Motte hat geschrieben:Das wäre es. Wenn z.B. Sachs ( SRAM) die alte Orbit überarbeitet, mit besseren Planetenrädern und Dichtungen statt Luftlöchern, gezahhntem Freilauf, eigener Kassettenlagerung (also 4 statt früher 3).... umgeschaltet wurde ja schon robust über Vielzahn
Den Naben sah man die interne Schaltung kaum an - das wäre sogar noch schick obendrein.
Aber für ein Alltagsrad in hügeligem (Stadt-) Gelände ist die einfache Bedienung meist wichtiger - also nur ein Hebel und kein Nachdenken, ob der nächste Gang irgendwelche komischen Übersetzungssprünge bringt. Da außer Rohloff (und Pinion) keine Nabenschaltung richtige Untersetzungen mag und unter Last auch nicht schalten will, haben da Kettenschaltungen nach wie vor Vorteile. Das System steht dann aber in direkter Konkurrenz zu den E- Bikes. Und die nehmen in hügeliger Umgebung rasant zu, wie ich am Sonntag wieder feststellen konnte.
Die DualDrive hat die Orbit ersetzt, und dafür gibt es gute Gründe:
Bei einem Schnitt durch die Orbit erkennt man, daß das Planetengetriebe unter dem 2. größten Ritzel liegt. Sie kam Standard-mäßig mit einem Ritzel-Aufbau von 13-15-17-19-21-24, von denen die 4 größten ein Ritzelpaket und die beiden kleinsten ein anderes Ritzelpaket bilden. Zur Demontage wird der äußere Doppelzahnkranz abgeschraubt. Die 4 größten Ritzel sorgten für hinreichend Platz, um darunter die Mechanik der Schaltnabe zum größten Teil zu verbauen (Ein kleinerer Teil wie äußere Sperrklinken, innere Sperrklinken, Sperrklinkenträger und Schubklotz, ragte über den rechten Nabenflansch in die Mitte der Nabe. Der heute gängige Freilauf (8,9,10,11-fach) ist im Durchmesser kleiner und hat für einen Planetensatz keinen Platz. Einen einfachen Planetesatz kann ich immer so ansteuern, daß er neben 1:1 sowohl eine Untersetzung als auch eine Übersetzung bietet. Jede 2-Gang-Nabe mit einem Planetensatz ist prinzipiell eine verkappte 3-Gang-Nabe. Natürlich spare ich dabei die Ansteuerung eines dritten Gangs. Das kann deshalb auch nicht besonders viel Gewicht einsparen.
Kein Maschinenbauer auf der Welt wird es befürworten, ein Getriebe unter Last zu schalten. "Unter Last schaltbar" ist ein reines Geschwätz von Werbe-Fuuuzzies. Da Du, @Motte, viel länger als ich an Rädern Kombi-Schaltungen fährst (gefahren hast), ist Dir sicher bekannt, daß ein Schaltvorgang bei einer Getriebenabe viel kürzer ist als bei einer Kettenschaltung. Ich hab ja schon mehrfach daraufhin gewiesen, daß man zum Schalten einer Getriebenabe geschickterweise die Lastminima des Muskelantriebes ausnutzen kann. Aber selbst mit Zurücknehmen des Pedaldrucks oder kleiner Schaltpause ist man deutlich schneller als bei einer Kettenschaltung.
Mit der einfachen Bedienung gebe ich Dir im Hinblick auf die Mehrzahl der Radler recht. Trotzdem fährt die Mehrheit der Kettenschalter eine 3-fach Schaltung mit getrennten Hebeln. Sehr unschön ist es aber zB, wenn ein Trigger für die DualDrive kryptische Schaltsymbole aufweist, die ein gutes Drittel der Menschheit (die über 50-Jährigen) nicht ohne Lesebrille erkennen kann. Warscheinlich läßt Shimano deshalb eine Ganganzeige ganz weg (Hab ich leider zu spät bemerkt, hätte sonst andere Trigger (Rapidfire) für die Zee Schaltung geordert).
Zu den Elektropanzern: Die vermehren sich nicht nur in hügeligem Gelände. Die Entwicklung geht eindeutig in Richtung Elektro-Moped. Dh. diese Dinger werden die Eigenschaften eines guten Fahrrades in wenigen Jahren völlig verdrängt haben. Der Elektro-Antrieb bügelt alles platt.
Und das wird so weit gehen, daß ein Fahrrad von heute dann ein solcher Exot sein wird, daß alle Leute auf der Straße stehen bleiben und ausrufen "Schau mal, ein Nostalgie-Fahrrad zum Strampeln ". Denken tut man, "Der(Die) arme Mann (Frau), er (sie) kann sich noch nicht mal ein E-Bike leisten !"
MfG EmilEmil