Sehr nett finde ich ja diese "Wood Gas Stoves", Doppelwandprinzip mit Primär- und Sekundär-Verbrennung. Sowas schluckt alle Arten von Brennstoff, also neben Holz oder Pallets auch Alkohol, sowie auch Benzin, Petroleum/Lampenöl, Sonnenblumenöl oder andere Bio-Masse. Verbrennt sehr heiß und effektiver als die einwandigen "Rocket Stove" Varianten, nahezu ohne Ruß.
Das angewendete Holzvergasungs-Prinzip ist recht ausgeklügelt:
D.h. die sich erhitzende Luft in der Doppelkammer erzeugt einen Sog. Und zieht dabei auch Gase aus dem Brennraum! Und zwar im Verhältnis der Lochgrößen, das muss also richtig gewählt werden (funktioniert sonst zwar auch aber nicht so effizient und rußfrei). Die Sekundärverbrennung entsteht, wenn das Luft-Gasgemisch über die obere Lochreihe wieder dem Brennraum zugeführt wird. Die Hitze zieht überwiegend nach oben, aber z.T. auch nach unten und erhitz und vergast das Brennmaterial.
Es gibt nach diesem Prinzip kommerziell die Modelle "Solo Stove" oder den zerlegbaren "Wild Wodgas Stove MK IIT2". Gibt auch "faltbare". Diese Biolitestoves mit Thermo-Strom-Wandler incl. USB-Ladebuchse für Smartphones. Oder von World Stove's Beaner Stove, einfach eine Röhre mit paar Löchern drin. Die Außenwand muss man dazu selber erstellen aus einer Coladose.
Vielleicht passt in die Coladose auch eine Red Bull Dose? Müsste man mal austesten. Sowas würde dann jedenfalls sehr schön leicht.
Auch eine sehr gute Idee ist es, einfach einen doppelwandige Thermoskanne oder, kleiner, einen Thermobecher zu benutzen, siehe folgendes Video:
Pibach hat geschrieben:Sehr nett finde ich ja diese "Wood Gas Stoves", Doppelwandprinzip mit Primär- und Sekundär-Verbrennung. Sowas schluckt alle Arten von Brennstoff, also neben Holz oder Pallets auch Alkohol, sowie auch Benzin, Petroleum/Lampenöl, Sonnenblumenöl oder andere Bio-Masse. Verbrennt sehr heiß und effektiver als die einwandigen "Rocket Stove" Varianten, nahezu ohne Ruß.
Das ist alles sehr nett, aber für "ich will mir mal schnell einen Kaffee machen" IMO nicht ideal. Und dass es nicht rußt gilt auch nur für den Fall, dass es perfekt funktioniert. Wo hast du eigentlich her, dass man solche Kocher auch mit Flüssigbrennstoffen betreiben kann? Ich halte das für keine gute Idee.
derMac hat geschrieben: Wo hast du eigentlich her, dass man solche Kocher auch mit Flüssigbrennstoffen betreiben kann? Ich halte das für keine gute Idee.
Also mit Spiritus wird das ja viel gemacht.
Bei Petroleum muss das Teil die enorme Hitze abkönnen. Und man muss wohl einen Capilar-Verdampfer einsetzen, z.B. Watte oder Toilettenpapier.
Ansonsten ist das auch nicht anders als in modernen Öl-Heizungskesseln.
Hab mir mal die Dosen angeschaut. Red Bull passt perfekt in eine (alte) Cola!
derMac hat geschrieben: Also mit Spiritus wird das ja viel gemacht.
Bei Petroleum muss das Teil die enorme Hitze abkönnen. Und man muss wohl einen Capilar-Verdampfer einsetzen, z.B. Watte oder Toilettenpapier.
Ansonsten ist das auch nicht anders als in modernen Öl-Heizungskesseln.
Verlink doch einfach die Stelle wo du das her hast.
Spiritus geht natürlich, wenn man einen Spiritusbrenner reinstellt, aber IMO nicht "einfach so" als Standardeigenschaft der Kochers. Bei Petroleum und anderen "Ölen" wird vermutlich viel Ruß rauskommen, aber es wird irgendwie abbrennen. Man könne einen Blue-Flame-Brenner mit Docht reinsetzen, aber das wäre dann wieder keine Eigenschaft des Holzkochers. Benzin verbrennt man nie offen, da es stark zu Stichflammen und Verpuffungen neigt. Alle mir bekannten Benzinkocher verfügen über einen Vergaser.
derMac hat geschrieben:
Spiritus geht natürlich, wenn man einen Spiritusbrenner reinstellt, aber IMO nicht "einfach so" als Standardeigenschaft der Kochers. Bei Petroleum und anderen "Ölen" wird vermutlich viel Ruß rauskommen, aber es wird irgendwie abbrennen. Man könne einen Blue-Flame-Brenner mit Docht reinsetzen, aber das wäre dann wieder keine Eigenschaft des Holzkochers. Benzin verbrennt man nie offen, da es stark zu Stichflammen und Verpuffungen neigt. Alle mir bekannten Benzinkocher verfügen über einen Vergaser.
Ja, flüssig Brennstoffe muss man ein Schälchen reinstellen, Boden hat ja normalerweise Löcher. Ist aber auch grundsätzlich möglich, die Löcher etwas höher zu setzen, dann geht das ohne extra Einsatz.
Bei Öl wird es wohl rußen, aber wohl deutlich weniger als bei einer Öllampe. Kommt auf die erreichte Hitze an. Dieses Dopellbrenner Prinzip ist ja auch eine Art Vergaser. Um die Vergasung zu verbessern kann vielleicht auch eine Kupferspirale durch den Brennraum legen. Und eine Brennstoffleitung mit externem Tank...
Konkrete Anwendungen mit Öl aus der Praxis würden mich auch interessieren, Links hab ich dazu keine parat.
Reicht aber auch mit Holzpellets, dann ist so ein mini Woodgasstove auch etwa so schnell betriebsbereit wie ein Gaskocher.
Hab mal eine 0,5er Holzten Dose aufgeschnitten und eine 330ml Energiedrink reingestellt. Siehe Bild. Luftspalt sollte ausreichen. Gibt ansonsten ja auch 250ml Energiedrinks, aber das geht dann wieder auf Kosten des Brennraumes. So eine leere Bierdose wiegt übrigens 20g (komplett, mit Boden und Deckel). Die sind erstaunlich hartnäckig bei der Bearbeitung, ziemliche Fummelei mit der Stahlsäge. Wohl besser mit Bastel-Skalpell. Jetzt noch die Frage, wie ich da das Unterteil wieder drüber bekommen und dann Löcher rein. Angeblich soll man die mit Wasser voll machen und ins Eisfach, um Gegendruck für den Bohrer zu erzeugen. Mal schaun.
Ansonsten ist mir aufgefallen, dass es Teelichter in unterschiedlichen Größen gibt, diese hier passen ohne weite Bearbeitung ineinander. Paar Knicke rein und man hat einen Sideburner Micro Stove.
Pibach hat geschrieben:Ja, flüssig Brennstoffe muss man ein Schälchen reinstellen, Boden hat ja normalerweise Löcher. Ist aber auch grundsätzlich möglich, die Löcher etwas höher zu setzen, dann geht das ohne extra Einsatz.
Hast du das ausprobiert oder einen Link dazu? Wenn nein, woher weißt du, dass es geht? IMO kann man Spiritusbrenner nicht beliebig vergrößern und die Holzkocher sind schon ein ganzes Stück größer als die üblicherweise sind.
Bei Öl wird es wohl rußen, aber wohl deutlich weniger als bei einer Öllampe.
Auch hier, hast du das ausprobiert? Eine gut eingestelle Öllampe mit Runddocht rußt übrigens nur sehr wenig.
Kommt auf die erreichte Hitze an. Dieses Dopellbrenner Prinzip ist ja auch eine Art Vergaser.
Aber IMO kein für Benzine und Öle geeigneter.
Ich finde es schon sehr bedenklich, dass du hier schon wieder unbestätige und zumindest im Fall von Benzin auch sehr gefährliche Vermutungen als Fakten darstellst. Im iNetz findet sich schnell jemand, der das dann auch mal einfach so ausprobiert.
derMac hat geschrieben:Ich finde es schon sehr bedenklich, dass du hier schon wieder unbestätige und zumindest im Fall von Benzin auch sehr gefährliche Vermutungen als Fakten darstellst. Im iNetz findet sich schnell jemand, der das dann auch mal einfach so ausprobiert.
Ich finde das ganz nettes Thema und Du sprichst da schon wesentliche Fragen an. Aber irgendwie hast da eine rege Phantasie, was Du in meine Sätze hineininterpretierst
Man kann da nicht einfach Alkohol oder Benzin reinkippen - ohne Holz drin oder eine andere Konstruktion, die die Flüssigkeit hält, bindet und vergast. Soweit doch klar.
Wenn Pellets oder ähnliche geeignete Vergaser drin sind kannst Du Lampenöl reinspritzen und abbrennen. Das lodert halt tierisch auf und es ist schwierig, das passend kontinuierlich zuzuführen. Benzin ins offene Feuer sollte man bleiben lassen, auch klar. Man kann aber einfach Holz oder auch Toilettenpapier tränken und dann in kleinen Portionen nachwerfen, das sollte gut gehen.
Wikipedia schreibt zu Hobokochern: "Hobokocher mit geschlossenem Boden oder einem entsprechenden Einsatz können auch mit Flüssigbrennstoffen betrieben werden. Um der Gefahr von Stichflammen und Verpuffungen zu begegnen, wird empfohlen, stark flüchtige Brennstoffe wie Spiritus oder Benzin in einer Schicht aus Sand zu binden."
Für Alkohol stellt man den Brenner einfach rein, so wie hier beim Solo Stove:
Video-Beispiele konkret zu Verbrennung von Lampenöl oder Benzin in einem Wodgas Stove hab ich nicht gefunden.
Gibt aber diverse Videos, wo Altöl in einem "Rocket Stove" (Kaminbrenner mit Brennmaterial-Zuführung, nicht unbedingt mit Sekundärluftzufuhr wie ein Wodgas Stove) verbrannt wird. Damit das - bei Altöl - effizient brennt und nicht zu sehr rußt, muss der Kamin aber sehr hoch sein und hohe Temperaturen herrschen (> 500 Grad). Z.B. mit einer tröpfelnden Zuführung wie sowas hier:
Die Tropfen werden da durch die Hitze und den Luftstrom vergast und verwirbelt, um dann zu verbrennen. Geht ja immer darum, den Brennstoff gasförmig zu bekommen und dabei passend mit Sauerstoff zu vermengen. Diese Druckvergaser sind dabei nur eine Methode. Das funktioniert auch über Kapilarvergasung, also wie beim Lampendocht. Aus einem Docht geht aber nur kleine Flamme, da sowohl der kapillare Transport also auch Luftaustausch begrenzt ist.
Mit mehreren Dochten plus dem Kamineffekt lässt sich die Verbrennung aber steigern. Entsprechende Docht-Heizbrenner für Benzin oder Petroleum sind sehr verbreitet in der "3. Welt", die sind recht ähnlich so einem Woodgas Stove konstruiert. Hier gibt es z.B. einen kommerziellen dochbasierten Kerosinbrenner. Sehr erschwinglich ($24,-) und mit 0.85kg noch halbwegs reisetauglich. Eine ähnliche Dochtkonstruktion sollte auch in einem Woodgas Stove ordentlich verbrennen. Eine Mini-Zeltheizung wäre ja auch nett.
Ansonsten hab ich hier noch eine schöne Bastelanleitung für einen Dosen "Hybrid Rocket Woodgas Stove" gefunden, doppelwandig mit Sekundärverbrennung (wie ein Woodgas Stove) und mit einer gut gemachten Brennholz Zuführung (wie ein Rocket Stove):
Pibach hat geschrieben:Mit mehreren Dochten plus dem Kamineffekt lässt sich die Verbrennung aber steigern. Entsprechende Docht-Heizbrenner für Benzin oder Petroleum sind sehr verbreitet in der "3. Welt", die sind recht ähnlich so einem Woodgas Stove konstruiert. Hier gibt es z.B. einen kommerziellen dochbasierten Kerosinbrenner. Sehr erschwinglich ($24,-) und mit 0.85kg noch halbwegs reisetauglich.
Solche "Blue Flame Brenner" - falls der überhaupt eine blaue Flamme erreicht, der wirkt doch sehr billig gemacht - sind als Heizung tatsächlich recht verbreitet (ich hab sowas auch), als Kocher (oder Lampe) aber nicht ideal, da vergast man besser wenn man schnell hohe Leistung haben will. Bei einer Heizung will man den Brennstoff aber gar nicht so schnell durchjagen sondern eine langsame gleichmäßige Wärmeabgabe. Vergaserbasierte Kocher sind sehr viel kleiner und leichter, dafür etwas teurer. Das verlinkte Teil ist IMO nicht besonders sinnvoll.
Eine ähnliche Dochtkonstruktion sollte auch in einem Woodgas Stove ordentlich verbrennen. Eine Mini-Zeltheizung wäre ja auch nett.
Warum willst du sowas in den Woodgas einbauen, das bringt doch keinen Vorteil. Diese Heizungen sind auch nicht sooo mini, in Mini funktionieren die nicht sinnvoll, da kannst du auch Kerzen o.Ä. nehmen.
Wenn du schnell und effektiv ohne Aufwand mit Holz kochen willst, schau mal nach Kelly Kettle. Wenn du es nicht mit Holz machen willst nimm Gas. Wenn du es nicht eilig hast, aber sehr leicht sein willst, nimm Spiritus. Alle anderen Versionen sind für Spezialanwendungen, wo man das Basteln mit speziellen Vorteilen rechtfertigen kann, aber nicht für ab und zu mal eben Wasser heiß machen.
derMac hat geschrieben:
Warum willst du sowas in den Woodgas einbauen, das bringt doch keinen Vorteil. Diese Heizungen sind auch nicht sooo mini, in Mini funktionieren die nicht sinnvoll, da kannst du auch Kerzen o.Ä. nehmen.
Mich reizt an so einem Mini Woodgas Stove, dass man den mit allem was sich so hergibt irgendwie befeuern kann. Primär natürlich für Holz, und eben ein kleines Feuerchen. Finde die Flüssigbrennstoffoptionen aber grundsätzlich auch reizvoll. Die Anwendungen ergeben sich ja dann. Also auch mal länger in einer Runde drumrum sitzen oder eben als Zeltheizung. Wesentliche Grenze der Miniaturisierung sehe ich darin, dass man bei zu kleinem Brennraum ständig Miniatur Brennmaterial nachlegen muß. Das ist wohl nicht so praktisch. Wenn man zu faul ist, Holz kleinzuschnitzen und ständig nachzulegen geht das aber vielleicht auch mit Eierkohlen oder dergleichen.
Wenn du schnell und effektiv ohne Aufwand mit Holz kochen willst, schau mal nach Kelly Kettle. Wenn du es nicht mit Holz machen willst nimm Gas. Wenn du es nicht eilig hast, aber sehr leicht sein willst, nimm Spiritus. Alle anderen Versionen sind für Spezialanwendungen, wo man das Basteln mit speziellen Vorteilen rechtfertigen kann, aber nicht für ab und zu mal eben Wasser heiß machen.
Kelly Kettle oder Backcountry Boiler finde ich sehr interessant. Düfte sehr effizient sein. Aber eben nur für heißes Wasser. Direkt daraus trinken ist schon mal schlecht. Gibt etwas flexibler solche Wärmetauschertassen, z.B. der Fire Maple XK6, liegt bei rund 20,- EUR. Man hat dann allerdings das Problem, dass die Kühlrippen im Handling etwas stören und auch schneller Hitze wieder abgeben. Also etwas zwiespältige Idee.
Dass Gas komfortabler ist als Spiritus glaube ich übrigens nicht.
Schnell eine Tasse warm machen stelle ich mir mit dem Woodgas Stove so vor: Stove sicher hinstellen, handvoll Holzpellets reinwerfen, ca 1ml Brennspiritus draufsprühen, anzünden, Topf drauf.
Brennmateral Nachfüllöffnung wäre zwar nett, macht das ganze wieder komplexer in der Konstruktion beim Transport und Gewicht und schränkt wohl auch den Wirkungsgrad etwas ein. Aber über eine Holzpellet-Nachfüllrutsche könnte man nachdenken. Hätte was.
Wenn man wirklich regelmäßig mit sowas Kochen möchte bräuchte man wohl eine Zuleitung dran und eine Zufuhr, z.B. über ein Ballpumpenventil in den Brennraum. Dann kann man da Spiritus, Lampenöl oder Benzin anschließen und kontinuierlich nachführen.
So ein Woodgas Stove aus 2 Dosen wiegt jedenfalls unter 200g, komplett mit Kreuzständer/Topfständer. Dient dabei gleichzeitig dem Spiritusbrenner als Windschutz und ist wärmeisolierend (kann auch beim Brennen angefasst und umplatziert werden).