eigenheit der Nabenschaltung?

Beitrag von EmilEmil »

derMac hat geschrieben:...........
Das Problem ist weniger die Masse (obwohl die auch geringer ist) als das Trägheitsmoment, also grob der Abstand des Massenschwerpunktes von der Achse...............
Mac
Das ist etwas mißverständlich formuliert:
Es handelt sich um den Abstand des Schwerpunktes der Elementarmassen von der Achse. Dieser geht in die Abhängigkeit für das Trägheitsmoment quadratisch ein.
Der Gesamtschwerpunkt über alle Elementarmassen eines Reifs (Reifen plus Felge) liegt infolge der radialen Geometrie auf der Achse (Mittelpunkt des Bezugskreises).
Zu beachten ist bei der "erhöhten" Reibung auch, daß Nabenschaltungen auf Grund der Bauweise größere Lagerdurchmesser haben, was zwar nicht die Reibung an sich vergrößert, aber mit dem größeren Radius zu einem größeren Lager-Moment führt. Das Einlaufen der Lager führt nach einer gewissen Laufzeit (1000 [km] ?) zu leichterem Lauf, da im Neuzustand die Lager gern in Richtung stramm eingestellt werden, da man im "normalen" Betriebszustand nicht zu Spiel haben möchte.

MfG EmilEmil
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