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Messung Kettenlängung (Getriebenabe, Chainglider u.a...)

Sattel, Reifen, Anhänger, Bekleidung...
EmilEmil
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Messung Kettenlängung (Getriebenabe, Chainglider u.a...)

Beitrag von EmilEmil » Do 9. Apr 2015, 13:26

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Da sich bei mir zum 6.ten Mal der Zeitpunkt genähert hat, an dem die Kette meines 24" Faltrades
(I-Motion 9 Nabenschaltung, Wippermann Connex 808, Chainglider, 44 Z Kettenblatt aus Aluminium
und 21 Z Ritzel Stahl, Entfaltung 2,20 [m] bis 7,49 [m], Nutzung in der Hauptsache
Fitness-Strecken (2 x pro Woche a 60 [km]) bei schönem Wetter in den 8 wärmeren Monaten des
Jahres) einer gründlichen Reinigung und Schmierung bedarf, und es in den Weiten des Netzes kaum Meßwerte über die Ketten-Längung zu finden
sind, will ich hier mal konkrete Angaben machen.
Im Hinblick auf die Kapselung durch den Chainglider wäre es sinnvoll, einen Vergleich der Längungen der Kette einmal mit Chainglider und einmal
ohne zu haben. Da müßte man mit bis auf die Chainglider-Bestückung gleichartige Räder, Radler und Strecken untersuchen.
Für mich als Einzelperson (Zwillingsbruder existiert nicht !) ist so etwas nicht machbar.
Trotzdem sind konkrete Zahlen auf diesem Gebiet von allgemeinem Interesse.
In der Literatur findet man zB die Angabe von drei Meßmethoden für die Längung:
1) Manuell (Abheben der mit derlinken Hand gespannten Kette mit der rechten Hand vom Kettenblatt).
Diese Methode ist relativ ungenau und allenfalls eine grobe Orientierung.
2) Messung mit dem Kettenkaliber
Diese Messung kennt nur gut oder schlecht (Kette muß gewechselt werden oder kann noch gefahren werden). Genaue Informationen über den
Stand des Verschleißes werden hier nicht erbracht.
3) Messung einer repräsentativen Länge der benutzten Kette mit dem Meßschieber im Vergleich zu einer Fabrik-neuen Kette.
Ich benutze diese dritte Methode, da ich dabei auch Informationen erhalten kann, um die noch fahrbare Strecke bis zu einem bestimmten
Verschleißmaß zu extrapolieren, falls ein solches Verschleißmaß im Hinblick auf diesen besonderen Fall existiert.
Meine Meß-Methode ist gegenüber der in der Literatur berichteten modifiziert.
Dabei wird der eigentliche Meßvorgang vom gleichzeitigen Spannen der Kette mittels Meßschieber entkoppelt.
Für das Spannen habe ich, wie in den Bildern zu sehen ist, eine kleine Hilfe gebaut:
Da nehme man eine 180 [mm] lange M6 Gewindestange und zwei M4 Gewindeösen (Ringschrauben) von 40[mm] Länge und verschraube die
Gewindeösen an den Enden der Gewindestange mit dieser mittels rechts und Links angeordneter M6 Muttern. Auf die M4 Gewinde der Ösen
werden Stopmuttern angebracht, so daß man die Gewinde durch die Außenlaschen einer Kette durchstecken und die überstehenden Teile mit
Muttern an der Kette befestigen kann. Die Hilfe ist dann in der Kette verankert und kann über die M6 Muttern einer Seite gespannt werden.
Ordnet man an einer Seite statt Sechskant-Muttern Flügelmuttern oder Rändel-Muttern an, so ist das Spannen Werkzeug-los möglich.
Entsprechendes gilt für die Verankerung der Hilfe in der Kette. Man vergleiche Bild 4 (Messung an einem 28" Trekkingrad). Demnach bleiben beide Hände für den Meßvorgang frei.
Der letzt-genannte Vorteil der Hilfe kommt auch zum Tragen, wenn man eine Kette mittels eines Bajonett-Kettengliedes öffnen oder verschließen muß. Hier spannt man die Kette nicht innerhalb der Ringösen, sondern außerhalb (Bei einer Nabenschaltung ohne Federspanner muß dafür die Kette vorn oder hinten vom Zahnrad abgelegt werden !). Innerhalb der Ösen besorgt man sich dabei soviel Länge, daß man das Bajonett-Glied um 90 [Grd] abwinkeln kann. Die sonst fummelige Angelegenheit des Schließens/Öffnens ist dann sehr erleichtert, weil man mit beiden Händen arbeiten kann (Siehe Bild 3)).
Den eigenlichen Meßvorgang führe ich über 10 Kettenteilungen durch, davon je 5 Außenglieder und 5 Innenglieder (Der Meßschieber geht bis ca 150 [mm]). Wichtig ist die gleiche Anzahl von Innen- und Außengliedern, da sich der Verschleiß zwar sowohl an Innenglied (Lagerkragen) als auch an Außenglied (Lagerbolzen) einstellt, auf Grund der Ketten-Konstruktion es in der Außensicht so erscheint, als ob nur die Innenglieder in ihrer Teilung länger werden. Gemessen wird zB von Mitte Kettenbolzen zu Mitte Kettenbolzen über 10 Teilungen. Weiterhin geht die Abnutzung der Rollen nicht in die Ergebnisse ein.
Die Meßwerte ergeben folgendes Ergebnis:
24 " Faltrad: Kilometerleistung: 0 [km]; Meßlänge 127 [mm] ;
Ein Stück ungefahrene Kette (= 18 Teilungen)
war noch vorhanden.
Kilometerleistung: 12 100 [km]; Meßlänge 128,3 [mm] ;
Differenz der Meßlängen D = 1,3 [mm]

28 " Trekker Kilometerleistung: 0 [km]; Meßlänge 127 [mm] ;
Ein Stück ungefahrene Kette (= 18 Teilungen)
wie oben wurde zu Grunde gelegt.
Kilometerleistung: 5 130 [km]; Meßlänge 127,3 [mm] ;
Differenz der Meßlängen D = 0,3 [mm]

Nimmt man den Verschleiß-Wert 0,1 [mm] pro Gelenk , wie er in
den Veröffentlichungen für Kettenschaltungen als Verschleißmaßstab bei Stahl-Ritzeln angesehen wird, so würde man als
Differenz der Meßlängen 10 x 0,1 [mm] = 1,0 [mm] errechnen.
Da bin ich mit dem 24" Faltrad schon darüber.
Sorge mache ich mir aber nicht. Für die 12 100 [km] habe ich 6 Jahre gebraucht (Es gibt bei mir insgesamt 4 Räder !) und mehr als 3 500 [km]
pro Jahr sind bei mir nicht drin.
So werde ich diese Kombinationen (i-Motion 9, Wippermann Connex 808, Chainglider) solange fahren, bis es nicht mehr geht. Denn die
Anforderungen an eine Nabenschaltungs-Kette sind im Vergleich zu denen an eine Kettenschaltungs-Kette geringer (Sie muß ja nicht schalten,
kein Schräglauf und das Ritzel ist größer als die kleinen der Kettenschaltung). Das Auswechseln des Ritzels ist, falls erforderlich, wesentlich
günstiger.
In meinem Fall könnte es ja sogar noch einmal gewendet werden.
Bei Neuigkeiten werde ich auch in Zukunft berichten. Entweder der Kettentrieb schafft 20 000 [km] (das wäre eine schöne nächste Marke) oder er
muß vorher erneuert werden. Falls das bei 15000 [km] sein sollte, wäre ich auch nicht ganz unzufrieden. Trotzdem muß der interessierte Leser
schon ein wenig Geduld aufbringen.
Vielleicht gelingt es aber, einen speziellen Verschleißwert für eine Nabenschaltungs-Kette (Chainglider ummantelt) zu etablieren.
Vielleicht 0,15 [mm]/Gelenk, das entspräche dann evtl 20 000 [km] Laufstrecke.
Sollte jemand in dieser Hinsicht eigene Erfahrungen oder Literatur-Hinweise beisteuern können, wäre das sehr willkommen. Nur Zu !
Der Original-Beitrag findet sich im Mtb-News Forum unter "Tutorials", er wurde soweit 1:1 übernommen, lediglich die Fehler-Korrektur wurde hier nicht dokumentiert.

MfG EmilEmil

EmilEmil
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Re: Messung Kettenlängung (Getriebenabe, Chainglider u.a...)

Beitrag von EmilEmil » Fr 29. Mai 2015, 15:43

Die von mir erdachte Kettenhilfe konnte auch bei der Kürzung der Kette verwendet werden. Vor einer weiteren Kürzung um zwei Glieder wurde vorher eine Simulation der gekürzten Kette einschließlich der Änderungen beim Einfedern durchgeführt.

Bild

MfG EmilEmil

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Re: Messung Kettenlängung (Getriebenabe, Chainglider u.a...)

Beitrag von berlinonaut » Fr 29. Mai 2015, 16:21

Das Federbein auf dem Foto erscheint allerdings recht straff :lol: - wie weit federt das denn ein? ;)

EmilEmil
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Re: Messung Kettenlängung (Getriebenabe, Chainglider u.a...)

Beitrag von EmilEmil » Di 9. Jun 2015, 14:11

Das Stichwort ist Simulation: Du siehst hier die am weitesten eingefederte Position. Das Federbein hat eine Länge (unbelastet) von 165 [mm] . Die maximale Einfederung beträgt 38 [mm]. Mit der "Hebelübersetzung" des Vier-Gelenkers ergibt das 100 [mm] an der HR-Nabe. Der Holzstab hat daher entsprechende Bohrungen für die Extrem-Positionen (Bild rechts oben). Man kann zur Simulation natürlich auch den Druck im Federbein ablassen und wieder neu aufpumpen. Dafür war ich zu faul, und der Holzstab war aus der Zeit, als ich auf der Suche nach einem Federbein war, mit den entsprechenden Löchern schon vorhanden. Während dieser Zeit wurden die Kotflügel zurecht geschnitzt. Dafür war eine Simulation nicht nur hinreichend, sondern auch notwendig.

MfG EmilEmil

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Re: Messung Kettenlängung (Getriebenabe, Chainglider u.a...)

Beitrag von EmilEmil » So 16. Aug 2015, 16:03

Da es in diesen Zusammenhang paßt, und die überwiegende Mehrzahl aller Radler Pflegemuffel sind (mich eingeschlossen :roll: ) und mit der Kettenpflege (einmal im Jahr bei mir ! :shock: *) fast gar nichts am Hut haben, hier ein Link:
https://arnowelzel.de/wp/projekte/sheld ... ttenpflege
Da hat Arno Welzel einen guten (sehr anschaulich illustriert) Artikel von Sheldon Brown übersetzt und kommentiert. Der Original Beitrag (in English) sollte man auch lesen !
*) Trifft zu bei gekapselter Getriebenabe, seitdem ich aber an zwei Rädern mit Ketten-Schaltung (Einmal vorn, einmal hinten) unterwegs bin, ist bei diesen alle 200 [km] Pflege angesagt :D . Leider :?:

MfG EmilEmil
Zuletzt geändert von EmilEmil am Do 15. Okt 2015, 14:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Messung Kettenlängung (Getriebenabe, Chainglider u.a...)

Beitrag von EmilEmil » Mo 7. Sep 2015, 14:52

Eine weitere Messung erfolgte am 24" Falter bei Kilometerstand : 20 066 [km]; für die Kette und den Chainglider = 14 066 [km]
Bezugswert (wie oben):
24 " Faltrad: Kilometerleistung: 0 [km]; Meßlänge 127 [mm] ;
Ein Stück ungefahrene Kette (= 18 Teilungen)
war noch vorhanden.
Der Meßwert ergibt nach ca 2 000 weiteren [km] folgendes Ergebnis:
Kilometerleistung: 14 066 [km]; Meßlänge 128,3 [mm] ;
Differenz der Meßlängen D = 1,3 [mm]
Eine weitere Längung ist nicht feststellbar : :D (Liegt warscheinlich unter der Meßgenauigkeit) .
Die Kette wird nun gereinigt und danach für 48 Stunden in ein Motoröl-Tauchbad gelegt.')

*) Motoröl ist ein sehr gutes und günstiges Kettenschmiermittel, wenn zwei Probleme gelöst werden:
1) Das Anhaften von mineralischen Partikeln und
2) Das langsame Kriechen des Öl zu den Gleitflächen.
Punkt 1) besorgt ein Chainglider, Punkt 2) ein ausgiebiges Tauchbad im Motoröl

MfG EmilEmil

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Re: Messung Kettenlängung (Getriebenabe, Chainglider u.a...)

Beitrag von CycoRacer » Do 1. Okt 2015, 22:58

Meine Ketten halten bei weitem nicht solange, wie die von EmilEmil. Bei etwa 5000 km ist bei mir das Ende der Fahnenstange erreicht, d.h. ich kann mein Hinterrad nicht mehr weiter nach hinten verstellen, um sie wieder zu spannen. Wenn dieser Punkt erreicht ist, beträgt die Kettenlängung etwa 1,5 Kettenglieder (locker auf den Boden gelegt, alt neben neu).

Verwende rostfreie Ketten zwischen 10 und 14 Euro.

Sprühe mit Nigrin Fahrrad-Kettensprühfett mit Keramik für stark beanspruchte Fahrradketten (man saut sich hier nicht so ein, wenn man mal zufällig mit der Kette in Berührung gerät), alle 14 Tage (ca. 400km), nach Regenfahrten oder Geräuschen entsprechend früher.

Ansonsten keine besondere Kettenpflege.

Gibt es nun Möglichkeiten für mich, das Kettenleben zu verlängern, auch wenn ich die Kette nur zum Austausch gegen eine neue wieder vom Rad nehmen möchte (kein Kettenbad)? Wäre bereit auch mehr Geld für eine Kette auszugeben, doppelt so teuer muss dann aber auch doppelt so lange halten. Macht es bei entsprechender Schmierung überhaupt einen Unterschied, ob die Kette rostfrei ist oder nicht? Verwende ich das falsche Schmiermittel?

Gruß
Reimund

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Re: Messung Kettenlängung (Getriebenabe, Chainglider u.a...)

Beitrag von derMac » Fr 2. Okt 2015, 11:18

CycoRacer hat geschrieben:Gibt es nun Möglichkeiten für mich, das Kettenleben zu verlängern, auch wenn ich die Kette nur zum Austausch gegen eine neue wieder vom Rad nehmen möchte (kein Kettenbad)?
Bei Eingang und Nabenschaltung hilft eine Vollkapselung der Kette viel (das macht emilemil ja). Teilkapselung vorn geht bedingt, wenn man nur ein Kettenblatt hat. Das bringt wahrscheinlich aber nicht mehr als ein guter Spritzschutz am vorderen Schutzblech, der bis knapp über den Boden reicht. Ansonsten sind 5000 km Kettenlebensdauer für Kettenschaltungsfahrrädern recht normal, bei Nabenschaltungen sollte etwas mehr drin sein.

Die Art des Kettenpflegemittels hat wahrscheinlich keinen wirklich großen Einfluss. Günstig ist, wenn die Kette außen sauber ist, dann bleibt der Dreck nicht so haften. Der Dereck dürfte den Verschleiß ja fördern. Mit Edelstahlketten hab ich keine Erfahrung, ich glaube aber nicht, dass sie bei vielgefahrenen Rädern eine nennenswert positive Wirkung haben, jedenfalls haben sie sich nie durchgesetzt. Wenn du sie aber für einen günstigen Preis bekommst, warum nicht. Theoretisch ist die Festigkeit etwas geringer als bei den rostenden Ketten.

Mac

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Re: Messung Kettenlängung (Getriebenabe, Chainglider u.a...)

Beitrag von EmilEmil » Fr 2. Okt 2015, 22:39

Hallo,@CycoRacer, probier mal eine Connex 808 Kette (ca 13 bis 15 €), die ich ja auch in Benutzung habe. Das ist eine Lagerkragenkette (Schaltungskette), bei der das Nachschmieren (s.auch meinen Link Arno Wetzel/Sheldon Brown weiter oben) wirkungsvoll gestaltet werden kann. Zudem ist diese Kette durch Vernickeln rostgeschützt. Bei Edelstahl scheint der ca 3-fache Preis für eine Kette nicht mit einer dreifach längeren Standfestigkeit zu harmonieren.
Ein grundsätzliches Problem bleibt aber: Der Verschleiß jeder Kette (auch wenn sie gekapselt ist !) erzeugt mit den Abriebpartikeln und dem Öl immer eine Schmirgelpaste, die sinnvollerweise entfernt werden muß. Ich habe mich dafür entschieden, diese Schmirgelpaste alle 2000 [km] aus den Gelenken herauszuspülen und dann ein neues Schmiermittel durch ein Tauchbad einzubringen. Deswegen nehme ich auch nur Ketten mit Bajonett-Verschluß (Leichtes Offnen und Verschließen).
Wenn Du die Kette immer am Rad lassen willst, könnte evtl ein Kettenreinigungsgerät nützlich sein. Ich hab aber keine Erfahrung damit und kann keine Beurteilung abgeben. Interessant wäre die Kenntnis des Reinigungs-Materials (Ich benutze Waschbenzin oder Petroleum bei 4 Spülungen, ca 250 [ml] in einem Plastikkasten für Besteck), die zu verwendende Menge, wieviel "Waschgänge" nötig wären für welche Reinigungswirkung.
Bei Nabenschaltungen oder Eingangrädern sollten die Ketten länger gefahren werden können als bei Kettenschaltungen (vgl @derMac "bei Nabenschaltungen sollte etwas mehr drin sein ).
Für Kettenschaltungen ist ein üblicher Wert der "Längung" 0,1 [mm] pro Gelenk, bei dessen Erreichen man die Kette wechseln sollte. Für 10 Teilungen (= 10 x 1/2 Zoll = 10 x 12,7 [mm] =127 [mm]) ergibt das 10 x 0,1 [mm] = 1,0 [mm] Längung und aus 127 [mm] werden 128 [mm].
Bei einer Kette ohne Schaltfunktion dürfte eine "Längung" 0,2 [mm] pro Gelenk akzeptabel sein. Evtl geht sogar 0,3 [mm] pro Gelenk, das könnte natürlich von dem verwendeten Ritzel abhängen (Kleine Ritzel sind bzgl. des Überspringens problematischer !).
Die von @CycoRacer berichtete Längung der Kette (1,5 x 12,7 [mm] = 19,05 [mm]) entspricht ja, bezogen auf 100 Teilungen fast der Längung von 0,2 [mm] pro Gelenk. Wenn da keine Probleme aufgetreten sind, außer daß der Verschiebungsschlitz im Ausfallende das Limit erreicht hat, kann immerhin noch über eine Kürzung der Kette um 2 Teilungen (Glieder) nachgedacht werden (Natürlich muß der Zustand von Ritzel und Kettenblatt beachtet werden !) . Nicht daß man an der Kette 15 € spart, dafür am Kettenblatt 50 € nachlegen muß.
Von Zeit zu Zeit werde ich dies Thema updaten.

MfG EmilEmil

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Re: Messung Kettenlängung (Getriebenabe, Chainglider u.a...)

Beitrag von CycoRacer » Sa 3. Okt 2015, 01:26

Vielen Dank für eure hilfreichen Hinweise. Werde es wahrscheinlich beim nächsten Wechsel mit der Connex 808 versuchen.

@EmilEmil
Die von mir angegebene Kettenlängung (ca. 100 Teilungen) habe ich bei der locker auf dem Boden liegenden Kette ermittelt (einfach alte und neue Kette mit gleicher Anzahl von Teilungen nebeneinander gelegt), d.h. beim Spannen wurde sie noch länger. Hatte ja schon mal ein Foto gepostet, das zeigt, wie sich die Kette auch seitlich sehr weit ohne Gewalt verformen lässt (mit neuer Kette als Vergleich). Bei dieser Kette trat bei der Fahrt eine heftige seitliche Resonanzschwingung auf. Im Laufe der Lebendauer der Kette habe ich das Hinterrad insgesamt um ca. 1.5 cm weiter nach hinten bis zum Anschlag verstellt und als sie dann bei Kurvenfahrten vom Ritzel sprang, habe ich sie ausgewechselt.

Bei der Kette danach (1. Halbjahr 2015), sind die seitlichen Resonanzen bei ähnlicher Längung nicht aufgetreten. Als das Kettenschloss auseinander gefallen ist (Rad war auch schon am hinteren Anschlag und Kette sehr locker), habe ich die Kette gewechselt.

Gruß
Reimund

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