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Birdy: Hinterradritzel wie anzubringen?

Birdy, BD-1, Frog
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Kodo
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Birdy: Hinterradritzel wie anzubringen?

Beitrag von Kodo » Fr 30. Dez 2016, 19:32

Moin, zusammen.

Ich besitze seit Dezember 2007 ein Birdy aus demselben baujahr. Mit Shimano Nexus 8, gepäckträger und nabendynamo. Zwar bin ich technisch durchaus versiert, aber außer solchen profanen verrichtungen wie reifen flicken oder kette nachschmieren habe ich alles andere immer in der werkstatt meines fachhändlers vor ort durchführen lassen.

Nicht um geld zu sparen sondern wegen der oft abenteuerlich langen reparaturzeiten, habe ich mich vor ein paar tagen eigenhändig an die erneuerung des antriebs gewagt. Zu der verfahrensweise, wie das hinterradritzel bei der Shimano Nexus 8 ausgetauscht wird, habe auf youtube einen videclip angeschaut, der durchaus nützlich war. Das fahrrad, an dem das gezeigt wurde, war jedoch ein normalgroßes tourenrad.

Bei dem demontieren des hinterradritzels fiel mir jedoch folgendes auf: Der kommentator im clip wies darauf hin, dass die kröpfung des ritzels von der nabe wegzeigen soll. Bei dem montierten rtitzel bei meinem Birdy war dies nun genau andersherum. Die kröpfung wies *in richtung* nabe.

Nun wäre es ja möglich, dass - aus welchen gründen auch immer - dies beim Birdy so sein muss/sollte. Möglich wäre aber auch, dass die werkstatt meines fachhändlers hier einfach geschlampt hat.

Es wäre nett, wenn jemand hier licht in das dunkel meines unwissens bringen könnte.
Viele grüße

EmilEmil
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Re: Birdy: Hinterradritzel wie anzubringen?

Beitrag von EmilEmil » Sa 31. Dez 2016, 11:50

Gekröpfte Ritzel (Versatz ca 3,5 bis 4 [mm]) werden deshalb hergestellt, um den Herstellern bei der hinteren Kettenlinie eine Einstellmöglichkeit zu geben. Zusammen mit einem flachen (geraden) Ritzel hat man 3 Positionen, die bedient werden können: Mittelposition (ohne Versatz), Kröpfung nach Links (Versatz 4 (3,5) [mm] zum kleineren Wert gedreht, Kröpfung nach Rechts (Versatz 4 (3,5) [mm] zum größeren Wert gedreht. Der freie Bauraum muß das selbstverständlich zulassen, denn die Kette darf nirgendwo schleifen. Aus diesem Grund ergibt sich häufig bei kleineren Zähnezahlen (< 15 ?) für eine Linkskröpfung ein Konflikt. Da schleift (setzt auf) schon mal die Kette an einem Nabenteil.
Wenn Dein Ritzel mit der Kröpfung in Richtung Nabe weist und nichts schleift (aufsetzt) ist das in Ordnung. Zur Kontrolle kannst Du ja mal die Kettenlinie vorn am Kettenblatt kontrollieren (Messung Abstand Mitte Kettenblattzahn zur Längsebene (Symmetrie-Ebenes des Radls). Eine ideale Kettenlinie hat vorn wie hinten den selben Abstand von der Symmetrie-Ebene. Eine Abweichung von +- 3 [mm] ist i. A. unkritisch.
Die gegenwärtigen Ritzel (Mit den 3 Mitnehmernasen) haben meist 3 Durchsetzungen am inneren Radius, die quasi am inneren Radius die Dicke des Ritzels vergrößern. Ich nehme an, daß durch eine Verkleinerung der Wanddicke der Nabenritzel dem Technologiefortschritt (Materiallegierung, Härteverfahren) Rechnung getragen wurde. Zudem passen auch neuere Schaltungsketten damit auf die gegenwärtigen Ritzel. Für 8-fach (Innenmaß 2,38) ist das kein Problem (Hab gerade ein neueres Ritzel am Zahnfuß mit 2,1 [mm] gemessen). Für 9-,10-,11-fach (alle mit Innenmaß 2,18 [mm]) könnt es aber knapp werden. Ein Stück 11-fach Kette ließ sich aber ohne Klemmen auf ein vorhandenes Ritzel auflegen. Eine 8-fach Schaltungskette mit Lagerkragen würde ich wegen der besseren Schmiermöglichkeit (Schlitz zwischen den Lagerkragen !) den "guten" :?: Nabenschaltungsketten *) immer vorziehen. *) Die werden auch noch mit geringerer Prüflast (8,2 [kN] zu 10.0 [kN]) getestet.

MfG EmilEmil

Kodo
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Re: Birdy: Hinterradritzel wie anzubringen?

Beitrag von Kodo » Sa 31. Dez 2016, 13:23

Moin, doppelEmil,

danke für deine seeeehr ausführlichen ausführungen zu meiner frage. Für mich ist es erst einmal gut zu wissen, dass die aktuelle position meines hinterradritzels nicht zwangsläufig eine falsche ist. Dass dem fahrradhersteller durch die verschiedenen anbringungsvarianten mehr flexibilität bei der konstruktion gegeben werden soll, leuchtet mir ein.

Schleifen tut die kette bei meinem Birdy allem anschein nach nicht. Die anderen von dir genannten parameter für den technisch korrekten kettenlauf werde ich bei gelegenheit überprüfen. Am heuten silvestertag fehlt mir dazu dann doch die motivation. ;-)

Vielleicht sei mir an dieser stelle eine zusatzfrage erlaubt: Welche kette (kettentyp) wäre für meine konstellation (Shimano Nexus nabenschaltung, hinterradritzel 16z, kettenblatt 52z) aus deiner sicht die empfehlenwerteste?

Liebe grüße aus Lüneburg
allen ein gutes neues jahr 2017 mit immer genügend luftdruck in den reifen
wünscht Kodo

EmilEmil
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Re: Birdy: Hinterradritzel wie anzubringen?

Beitrag von EmilEmil » Sa 31. Dez 2016, 16:25

Edit: Diesen Beitrag wegen Doppelpost löschen !
Zuletzt geändert von EmilEmil am Mo 2. Jan 2017, 11:05, insgesamt 2-mal geändert.

EmilEmil
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Re: Birdy: Hinterradritzel wie anzubringen?

Beitrag von EmilEmil » Sa 31. Dez 2016, 16:30

Für meine 3 mit der i-Motion 9 bestückten Räder (davon ein 2x9 Antrieb) benutze ich die Wippermann Connex 808. Die Gründe für die Wahl sind dabei die vernickelten Laschen und vor allem der wiederverwendbare Bajonett-Verschluß. Es gab zudem eine Empfehlung eines mir bekannten und geschätzten Radhändlers. Der Preis im Netz lag vor einigen (9 ?) Jahren bei 12 € und die Kette ist auch heute für ca 15 € erschwinglich.
Die Kette mit ca 17 000 [km] Laufleistung am 24" Faltrad (Chainglider-Kapselung plus sorgfältige Säuberung alle 2000 [km]) hat jetzt einen Verschleißwert (Längung) von 1,3 [mm] über 10 Kettenteilungen. Ein vielfach berichtetes Verschleißmaß für Schaltungsketten ist 0,1 [mm]/Teilung, bei 10 Teilungen also 1,0 [mm].
Ketten für Nabenschaltungen erlauben einen größeren Verschleiß vor dem Auswechseln, da das hintere Ritzel meist 18 Zähne oder mehr hat und die Zähne zudem noch ca 3 [mm] höher sind als bei Kettenschaltungsritzeln. Das Ende einer Kettenschaltungskette wird typischerweise durch Durchrutschen auf dem kleinsten Ritzel (11 Zähne) angezeigt. Ich rechne mit einem Verschleißwert von 0,2 [mm]/Teilung für Nabenschaltungsketten. Von den erreichten 17 000 [km] komme ich mit 0,2 [mm]/Teilung hochgerechnet auf ca 26 000 [km]; 2,0/1,3 x 17 000 ~ 26 000.
Ob nun die Connex-Kette die empfehlenswerteste ist, kann ich natürlich nicht sagen, da ich nur jeweils eine pro Rad im Gebrauch habe, und mir für ein großes Ketten-Verschleiß-Programm eine Testmannschaft, ein Testinstitut und die erforderlichen finanziellen Mittel fehlen.
Aber besser jemand nennt mal konkrete Zahlen und spricht die Zusammenhänge an als daß gar nichts kommt, oder irgendwelche merkwürdigen Radler-Mythen breitgetreten werden.
Diese Ketten-Kaliber für Schaltungsketten angewendet auf eine Nabenschaltungskette sind äußerst fragwürdig und ziehen dem Radler nur Geld aus der Tasche, wenn zu früh gewechselt wird.
Guten Rutsch und

MfG EmiEmil

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