Forschung: Radfahrer auf die Strasse!
Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!
Das Hauptproblem von Mischverkehr sind die Geschwindigkeitsunterschiede, bei der Separierung die Konflikte im Querverkehr. Dazu kommt bei der Separierung natürlich der größere Raumbedarf. Innerorts gibt es bis auf wenige Ausnahmen zu viel Querverkehr das ein Radweg einen Sicherheitsgewinn bedeuten könnte. Radverkehrsanlagen können vor allem einen Komfortgewinn bedeuten.
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Motte
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!
Ich hab das mit dem Geschwindigkeitsunterschied ja auch schon öfters eingewandt.
Dank Verwandtenbesuch konnte ich am letzten Wochenende mal wieder ausgiebig die Windschutzscheibenperspektive "genießen". Und fand es bestätigt, dass der durchschnittliche Radfahrer für den durchschnittlichen Autofahrer schlicht ein mobiles Hindernis ist, der ihn immer wieder zum Abbremsen und Warten "verdonnert".
Mag ja sein, dass hier im Forum einige mit 30 Km/h oder mehr unterwegs sind. Die Masse der Radfahrer bewegt sich aber irgendwo zwischen 12 und 20 km/h. Und ist damit weniger als halb so schnell unterwegs wie ein Auto.
Was im ländlichen Raum bei gelegentlichen Begegnungen Auto-Rad ja noch hingenommen wird, führt beim Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen, wo die Mehrheit in Eile ist (auch wenn es nur eine gefühlte Eile ist) früher oder später zu Frust. Der sich dann in unterschiedlichen Formen entlädt.
Den Punkt sollte man nicht unterschätzen. Den bekommst Du auch als sportlicher Radler in Ausflugsgebieten zu spüren, wenn bummelnde "Ausflugsradler" die dortigen Wege "dicht machen".
Dank Verwandtenbesuch konnte ich am letzten Wochenende mal wieder ausgiebig die Windschutzscheibenperspektive "genießen". Und fand es bestätigt, dass der durchschnittliche Radfahrer für den durchschnittlichen Autofahrer schlicht ein mobiles Hindernis ist, der ihn immer wieder zum Abbremsen und Warten "verdonnert".
Mag ja sein, dass hier im Forum einige mit 30 Km/h oder mehr unterwegs sind. Die Masse der Radfahrer bewegt sich aber irgendwo zwischen 12 und 20 km/h. Und ist damit weniger als halb so schnell unterwegs wie ein Auto.
Was im ländlichen Raum bei gelegentlichen Begegnungen Auto-Rad ja noch hingenommen wird, führt beim Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen, wo die Mehrheit in Eile ist (auch wenn es nur eine gefühlte Eile ist) früher oder später zu Frust. Der sich dann in unterschiedlichen Formen entlädt.
Den Punkt sollte man nicht unterschätzen. Den bekommst Du auch als sportlicher Radler in Ausflugsgebieten zu spüren, wenn bummelnde "Ausflugsradler" die dortigen Wege "dicht machen".
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PeterHeinz
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!
Bezüglich der bummelnden AusflugsradlerInnen hatte ich vor Kurzem ein äusserst positives Erlebnis:
Ich wollte auf einem Radwqeg eine Gruppe von etwa 7-8 Damen überholen. Ich klingelte kurz, und schwubs waren alle Radlerinnen nach einem kurzen Ausruf der letzten Radlerin auf holländisch auf der rechten Seite. DIE können Radfahren und wissen in der Gruppe umzugehen. Da können wir noch viel lernen.
Ich wollte auf einem Radwqeg eine Gruppe von etwa 7-8 Damen überholen. Ich klingelte kurz, und schwubs waren alle Radlerinnen nach einem kurzen Ausruf der letzten Radlerin auf holländisch auf der rechten Seite. DIE können Radfahren und wissen in der Gruppe umzugehen. Da können wir noch viel lernen.
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Pibach
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!
Ja, aber man muss das schon mal ins richtige Verhältnis setzen. Radfahrer müssen ständig auf Autos achten und "Rücksicht" nehmen, würde sonst ja auch schmerzhaft enden. Andersrum ist diese Rücksicht eben auch erforderlich, man teilt sich ja den Verkehrsraum, wird aber nicht archaisch (Recht des Stärkeren) vermittelt. Die gegenseitige Rücksicht klappt trotzdem eigentlich sehr gut, ich finde das Verhältnis zwischen Auto- und Radfahrern in Berlin überwiegend sehr angenehm. Fällt mir nur immer wieder auf, dass das ziemlich anders ist, wenn man mal in der Peripherie unterwegs ist. Das ist wohl eine spezielle Berliner Situation.Motte hat geschrieben: Mag ja sein, dass hier im Forum einige mit 30 Km/h oder mehr unterwegs sind. Die Masse der Radfahrer bewegt sich aber irgendwo zwischen 12 und 20 km/h. Und ist damit weniger als halb so schnell unterwegs wie ein Auto.
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Motte
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!
Es geht mir gar nicht ums Aufwiegen von Rücksichtnahmegeboten. Sondern schlicht um die rein menschlichen Faktoren, die zu Konflikten führen. Und die treten immer auf, wenn man sich auf "heimischem Terrain" ausgebremst fühlt. Lösungen, die zu so einem Zustand führen, sind dann schwierig. Das wäre etwa so, wenn die Straße stark befahren ist und nicht breit genug um Radfahrer sicher zu überholen.
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!
Das ist eben der Kern des Problems. Die Straße gehört den Autofahrern. Punkt. So sehen die das, so verhalten sie sich.Motte hat geschrieben:...Und die treten immer auf, wenn man sich auf "heimischem Terrain" ausgebremst fühlt....
Das Umdenken und das Teilen wird noch viele Jahre Zeit benötigen. Vom Gesetzgeber, der Verkehrsplanung, bis es im "Normalitätsgehirn" der Verkehrsteilnehmer ankommt.
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Pibach
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!
Ja, da bin ich ganz bei Dir.Motte hat geschrieben:Es geht mir gar nicht ums Aufwiegen von Rücksichtnahmegeboten. Sondern schlicht um die rein menschlichen Faktoren, die zu Konflikten führen. Und die treten immer auf, wenn man sich auf "heimischem Terrain" ausgebremst fühlt. Lösungen, die zu so einem Zustand führen, sind dann schwierig. Das wäre etwa so, wenn die Straße stark befahren ist und nicht breit genug um Radfahrer sicher zu überholen.
Ein Phänomen ist aber schon, dass archaisch oder sagen wir unaufgeklärt auf schwächere Verkehrsteilnehmer wenig Rücksicht genommen wird. In Entwicklungsländern bist Du z.B. mit dem Fahrrad meist ganz schlecht dran. Das ist in Deutschland so ja bei weitem nicht, die Situation für Radfahrer ist im weltweiten Vergleich ja eher positiv. Berücksichtig man aber den gesellschaftlichen Impact Auto- versus Radfahren, ist da immer noch ein starkes Missverhältnis. Man würde ja eigentlich weniger Autos und mehr Radfahrer wollen. Das Auto wird aber viel zu stark gefördert, das Fahrrad dagegen von der Infrastruktur, den Verkehrsregeln, von der Polizei, den Medien und auch im Gesellschaftlichen Image nicht so für voll genommen und daher noch zu selten beutzt. Da ist noch viel zu tun.
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Motte
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!
Das Problem beschränkt sich gar nicht auf Auto < - > Fahrrad. Warte mal ab, wenn es die ersten Radautobahnen tatsächlich gibt, die einige noch bauen wollen. Schon heute hat man das in den (wenigen) Ecken, wo viele Radfahrer unterwegs sind.
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Pibach
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!
Was siehst Du bei Fahrradstraßen bzw. Radautobahnen denn für Probleme?
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!
Wenn sie stark genutzt werden (durch viele Radler) und auch als Ausflugsstrecken taugen, werden sich dort schnelle und sehr langsame Radfahrer tummeln. Dann gibt es die gleichen Konflikte, wenn der schneller Radler an Trauben von langsamen Radlern vorbei möchte. Gleiches passiert, wenn Eltern mit Kind oder unsichere Skater mit auf die Bahn drängen. (dann ist es eben ein Flussradweg ohne Fluss und keine Radautobahn mehr - es heißt dann bestenfalls noch so
) Und als Pendler in Eile kann man die Dinger dann nur noch weiträumig umfahren.