Pibach hat geschrieben:.............
Die Alfine 8 hat ein Durchrutschproblem, speziell zw. 5 und 6 Gang. Das ist prinzipbedingt und bei allen Nabenschaltungen so. Die Alfine ist da noch die beste soweit (mal abgesehen von Rohloff, die ich aber nicht so gut kenne), weil sie mit "doppelter Klemmrollen-Kupplung" arbeitet (statt Sperrklinke).
Du kannst es mit genauer Justage des Zuges etwas optimieren. Außerdem Entlastung beim Schalten. Bis der Gang richtig fasst ist dennoch ja 1/4 Radumdrehung nötig. Die Verzögerung liegt im Bereich von Sekundenbruchteilen. .....................
@P.Pibach, ich muß Deine Aussagen etwas zurechtrücken:
Auch, wenn ich bisher nur Erfahrungen mit Sachs 3-Gang, Sram S7, i-Motion 9, und DualDrive (= verstärkte 3-Gang plus Ritzelaufnahme) habe: Die 3-Gang, S7 und DualDrive funktionieren problemlos, ein Durchrutschen der Sperrklinken findet nicht statt (Manchen Testern ist das dann wieder zu hart, weil deren Puddingbeine einen strammen Widerstand spüren!).
Die i-motion 9 hat da ein leichtes Manko, weil beim Rauf- oder Runterschalten zwischen 6 und 7 die Sperrklinken hin und wieder etwa eine Teilung durchrutschen (Auf 50 [km] 5 mal bei im Durchnitt 250 Schaltvorgängen auf 50 [km]). Alle anderen Gänge sind einwandfrei. Da besteht IMHO ein klarer Vebesserungsbedarf, der normalerweise im Zuge der Modellpflege geleistet wird. Nun haben sich die Kapitalisten von SRAM (Hardcore MtB-ler

) mittlerweile auf Grund von unsinniger Modellpolitik (Rückschrittnabe für die Deutsche Oma mit dem 1990-er Geburtsdatum u. a. !) total aus dem Getriebenaben-Bereich verabschiedet.
Wer sich keine Rohloff leisten kann, ist daher auf die Ergüsse des kindischen Spieltriebs der Fernasier (hier Shimano !) angewiesen : Ob die jemals eine Getriebenabe bauen werden, die richtig gut ist ?
Ich meine damit eine bezahlbare Mittelklasse mit ca 350 % Übersetzung; 8 bis 11 Gänge; Wirkungsgrad immer über 94 %; Masse um 1,5 [kg] mit allen Scheiben, Ritzeln, exklusive Schaltgriff und Bowdenzug (Nun komm bloß keiner und kolportiere die Massen der Shimano-Naben, die immer einer geschönten Wägemethode (alles Weggelassen außer der nackten Nabe) entspringen). Die haben also in der Hauptsache Schlitzohren, auch, wenn man vom Äußeren etwas anderes vermuten würde !
Die Raddrehung (Winkelgrade) als Meßgröße für die Schnelligkeit eines Schaltvorgangs scheint mir ungünstig gewählt: Wie will man das während der Fahrt einigermaßen korrekt feststellen ? Ich beziehe mich lieber auf den Kurbelwinkel. Da braucht kein Schaltvorgang bei den Getriebenaben bis auf die erwähnte Ausnahme länger als 20 [Grd] Kurbeldrehung. Zum Vergleich meine 10-Gang Zee-Schaltung (Kette !) benötigt ohne Last, also im Ständer, für einen Schaltvorgang zwischen 100 [Grd] und 220 [Grd] Drehung.
Für das Schalten einer Getriebenabe gibts 3 Methoden, die sich etwas unterscheiden:
1) Tretpause und damit auch Lastpause
2) Treten und dabei die Last deutlich reduzzieren
3) Geschickt eine Kurbelstellung wählen und damit den Schaltvorgang ( 20 [Grd]) in den beiden Minima des Drehmomentenverlaufs durchführen.

Das geringe Drehmoment-Minimum sollte jede Nabenschaltung konstruktiv (Festigkeits-mäßig) ertragen können. Immerhin darf eine Nabenschaltung nicht bei jeder Fehlbedienung auseinanderfallen. Spätestens, wenn es kracht, sollte Radler seine Tretkraft auf Null reduzieren.
Ich praktiziere meistens die Methode 1, weil ich diese wegen langer Gewöhnung verinnerlicht habe. Für Methode 2 und 3 muß ich mich schon sehr konzentrieren. Probiere ich aber hin und wieder.
Die Methode 3 scheint mir die geschickteste zu sein. Aber mich daran zu gewöhnen und sie zu verinnerlichen, werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr schaffen. Alte Gewohnheiten haben halt ein verdammt zähes Leben !
MfG EmilEmil