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Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Alles zum Thema Faltrad/Rad.
derMac
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von derMac »

TomK hat geschrieben:@derMac: Ich behaupte nicht das diese Aussagen mit Absicht passieren, aber sie sind darin enthalten:
Wenn man immer defensiv, vorausschauend und misstrauisch fährt sollte das Problem eigentlich in den Griff zu bekommen sein.
Das beinhaltet die implizite Ansage das Betroffene sich eben nicht so verhalten haben.
Vielleicht sollte man doch Verkehrsschulungen vorschreiben, wo man gerade das Defensivfahren und die Gefahren für den Radfahrer anschaulich vermittelt bekommt.
Schlägt noch stärker in die gleiche Kerbe. Fahrradfahrer haben gefälligst Platz zu machen sonst sind sie selbst schuld.

Statt die Infrastruktur so zu verbesseren das Sichtverbindungen bestehen bleiben, Geschwindigkeiten reduziert werden, etc, soll die Lösung sein das Radfahrer gefällst zurückstecken und aufpassen.
Nein, das mit der "Schuld" ist nicht beinhaltet und allein deine Interpretation. Die Aussage ist, dass eine Ursache für den Unfall darin besteht, dass der Radfahrer an der Stelle war wo er überfahren wurde. Wäre er nicht da gewesen, wäre der Unfall nicht passiert. frankd schreibt jetzt, dass das Problem allein durch umsichtiges Verhalten der Radfahrer in den Griff zu bekommen sei. Ich denke nicht, dass das so einfach ist, aber es ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass es das Problem verringern könnte. Schuld wiederum ist eher eine juristische Sache. In D muss immer jemand Schuld sein. Es gibt aber Gründe, warum sich die Unfallbeteiligten so verhalten haben wie sie sich verhalten haben und aus diesen Ursachen kann man für die Zukunft lernen. Ich denke, dass wir in einer kausalen Welt leben und sich irgendeine Stelle der Kausalkette herauszugreifen und zu sagen, da liegt jetzt die "Schuld" ist zum vermeiden zukünftiger Urteile nicht wirklich sinnvoll.
Leider scheinen sich viele Leute besser zu fühlen, wenn das geschieht.

Mac

PS: Deine Aussage ist jetzt, dass ja nicht sein kann, dass Unfälle dadurch vermieden werden sollen, dass eine Seite immer Zurücksteckt. Das wäre natürlich nicht schön und sicher auch nicht das was ich will, aber es ändert nichts an dem Fakt, dass es ohne Radfahrer keine Unfälle mit Radfahrern geben würde. Genau so, wie es ohne Autofahrer keine durch diese verursachten Unfälle mit Radfahrern geben würde. ;)
derMac
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von derMac »

@alterfalter2
Die praktischen Maßnahmen zur Sicherheit von Radfahrern in England besteht aus meiner Erfahrung hauptsächlich darin, dass man an allen möglichen Stellen, die von der Authority für gefährlich gehalten werden, zum absteigen aufgefordert wird. Und die Zeitungen voller Pro-Helm Kampagnen sind. Ansonsten sind weite Teile Englands Fahrradentwicklungsland (zumindest hab ich das im Nordosten, Osten und Südosten so erlebt - wobei es Richtung Süden besser wurde).

Mac
TomK
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von TomK »

Die Aussage ist, dass eine Ursache für den Unfall darin besteht, dass der Radfahrer an der Stelle war wo er überfahren wurde.
Nein, die Aussage das die Ursache ist das Radfahrer nicht genug aufpassen und Autofahrern den Vorrang lassen oder anders "nicht defensiv genug fahren".
Ich denke, dass wir in einer kausalen Welt leben und sich irgendeine Stelle der Kausalkette herauszugreifen und zu sagen, da liegt jetzt die "Schuld" ist zum vermeiden zukünftiger Urteile nicht wirklich sinnvoll.
Richtig. Mit Fehlern anderer zu rechnen ist nur eine Möglichkeit und zugleich die Wichtigste, aber auch die am wenigsten Planbare. Gerade wenn Forschung feststellt das eine andere Infrastruktur sicherer wäre - und darum ging es ja am Anfang des Threads. Ein Ablehnen der Infrastruktur mit der Forderung das Radfahrer mehr aufpassen sollen, verschiebt Verantworung von der Planung der Infrastruktur zu den Fahrradfahrern.

Ich stimmte frankd übrigens zu das gute Fahrradinfrastruktur ein großer Komfortgewinn sein kann. Separation erhört Komfort, aber auch Konfliktpunkte und verringert damit die Sicherheit.
derMac
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von derMac »

TomK hat geschrieben:
Die Aussage ist, dass eine Ursache für den Unfall darin besteht, dass der Radfahrer an der Stelle war wo er überfahren wurde.
Nein, die Aussage das die Ursache ist das Radfahrer nicht genug aufpassen und Autofahrern den Vorrang lassen oder anders "nicht defensiv genug fahren".
Ich kann bei frankd nichts von einer alleinigen Ursache lesen, tut mir leid. Aber lassen wir das, bringt grad nichts.

Mac
alterfalter2
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von alterfalter2 »

@ derMac
"Ansonsten sind weite Teile Englands Fahrradentwicklungsland (zumindest hab ich das im Nordosten, Osten und Südosten so erlebt - wobei es Richtung Süden besser wurde)."

..ich weiß nun nicht, wann Du das letzte Mal England besucht hast.. Inzwischen gibt es jedenfalls einen deutlichen Aufbruch, vor allem in den Großstädten. Auf dem Lande hat man stellenweise sehr lange Radwege, die Städte miteinander verbinden, vor allem am Kanalsystem entlang und auf zahlreichen stillgelegten Bahntrassen. Es passiert jedenfalls eine Menge und das Radfahren ist mehr und mehr im Focus der Öffentlichkleit, der CTC und andere Radclubs sind aktiv dabei, das Radfahren sicherer zu machen. Es gibt Aktionen wie "fill the hole", bei denen Informationen über schlechten Straßenzustand aufgezeigt und angeprangert werden. Die Listen werden den zuständigen Behörden mit der Aufforderung übergeben, die Zustände zu beheben - das wird meines Wissens auch nachgeprüft.
Ich bin zwei bis drei Mal pro Jahr mit dem Faltrad in England unterwegs und dort Mitglied in mehreren Fahrradclubs, beobachte die Vorgänge einigermaßen genau. Da kann sich unser ADFC - dessen Mitglied ich ebenfalls bin - "eine dicke Scheibe abschneiden"..

Gruß TIL
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von frankd »

Der Radfahrer ist nun mal eine Verkehrsteilnehmer 2. Klasse, oder wie man es benennt.
Dies liegt 1. an der andersartigen Fahrweise, er kann nicht mitschwimmen, ist langsamer weil ohne Motor, kleiner und unberechenbarer, ich will nicht sagen wackliger,
2. an der mangelnden Qualifikation, es gibt nicht ohne Grund einen Führerschein für Verkehrsteilnehmer 1. Klasse,
3. keinen Versicherungsschutz und
4. mangelhaftes Fahrzeug, es gibt keine vorgeschriebenen Bremslichter, Blinker, Nebelleuchten usw., deshalb gibt es ja auch für die Fahrzeuge der Verkehrsteilnehmer 1. Klasse einen TÜV, der allgemein alle 2 Jahre angesteuert werden muss, wo Bremsen, Lenkung, Beleuchtung und alle anderen wichtigen Dinge, die zur Betriebssicherheit dazugehören abgenommen werden.

Beim Fahrrad kein TÜV, kein Führerschein, kein Versicherungsschutz und auch keine technische Ertüchtigung am normalen Straßenverkehr teilnehmen zu können. Der Radfahrer ist ein Sonderteilnehmer, der auf eigenes Risiko am Straßenverkehr teilnimmt. Der Gesetzgeber hat damit auch seine Probleme, darum auch die Herumeierei beim Klassifizieren von Elektrorädern.
D.h. wenn sie mir schon erlauben, trotz der oben genannten Mängel am motorisierten Straßenverkehr teilzunehmen, dann muss ich auch wegen der genannten Mängel versuchen, so vorsichtig und defensiv wie möglich zu fahren. Im Augenblick kann und darf jeder Rad fahren, ob er es beherrscht oder nicht.

Die andere Variante wäre zum Verkehrsteilnehmer 1.Klasse aufzurücken, d.h. Führerschein fürs Fahrrad, TÜV alle 2 Jahre, technische Aufrüstungen zum Mofa ohne Motor, Versicherungsschutz inklusive Haftpflicht. Schon alleine die dann notwendige Beleuchtung ohne Lichtmaschine wäre ohne groß dimensionierten Akku nicht möglich.
Zuletzt geändert von frankd am Mi Sep 25, 2013 5:58 pm, insgesamt 1-mal geändert.
derMac
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von derMac »

alterfalter2 hat geschrieben:ich weiß nun nicht, wann Du das letzte Mal England besucht hast
Vor einem Monat.
nzwischen gibt es jedenfalls einen deutlichen Aufbruch, vor allem in den Großstädten.
Ich sag ja, Entwicklungsland. ;) Aber in Norwich gab es einen spürbaren Radverkehr.
Auf dem Lande hat man stellenweise sehr lange Radwege, die Städte miteinander verbinden, vor allem am Kanalsystem entlang und auf zahlreichen stillgelegten Bahntrassen.
Gerade die auf den Bahntrassen sind oft in recht schlechtem Zustand (also noch schlimmer als in D), obwohl da ja durch den festen Untergrund gute Voraussetzungen für einen tollen Weg gegeben gewesen wären.
Ich bin zwei bis drei Mal pro Jahr mit dem Faltrad in England unterwegs und dort Mitglied in mehreren Fahrradclubs, beobachte die Vorgänge einigermaßen genau. Da kann sich unser ADFC - dessen Mitglied ich ebenfalls bin - "eine dicke Scheibe abschneiden"..
Dass die Clubs sehr aktiv sind ändert nicht daran, dass der Radverkehr den ich in den genannten Gegenden erlebt habe insgesamt vernachlässigbar war (Norwich als einzige Ausnahme), trotz besten Wetters und über weite Strecken relativ flacher Landschaft. Besonders Krass ist der Unterschied, wenn man durch die Niederlande anreist. Ganz schlimm sind in England übrigens die Drängelgitter. Aber eh das jetzt zu negativ rüberkommt: hat schon Spaß gemacht dort zu fahren.

Mac
derMac
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von derMac »

frankd hat geschrieben:Der Radfahrer ist nun mal eine Verkehrsteilnehmer 2. Klasse, oder wie man es benennt.
,,,
D.h. wenn sie mir schon erlauben, trotz der oben genannten Mängel am Straßenverkehr teilzunehmen, dann muss ich auch wegen der genannten Mängel versuchen, so vorsichtig und defensiv wie möglich zu fahren. Im Augenblick kann und darf jeder Rad fahren, ob er es beherrscht oder nicht.
...
Die andere Variante wäre zum Verkehrsteilnehmer 1.Klasse aufzurücken, d.h. Führerschein fürs Fahrrad, TÜV alle 2 Jahre, technische Aufrüstungen zum Mofa ohne Motor, Versicherungsschutz inklusive Haftpflicht. Schon alleine die dann notwendige Beleuchtung ohne Lichtmaschine wäre ohne groß dimensionierten Akku nicht möglich.
In den Niederlanden ist man mit dem Rad auch nicht Verkehrsteilnehmer 2. Klasse (gefühlt), obwohl es da meines Wissens nicht mehr Vorschriften für Fahrradfahrer gibt. Und das mit dem Licht ist Quatsch, es ist technisch problemlos möglich, adäquates Licht sowohl mit einem Dynamo als auch mit einem Akku zu erzeugen. Der Gesetzgeber lässt nur kein dem Auto vergleichbares Licht zu.

Was 1. oder 2. Klasse ist hängt vom politischen/gesellschaftlichen Willen ab, nicht von der technischen Ausstattung und irgendwelchen Berechtigungsscheinen. Recht gebe ich dir aber dabei, dass man mit bekannten Gefahren entsprechend vorsichtig umgehen sollte, besonders wenn man dann mit hoher Wahrscheinlichkeit der Leidtragende ist. Dass alle Autofahrer, die am Verkehr teilnehmen dürfen dies auch wirklich beherrschen ist übrigens Wunschdenken. ;)

Mac
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von alterfalter2 »

@ derMac
"ändert nicht daran, dass der Radverkehr den ich in den genannten Gegenden erlebt habe insgesamt vernachlässigbar war (Norwich als einzige Ausnahme)"

..in London und anderen Großstädten ist das sicher anders, Major Boris Johnson fördert das nicht nur mit seinen "Boris Bikes", sondern auch mit den Bicycle Superhighways, Radschnellwegen durch die Stadt. Der Fahrradverkehr ist allerdings im Augenblick nicht mit dem in Kopenhagen vergleichbar, da ist schon mehr los..
-----> siehe Artikel und Video
http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... CEIQrQMwCw

Gruß TIL
TomK
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von TomK »

@frankd

Umgekehrt wird ein Schuh draus. Unsere Welt gehört nicht den Autofahrern sondern allen Menschen, Autofahrer haben eine Sondererlaubnis (den Führerschein) um gefährliche Maschinen zu führen.

Zu deinen Argumenten:

1) an der andersartigen Fahrweise, er kann nicht mitschwimmen, ist langsamer weil ohne Motor, kleiner und unberechenbarer, ich will nicht sagen wackliger,
Was ist "mitschwimmen"? Schnelle KFZler die durch 30er Zonen preschen? Ich stehe/fahre oft genug hinter KFZ. Es die KFZs die unserere Städte verstopfen.

(ja das ist jetzt zugespitzt)

2) Falsch, über 80% der Fahrradfahrer über 18 haben einen Führerschein.

3) Technische Mängel sind in 2% der von Fahrradfahrern verursachen Unfälle ursächlich. Die Gefärdung durch Technische Mängel ist also nicht so hoch, dass es hier Regelungsbedarf gibt.

Bedenke bitte bei deiner Argumentation das jeder Autofahrer auch Fußgänger ist, willst du ihn/sie also sobald er aus dem Auto aussteigt zu einem "Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse" degradieren? Nur weil man ein Fahrzeug führt, hat man nicht mehr Rechte, nur mehr Verantwortung.
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