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Re: Mu Uno Tretlager und Kette

Verfasst: Di 17. Jul 2018, 14:33
von Dööörk
Ch.Bacca hat geschrieben:
Mo 16. Jul 2018, 15:40
... gibt es bei gängigen Ketten, außer dem Kaufpreis vielleicht, keinen vernünftigen Grund für eine Singlespeed-Kette an einem Singlespeed- oder Nabenschaltungs-Rad...
Die Bruchlast stelle ich nicht in Frage. Mir ist noch nie eine Kette gerissen. Zum Glück. Aber aus Erfahrung kann ich berichten, dass die schlanken Schaltketten erheblich schneller zum Längen neigen, als bspw. die schwerer gebauten Singlespeed- oder BMX-Ketten. Und das zieht schnell weitere Kosten nach sich, weil Ritzel und Blatt das nicht lange verkraften.

Gruß
Dirk

Re: Mu Uno Tretlager und Kette

Verfasst: Mi 18. Jul 2018, 09:56
von EmilEmil
Dööörk hat geschrieben:
Di 17. Jul 2018, 14:33
……………...
Die Bruchlast stelle ich nicht in Frage. Mir ist noch nie eine Kette gerissen. Zum Glück. Aber aus Erfahrung kann ich berichten, dass die schlanken Schaltketten erheblich schneller zum Längen neigen, als bspw. die schwerer gebauten Singlespeed- oder BMX-Ketten...……………..
Da wäre ich aber auf belastbare Aussagen gespannt. Also eine Dokumentation, welche Kette, an welchem Kettentrieb verbaut (Kettenschaltung,Getriebenabe, Eingang und verbaute Kettenblätter, Ritzel mit den gemessenen Zahnfußstärken ), Lauflänge in [km],gemessener Verschleiß (z B. Längung über 10 Gelenke, evtl. gesamte Kettenlängung) und fast am wichtigsten: Umweltbedingungen (Straße, Gelände usw..) und natürlich Dokumentation der Pflegezuwendung.
Eine weitere Frage hätt ich auch noch: Ist Dir der Unterschied zwischen einer Lagerkragen-Kette und einer Hülsenkette bekannt?
Die einzige Kette, die mir jemals gerissen ist, war eine Hülsenkette an einer Getriebenabe. Von gewissen Radlern als gute, breite, robuste Kette verklärt (mystifiziert ?) :D :roll: :D
Voraussetzung für den Verschleiß (die Längung) einer Kette ist die Relativ-Bewegung zweier Oberflächen, die unter einem gewissen Druck aufeinander gepresst werden. Ohne eine Trennschicht zwischen den Oberflächen ist Verschleiß (Abrasive Abtragung) der Kontaktflächen unvermeidlich. Eine völlige Trennung durch ein Schmiermittel ist nur dann möglich, wenn das Schmiermittel unter Druck steht. Eine solche hydrodynamische Schmierung ist am Fahrrad zu aufwendig. Der Anlauf und Auslauf (Der Druck baut auf und baut ab !) einer hydrodynamischen Schmierung ist immer Verschleiß-behaftet. Neben Teilflächen, getrennt durch einen Schmierfilm, gibt es Teilflächen mit beiderseitigem Metall-Kontakt. Man spricht zur Kennzeichnung dieser Situation von Mischreibung. Für eine Fahrradkette ist das der ständige Zustand. Der unvermeidbare Abrieb besteht aus kleinen, aus den Oberflächen herausgelösten Metall-Partikeln (Größe etwa 1000-der Körnung eines Schleifpapiers). Diese Partikel (innere) bilden mit dem Schmiermittel eine gute Schleifpaste. Wer die Längung einer Kette am Radl in Grenzen halten will, wird diese Partikel entfernen (Wenigstens von Zeit zu Zeit). Weiterer Abrieb erfolgt durch die Schleifpaste aus den Partikeln der Umgebung (Sand-, Boden-Partikel .., Größe etwa 100-der Körnung eines Schleifpapiers), die sich auch im aufspritzenden Schmutzwasser (Verdünnung des Schmiermittels !) der Fahrbahn befinden können. Die Kapselung einer Kette kann sowohl die schädliche Wirkung von Umgebungs-Partikeln und des Schmutzwassers verhindern.
Nebenbei bemerkt, die Lagerkragen-Ketten begünstigen durch die quasi Teilung der "Hülse" das Nachschmieren und bilden durch den Lagerkragen ein kleines Schmiermittelreservoir.
Bei mir hält die langlebigste (Kettenschaltungs-) Kette (Connex 808, Changlider gekapselt, gepflegt) inzwischen über 18 000 [km]. Das ist hier im Forum hinreichend dokumentiert. Eine zweite steht inzwischen bei 16 000 [km].
Das Radl mit der ersten Kette (Hätte gern die 20 000 [km] vollgemacht) fahre ich kaum noch , da das Faltgelenk einen Korrosionsschaden hat. Nun bin ich gespannt auf die Dokumentation für die Langlebigkeit einer breiten Hülsenkette von @Dööörk. Der Ansatz, mit mehr Material dem die Laufzeit begrenzenden Abrieb Paroli zu bieten, scheint auf den ersten Blick ja nicht verkehrt zu sein, auch wenn das nicht unbedingt einer Leichtbau-Vorgabe gemäß ist. Nur ist die Problematik komplexer, da ja auch Kettenblätter und Ritzel sowie die Einsatzbedingungen mitspielen müssen. Eine breite Kette nutzt nur bedingt etwas, wenn ich nicht breite Ritzel (Übliche Ritzelbreite heute bei Nabenschaltung ca 2 [mm]) und Kettenblätter (dito.) verbaue. Breite Versionen werden aber Markt-üblich gar nicht oder nur in Spezialläden (Apotheken-Preise ?) angeboten.
Die Gleichung : Breite Kette plus breites Ritzel plus breites Kettenblatt zu 3-fachen Kosten und 150 % Lauflänge (Die müßte aber noch nachgewiesen werden !) gegenüber einer Lagerkragenkette würde bei mir nicht aufgehen, und den Nachteil des Mehr-Gewichts müßte ich zusätzlich noch schlucken.
Eine breite Kette auf schmalen Ritzeln und schmalem Kettenblättern hat gegenüber einer schmalen Schaltungskette kaum Vorteile, sie ist leider nur schwerer.
Ein ähnliche Situation und Fragestellung (Breit vs Schmal) gab es auch beim Übegang von 10-fach zu 11-fach:
Die 11-fach Ketten sind Außen schmaler als die 10-fach, Innen genauso breit. Die mir bekannten Testberichte erwiesen aber eher eine längere Standdauer für die 11-fach Ketten. Die Material-Spezifikationen und Härte-Verrfahren sind öffentlich nicht zugänglich (Betriebs-Geheimnisse !).

MfG EmilEmil

Re: Mu Uno Tretlager und Kette

Verfasst: Mi 18. Jul 2018, 09:59
von EmilEmil
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