Updates| Bilder|Videos |Shop

Freischaltung von Useraccounts sehr verzögert, weil keine Zeit als 2facher Papa (wird manuell geprüft wegen SPAMregistrierungen)

Mini Velos

ORi, Oyama, Pacy, Hercules, Strida, doppelganger ...
Antworten
Bob406
Beiträge: 140
Registriert: Di 14. Jun 2011, 22:51
Faltrad 1: Tern Verge Duo
Faltrad 2: Dahon Mµ Uno
Faltrad 3: Tern Link D7i
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1980
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Mini Velos

Beitrag von Bob406 » Sa 23. Nov 2019, 21:20

Liebe Falt-Freunde,

Oder besser: liebe Freunde der kleinen Räder, denn darum soll es Heute gehen.

Schon seit über zehn Jahren liebe ich Falträder und mit der Zeit schätze ich immer wieder andere Dinge daran! Früher hatte ich fast immer einen Fahrradkeller oder anderen trockenen Abstellplatz. Seit ich in Berlin lebe, war das schon ein paar Mal nicht gegeben und gerade auch wieder nicht. Daher Vorteil Nummer eins: das Faltrad parkt in der Wohnung, meist nur mit gefaltetem Lenker, manchmal nicht mal das.

Und so geht die Liste weiter:
- Faltrad passt in den Aufzug
- Faltrad kann auch im Büro parken (hinter einer Tür, auch nur mit gefaltetem Lenker)
- Faltrad ist agil im Stadtverkehr, leicht zu tragen, auch über Treppen
- Faltrad hat niedrigen Gepäckträger, der entsprechend höher beladen werden kann
- Rahmenfester Korb oder Taschenhalter geht auch bei kleineren Rädern besser (und ist bei vielen Falträdern Standard)

Meiner Liebsten habe ich aus all diesen Gründen auch ein Faltrad beschafft, obwohl sie nie darum gebeten hat. Im zweiten Jahr hat sie schon ihre Felgen durch viel Bremsen verschlissen, gerade quietschen die Faltgelenke und einfaches Nachjustieren und Einfetten hat nicht geholfen. Und ich frage mich plötzlich: Wenn sie es sowieso äußerst selten faltet, muss es dann ein Faltrad sein? Und dann nochmal auf die Liste oben geschaut: fast alle diese Vorteile hat auch ein Fahrrad mit kleineren Laufrädern, dass selbst nicht faltend ist!

Natürlich fahren wir auch öfter mal S-Bahn oder Regionalbahn und freuen uns immer tierisch, diese zwei bis sechs Euro für eine Fahrradkarte (Einzelfahrt Berlin bzw. Tageskarte Berlin+Brandenburg) zu sparen. Aber wenn ich an all die Zusatzkosten eines Faltrades denke, und die zusätzlich nötige Wartung (Justieren der Gelenke und irgendwann auch mal Verschleiß...), dann frage ich mich schon, ob ich in Summe wirklich was gespart habe.

Also: ich suche jetzt ein Minivelo für die Liebste. Aber keine Angst, das Faltrad bleibt als Ersatzmobil bei uns und die anderer Falter natürlich auch. Ich werde weiterhin mit meinem Piotr (Tern Verge Duo) zur Arbeit und zum Einkaufen Pendeln und auch Radtouren mit der Liebsten machen, weil die Zweigangschaltung dann ein passendes Handicap ist.

Das typisch deutsche Mini-Velo ist ja das i:sy, was auch einen typisch deutschen Preis von zur Zeit 1400€ in der Einsteigerversion hat. Außerdem sieht es mit dem Einzelrohr in der Mitte nicht gerade aus, wie ein Fahrrad.
Bild

Daher habe ich mal etwas weiter recherchiert und mir sind dabei besonders zwei Modelle positiv aufgefallen.

Das Abicino von Abici:
Bild

Und das Bobbin Metric:
Bild

Mir gefällt das Bobbin ästhetisch besser, da ich die "Mixte" Rahmenform sehr mag. Weder Damen und Herren müssen zum Aufsteigen ihr Bein weit heben oder beim Absteigen um Stöße an empfindlichen Körperteilen sorgen. Außerdem ein tolles Symbol der Gleichberechtigung. :-)

Leider gibt es bei Bobbin allerdings keine Alltagstaugliche Variante mit Nabenschaltung, Gepäckträger, der nicht das Lenken beeinträchtigt, Beleuchtung und ähnlichen Details. Das Abicino gibt es zumindest mit einer Nabenschaltung, so dass es sich eher anbieten würde.

Beide Nachteile vereint finden sich übrigens im Dahon Dash – es ist nunmal als Rennrad gedacht und nicht für die Stadt. Trotzdem möchte ich das Dash erwähnen, weil ich darin zum ersten Mal das Konzept des Mini-Velos verwirklicht sah – auch wenn es damals noch nicht so hieß und obwohl es sich im Gegensatz zu den anderen ja auch noch falten lässt.

Aber hin oder her – ich habe weiter gesucht und gegoogelt und wurde im Baskenland fündig. Die dort ansässige Firma macht hauptsächlich teure Sporträder, aber neulich habe sie etwas ganz innovatives versucht und es ist ihnen meiner Meinung nach auch sehr gut gelungen: Das Orbea Katu!
Bild

Im Sommer war es noch in sieben Farben verfügbar, was mich damals so verzückte, dass ich eine eigene Website erschuf, um es zu feiern: https://cycle-img.surge.sh/ Einziger Wermutstropfen in ästhetischer Hinsicht ist der Alu-Rahmen, der einfach nicht so filigran ist, wie die Stahlrahmen von Bobbin und Abici. Aber Funktionalität ist mir wichtiger.

Nicht nur die Farben hat Orbea seit dem wieder reduziert, sondern auch die Modellvarianten (zwei statt früher vier) und die Bestände bei den Händlern. Als ich zum ersten Mal bei Fahrrad.de in Charlottenburg anrief hatten sie noch ein Vorführvelo vor Ort. Aber als ich endlich Zeit hatte, dort vorbei zu schauen, war das schon nicht mehr da. Trotzdem finde ich Orbeas Ansatz nett: es gibt einen Online-Shop direkt beim Hersteller, so dass man alle Infos zum Modell genau bekommt. Nach Bestellung wird dann zum nächsten Fachhändler geliefert.

Als neulich mal wieder zwei unserer Familienvelos gleichzeitig außer Betrieb waren, wollte ich unbedingt ein zusätzliches Ersatzfahrrad haben und habe dann das eine mit dem anderen verbunden: ein neues Katu bestellt, so dass unser Link D7i zum Ersatzrad wird und ich mehr Freiraum habe, es wieder flott zu machen.

Unser Modell wird das Katu 20 in hellblau. Gerade warte ich noch auf den nächsten Container von Orbea Richtung Berlin, der mein Fahrrad dann enthalten wird. Einen Chainglider dafür habe ich auch schon bestellt und sogar schon vor dem Velo bekommen.

Eine Sache, die noch Bastelbegehren weckt ist die Faltbarkeit bzw. Drehbarkeit des Lenkers. Dem i:sy hat sein Entwickler ja einen Speedlifter gegönnt. Der passt wohl beim Katu nicht, weil es scheinbar einen Vorbau mit Innenklemmung hat. Aber erstmal werde ich abwarten, wie es sich im Alltag so macht!

Hier übrigens noch ein paar mehr Bilder aus meiner Recherche: https://photos.app.goo.gl/nmzrmAYjnJ28diHE8
Darunter auch einige zum Design des Katu, die auf der Herstellerseite nicht gezeigt sind.

Freue mich schon auf Eure Reaktionen!

Bob406 – der Name ist alt, passt aber auch hier wieder perfekt!

EmilEmil
Beiträge: 1968
Registriert: So 17. Okt 2010, 10:50
Faltrad 1: 20" Falter
Faltrad 2: 24" Falter
Faltrad 3: FittiCROSSO
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Beikonstanze
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 4 Mal

Re: Mini Velos

Beitrag von EmilEmil » Mo 25. Nov 2019, 16:46

Bob406 hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 21:20
......………..
Das typisch deutsche Mini-Velo ist ja das i:sy, was auch einen typisch deutschen Preis von zur Zeit 1400€ in der Einsteigerversion hat. Außerdem sieht es mit dem Einzelrohr in der Mitte nicht gerade aus, wie ein Fahrrad...……...
Mir gefällt das Bobbin ästhetisch besser, da ich die "Mixte" Rahmenform sehr mag. Weder Damen und Herren müssen zum Aufsteigen ihr Bein weit heben oder beim Absteigen um Stöße an empfindlichen Körperteilen sorgen. Außerdem ein tolles Symbol der Gleichberechtigung. :-)……….
keine Alltagstaugliche Variante mit Nabenschaltung, Gepäckträger, der nicht das Lenken beeinträchtigt, Beleuchtung und ähnlichen Details. Das Abicino gibt es zumindest mit einer Nabenschaltung, so dass es sich eher anbieten würde.....
Aber hin oder her – ich habe weiter gesucht und gegoogelt und wurde im Baskenland fündig. Die dort ansässige Firma macht hauptsächlich teure Sporträder, aber neulich habe sie etwas ganz innovatives versucht und es ist ihnen meiner Meinung nach auch sehr gut gelungen: Das Orbea Katu!
Bild......................
…….. Aber Funktionalität ist mir wichtiger.
Unser Modell wird das Katu 20 in hellblau...…... Einen Chainglider dafür habe ich auch schon bestellt und sogar schon vor dem Velo bekommen.
…………………………………...
Eine Sache, die noch Bastelbegehren weckt ist die Faltbarkeit bzw. Drehbarkeit des Lenkers.
………………………...…...
Interessant, Deine Ansichtem über Falträder bzw. Räder zu lesen.
Bei den Preisen gebe ich Dir durchaus recht. Manches wurde und wird in Deutschland schon immer überteuert verkauft. Die Vergleichbarkeit von Fahrrädern ist aber schwierig herzustellen, da z B. die technische Ausstattung immer zu unterschiedlichen Herstellungskosten und letztlich zu stark verschiedenen Verkaufspreisen führt. Der durchschnittliche Käufer hat nicht das Wissen, um die technische Ausstattung differenziert zu beurteilen. Shimano bedient bei den Kettenschaltungen von günstigen Einsteiger-Lösungen bis zum wirklichen Premium-Produkt auch viele Zwischen-Stufen. Wer kann beispielsweise Tretlager-Qualitäten beurteilen ? Da sind viele "Profis" überfordert, weil sie die Produkte zum Teil gar nicht kennen !
"Einzelrohr": Das für viele Zeitgenossen typische Fahrrad gibt es erst seit ca. 1890. Luftbereifung, Kettenantrieb am Hinterrad, Diamantrahmen und beide Laufräder mit ~70 [cm] Durchmesser sind seit der Zeit üblich. Bemerkenswert, daß die Laufmaschine des Herrn Drais mit dem seit 1890 üblichen Merkmalen des Fahrrades mehr Ähnlichkeit hatte als zwischenzeitliche "Neuerungen" . Die Draisine hatte einen "Einrohrrohmen", aber natürlich in Balkenform. Bereifung gab es auch, war aber aus Stahl (Der Gewußtwie-Transfer aus dem Wagenbau ist nahe liegend).
Kleiner Hinweis: Die Mixte Rahmenform steht durchaus für ein Fahrrad, das sowohl von Männern als auch von Frauen benutzt werden kann und sollte. In der Vergangenheit haben diese Rahmenform überwiegend Frauen gekauft und gefahren. Mixte hat ein gesplittetes Oberrohr, das vom oberen Lenkkopfrohr gerade bis zum hinteren Ausfallende verläuft. Der hintere Rahmen besteht folglich aus drei Streben-Paaren ( Ketten-, Mixte- und Sitz-Streben ). Es gibt auch Abwandlungen davon (Wie "Berceau": quasi Mixte mit Knick am Sitzrohr). Dir gefällt eine andere Rahmenform, die ebenfalls auch häufig von Frauen gefahren wird: Das ist die Trapez-Form, d. h. ein Diamant-Rahmen, bei dem das Oberrohr abgesenkt ist. Eine Mischung aus Trapez-Rahmen und Berceau-Rahmen ist der Anglaise-Rahmen, bei dem vom Knoten abgesenktes Oberrohr/Sitzrohr zwei Streben ala Berceau zum Ausfallende führen. Das Oberrohr des Trapezrahmens leitet in das Sitzrohr relativ große Kräfte ein, die dieses auf Biegung beanspruchen (Keine Biegung bei "Berceau" oder ähnlicher Konstruktion). Viele Stahlrahmen hatten in diesem Bereich eine mehr oder weniger schlecht mit dem Sitzrohr verbundene, eingeschobene Verstärkung. Richtig konstruiert wäre die Sache nur mit einer Konifizierung des Sitzrohres (Wanddicke am größten am Sitzrohr/Oberrohr-Knoten). Da der Laie das von außen nicht sieht, haben die Grattler unter den Herstellern das weggelassen (Kostet Kohle :lol: ).
Bei den Nabenschaltungen sieht es düster aus. Wer kann schon 1200 € für eine Nabenschaltung ausgeben ? Bei den Shimano-Dingern gibt es Qualitätsprobleme (Wie der Bulle grad so pißt ?). SR Suntour (Marke Sturmey-Archer) hat auch so seine Schattenseiten. Und die ehemaligen "Sachs"-Naben (Von SRAM übernommen) wurde Alle in 2016 eingestellt. Generell haben Nabenschaltungen bzgl. Wirkungsgrad, Gewicht und Kosten Nachteile, die auch eine Wartungs-Armut nicht wettmacht. Der Wirkungsgrad einer Nabenschaltung im 1:1 Gang kann besser sein als der einer Kettenschaltung, bei Gängen, die über eine Planetenrad-Übersetzung gesteuert sind, muß man mit ca. 3 % Verlust gegenüber einer frisch gewarteten Kettenschaltung rechnen (Das merkt man zwar nicht, meßbar ist das aber !). Viele Nabenschaltungen mit mehr als 3 Gängen und hintereinander geschalteten Planetensätzen liegen im Wirkungsgrad unter 90 %, was nach meinen Urteil nicht akzeptabel ist. Hauptnachteil ist aber das größere Gewicht. Alle 8-,9-,11-,14-Gangnaben packen gegenüber einer Kettenschaltung immer ca. 1 [kg] Mehr-Gewicht ans Rad. Da soll man sich aber nicht von der japanischen Wäge-Methode täuschen lassen (Nackte Nabe ohne Antriebs-Ritzel, Achsmuttern und Schaltansteuerung; ca. 400 bis 500 [g] weniger !).
Als Vorteile stehen demgegenüber die Wartungsarmut, der geringere Verschleiß und die Möglichkeit die Kette zu kapseln. Nach dem Stand der Technik geht das am besten mit einem Chainglider. Bei mir laufen zwei Räder mit SRAM i-Motion 9 und Chainglider, beide ca. 18 000 [km] mit der ersten Kette. An einer Nabenschaltung kann auch ein Zahnriemen angebaut werden. Das ist teurer als Kette und Chainglider (Aber Manche schwören darauf !)
Das Orbea Katu macht keinen schlechten Eindruck. Ich meine aber, daß es sich für ein Nischen-Produkt (Wie es in Deutschland für alle Räder mit kleinen Laufrad-Durchmessern gilt) nicht richtig am Markt plazieren kann: Denn die Diamant-Form spukt in allen Köpfen Deutschland-weit herum, und demgegenüber nur ein leicht abgesenktes Oberrohr ist einer bestimmten Zielgruppe von Radlern (Denen, die das Bein nicht mehr richtig heben können) immer noch zu hoch. Diese möchten , besser brauchen einen tiefen Durchstieg.
Die schauen dann bei den Falträdern, obwohl auch da der tiefe Durchstieg eher selten ist (Vom Standpunkt der Konstruktion hat bei einem Einrohr-Rahmen ein tief-liegendes Rohr eher Vorteile, sofern das Sitzrohr sauber (Nicht nur an einem Punkt) angeschlossen ist). Meist landen die dann bei der Baumarkt-Kategorie (Der berühmt, berüchtigte Toiletten-Express vom Campingplatz !).
Es gibt gute Gründe für ein Radl mit kleinen Laufrädern. Sportliche Auslegung der Komponenten (Schaltung u.a.) Langstrecken-Tauglichkeit wären z B. bei einer Doppel-Strategie (Einmal zum Falten, Einmal starr) in Erwägung zu ziehen. Die Rahmen-Form könnte in Richtung der Tyrell-Falträder gehen. Natürlich ohne den Hinterbau "Unten durch" zu falten. Es kann auch eine Faltung um das Sitzrohr sein.
Mit dem Chainglider stößt Du in Deutschland auf Unverständnis. Meine erste Bekanntschaft nach einer Frage meinerseits, ob der technisch sinnvoll einsetzbar sei, wurde vom "Fachmann" mit: "Macht Geräusche und kostet viel Leistung " beantwortet. Von Geräuschen kann keine Rede sein, denn ein leiser Reifen übertönt den Chainglider und der Reibungsverlust hält sich mit ca. 0,6 [W] in Grenzen. Da wäre ich mal gespannt, was man als Verlust bei einer verdreckten Kettenschaltung im Durchschnitt bezgl. eines gegebenen Pflegeintervalls messen würde. Meine Vermutung: Es wird etwas mehr sein !
Die Drehbarkeit des Lenkers ist evtl. kein Problem. Diesen Speedlifter Twist solltest Du nachrüsten können (So weit ich mich erinnere gibt es den mit 22,2 {mm[ und 25,4 {mm] Durchmesser; bei einem Auminium-Gabelschaft könnte ein Proiblem auftreten, da der Innendurchmesser meist ca. 24 [mm] ist !).
Ich hoffe, Du kannst mit meinen Hinweisen etwas anfangen.

MfG EmilEmil

Antworten

Social Media