TomK hat geschrieben:Ich habe seit einigen Jahren eine Car-Sharing-Karte (ohne Grundgebühr), genutzt habe ich sie das letzte mal vor ca. 2 Jahren. Bahn + Faltrad ist bequemer.
Wieso genau?
Sieht dann für den Arbeitsweg so aus:
Per App nach dem nächsten Carsharing Auto suchen, buchen, hinlaufen, nutzen.
Derzeit stehen z.B. Car2Go circa alle 500-800m, viel weiter muss man da nicht laufen in Berlin. Ein Faltrad lohnt da eher nicht. Vielleicht aber ein Kick-Roller. Dann fährt man zum Büro und parkt es da wieder, meldet sich ab.
Bei sagen wir 20 min Weg und 29ct/min sind das dann 5,80 EUR, also etwa doppelt so teuer wie das ÖPNV Einzelticket.
Dafür hat das dann 20 min + 10 Hinlaufen = 30min gedauert.
Die selbe Strecke per ÖPNV dauert 50min, also 20 min länger.
Mit Faltrad+ÖPNV 35min.
Damit ist man aber etwas wetterabhängiger.
Sitzt allerdings dann entspannter im ÖPNV und kann diese Zeit u.U. sinnvoll nutzen, im Auto kann man dafür leichter ein paar Anrufe tätigen.
Schafft man sein Auto komplett ab, hat man in Berlin aber i.d.R. dann ein Monatsticket der BVG, jedes Carsharing würde also zusätzliche Kosten verursachen. Das ganze lohnt sich erst, wenn man ohne ÖPNV auskommt. Das ständiges Carsharing wäre dann aber einiges teurer. Kann aber funktionieren, wenn man normalerweise alle Strecken komplett per Rad macht (Faltrad) und nur ab und zu mal auf Carsharing wechselt.
Da frage ich mich, welche Situationen das sein könnten. Z.B. Abends zu "Ausgehfahrten", wenn Faltrad dabei stört und ÖPNV nicht mehr abdeckt. Oder bei Shitwetter? Für Fahrten raus aus Berlin? Da würde dann die Tagesgebühr von 39,- EUR fällig, schon happig. Ich hab da jetzt nicht so die Anwendungsfälle.
Insgesamt geht das aber schon mal in eine sehr sinnvolle Richtung. Die Zahl der geparkten Fahrzeuge wird so auf jeden Fall reduziert. Und potenziell wird so ein Auto wirtschaftlicher betrieben, d.h. langfristig könnten die Preise also so weit fallen, dass es auch bei ständiger Nutzung günstiger würde als ein eigenes Auto.
Ich glaube auch, dass man dank dieser Angebote als Berliner eher auf ein eigenes Auto verzichtet (das braucht man eh kaum) und eher mehr Fahrrad fährt.