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Strida – Lagerschäden im Unterrohr/Behebung/Folgen

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BlackStridaAustria
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Strida – Lagerschäden im Unterrohr/Behebung/Folgen

Beitrag von BlackStridaAustria » So 18. Mär 2018, 16:00

Im Unterrohr des Strida befinden sich nahe dem Verschlußdorn zwei Kugellager, an der Oberseite sitzt ein 6802Z (Strida Teile Nr. ST-100-03) und an der Unterseite ein etwas größeres 6803Z (ST-100-04).

Aus aktuellem Anlaß möchte ich hier gerne darauf hinweisen daß diese Lager gelegentlich defekt werden, der Fehler wird aber oft nicht sofort erkannt.

Sollte jedoch eines dieser Lager tatsächlich brechen rate ich von jeglichem Reparaturversuch ohne Spezialwerkzeug dringend ab – der durch untaugliches Werkzeug sehr wahrscheinlich verursachte Schaden am Rohr, bzw. dessen Lagersitz, kann auch vom Fachmann nicht mehr repariert werden!
Ming cycle vertreibt zum Zweck der Reparatur spezielle Auszieher (s.u.),
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diese sind aber nur in der Lage den Außenring des Kugellagers aus dem Sitz zu ziehen und sämtliche (soweit noch vorhandenen) Kugeln, der Käfig und Innenring sowie die Deckringe des Lagers müssen zuvor entfernt werden. Wie der Auszieher angetrieben werden soll (es ist kein Gewinde zum Anschluß eines Gleithammers vorhanden) und auch die Wahl der Einpreßwerkzeuge zum Einsetzen eines neuen Lagers bleiben dem Anwender völlig selbst überlassen.
(Eine einfache Möglichkeit die original Strida Werkzeuge an herkömmliche Gleithämmersätze anschließen zu können zeige ich im Stridaforum detailliert; das würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen – nur als zusätzlicher Hinweis.)

Ich hoffe damit deutlich zu machen daß selbst vom Fachmann noch bedeutender Einsatz bzw. Aufwand erforderlich ist um diese Reparatur ausführen zu können – bitte sucht deshalb unbedingt einen Spezialisten auf!

Eine genaue Schilderung des Reparaturvorgangs möchte ich Euch ersparen; Anweisungen zur Handhabung eines Gleithammers und Lagerwechsel genügen im Prinzip zum Verständnis und dürften leicht im Web zu finden sein – interessanter für jeden Strida Benutzer ist wahrscheinlich die Frage:

Woran erkenne ich daß eines dieser Kugellager beschädigt sein könnte?
(Ohne die Lager direkt inspizieren zu müssen.)
- An drastisch verschlechtertem Fahrverhalten (Instabilität)
- Der Verschlußmechanismus funktioniert zwar, wird aber unpräziser und leichtgängiger

Ein betroffener Strida Kollege aus Ungarn hat ein kurzes Video – und wie ich meine damit auch eine sehr einfache Testmethode - zur Verfügung gestellt:

https://www.youtube.com/watch?v=bdECyvRsizI

Man sieht hier sehr gut wie stark das Unterrohr durch die Be- und Entlastung der linken Kurbel um die eigene Achse rotiert – erkennbar an der sich deutlich verändernden Riemenspannung und dem seitlichen Kippen des Riemenrades. An gezeigtem Rad war das untere Kugellager defekt.

Unglücklicherweise wurde der Schaden über längere Zeit nicht bemerkt…dies hat leider direkte Auswirkungen auf die Achillesferse des Strida – das hintere Gelenk. Durch mangelnde Führung am vorderen Ende des Unterrohres wird nun – natürlich – das hintere Ende überbelastet und die stählerne Tellerfeder 367 „bearbeitet“ die Oberfläche des Aluminiumrohrs bei jedem einzelnen Tritt.
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Der „Erfolg“ sieht dann etwa so aus wie oben im Bild; unten zum Vergleich ein neuwertiges Unterrohr.
Bild
Selbstverständlich bringt in einem so schweren Fall der Einsatz des schon vor einiger Zeit vorgestellten „Rear hinge repair kits“ rein gar nichts mehr, der ringförmige Krater kann durch die dünne, nur 0,3 mm starke „Panzer“scheibe unmöglich überbrückt werden – wir sahen uns deshalb gezwungen einen neuen Lösungsansatz erarbeiten zu müssen. Diesen möchte ich im Folgenden noch kurz vorstellen.

Als erste Maßnahme wurde die Panzerscheibe wesentlich verstärkt; anstatt 0,3 mm sind die neuen Scheiben nun 1,5 mm dick und damit wohl stabil genug um ein haltbares inneres Widerlager für die Tellerfeder zu bieten. Ein weiterer Vorteil ist die Erhältlichkeit als Standardteil – es sind handelsübliche Karosseriescheiben aus Edelstahl.

Leider wird durch die Verstärkung ein zusätzlicher Bauteil zwingend erforderlich, da es sich hierbei aber nur um eine abgesetzte Beilagscheibe handelt sollte es kein Problem sein diesen kleinen Teil selbst zu beschaffen, die Materialauswahl dürfte dabei relativ unkritisch sein.
Bild
(Für die gezeigten, schwarzen Beilagscheiben wurde Automatenstahl 9SMnPb28K verwendet, die Brünierung soll Rost hemmen und die Oberflächenhärte erhöhen. Die Bearbeitung rostfreien Stahls hätte die vorhandene zarte und schwache Drehbank bedauerlicherweise überfordert.)

Die abgesetzte Beilagscheibe schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe; einerseits wird durch den Absatz die richtige Distanz für die korrekte Funktion der Tellerfeder wiederhergestellt (= Funktion als Verlängerung des Achsstumpfes). Und zum zweiten wird die verbleibende Dicke von etwa 2,8 mm als äußeres Widerlager der Tellerfeder sich wohl kaum so rasch verformen wie die bekanntlich zu weiche originale Beilagscheibe 364 (jene wurde als zusätzliche Unterstützung beibehalten aber durch rostfreien Stahl ersetzt).
Entsprechend wurde logischerweise auch eine längere Schraube 373 verbaut – die Gesamtbreite des Strida steigt durch diesen Umbau um 4 mm.

Ich möchte auch diesmal wieder versuchen einige komplette Reparatursätze samt detaillierter Einbauanweisungen zusammen zu stellen um diese an Interessierte für Tests zum Selbstkostenpreis abzugeben (nach ersten Berechnungen ohne Versand jedenfalls unter 10 €) – bitte diesen Beitrag also auch als Ankündigung für einen weiteren zu sehen. Darin sollen dann selbstverständlich alle erforderlichen Informationen, Bestellnummern etc. vollständig enthalten sein um den Reparaturansatz für jedermann nachvollziehbar zu machen.

Es scheint sehr empfehlenswert sowohl die Kunststoffscheibe zwischen Sattel- und Unterrohr (ST-166-1) als auch das Endstück im Unterrohr (ST-100-07) zu erneuern; die zukünftige Verwendung eines Unterrohr – Halteclips (ST-4219) hilft das hintere Gelenk zu schonen – diese drei Kunststoffteile dürften zusammen nicht mehr als etwa 20 € kosten und sollten über jeden Strida Händler problemlos zu beziehen sein.

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