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Dahon Mariner D8 mit Vekkit Ebike Kit

Verfasst: Di 3. Nov 2020, 23:10
von yasin
Das Thema „Ebike Nachrüstung“ hatte ich schon seit Kauf meines Mariners in 08/2018 im Hinterkopf. Nicht weil ich es unbedingt benötige, aber weil ich manchmal einfach nur entspannt ankommen will. Sei es bei 35 Grad im Schatten, bei Regen und/oder starkem Gegenwind. Durch diverse Themen hier im Forum wurde dann das Thema dieses Jahr wieder aktiv.

Dieses Jahr, ist sowieso alles anders. Ursprünglich hatte ich geplant mir im Frühjahr ein Brompton zu kaufen. Einfach in den Laden gehen und kaufen. Punkt. Als ich soweit war, kam dann der Lockdown. Ich hatte die Kohle, aber keine Möglichkeit ausgiebig mal irgendwo Probe zu fahren oder ins Geschäft zu gehen. Kurzarbeit gab sein Rest dazu. Also, was machen?

Durch zahlreiche Themen und Beiträge habe ich mein Mariner upgedatet. Beleuchtung komplett über Nady, Frontrack, Kette gewechselt, neue Reifen und Schläuche. Dank euren Tipps und Unterstützung habe ich alles soweit ohne größere Probleme umsetzen und meine (zwangsverordnete) freie Zeit sinnvoll nutzen können. :)

Dennoch war ich unzufrieden. Das nicht ausgegebene Brompton Geld musste sinnvoll ausgegeben werden. Also habe ich kurzerhand bei Velotton zwei Vekkit Ebike Kits bestellt. Eins für mein Dahon (74mm O.L.D.) und eins für das Dynabike Faltrad meiner Freundin (100mm O.L.D.). Nach knapp 9 Wochen Lieferzeit, konnte ich beide Kits am 17.10.2020 installieren.

Lieferumfang:
- Batterietasche mit Klickfix Adapter
- Klickfix Lenkeradapter plus Klickfix Caddy
- Lenkersteuerung
- Pedalsensor
- Laufrad mit eingespeichtem Motor
- Verlängerungskabel falls man die Batterietasche irgendwo hinten (Sattelstütze) montieren will
- Kabelbinder, Maulschlüssel
- Ladekabel
- USB Kabel für die Peripherie
- Inbus Multitool als Goodie

Das beste im Lieferumfang ist jedoch, der ausgezeichnete Support von Pavel (CEO von Velotton). Sämtliche Emails werden sofort und ausführlich beantwortet. Teilweise hatte es ein Chat Charakter. Egal ob unter der Woche oder am Wochenende. Pavel ist nicht nur vor dem Kauf da, sondern auch danach. Er fragt ob alles gut angekommen ist, ob man Support bei der Installation benötigt usw. Das muss ich sagen, findet man äußerst selten. Bis auf die Motoren wird übrigens alles in Polen (Krakau) selbst hergestellt, programmiert, montiert, gedruckt und genäht. Velotton stellt übrigens auch einiges an Fahrradtaschen, Lenkertaschen, Rahmentaschen und auch Rucksäcke her. Und das seit einigen Jahren. Äußerst sympathisch dieses Team.

Montage ist denkbar einfach. Vorderrad raus, Vorderrad mit Motor rein. Klickfix Adapter montieren und die Batterietasche mit dem Motorkabel verbinden. Pedalsensor an den Kurbelarm und Lenkersteuerung an Lenker. Fertig. Pedalsensor und Lenkersteuerung laufen drahtlos.

Ich habe mich für den Klickfix Caddy entschieden. Der Lenkeradapter der dabei war, ist immer die abschließbare Version. Kurzerhand den Verriegelungsknopf ausgebaut und an den Caddy gewechselt um es weiterhin abschließbar zu halten (diesen Klickfix Button mit Knopf gibt es übrigens auch einzeln, falls wer seinen Adapter abschließbar machen will). Den Caddy habe ich unten an der Lenksäule befestigt, aber auf der Innenseite.
Ein weiterer Punkt womit ich unzufrieden war, war der Frontrack. Nicht der Gepäckträger an sich, dieser hat wunderbar funktioniert und souverän und sicher mein 30L Rucksack mit regelmäßig 8kg Inhalt ohne Probleme getragen. Aber man lenkt das Gewicht halt mit. Die Tatsache das ich den Gewindesockel am Steuerrohr damit zubaue, habe ich zwar in Kauf genommen, aber glücklich war ich nicht. Das Thema rahmenfester Adapter ist ja buchfüllend mit zahlreichen Folgeproblemen (Beleuchtung, Gepäck Limit etc). Tja, kein Vorteil ohne Nachteil eben.

Da das Vorderrad sowieso raus muss, muss auch der Nady weichen und somit auch die Beleuchtung... eigentlich nicht zwangsläufig, denn die Batterietasche hat neben einem USB Ausgang (laden von externen Geräten) auch einen 5V Ausgang für Dynamolichter. Die Buchse ist so eine, wie sie an einem Shimano Nady verbaut ist. Dennoch wollte ich das irgendwie doch nicht. Zudem wollte ich nicht noch mehr Kabel überall haben. Aber funktionieren tut es, ich habe es ausprobiert. Also auf Akku Lichter umgerüstet.

Den Vorderradgepäckträger (Frontrack), habe ich dann durch einen Brompton Trägerblock ersetzt. Da ich eh schon beim Geld ausgeben war, habe ich mir gleich noch eine C-Bag gegönnt. Das Thema Brompton Trägerblock und die dazugehörigen Taschen kann ich kurz und knapp beantworten. Ein Genuss in jeder Hinsicht. Der Preis hier ist relativ. Bei täglicher Nutzung amortisiert sich das ziemlich schnell. Nun bin ich flexibel. Die Akkutasche ist abgeschlossen an der Lenksäule, vorne hängt die C-Bag am Rahmen. Bei Bedarf kann ich die Akkutasche einfach vom Caddy ausklinken und nach vorne in der C-Bag versenken. Somit wäre diese auch gewichtstechnisch auf den Rahmen verteilt. ;-)

Ich werde hier nach und nach Ergänzen mit weiteren Infos. Wenn Fragen sind, immer her damit. Mittlerweile bin ich gute 300km gefahren und es ist in der Tat ein Genuss.

Hier nun ein paar Bilder und weitere Infos folgen noch.

Danke fürs lesen.

Gruss
Yasin

Link zum Vekkit Kit: https://vekkit.com/

Re: Dahon Mariner D8 mit Vekkit Ebike Kit

Verfasst: Di 3. Nov 2020, 23:47
von yasin
Der Vorteil an diesem Kit ist, das man nicht zwangsläufig eine App für den Betrieb benötigt. Wenn der Lenker Controller leer ist, kann man die 3 Unterstützungsstufen immer noch am Akku selber schalten. Der Lenker Controller macht das hin und her schalten halt einfacher und bequemer.

Der Pedalsensor soll 80Std Radeln bzw. 180 Tage im dunkelmodus (nichtgebrauch) durchhalten. Ist dieser leer, kann natürlich kein Pedalieren ausgewertet werden und somit erfolgt keine Motorleistung.
Aber, hat man sein Smartphone dabei kann man sich mit der App via Bluetooth verbinden und das System unterstützt ab >6kmh weiterhin mit 150W und bis zu 20kmh anhand der GPS Messung. Das finde ich klasse! In der Zwischenzeit kann man den Pedalsensor am USB Port der Akkutasche (oder eben eine Powerbank) nachladen. 400mAh sind schnell gefüllt ;-)

Ich hatte beim Akku gleich auf die größte mit 10Ah für beide Kits gegriffen.

Ich habe den Akku bei der ersten Ladung bewusst bis zur Abschaltung zu ende gefahren. Ich bin mit einer Akkuladung (10Ah) 52,5km gefahren (von Samstag bis Mittwoch abend verteilt). Allerdings immer auf Stufe 2 und 3 bis zum Anschlag. Warum? weil es echt höllischen Spaß macht ! Zudem wollte ich die Reichweite ausreizen. Ich hatte sehr oft Gegenwind, vor allem nach Feierabend habe ich zu 90% immer Gegenwind (Ostwind). Der Lenkercontroller war dann in diesem Zuge auch leer. Das ist aber nicht weiter wild, da man die Unterstützungsstufe ja auch direkt am Controller am Akku einstellen kann. Der Kadenzsensor zeigte noch 100% an, laut Pavel sollte dieser bis zu 80 Stunden "Radeln" durchhalten.

Folgende Dinge sind mir aufgefallen:
- Fällt die Akkukapazität auf <20%, meldet die App "Low Battery". Zudem ist hier nur noch Unterstützungsstufe "1" möglich.
- Beim letzten Blick auf die App war die Kapazität bei 11%. Kurz darauf hat es sich dann ausgeschaltet. Ich vermute hier, das bei <10% die Schutzelektronik greift und vor totaler Entladung schützt.
- Die Abstufungen der Unterstützungsgrade sind wie folgt:
Stufe 1 = 30%
Stufe 2 = 70%
Stufe 3 = 100%
Ist man mit der App verbunden und klickt auf das Feld der Motorunterstützung, wo angezeigt wird auf wieviel % man gerade fährt (30/70/100), kann man mit dem +- Symbol die Unterstützung noch feiner abstufen. Also wenn 30% zu wenig (Stufe 1) und 70% zu viel (Stufe 2) wären, kann man mit +- Taste zB auf 40% oder 50% schalten (in 10er Schritten).
- Läuft der Kadenzsensor leer, kann man trotzdem mit Unterstützung weiterfahren. Man muss mit der App verbunden sein und >6Km/h fahren. Dann aber mit 150W Motorpower und bis max 20kmh.

Achja, die 100mm Version (das zweite Kit) für meine Freundin läuft ebenfalls reibungslos ohne jegliche Probleme (bis jetzt). Das freut mich am meisten, weil sie hier und dort Wehwehchen hat und keine längeren Touren mit mir machen konnte.
Jetzt ist sie einfach nur noch glücklich über die Unterstützung und ich auch. Endlich gemeinsame und ausgedehntere Touren. Zudem enorme Erleichterung beim täglichen Einkauf transportieren.

Frei nach dem Motto: Happy Wife, happy Life ;-)

Grüße
Yasin

Re: Dahon Mariner D8 mit Vekkit Ebike Kit

Verfasst: Mi 4. Nov 2020, 22:40
von Motte
Hallo Yasin - sieht gut aus.
Mir gefällt der kleine Motor - der passt optisch gut zur Radgröße.
Dann bin ich ja mal neugierig wie sich das im schnöden Alltag so schlägt. Jetzt im Winter hast Du ja die ideale Testmöglichkeit. Wenn es dort gut funktioniert wird der Sommer ja kaum ein Problem werden.
Ich wäre in der Tat auch neugierig welche Grenzen der Frontantrieb im praktischen Alltag setzt.
Dass er laut Emilemil theoretisch gar nicht funktionieren kann ist klar - stört mich aber nicht - ich will ja wissen ob was in der Praxis "nervt". Am 28 Zöller meines Vaters hab ich es nur mit mutwilligen Steilkurven und Steilhangabfahrten geschafft das Rad ausbrechen zu lassen.
Von daher wäre ich neugierig auf Erfahrungsberichte. (Bisher ist der Add on mein Umrüstfavorit - aber der hat auch so seine Tücken - da sieht dein Vorderradantrieb solider aus)

Gruß

Udo

Re: Dahon Mariner D8 mit Vekkit Ebike Kit

Verfasst: Do 5. Nov 2020, 14:33
von yasin
Moin Udo,

ja, der Motor ist wirklich schön dezent. Wirkt eher wie ein etwas zu großer Nabendynamo und in Verbindung mit der schönen (wie ich finde) Akkutasche, sieht man erst auf dem zweiten oder dritten Blick das es sich um ein Ebike handelt. Ungeübte sehen es gar nicht. Das gefällt mir sehr, insgesamt bewahrt man hiermit einen "cleanen" Look seines Bikes.

Die letzten zwei Wochen war das Wetter ja eher verregnet und überall alles voller Laub. Ideale Bedingungen zum testen quasi ;-) Ich bin ausgiebig in unserem Stadtwald ( https://de.wikipedia.org/wiki/Eilenriede ) Probe gefahren. Auch diverse Holperstrecken mit reichlich Schotter. In zwei richtig heftige Platzregen bin ich auch noch reingeraten. Die Akkutasche war von innen trocken und die C-Bag trotz ohne Regenhülle, ebenfalls. Also Wasserdichtigkeit ist schonmal erfolgreich getestet worden.

Ich war sowohl langsam als auch zügig unterwegs. Ich bin zu keiner Zeit weggerutscht und hatte auch nie das Gefühl unsicher unterwegs zu sein. Der Pedalsensor reagiert gefühlt ab einer viertel bis halben Pedalumdrehung. Hört man mit pedalieren auf, schiebt der Motor gefühlt halbe Sekunde nach. Das kurze nachschieben hat man aber sehr schnell verinnerlicht. Pavel meinte hier, das man solche Einstellungen notfalls noch via Update über die App (die gezielt für die Benutzer zugeschnitten und zur Verfügung gestellt werden) noch anpassen kann. Das finde ich wirklich klasse.

Klar, wenn ich schnell in die Kurve fahre auf nassem Untergrund kann man sicher auch wegrutschen. Aber nicht mehr oder weniger wie ohne Motor. Fahren ohne Motorunterstützung geht natürlich auch. Ja, einen ganz leichten Widerstand merkt man. Aber es ist nicht so, das man mit angezogener Handbremse fährt. Vom Gefühl her ist es bei mir ziemlich identisch, wie ich vor dem Umbau mit Front Gepäckträger und 4kg Rucksack unterwegs war. Ich fahre mittlerweile auch kurze Wege oder die morgendlichen Strecken zum Bahnhof ohne Unterstützung. Ich bin dann nicht langsamer wie vorher und muß auch nicht einen langsameren Gang deswegen einlegen. Das passt so.

Thema Gewicht:
Batterietasche = 1,7kg
Motor = 1,6kg

Wenn die C-Bag mitkommt (leer glaube ich 1,2kg) und beladen sollte um die 6kg sein, kommt dies rahmenfest noch dazu.

Gruß
Yasin

Re: Dahon Mariner D8 mit Vekkit Ebike Kit

Verfasst: Do 5. Nov 2020, 14:41
von yasin
Ich wollte noch 2 Bilder einfügen, aber aktuell scheint es Probleme zu geben in der Software. Zudem funktioniert der "vollständige Editor & Vorschau" Button nicht.

Wollte noch von Googlemaps Screenshots einfügen. War neulich meine Schwester und Mutter besuchen. Die wohnen am Berg und vor der Tür gibt es quasi eine Steigung von 213m rauf auf 286m auf 1000m länge (naja knapp, 950m laut Google). Diese Steigung bin ich mehrfach hoch und runter ohne Probleme. Ich glaube ich war nie unter 10 km/h berghoch.