derMac hat geschrieben:Trotzdem, nehmen wir mal an die aktuellen Gewichte stimmen: ist es wirklich so schwer richtig leichte Falträder zu bauen, dass Dahon kaum welche im Programm hat? Oder interessiert den Durchschnittskäufer das Gewicht nicht. Gerade Falträder werden wahrscheinlich ja viel öfter getragen.
Also das ist eine interessante Frage.
Ich denke das Gewicht spielt eine elementare Rolle, besonders bei Falträdern.
Vor allem, wenn man damit mal Fliegen möchte.
Das sehen vermutlich auch die meisten Kunden so.
Ich werde meistens gefragt: "und, wie viele Gänge hat es?" ansonsten sei es nicht schnell, denken viele.
Nach dem Gewicht fragen aber auch viele.
Das Problem ist hier der richtige Tradeoff.
Wo ließe sich Gewicht sparen?
Ein Normaler Rahmen wiegt so um 2kg, bei Falträdern sind es meist um 2,5. Das liegt einerseits am Faltscharnier, andererseits am etwas tiefen Schwerpunkt und den stärkeren Hebelkräften, kein Dreiecksrahmen etc, das wird durch Wandstärke ausgeglichen. Rahmen für kleinere Räder sind auch meistens etwas schwerer weil länger (dafür die kleinen Räder etwas leichter). Die leichtesten Faltradrahmen sind Birdy (1,9kg), Hammerhead mit P.A.Q (2040g), Pacific Reach SL (ohne Faltscharnier, 2,1kg), Bromton Ti (2,34 kg), in diesem Bereich 2,3-2,5kg liegen dann auch Curve, Mu, Vitesse, die Tern Rahmen Verge oder Link sind wohl 200-300g scherer (genauen Gewichte unbekannt).
Dagegen würde ein Supercross Envy Rahmen z.B. nur rund 1,3 kg wiegen, also wer auf das Falten verzichten kann, könnte die 700g sparen.
Dazu kommt die ganze Featuritis. Ein Gepäckträger (unnötig), Licht (meistens unnötig), Schutzbleche (noch seltener nötig).
Für ein wirklich leichtes immerdabei Faltad müsste man diesen ganzen Klimbim sowie die Gänge und die Verstellmöglichkeit weglassen, also z.B. so wie beim Mu Uno als Single Speed und eine feste Lenksäule. Auch das Brompton S2L-X geht in die richtige Richtung, auch wegen des Fixen Lenkers.
Leider verschenkt das Birdy sein Potenzial wieder durch die schwere Forderschwinge (ca 900g).
Dann wird enorm Potenzial verschenkt durch fehlende Integration. Da ist Cannondale führend. Die machen schon lange größere Lager an der Gabel, integrieren den Lenker und den Gabelschaft, volumigeres Tretlager etc. Auch eine Steckachse bringt enorme Steifigkeits/Gewicht Vorteile, gibt es im Faltradbereich leider nicht. Der
Redline Flight Project 79 Team Carbon dürfte der Rahmen mit der besten Steifigkeit pro Gewicht sein derzeit, dank dieser Features: "An oversized Bottom bracket in conjunction with a new 15mm thru-axle rear hub gives you the ultimate snap out of the gate and ensures that all the energy you deliver to the crank is transferred to the rear wheel. The large 54mm headtube reduces lateral flex for precise and stable steering, while the integrated chain adjusters have built in sight windows to make wheel alignment easier. Stiffeners were added to the seat stay area and brake mounts are pierced for reliable braking performance. "
Alle diese Aspekte müsste man beim Design eines Faltrades auch berücksichtigen.