Harry hat geschrieben:Ich dachte immer, das Nippelbett bei solchen Felgen sei so, dass sich der Nippel variabel nach der Speiche drehen/richten kann!? [/url]
Ja. Im Prinzip schon. Der Nippel sitzt aber so wie Emil das super beschrieben hat auf der Innenseite der Felgenwand, die ist ca 1mm dick (geschätzt). Und biegt sich um diese 1mm dicke Wand. Liegt auch daran, dass man die Nippel gar nicht so schräg stellen kann, da man die sonst mit dem Park Tool nicht mehr drehen kann. Die stehen also zangsläufig senkrechter als die sehr schräggestellten Speichen.
Mir ist noch aufgefallen, dass die Originallnippel zwar auch 12mm lang sind und aus Alu, der aufliegende Kopf ist aber nicht abgerundet sondern plan. Ausserdem haben sie eine Schlitzung (Photos folgen). Beides ist nicht so sinnvoll. Vielleicht bringt es schon was, alle Nippel auszutauschen?
Ansonsten ist mit neuen Nippel die Torsionskraft auf die Speichen gering, ein Speichengegenhalter gegen Verdrehen ist nicht erforderlich. Mit den alten Nippeln kann die Reibung dagegen erheblich sein, mir hat es beim Festziehen eine Speiche abgeschert (Photo folgt).
Loch etwas anschleifem, ja, da bräuchte man einen ganz feinen Fräßkopf und am besten einen kleinen Akkubohrer, dann in Zugrichtung die Kerbkante wegschleifen, nur ca 0,1mm. Hieße, dass man jede Speiche aussspeicht und alle Löcher etwas anschleift. Geht vielleicht auch mit einer sehr dünnen Rundfeile, gibt es sowas? Das wäre alles denkbar. Ich hab für sowas aber nicht das passende Werkzeug. Würde so eine Bearbeitung auch nur als letze Möglichkeit erachten.
Grundsätzlich sollte man wohl besser die starke Spreizung/Schrägstellung der Speichen verhindern. Ich hab nun eine Idee, was man grundsätzlich machen müsste: Die Kreuzung der Speichen geht ja immer so, dass 2 Lochstellen ausgelassen werden, also sehr starke Spreizung. Das erscheint mir als zu viel. Die America Classic Nabe hat ja schon einen hohen Nabenflansch. Man könnte auch so umspeichen, dass nur jeweils eine Lochstelle ausgelassen wird. Wenn man das Laufrad erstmal so vor sich hat, geht das Umspeichen recht schnell von der Hand, kein großes Ding. Allerdings braucht man für dieses andere Kreuzungsschema etwas kürzere Speichen. Wäre die Frage, welche Länge, jetzt sind ja 183mm drin, die gibt es dann noch in 181, 179, 175, 171 und schließlich 169mm. Werd ich mal ausmessen.
Man könnte auch die Nichtantreibsseite radial einspeichen und nur die Antriebseite kreuzen, wäre auch denkbar. Ich glaub aber die Torsionskräfte verteilen sich ziemlich gleichmäßig auf beide Seiten, also Antriebs- als auch Nichtantriebsseite. Die Speichenspannung auf der Nichtantreibsseite ist wegen des Versatzes aber etwas geringer, hier käme man theoretisch also mit weniger Speichen aus, das lässt sich aber bei dem Kinetix Pro nicht realisieren (hat ja schon so wenige Speichen). Man könnte aber für die Antriebsseite etwas zugfestere Speichen nehmnen als die Sapim Laser. Welche könnten das dann sein? Idee?
Bevor ich nun andere/kürzere Speichen bestelle und anderes Speichenschema durchziehe bei meinen beiden Kinetix Pro Hinterrädern, würde ich alle Speichenbruchgeplagten mit Kinetix Pro mal bitten, die Bruchstelle zu beschreiben. Also ob die wirklich systematisch immer an der Kerbung (Kontaktstelle mit der Felge) bricht, oder ob es da auch andere Fälle gibt. Dann, ob das immer nur die Antriebsseite betrifft. Bei mir war das in den 3 Fällen so. Der Versatz (Dish) der American Classic ist allerdings nur ganz minimal, also haben auch die Nichtantriebs-Speichen recht viel Spannung, könnten also auch reissen. Dann gibt es ja immer 2 Löcher bei diesen paarweisen Speichen, die sind ca 1cm auseinander. Die Speiche, die in das "entferntere" läuft hat noch mehr Schräglauf. Ich hab jetzt den Speichenbruch allerdings an dem "näheren". Dieser 1cm Unterschied ist aber auch gering (aber sichtbar).