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Re: Führerschein für Pedelecs?
Verfasst: Mo Jan 23, 2012 7:55 am
von Motte
Nur der Papst ist unfehlbar - und selbst das nur in Glaubensfragen - alle anderen darf man beim Wort nehmen und kritisieren.
Ich habe diesen einen Artikel kritisiert - nicht die Person dahinter. Und der Artikel mag hervorragend geeignet sein um Radweggegner bei der Stange zu halten - kritische Denkanstöße für Menschen die selber denken können und sich der Thematik nähern wollen liefert er nur wenige.
Re: Führerschein für Pedelecs?
Verfasst: Mo Jan 23, 2012 8:01 am
von Rone
Ich wollte mit "de.rec.fahrrad" signalisieren, aus welcher Ecke die gute Frau kommt. Wer dort regelmäßig mitschreibt, muss offiziell gegen Helme, Radwege usw. sein. Der Inhalt ist dann nur erwartungskonform
Edit: Hier mal die private Webseite der Frau:
http://www.erika-ciesla.de/
Re: Führerschein für Pedelecs?
Verfasst: Mo Jan 23, 2012 9:54 am
von frankd
Also ich fahre sehr viel auf Berlins Straßen, auf Radwegen neben der Straße, auf Radstreifen auf der Strasse und auf der Strasse direkt. Rechtsabbieger sind immer gefählich, egal wo man sich befindet.
Wenn der Rechtsabbieger trieft, dann kann man nur hoffen, daß man schnell reagiert. Darum versuche ich immer, vorausschauend zu fahren. Also wenn ich auf dem Radweg fahre und der Rechtsabbieger fährt noch, dann bremse ich lieber bis ich erkenne, daß der Rechtsabbieger mich erkannt hat. Ein Problem ist, daß Rechtsabbieger gerne dicht machen, die biegen nach rechts bis zu den Fußgängern ab und stehen dann genau dort, wo ich langfahren will.
Und auf der Strasse, da wird es dann ganz wild, gerade die Parker in der 2. Reihe, die z.B. in Berlin-Wedding alle 100 m stehen respektieren absolut nicht irgendwelche Radstreifen oder Radfahrer. Da ist immer Ausweichen auf die andere Spur notwendig, wo natürlich der Verkehr braust. Und vor Kreuzungen wird auch schon mal schnell überholt, um dann genau vor einen zum Rechtsabzubiegen hinzustellen. Da kann es dann passieren, daß man erst die nächste Ampelphase herüberkommt.
Lustig sind auch Baustellen, wo die Spuren noch schmaler werden und manche Autofahrer denken, daß man trotzdem an dem langsamen Radfahrer vorbei muss.
Was ich sagen will, man kann mit seiner eigenen vorausschauenden Fahrweise eine Menge kritischer Situationen gut überstehen, besonders wenn man dies auf dem Radweg anwendet. Auf der Strasse ist man nun mal Verkehrsteilnehmer, aber leider der Schwächste, Gefährdeste und Langsamste. Oder hat schon mal ein Radfahrer einen Brummifahrer aufgeraucht.
Daß so viele Unfälle passieren, ist zum Teil auch auf die Fahrweise mancher Radfahrer zurückzuführen. Ob nun bei Rot über die Kreuzung, entgegen der Fahrtrichtung oder gleich auf dem Bürgersteig, Radfahrer jeglichen Geschlechts mißachten doch sehr oft die StVO, obwohl sie eigentlich bekannt sein müßte.
Re: Führerschein für Pedelecs?
Verfasst: Mo Jan 23, 2012 11:46 am
von Motte
Rone - dann war das ein Missverständnis - hatte es genau anders herum verstanden.
Re: Führerschein für Pedelecs?
Verfasst: Mo Jan 23, 2012 1:07 pm
von Pibach
Motte hat geschrieben:Das ist ein ausgesprochen polemischer und von ganz wenig Ahnung von Verkehrsrecht getragener Artikel.
Also ich finde den Artikel auch zu alarmistisch. Liegt aber wohl auch daran, weil sie wachrütteln will.
@Rone, "de.rec.fahrrad" kann ich nicht zuordnen, ist das eine politische Gruppierung?
Inhaltlich trifft der Artikel aber die Schwachpunkte der Fahrradwege.
"Kein Verkehrsplaner der Welt wäre so bescheuert, eine Spur für Geradeausfahrer rechts von einer Rechtsabbiegespur anzulegen!"
- die logische Konsequenz kann dann ja wohl nur die Pflicht des Radfahrens auf der linken Fahrspur oder ein generelles Fahrradverbot sein. Wo sind die Räder denn sonst bei einem markiertem Radweg auf der Fahrbahn oder einer Fahrbahn ohne Radweg, wenn nicht rechts vom Rechtsabbieger.
Ich sehe da sehr unterschiedliche Möglichkeiten, das anders zu gestalten. Z.B. diese "Velo-Weiche" in Lemgo.

Oder hier Vorher/Nachher Ansicht München Maximilianstr

Re: Führerschein für Pedelecs?
Verfasst: Mo Jan 23, 2012 1:31 pm
von Muc-Falter
Pibach hat geschrieben:
@Rone, "de.rec.fahrrad" kann ich nicht zuordnen, ist das eine politische Gruppierung?
Scheint eine Google Interessengruppe zu sein:
http://groups.google.com/group/de.rec.fahrrad/topics
LG
Michael
Re: Führerschein für Pedelecs?
Verfasst: Mo Jan 23, 2012 1:34 pm
von Rone
Pibach hat geschrieben:@Rone, "de.rec.fahrrad" kann ich nicht zuordnen, ist das eine politische Gruppierung?
Nein, dass ist eine Newsgroup (NNTP). Zu abonnieren über geeigneten Mail/Newsreader (z.B. Thunderbird) oder Google Groups.
Die Bilder sind übrigens recht anschaulich. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in Zukunft mehr Streifen auf den Straßen sehen werden, weil ein bisschen Farbe deutlich billiger als ein gepflasterter Radweg auf dem Hochbord ist. Noch billiger dürften Tempo-30-Schilder und das Weglassen sämtlicher Radwege sein. Für Wohngebiete und wenig befahrene Straßen in der Urbanisation halte ich das auch für die beste Wahl.
Re: Führerschein für Pedelecs?
Verfasst: Mo Jan 23, 2012 1:36 pm
von Rone
Muc-Falter hat geschrieben:Scheint eine Google Interessengruppe zu sein:
Nein, de.rec.fahrrad gab es schon lange vor Google! Aber ja, die haben eine Webschnittstelle zum
Usenet.
Re: Führerschein für Pedelecs?
Verfasst: Mo Jan 23, 2012 6:05 pm
von TomK
@Rone - Fahrstreifen stellen vor allem die Sichtbeziehung weitestgehend wieder her und erlauben ein Ausweichen. Hindernisse und Verschwenkungen sind deutlich weniger als auf Hochbordradwegen...
Ihr Vorteil ist das auf den separaten Fahrspuren mit unterschiedlicher Geschwindigkeit gefahren werden kann. Allerdings ist dies auch ihr Hauptnachteil. So fahren häufig Autofahrer mit zu wenig Seitenabstand vorbei. Ausreichende Breite und Sicherheitsabstände (parkende KFZ!) entschärfen dieses Problem.
@frankd Natürlich hat man eine eigene Verantwortung vorrausschauend zu fahren. Allerdings gilt nicht das Recht des Stärkeren. Oder anders gesagt der Autofahrer hat die Pflicht dir den Vorrang zu gewähren aber du hast nicht das Recht im konkreten Fall darauf zu bestehen. Ich fordere die Pflicht des Autofahrers ein.
Ob nun bei Rot über die Kreuzung, entgegen der Fahrtrichtung oder gleich auf dem Bürgersteig, Radfahrer jeglichen Geschlechts mißachten doch sehr oft die StVO, obwohl sie eigentlich bekannt sein müßte.
Das ist richtig. Allerdings müssen wir hier nach den Ursachen für das Fehlverhalten suchen. Nur immer höhere Strafen fordern ist nicht förderlich. Ich denke beispielsweise das Geister- und Gehwegradler vor allem der Verkehrspolitik geschuldet sind. Die Verkehrsführung schreibt dieses Verhalten zu häufig vor.
Das Rot hat häufig mit den Ampelschaltungen zu tun. Fußgänger und Radfahrer sind hier gleichermaßen betroffen. Je länger die Umlaufzeiten einer Ampel, um so häufiger hast du dort Rotlichtsünder. Kennst du diese Stellen wo du zwei mal um Grün per Knopf betteln musst? Lustig ist auch wenn ein Zweirichtungradweg alle paar hundert Meter die Straßenseite wechselt und man jeweils 2-3 Ampeln queren muss.
Ich denke dass sich jeder an die Regeln der StVO halten muss, aber ich halte es für wenig realistisch auf die Einhaltung der Regeln zu pochen ohne gleichzeitig die Ursachen für ein Fehlverhalten zu analysieren und eventuell zu beheben.
Re: Führerschein für Pedelecs?
Verfasst: Mo Jan 23, 2012 8:09 pm
von Pibach
Allerding ist die Schuldqutote bei Unfällen bei Autofahrern und Fahrradfahrern etwa ähnlich, es sind also nicht überwiegend Fahrradfahrer die den Unfall verursachen (der Eindruck könnte bei der Diskussion entstehen). Wobei die Folgen durch das Verschlulden der Autofahrer natürlich ungleich höher sind (Fahradfahrer gefährden/verletzen den Autofahrer zwar auch manchmal, aber meist ist das umgekehrt).
Da Fahrradfahrer die STVO wohl viel häufiger übertreten als Autofahrer (und offenbar also in den allermeisten Fällen keine Unfälle dabei entstehen) scheint dies also nicht maßgeblicher Faktor zu sein. Was ja auch einigermaßen einleuchtet: der Fahrradfahrer wird die STVO nur dann übertreten, wenn er sich sicher fühlt, und andernfalls ohnehin mit einer Gefährdung seiner Gesundheit bezahlt. Denke also hier mehr Kontrollen einzuführen oder überhaupt hier anzusetzen führt zu nichts, ausser zu weniger Radfahrern.