Die Größe des Federwegs ist natürlich eine Frage, die vor dem Anbau diskutiert werden muß. 200 [mm] oder 150 [mm] wie für Mtb-Downhill oder -Allround sind für Falträder (Trekkingräder) sicher nicht nötig. Aber 80 [mm] oder 100 [mm] dürfen es schon sein (IMHO). Der Hintergrung ist der in Diskussionen oft vergessene Negativ-Federweg. Da plädiere ich nach meinen Erfahrungen mit einem 26" Gerät für ca 30 [mm]. Bei 100 [mm] (Gesamt-) Federweg sind das 30 %. Für 20" oder kleiner ist das noch viel wesentlicher, da diese Laufräder "besser" in die Schlaglöcher reinfallen. Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Einstellbarkeit der Federkennlinie: Bei durchschnittlichen Werten von Rad = 15 [kg] und Radler = 75 [kg] hat man ein Massenverhältnis von 5:1. Mit etwas Gepäck (25 [kg] hinten und 5 [kg] vorn) und Übergewicht (15 [kg] ergibt sich ein Verhältnis von 8:1. Eine ähnliche Rechnung kann man für Mindergewicht machen.
Daraus ergibt sich die Forderung nach einer einfachen Anpassung der Federung. Zum Glück für die Fahrradgemeinde haben die Mountainbiker mit ihrer wenig "Schwäbischen" Ausgabenfreudigkeit dafür gesorgt, daß es bezahlbare technische Lösungen gibt (Federelemente über Luftdruck steuerbar).
Die Gegenwart bei den Falträdern sieht bzgl dieser Frage etwas traurig aus: Die angebotenen Lösungen nehmen den Käufern eine Menge Geld für halbherzige Technik ab. Namen der Hersteller (Grattler) will ich gar nicht nennen, da sonst von den Parteigängern dieser Marken ein Schietsturm losgetreten wird.
"Vorsprung durch wenig Technik für viel Geld"
Unterhalb der Lösungen aus dem MtB-Cross-Country Bereich sind Federungen auf Elastomer-Basis denkbar, bei denen trotz guter Ansprechbarkeit geringes Gewicht, akzeptabler Federweg, geringe Wartung und geringe Kosten eine Rolle spielen könnten. Für eine Anpaßbarkeit muß dann (wie zum Teil heute auch) das Elastomer ausgewechselt werden (Möglichst einfach !). Man kann aber erwarten, daß die geringen Kosten auch an den Käufer weitergegeben werden.
Eine Federung allein hinten ist für mich nicht akzeptabel !
Und wenn schon 26" Räder von der Federung profitieren, gilt das umsomehr für kleinere Läufräder (20" u.a.). Wieviel Mehrkosten und Mehrgewicht ein Käufer für eine Federung akzeptiert, muß er selber entscheiden. Denn das ist unabhängig von der Sinnhaftigkeit einer Radl-Federung. Schön wäre es, wenn da das Angebot vergrößert würde. Denn in der Gegenwart werden die meisten Käufer mit dieser Entscheidung gar nicht konfrontiert.
EmilEmil