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Birdy City mit Alfine 11

Es muss nicht immer gleich die Werkstatt sein. Do-It-Yourself!
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Eifelrider
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Birdy City mit Alfine 11

Beitrag von Eifelrider » Do 3. Mai 2018, 22:08

Teil1: Die Bremse

Über den Winter bin ich fast täglich mit Birdy & Bahn zur Arbeit gependelt. Pro Richtung sind das zwischen 12 und 30km, je nach Gusto. Das hat recht gut funktioniert, aber ich hab mir natürlich gedacht: Da geht bestimmt noch was.
Eine Kettenschaltung hatte ich beim Kauf des Birdy nicht haben wollen, weil ich jeden Tag falten muss und so, wie ich mich kenne, ich mit Sicherheit die Hälfte der Zeit im falschen Gang gefaltet hätte... Die am City verbaute 8-Gang Nexus Nabe ging mir allerdings recht bald auf den Zeiger mit ihren unregelmäßigen Gangsprüngen und dem "weichen" vierten Gang. (Abgesehen davon finde ich es unlogisch, den Drehgriff zum Hochschalten nach hinten ziehen zu müssen. Aber das ist ein anderes Thema...)
Also hab ich mir mal die Alfine 11 näher angeschaut und mir kurz darauf ein gebrauchtes Teil geschossen. Die Nabe war ca. ein Jahr alt, gerade eingefahren und sah aus wie neu. Also schnell einspeichen lassen und mich an den Einbau gemacht, von dem ich euch hier berichten möchte.

Das 16er Ritzel von der Nexus hat auf die Alfine gepasst, soweit alles einwandfrei. Leider war der Spaß bei der Montage der Bremsscheibe schon vorbei: Bei der Alfine steht noch eine Art "Extraflansch" über den Montagering für die Scheibe. Daher hat der Centerlock-Verschluss die Scheibe nicht fest verriegelt. Ich bin dann auf die Suche gegangen und wurde fündig: Es gibt tatsächlich eine Distanzscheibe (https://www.bike-components.de/de/Shima ... 05-p31299/) speziell für die Alfine Naben, die auf die Bremsscheibe gelegt wird und mit der sich dann die Bremsscheibe verriegeln lässt. Damit konnte ich dann das Rad einbauen und den Schalthebel montieren. Soweit so gut, weiter in Teil 2.

Eifelrider
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Re: Birdy City mit Alfine 11

Beitrag von Eifelrider » Do 3. Mai 2018, 22:22

Teil 2: Bremszug und Schaltarm

Nachdem das Rad eingebaut und der Schalthebel angebaut war, ging's an's Verlegen des Schaltzugs. Der hat einwandfrei durch die vorhandene Außenhülle gepasst und die "Nuss", die in die Nabe eingeklinkt wird, war auch schnell montiert.
Bei der Alfine 11 läuft der Schaltzug allerdings zuerst oben über die Nabe, bei der Nexus verläuft der Zug unter der Nabe entlang. Dadurch ändern sich natürlich auch die Schaltarme, in die die Außenhülle des Zugs eingehängt wird. Bei der Alfine steht der Schaltarm direkt unter der Schwinge und ist so lang, dass er nur knappe 2cm vor dem Loch endet, in dem der Zug im Rahmen verschwindet. Knappe Kiste, funktioniert aber.

Dann wäre aber da noch die Kette. Die läuft auf der gleichen Höhe, auf der ich auch der Schaltarm befindet. Und bei der original Kettenlinie des Birdy schleift dann die Kette am Schaltarm. Nach Austausch des Hinterbau-Elastomers gegen die härtere grüne Variante (war ohnehin fällig) wurde es etwas besser, aber das Vögelchen klang immer noch wie eine Nähmaschine... Dazu gab es noch ein weiteres "Problem": Die unteren Gänge der Alfine 11 entsprechen ziemlich genau der Alfine 8 und damit auch der Nexus, die 11er hat also einfach im oberen Bereich noch drei Gänge mehr. Da brauche ich sie aber selten, dafür hätte ich lieber nach unten hin noch den einen oder anderen Gang in Reserve gehabt. Glücklicherweise ließ sich beides durch den Austausch des Ritzels lösen. Anstatt des geraden 16er RItzels habe ich nun ein (nach innen) gekröpftes 18er Ritzel verbaut. Damit kommt die Kette noch gerade so unter der hinteren Kettenführung durch, ist aber den entscheidenden (halben) Millimeter vom Schaltarm weg. Jetzt schleift da nichts mehr und ich hab' noch einen extra Berggang bekommen. Erkauft habe ich mir das mit einer minimal schräg laufenden Kette.
Mehr zum Ergebnis gibt's dann in Teil 3.

Eifelrider
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Re: Birdy City mit Alfine 11

Beitrag von Eifelrider » Do 3. Mai 2018, 22:50

Teil 3: Fahren und Falten

So modifiziert durfte das Birdy wieder seinen täglichen Betrieb aufnehmen. Und natürlich wurde es regelmäßig im Zug auch wieder gefaltet. Das funktionierte aus meiner Sicht erstmal einwandfrei: Alles passte wie vorher, die Kette springt genauso wenig ab wie mit der Nexus auch. Bis auf eine Sache: Am Schaltarm der Alfine ist ein Plastikdreieck angebracht, mit dem sich die Schaltung zur Entnahme des Zugs verdrehen lässt. Und offenbar habe ich, ohne es zu wollen, das Birdy meist im 4. Gang gefaltet. Dann steht aber dieses Dreieck ausgerechnet genau dort, wo im gefalteten Zustand die Achsmutter des Vorderrads hingehört. Und da das Vorderrad ja schon über den Vorbau festgeklemmt wird, hat es das Dreieck sauber vom Schaltarm gehebelt. Das ist erstmal ärgerlich, aber kein Beinbruch. Denn das Dreieck würde ja nur beim Ausbau des Rads / des Schaltzugs gebraucht. und dann läßt sich natürlich die Schaltung immer noch von Hand drehen, wenn auch nicht mehr so angenehm. Und beim nächsten Ausbau würde ich dann auch schnell einen neuen Schaltarm montieren, die Dinger liegen so bei 10 €.

Wie fährt sich das Ding aber nun? Und hat sich der Umbau gelohnt? Aus meiner Sicht ganz klar ja! Die Alfine läuft ja im Ölbad, wie die Rohloff Speedhub, und hat auch die gleichen regelmäßigen Gangsprünge wie die Rohloff (mit Ausnahme des 1. Gangs). Und das ist beides einfach wesentlich angenehmer als bei der Nexus. Es gibt nicht die dramatischen Wirkungsgrad-Änderungen zwischen den Gängen und man findet einfach viel leichter einen Gang, der passt. Außerdem läuft die Nabe ruhiger und irgendwie "weicher" als die Nexus. An den Triggerschalter in Verbindung mit der Nabenschaltung musste ich mich erst ein wenig gewöhnen, aber wenn man nicht gerade unter Last schaltet funktioniert das einwandfrei. Ich habe auch kein Problem damit, mehrfach drücken zu müssen, um mehrere Gänge durchzuschalten. Das muss ich beim Trekkingrad mit der 30er XT ja auch... Der 1. "Rettungsanker"-Gang ist durch das neue Ritzel viel brauchbarer geworden. Eigentlich könnte ich noch einen Gang nach unten gehen, um das Birdy noch steigfähiger zu machen, aber das geht nur noch über ein kleineres Kettenblatt, beim Ritzel ist die Maximalgröße erreicht.

Fazit: Das Birdy macht mir jetzt noch mehr Spaß als vorher. Allerdings gibt es offenbar schon Gründe, warum R&M das Birdy nicht serienmäßig mi der Alfine anbietet. Dazu zählt eben das "Hebelproblem" beim Schalten oder die nicht perfekte Kettenlinie. Bliebe noch die Frage der Haltbarkeit, die sich sicherlich erst in ein paar Monaten / Jahren (?) klären wird. Ich hatte ja längere Zeit mit einer Rohloff geliebäugelt. Und nachdem ich ein Birdy Rohloff testen konnte muss ich festhalten, dass die Rohloff schon nochmal deutlich mehr kann. Dafür ist sie aber in einigen Gängen auch lauter und in allen Gängen deutlich teurer, auch wenn sie natürlich länger hält...

Ich habe die Entscheidung für die Alfine jedenfalls bisher noch nicht bereut. Hoffen wir, dass das so bleibt!

EmilEmil
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Re: Birdy City mit Alfine 11

Beitrag von EmilEmil » Fr 4. Mai 2018, 09:29

Glückwunsch zum Umbau !
Größere Ritzel als 18 Zähne gibt es z B. unter:
https://www.kurbelix.de/esjot-steck-zah ... lber-grade
Es sollten alle 3-Nasen-Ritzel für Getriebenaben von Sram, Sturmey Archer oder Shimano auf die Aufnahme des Antreibers passen. Ob das auch für die speziellen Randbedingungen eines Birdy gilt, keine Ahnung !
Weiterhin ist natürlich auf die Größe des Eingangdrehmoments zu achten, deren Limit für jede Getriebenabe durch die höchstzulässige Festigkeit-Belastung gegeben wird. Dazu: Je größer das Ritzel (hinten), desto größer das Eingangmoment am Antreiber. Bei dem konkreten Wert für das Eingangdrehmoment hält sich "Onkel Bonze" Shimano sehr bedeckt. Nun, wer wagt, kann gewinnen oder eine Niete ziehen.
Die Normal-Auslegung einer Getriebenabe geht von 28" Rädern aus ( = 2,20 [m] Radumfang bei ca. 40 [mm] Reifenbreite, Falträder haben z B. für 20" und 40 [mm] ca. 1,55 [m] Umfang (Birdy noch weniger !), also drehen sich (für die gleiche Geschwindigkeit) die kleinen Räder schneller (2,20 [m]/1,55[m] = 1,42) und somit können die Ritzel hinten auch 142 % Größe haben. Damit sollte statt eines 18-er Ritzels auch ein 18 x 1,42 = 25,56, aufgerundet ein 26-er möglich sein. Eine Garantie kann ich selbstverständlich für diesen Hinweis nicht übernehmen. Für mich würde ich das aber machen, ausgenommen Birdy-spezifische Probleme würden das verbieten.

MfG EmilEmil

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