derMac hat geschrieben:
Wenn man Fahrräder und Autos absolut vergleichen will hast du recht.
50% suggeriert halt, dass es sich irgendwie auf 100% aufsummiert, Radfahrer also die Hälfte der Unfälle verschulden. Die andere Hälfte dann offenbar andere. Also wohl KFZ und Fußgänger. Das ist aber so falsch, da eben Rad/Rad und Alleinunfälle dabei sind und sich das eben nicht zu 100% summiert. Wenn einem das bewusst ist und man weiß, dass diese Quote bei PKW deutlich höher liegt (liegt z.B. bei 78% lt. Zahlen unten*), dann ist das ja ok. 150% der Deutschen können aber gar nicht Prozentrechnen
Ich kann nur nicht erkennen, dass das außer dir jemand wollte. Wenn man wissen will, wie viel Ursache Radfahrer an den Unfällen, an denen sie beteiligt sind, haben, ist die Zahl nicht inhaltsleer.
Weitgehend inhaltleer ist das trotzdem, weil man ja nicht weiß, wie hoch der Separierunggrad ist. Bei angenommenen 100% Separierung der Verkehrsteilnehmer werden ja auch immer 100% Verursacherquote erreicht. Diese Auswertung bringt so also nicht viel.
Ich finde es besser, sich da die Zahlen für KFZ/Rad (75% zu 25%) bzw. Rad/Fußgänger (62% zu 38%) anzusehen (Zahlenangaben lt. u.a. Quelle), das addiert sich wie erwartet zu 100% ist auch unmittelbar und intuitiv verständlich - und schon machen die selben Zahlen ganz anderen Eindruck.
Ja. Aber die konkreten Unfälle wären nicht passiert.
Logo. Sondern andere.
Menschen wählen bei weitem nicht immer die gefahrloseste Variante, weder die wirklich gefahrloseste noch die gefühlte.
Natürlich nicht immer. Aber statistisch ist das ein sehr gewichtiger Hinweis. Es ist ja kaum anzunehmen, dass sich Radfahrer (statistisch) absichtlich selbst gefährden. Tatsache ist aber, das viele Radfahrer "geisterradeln". Irgendwas stimmt da also nicht. Vielleicht verschätzen die sich alle beim Risiko? Es ist aber wohl auszuschließen, dass sich Zigtausende Radfahrer so umfassend irren. Wahrscheinlicher ist da ja, dass sich die Forscher irren, die solche Zahlen erfassen und auswerten.
Nun wäre interessant, was Unfallstatistiken dazu hergeben. Die von mir genannten Fälle und Zahlen deuten aber schon an, dass Geisterradeln wohl eher Sicherheitsgewinn statt Einbußen mit sich bringt.
Ganz ähnlich ist das auch beim Rotradeln. Da ist das inzwischen ja auch weitgehend aus den Radgrünpfeil-Studien bestätigt, dass das insgesamt den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit zu erhöhen scheint. Offenbar weil das die kritischen Anfahr- und Abbiegekonflikte mit den KFZ reduziert.
*Rechnung:
Tabelle aus
Statistisches Bundesamt S.96 für
Unfälle mit Personenschaden Innerhalb von Ortschaften:
117 724 Unfälle PKW hauptverschuldet versus 76 914-50 548 = 26366 Unfälle PKW nicht Hauptschuld. Entspricht 78% zu 22%.