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Strida - Vorstellung u. Fahrtest

ORi, Oyama, Pacy, Hercules, Strida, doppelganger ...
Mirko
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Strida - Vorstellung u. Fahrtest

Beitrag von Mirko » Mo 23. Aug 2010, 14:33

Mit diesem neuen Thread möchte ich mich mit meinem Interesse an einem Strida[/b]- Faltrad vorstellen, über das ich bisher auf deutschsprachigen Forum-Seiten noch nichts gefunden habe.

Für die Grundinformationen zum Strida verweise ich auf die Seite des derzeitigen Herstellers:
http://www.mingcycle.com.tw/en/products/
Europäischer Vertrieb:
http://www.strida.com/en/distributor/
Wikipedia (englisch) mit weiteren informativen Links:
http://en.wikipedia.org/wiki/Strida
Mit der Suchfunktion (Strida) findet man unter http://www.youtube.com zahlreiche Videos mit Fahr- und Faltbeispielen.
Detailfragen werden in diesem englischsprachigen Forum behandelt (vorw. Hong Kong, USA):
http://www.stridaforum.com/forum/viewforum.php

Mein Hauptinteresse gilt:
- sehr schneller Faltbarkeit, da Wechsel zwischen Bus und Bahn, - und überhaupt Mitnahmemöglichkeit im Bus gegeben sein soll
- noch halbwegs „normaler“ Reifengröße (16-Zoll) bei diesem Rad, die auch ein Fahren auf Schotterwegen erlaubt u. Schlauch u. Mantel auch sonst leicht verfügbar sind.

Derzeit (August 2010) sind in Deutschland zwei aktuelle Versionen erhältlich Strida 5.2 oder Strida LT. „LT“ steht wohl für „light“, eine etwas preiswertere Version (ca. 499 EURO) mit Kunststoffspeichenrädern gegenüber der in Details von Version 5.0 auf 5.2 verbesserten Ausführung u. a. mit Metallspeichen-Rädern (ca. 539 EURO). Auch eine Version mit zwei Gängen (Tretlagerschaltung) ist verfügbar (ca. 850 EURO). Die ebenfalls erhältlichen verschiedenen Felgengrößen (14-Zoll, bzw. 18-Zoll) seien der Vollständigkeit halber hier ebenfalls erwähnt.
Ich hatte die Möglichkeit mir ein neues Strida LT für ein paar Stunden auszuleihen und möchte über diesen Fahrtest berichten:

- als ich das Strida zum ersten Mal in Wirklichkeit sah, hatte ich Zweifel, ob das überhaupt noch ein Fahrrad ist, da es wirklich sehr klein wirkt. Zuerst mußte der Sattel in obere Position gebracht werden. Das Anpassen der Sattelhöhe ist etwas umständlich (Befestigunsschrauben lösen, dann kann man den Sattel in Rasten schätzungsweise 20 cm auf- und abwärtsschieben, anschließend auch horizontal nach Lösen der zentralen Befestigunsschraube verstellen).

- das „Aufsitzen“ von hinten geht leicht und erstaunlicherweise sitzt man sodann wie maßgeschneidert aufrecht mit den Händen am Lenkrad. Die Ergonomie ist also überraschend gut, allerdings hatte ich den Sattel bereits in seine oberste Position gebracht. Wer längere Beine hat, wird zu niedrig sitzen und dadurch weniger effizient treten können. Ein konventioneller Sattel (den man montieren kann) erhöht die Sitzposition durch seinen Unterbau evt. noch einmal ca. 2cm.

- Das Fahrverhalten mit dem Strida ist sehr gewöhnungsbedürftig. Das offenbaren auch viele Videos in Youtube mit „Erstfahrer-Probanden“. Ich wollte mir aber bewußt mehr als nur ein paar Minuten beim Händler zum Ausprobieren gönnen, da ich weiß, daß man sich auf das Fahrverhalten bei jedem Rad erst einmal einstellen muß. Zudem bedingen Rahmen mit kleineren Laufrädern generell schlechtere Nachlaufeigenschaften und die dreieckige Rahmenform ließen mich ahnen, dass es nicht einfach sein würde. Nicht nach wenigen Minuten, aber etwa einer halben Stunde hatte ich mich aber an den fast fehlenden Nachlauf gewöhnt. Die Hände bleiben also brav an der Lenkstange, Abbiegezeichen kann man geben, aber freihändig wird man auf diesem Rad nicht fahren wollen.
Das Fahren mit dem Zahnriemen war nicht auffällig, eventuell etwas zäh. Der Rollwiderstand erscheint mir jedoch auch auf Asphalt hoch, evt. müssen die Reifen mit sehr hohem Druck gefahren werden (während der Probefahrt konnte ich nicht nachpumpen).

Mit nur einem Gang am Rad hat man natürlich sogleich Wünsche: eine andere Übersetzung, doch eine Gangschaltung… Tatsache ist aber: das Übersetzungsverhältnis (100 Zähne Kettenblatt, 30 Zähne „Ritzel“) ermöglicht mit den 16-Zoll-Rädern eine Geschwindigkeit von 17km/h bis etwa 22km/h (bei 70U/min bzw. 90U/min). Mir war die Übersetzung am Berg etwas zu groß, ich mußte absteigen, das Anfahren in der Ebene erleichtert man sich durch das in der Bedienungsanleitung vorgeschlagene Abtreten vom Boden. Ungewohnt, aber es funktioniert.
- Die Scheibenbremsen wirken hervorragend, gut zu dosieren und der Hinweis (auf einem Aufkleber auf der Lenkstangen) die Hinterradbremse zuerst zu benutzen macht Sinn um ein Katapultieren über das Vorderrad bei einer Vollbremsung zu verhindern. Ich fand die Bremseigenschaften gegenüber einem konventionellen Rad nicht auffällig.

- Ich habe den Faltvorgang einigemale geübt. Greifen über die rechte Seite zur Befestigunsschraube, Abwinkeln des Vorderrades und „Anpappen“ an den Magneten des Hinterrades: macht gerade einmal 3 Sekunden. Dann kann man Rad sofort weiterschieben oder die Räder mit den Schlaufen an den Bremsen arretieren und damit im Bus stehen. Zusätzlich könnte man Lenker und Pedale noch einklappen aber auch so ist die Standfläche geringer als die eines Einkaufsrollis. Vor sich Herschieben macht Spaß, am Berg läßt sich das dann angenehm leichte Rad gut führen.

Resümee meines kurzen Fahrtests: Die Fahreigenschaften sind besser, als ich diesem kleinen Fahrrad zugetraut hätte. Insbesondere die Sitzposition und Abstand zu den Pedalen waren für meine Größe gut. Das hohe Maß an Wendigkeit und schneller Faltbarkeit macht in der Kombination mit städtischem Leben (Treppen, Enge, Verkehrsmittel) Spaß, weil man einfach viel schneller unterwegs ist als zu Fuß. Bei einem Vergleich mit einem anderen 16-Zoll-Fahrrad kommt das Strida sicher schlecht weg, weil die ständige Lenkkontrolle anstrengend ist.

Mich würde interessieren, ob die Qualität den sehr hohen Preis für ein Strida rechtfertigt. Vielleicht äußert sich ja jemand, der ein solches Rad schon etwas länger fährt, - oder enttäuscht wieder in die Ecke gestellt hat…

Pibach
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Strida - Vorstellung u. Fahrtest

Beitrag von Pibach » Di 24. Aug 2010, 00:28

Es ist halt sehr stylisch.
Fahreigenschaften sind ausreichend für Bahnhof zum Büro oder Wohnung zum Biergarten. Wenn man auch mal flott unterwegs sein möchte auf Strecken >5km gibt es geeignetere Falträder.

Motte
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Strida - Vorstellung u. Fahrtest

Beitrag von Motte » Di 24. Aug 2010, 08:16

Hallo Mirko,
kann leider nur auf eine Proberunde zurück blicken.
Ich finde ungewöhnliche Räder immer interessant. Hier in Mülheim Ruhr pendelt jemand mit einem Strida. den sehe ich regelmäßig in die Straßenbahn steigen. Mein persönliches Fazit, heute nach 10 Jahren Erfahrung mit unterschiedlichen Falträdern (und einigen Fehlkäufen) - ich würde für einen Einsatzbereich den das Strida abdecken soll ein Brompton nehmen. Das ist gefaltet auch nicht sperriger, faltet sich ähnlich schnell und ist im Gebrauch vielseitiger.

Aber jeder hat da so seine eigenen Visionen und Vorlieben. Mal gespannt, ob sich hier ein Strida Nutzer meldet.

Gruß
Udo

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Strida - Vorstellung u. Fahrtest

Beitrag von Mirko » Fr 27. Aug 2010, 21:36

Vielen Dank für die Tips!
Hallo Pipach, mein Bahnhof ist 7km entfernt ;) es funktioniert dennoch die Strecke mit dem STRIDA dorthin zu bewältigen, aber kein Zweifel, dafür gibt es natürlich bessere Räder. Ich denke, das STRIDA ist eher eine Alternative dafür, wo man sonst schlichtweg kein Rad dabei haben würde, zB im Bus. Hier auf dem Land fahren Reisebusse als Linienbusse, die noch nicht einmal einen Stellplatz für einen Kinderwagen haben, da werde ich selbst mit einem gefalteten Klapprad nicht hereingelassen oder müßte es als Gepäck verpacken, das habe ich ich ein einziges Mal mit meinem vorhandenen Klapprad gemacht und ist mir viel zuviel Aufwand.
Ich habe mir auch das BROMPTON angesehen (danke für den Tip, Udo), es spielt preislich natürlich in einer anderen Liga und ist mit Sicherheit ein geniales Rad, aber das Falten "on the fly" geht damit auch nicht und eine Mitnahme im Bus wird vermutlich manchesmal schwierig. Ich sehe das STRIDA als Alternative zum Laufen, und die Geschwindigkeit (17km/h - 22km/h) mehr als ausreichend an, - schneller wird man -auf einem solchen Rad ohnehin nicht unbedingt fahren wollen - oder im Stadtverkehr fahren können.

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Beitrag von Pibach » Fr 27. Aug 2010, 22:04

kann Mirko nur voll zustimmen.
Bei Brompton würde ich das S2L-X nehmen, damit ist man aber gleich nei ca 1.300 EUR Ist aber eine Anschaffung fürs Leben.
Was noch geht ist ein Bike Friday Tikit (weil das so schnell faltet). Preis Leistungs Sieger wäre imho ein Dahon Presto Light (wenn man das noch kriegt) jeweils als Single Speed.

Ansosten nehm ich übrigens Inline Skates.

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Strida - Vorstellung u. Fahrtest

Beitrag von Figo » Do 4. Nov 2010, 23:36

Hat jemand Erfahrung mit dem "Funletic"? Scheint ein Nachbau des Stridas zu sein. Ich denke mal, dass es qualitativ nicht an das Original heranreicht, aber für den Einsatzbereich (sprich Strecken <2km vom Bhf. zum Büro) auch seinen Dienst erfüllt!?
Freu mich auf Erfahrungsberichte.

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Beitrag von TomK » Di 11. Jan 2011, 20:12

Mit dem Funletic wäre ich vorsichtig, es kursieren einige Bilder mit gebrochenem Rahmen im Netz. Außerdem gibt es Aussagen von Ming Cycles (dem Hersteller des Strida), dass die Nachbauten eine Lackierung mit hohen Bleianteil nutzen.

Ich habe seit kurzem ein Strida MAS, davor fuhr ich ca. 2 Jahre ein Strida 5.0. Dieses habe ich jetzt weiterverkauft. Wirkliche Abnutzungsspuren waren nur an den Bremsbelägen und Handgriffen erkennbar. Zur Reparatur musste das Rad nie. (Nur Wartung/Umbau) :-)

Wenn man längere Fahrten vor sich hat, empfehle ich allerdings sehr stark den Sattel zu tauschen. Ein Sattel mit starker Polsterung oder ein Ledersattel mit Sprungfedern sorgen für deutlich mehr Komfort. Mit dem Strida MAS bin ich inzwischen schon einige Touren >20km gefahren.

Der größte Vorteil beim Einsteig in Bus+Bahn ist allerdings der Riemenantrieb. Einmal gezeigt und schon ist die Umgebung beruhigt (Kein Öl an der Kleidung).

Gruß
Tom

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Strida - Vorstellung u. Fahrtest

Beitrag von vmax » Sa 27. Aug 2011, 18:26

Habe (glaube ich) ein Strida Faltrad im neuen Schweighöfer Film What A Man in der Werbung für den Film gesehen, bin ich da der einzige? Viele Grüße vmax

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Strida - Vorstellung u. Fahrtest

Beitrag von TomK » Mo 29. Aug 2011, 11:16

Nein, das ist kein Strida. Es sieht dem CarryMe recht ähnlich. Paßt aber auch nicht ganz.

Die Unterschiede zum Strida sind allerings deutlich. Der Rahmen besteht aus deutlich mehr als dem typischen Dreieck und die Räder sind zu klein. Ein Strida Mini hat 14" Räder, die normalen Stridas 16" bzw 18".

Edit: Es ist ein "Zerobike".

zornzorro
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Re: Strida - Vorstellung u. Fahrtest

Beitrag von zornzorro » Sa 7. Jan 2012, 04:13

In dem Trailer zum Schweighöfer-Film handelt es sich mMn um ein A-Bike City, das am kleinsten zu faltende und mit knapp über 6 kg wohl auch leichteste Faltrad, kommt aus UK und kostet rund 350 €:

http://www.a-bike.co.uk/store/home.php

Ich finde es ziemlich geil für kürzere Strecken auf gutem Straßenbelag bzw. auch zum Gassi gehen mit dem Hundchen :)

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