derMac hat geschrieben:...........
Außerdem stören größere Sprünge in den Berggängen irgendwie weniger als in den schnellen (eine gute Erklärung dafür hab ich noch nicht gefunden).
..................
Mac
Das ist auch meine Erfahrung:
Die Entfaltung steuert in Zusammenhang mit der Trittfrequenz die Fahrgeschwindigkeit. Die Fahrgeschwindigkeit gibt entsprechend den äußeren Umständen (Luftwiderstand,Steigung,Wind,Rollwiderstand von Reifen und Lagern u.a.) eine Leistungsanforderung vor, die der Radler an Muskelleistung zu erbringen hat. Ist die Muskelleistung kleiner, fährt der Radler langsamer (gezwungenermaßen

); ist sie größer, fährt der Radler schneller (automatisch

). Die folgenden Werte sind überschlägig einer Schwalbe Veröffentlichung "Widerstand beim Radfahren" entnommen.
Bei einer 5 % Steigung dominiert im Geschwindigkeitsbereich bis 20 [km/h] der Steigungswiderstand, so daß sich für den Gesamtwiderstand ein fast linearer Anstieg der Leistung mit der Geschwindigkeit ergibt (Luftwiderstand ist gering, Rollwiderstand steigt auch linear).
Über 20 [km/h] macht sich der Luftwiderstand (proportional v²) immer stärker bemerkbar, so daß auch der Gesamtwiderstand überproportional zunimmt.
Niedrige Entfaltung: (5 % Steigung !)
Bei konstanter Trittfrequenz bedeutet eine Entfaltungsänderung von 15 % (zB von 10 [km/h] auf 11,5 [km/h]) auch eine Vergrößerung der Leistungsanforderung von 15 % (zB von 130 [Watt] auf 149,5 [Watt]; Differenz 19,5 [Watt])
Große Entfaltung: (0 % Steigung! )
Bei konstanter Trittfrequenz bedeutet eine Entfaltungsänderung von 15 % (zB von 30 [km/h] auf 34,5 [km/h]) eine Vergrößerung der Leistungsanforderung von 52 % ( 1,15³ = 1,52); (zB von 225 [Watt] auf 342 [Watt]; Differenz 117 [Watt]).
Vor allem diese 52 % = 117 [Watt] zusätzliche Leistungsanforderung wird viel stärker wahrgenommen als die 19,6 [Watt] bei der "Bergfahrt".
Es sind nun verschiedene Ansätze gemacht worden, welche Stufung für den Radler optimal ist (ZB von Michael Gressmann in "Fahrradphysik und Biomechanik"): Letzlich hat mich das alles bisher nicht überzeugt. Denn neben biomechanischen (physiologischen) Erkenntnissen (die mir nicht besonders gut erforscht scheinen) müssen auch konstruktive Aspekte in eine Optimierung einfließen. Eine Nabenschaltung mit gleichmäßiger geometrischer Stufung macht unter dem Aspekt Gewicht Sinn, wenn verschiedene Planetensätze hintereinander gekoppelt werden. Darüberhinaus ist das Beispiel für diese Auslegung (Rohloff-Nabe) eine geschickt konstruierte 2x7 Nabe, wo die zweite Ebene nahtlos an die erste anschließt. Bei 2 oder mehr Ebenen verbietet sich eine variable geometrische Stufung (Wegen der Sprünge in der Stufung: Die Stufen sollten, wenn unterschiedlich, monoton abnehmende Stufen von "unten" nach "oben" haben!)
Mehrere Ebenen gibt es auch bei Kettenschaltungen (ausgenommen die 1-fach Versionen). Die 1-fach Version könnte mit einer variablen geometrischen Stufung (oben geringer, unten größer) ausgerüstet werden, wenn man vom Problem der "digitalen" Zähnezahlen absieht.
Wenn man mal ein Ritzelpaket von Shimano daraufhin (Stufensprünge) untersucht, so findet man etwas merkwürdige Tatsachen: So ist es mir bisher *) nicht gelungen, ein 10-fach Paket zu finden, das die Stufung 11,12,14,16,18,21,24,27,31,36 hat. Es geht immer mit 11,13 usw los.
Also ein Gebiet, auf dem noch einiges zu tun ist.
Edit: *) Sehr selten zwar, gibt es schon, ist aber nicht bezahlbar; 200 € oder 300 € für ein Verschleißteil wie eine Kassette halte ich für die meisten Radler für unsinning.
MfG EmilEmil