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Teststudie: Fahrradhelme retten Leben

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Weinbergschnecke
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Teststudie: Fahrradhelme retten Leben

Beitrag von Weinbergschnecke » So 12. Okt 2014, 21:09

Bei unserer Fahrradtour über 66 km an der Elbe längs heute fuhren wir natürlich mit Helm. Ein Auto mit Firmenbeschriftung (VW Caddy weiß vom AZV Südholstein) passierte unsere grüne Fußgängerampel bei Tiefrot: Auch wenn man sich an alle Vorschriften hält, lebt man als Radfahrer gefährlich.
Der Link: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpr ... 446486.php

berlinonaut
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Re: Teststudie: Fahrradhelme retten Leben

Beitrag von berlinonaut » So 12. Okt 2014, 22:32

Über genau diese Studie wurde im Forum bereits geschrieben. Und zwar heute. Und zwar in einem Thread, der den erstaunlich passenden Titel "Helm tragen?" hat (und in dem Du meiner Erinnerung nach eifrig mitdiskutierst). http://faltradforum.de/viewtopic.php?f= ... =50#p39672

Ein weiterer Thread zum selben Thema lässt kaum einen Mehrwert erkennen - sei er auch noch so emotional eröffnet. Was ist übrigens eine "Teststudie"? Und warum berichtet ein Portal für Naturheilverfahren darüber? Bachblüten statt Fahrradhelm? Noch dazu ohne vernünftige Quellenangabe.
Fakt ist: Das "Institut für Rechtswissenschaft" (welches eigentlich? Das der LMU München?) hat im Auftrag einer Vereinigung namens "Unfallforschung der Versicherer" (UDV) Radunfälle untersucht und zwar historische Daten aus zwei Städten (München und Münster). Über das Ergebnis berichet der Auftraggeber (die UDV) in Form seines Chefs, des Herrn Brockmann, der bekanntermassen ein Helmbefürworter ist (siehe http://www.udv.de/de/blog/helmpflicht-fuer-radfahrer), offenbar dem Focus das, was ihm genehm ist. Der Focus veröffentlicht das und alle Medien der Republik schreiben davon ab (und nennen den Focus als Quelle. Ausser natürlich Deinem Heilpraktikerportal). Der online verfügbare Focusbericht ist wiederum dieser hier http://www.focus.de/regional/muenchen/v ... 97202.html und nennt als Quelle die deutsche Presseagentur (DPA), die sich wiederum auf den Focus bezieht. Das ist zumindest originell. D.h. die Datenhistorie ist: Unfall -> Unfallaufnahme (z.B. durch Polizei) -> Unfalleinordnung durch Behörde -> wissenschafliche Verklappung in die Unfalldatenbank der LMU -> Forscher -> Auftraggeber -> Focus -> DPA -> Focus online/weitere Medien -> Faltradforum. Das ist schon eine eher längliche Nachrichtenkette, möglicherweise mit eingebautem "stille-Post"-Effekt.

Das Institut für Rechtsmedizin der Uni München hat eine Webseite und dort stellt man fest dass es de Bereich "Biomechanik und Unfallforschung" gibt (http://www.rechtsmedizin.med.uni-muench ... index.html), was sich nicht völlig falsch anhört. Über die zitierte Studie findet man nichts und das Publikationsverzeichnis endet 2011 (https://www.apps.rechtsmedizin.med.uni- ... tionen.php).
Auch die UDV hat nichts auf ihrer Webseite (http://www.udv.de/de/verkehrsteilnehmer/radfahrer), sogar die letzte Pressemitteilung ist schon über einen Monat alt.
Mit anderen Worten: An die Studie kommt man offenbar zumindest aktuell nicht ran. Damit ist das alles vorläufig nichts als heisse Luft, da Rahmenbedingungen und Untersuchungsmethode nicht bekannt sind. Also wäre Abwarten und Tee trinken wohl die angemessenere Reaktion als blinder Aktionismus...

Der Herr Brockmann selbst macht übrigens in seinem etwas älteren Blogpost (http://www.udv.de/de/blog/helmpflicht-fuer-radfahrer - die Diskussion in den Kommentaren dort ist btw. sehr lesenswert) die begründete Rechnung auf, dass auf einen polizeilich registrierten Fahrradunfall mit Verletzung vier nicht Registrierte kommen. Diese dürften typischerweise eher leichter Natur sein. Ausserdem ist er zwar Befürworter des Fahrradhelms aber ein Gegner einer Helmpflicht und zwar weil ihm nicht genügend Daten vorliegen. Die Versicherungswirtschaft selbst wird wohl eher ein Befürworter von Helmen sein mit der einfachen Begründung "Schaden wird er nicht, helfen vielleicht wenigstens ein Bisschen, damit müssen wir weniger bezahlen und Schwitzen unterm Helm tun ja die Radfahrer und nicht wir. Wir fahren Dienstwagen, gerne mit Blinker links." So in der Art. Was wiederum ein gewisses Misstrauen gegenüber einer Auftragsstudie begründet, solange Studie, Methode und Datengrundlagen nicht transparent gemacht werden.

Karsten
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Re: Teststudie: Fahrradhelme retten Leben

Beitrag von Karsten » Mo 13. Okt 2014, 10:46

Weinbergschnecke hat geschrieben:Bei unserer Fahrradtour über 66 km an der Elbe längs heute fuhren wir natürlich mit Helm. Ein Auto mit Firmenbeschriftung (VW Caddy weiß vom AZV Südholstein) passierte unsere grüne Fußgängerampel bei Tiefrot: Auch wenn man sich an alle Vorschriften hält, lebt man als Radfahrer gefährlich.
Der Link: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpr ... 446486.php
Moin,
Ich sehe es so, daß man als Radler GERADE dann gefährdet ist, wenn man ich an Vorschriften hält,
Also z,b auf Radwegen, womöglich noch auf linksseitigen, fährt, statt auf der Fahrbahn.

Deine Schilderung der Ampelsituation ist doch geradezu ein Klassiker der tödlichen Fahrradunfälle.

Gruß Karsten

berlinonaut
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Re: Teststudie: Fahrradhelme retten Leben

Beitrag von berlinonaut » Mo 13. Okt 2014, 11:10

berlinonaut hat geschrieben:rt. Was wiederum ein gewisses Misstrauen gegenüber einer Auftragsstudie begründet, solange Studie, Methode und Datengrundlagen nicht transparent gemacht werden.
Die Pressemitteilung der UDV ist mittlerweile hier zu finden http://www.udv.de/de/medien/presse/mitt ... en-wirksam, eine Präsentation zur Studie hier http://www.udv.de/system/files_force/me ... download=1

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