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Radfahren in Berlin

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Pibach
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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Pibach » Do 7. Feb 2019, 20:46

Geschützter Radstreifen Dahlemer Weg erregt die Lokalpolitiker:


Ch.Bacca
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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Ch.Bacca » Do 7. Feb 2019, 21:20

Der Radstreifen ist wahrlich keine Glanzleistung; die Argumentation der Politiker partiell aber auch nicht. Der Radweg sei wegen der Steigung unattraktiv? Das ist doch Unfug! Die Anzahl der Radler tagsüber im Winter ist auch kein guter Indikator für die Benutzung.

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Motte » Do 7. Feb 2019, 21:28

Ich hab nicht den Eindruck, dass die Straße da so ausgelastet ist, dass die vierspurig sein müsste.
Haben die 3 Clowns eigentlich eine Sondererlaubnis zum Rumstehen auf Fahrspuren?

Ich kenne so eine Strecke auch für Autofahrer - hier https://www.wp.de/staedte/meschede-und- ... 38579.html meilenweit kein Verkehr.
Das Ding ist also völlig überflüssig. ;)

An dem Radweg wurde mit Sicherheit ne Weile gebaut - dann dauert es auch geraume Zeit bis der Weg wieder genutzt wird. Ferner kommt es auf die Anbindung an - wenn es dort z.B, hapert dann siehe Autobahn oben...Unser Radschnellweg RS 1 ist z.B. (auch noch) so eine Krücke - der beginnt im Nichts und endet im Nichts. Von Essen aus ist das ein Rad/Fußweg mit "erdgebundener Fahrbahn" nur der Mülheimer Teil ist asphaltiert und wurde neulich zum ersten Mal im Leben von Schnee geräumt (seit 3 Jahren). Beleuchtet ist er immer noch nicht. Dass dort nicht der Bär tobt ist keine Überraschung.

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Pibach » Do 7. Feb 2019, 21:58

Ich finde den Auftritt der Lokalpolitiker auch etwas ungelenk und die Argumente nicht immer ganz schlüssig. Aber die wesentlichen Kritikpunkte finde ich zutreffend:

1) Überdimensionierter Schutzstreifen verbraucht zu viel Fläche
2) im Verhältnis dazu gibt es gar nicht die Zahl der Radfahrer (das glaub ich den lokalen Anwohnern mal)
3) Radweg bereits vorhanden. Verbreiterung möglich, denn Bürgersteig bietet genug Platz
4) Poller machen schlechte Atmosphäre, sind billiges Plastik, sieht schlecht aus und sind (offenbar) teuer
5) ist das Stück gar keine kritische Stelle, die kommt erst unter den Eichen

Insgesamt wird nicht klar, ob die neue Lösung gegenüber der bisherigen überhaupt eine Verbesserung bringt.

Wie auch immer die Details da liegen mögen, es wird klar, dass bei der Auswahl der Stellen für die Pilotprojekte "geschützter Radweg" nicht nach Effizienzkriterien sortiert wurde.

Insgesamt ist die ganze Aktion doch ein unglaublicher Schildbürgerstreich. In der Gesamtbetachtung nutzt solcher punktueller Aktionismus kaum etwas.

Man müsste imho genau andersrum vorgehen und die Maßnahmen nach Effizienz priorisieren. Es gibt doch viele Anpassungen an diversen Stellen, die sofort klare Verbesserung brächten und insgesamt viel mehr bewirken würden. Dabei sollte man sich vor allem die Problempunkte (etwa Kreuzungen und Abbiegesituationen) vornehmen, denn im Geradeausverkehr sind die Probleme gar nicht so relevant.

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Ch.Bacca » Do 7. Feb 2019, 22:26

Motte hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 21:28
... der beginnt im Nichts und endet im Nichts. ...
Ist das nicht Bedingung für jeden Radweg? :twisted:

Auf meinen Touren in NRW ist mir das ja schon häufiger aufgefallen. Neulich bin ich eine Strecke von Nordstormarn nach Hamburg geradelt, die ich mit dem KFZ in- und auswendig kenne. Wie beknackt und unübersichtlich die eigentlich einfachen Radwegführungen beschildert sind, hat mich doch sehr erstaunt.

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Motte » Do 7. Feb 2019, 22:58

Ich hab den Nachteil, dass ich die Verhältnisse vor Ort nicht kenne.
Aber Versuchsstrecken realisiert man dort, wo man ohne überlange Planung zügig voran kommt. Und nicht da, wo man 8 Jahre braucht, weil vorher noch ein Bebauungsplan geändert werden muss und teure Vorbereitungsmaßnahmen nötig sind.
Die Nörgler stehen heutzutage eh schon immer bereit – egal wo wer was macht. Im Zeitalter von Google und Wutbürgertum haben wir hier auch 70 Millionen Universalspezialisten die ohnehin alles besser wissen.

Wie gesagt – mir gefällt das nicht. Ich finde das zunächst mal „optisch unschön“ - ein Fremdkörper in der Landschaft. Aber das sind viele Straßeneinbauten auch.

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Motte » Do 7. Feb 2019, 23:08

Ich bewunder ehrlich gesagt die Menschen, die sich in der Essener Fahrrad Initiative engagieren. Wenn die mal nach 10 Jahren überprüfen, was sich im Kern geändert hat - als Ergebnis der vielen Mühen - das muss frustrierend sein. Gleichwohl bin ich froh, dass es sie gibt. In einer Großstadt im Ruhrgebiet freut man sich auch über 500 Meter lange isolierte Radwege, die ein wenig Entspannung bringen. Und unsinnige Umwege ersparen.

Was mich angeht, ich hab keinen Spaß daran am Rande einer viel befahrenen vierspurigen Straße in der Rush Hour unterwegs zu sein. Ich fahre dann lieber einen Umweg durch den Park. (wenn es einen gibt)

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von bergauf » Do 7. Feb 2019, 23:15

Pibach hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 21:58
1) Überdimensionierter Schutzstreifen verbraucht zu viel Fläche
Was überdiemansioniert ist, darüber kann man jetzt streiten.
Da ein Radfahrer hier nicht mehr auf die Fahrbahn ausweichen kann, sollte (eigentlich: muß) ein gefahrloses Überholen innerhalb des Streifen möglich sein. Dafür müssen auch unter Radfahrern Sicherheitsabstände eingehalten werden. 2m Breite sind dafür mindestens schon grenzwertig, iirc.

Andererseits gibt es unter Verkehrsplanern immer wieder Anwandlungen, bestimmte Straßen schmal zu machen, weil dann die Geschwindigketen (der KFZ) sinken. Ich weiß nicht, wie die Lage vor Ort ist, aber "Radverkehr" ist eine der Alibibegründungen, die es für sowas gibt.

Pibach hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 21:58
2) im Verhältnis dazu gibt es gar nicht die Zahl der Radfahrer (das glaub ich den lokalen Anwohnern mal)
Mag sein, aber das war noch nie ein guter Grund. Es sollte eine Verbesserung für die Radfahrer, oder noch besser, eine Verbesserung der Gefährungslage herauskommen. Eine "harmlose" Straße braucht keinen Radweg, egal ob da drei oder dreitausend Radfahrer in der Stunde fahren.
Pibach hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 21:58
4) Poller machen schlechte Atmosphäre, sind billiges Plastik, sieht schlecht aus und sind (offenbar) teuer
Es sind außerdem Hindernisse, die mit einer Kollisions- und Sturzgefahr verbunden sind. Es sind auch Hindernisse, die den Winterdienst / die Straßenreinigung zumindest erschweren.
Pibach hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 21:58
5) ist das Stück gar keine kritische Stelle, die kommt erst unter den Eichen
Ja, generell ist die Gefährdung von Radfahrern im Längsverkehr recht niedrig. Die Gefahrenstellen sind Kreuzungen und Einmündungen. Dort aber müssen die Pollerreihen ohnehin unterbrochen werden. Die Gefahrenstellen werden also in keiner Weise entschärft. Es wird also ein Problem gelöst, das eigentlich keines ist.
Pibach hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 21:58
Man müsste imho genau andersrum vorgehen und die Maßnahmen nach Effizienz priorisieren. Es gibt doch viele Anpassungen an diversen Stellen, die sofort klare Verbesserung brächten und insgesamt viel mehr bewirken würden. Dabei sollte man sich vor allem die Problempunkte (etwa Kreuzungen und Abbiegesituationen) vornehmen, denn im Geradeausverkehr sind die Probleme gar nicht so relevant.
Ja, wobei leider Kreuzungen und Abbiegesituationen durch Abseparation des Radverkehrs i.d.R. komplizierter und unübersichtlicher und damit gefährlicher werden. Das ist nun wirklich nichts Neues, aber da es in Politik und Verwaltung konsequent ignoriert wird, sage ich es lieber einmal öfter.

Ein generelles Problem (nicht der Streifen, ein Problem der allgemeinen Verkehrssituation) bleibt leider völlig unangesprochen, obwohl es eigentlich auffällt: Der absurd starke KFZ-Verkehr. Das Video ist ein schönes Beispiel. Man versteht die Leute nur mit Mühe, weil, immer, ständig, unentwegt Autos fahren. Das ist doch offenbar ein Wohngebiet?

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Pibach » Fr 8. Feb 2019, 01:58

bergauf hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 23:15
Ja, wobei leider Kreuzungen und Abbiegesituationen durch Abseparation des Radverkehrs i.d.R. komplizierter und unübersichtlicher und damit gefährlicher werden. Das ist nun wirklich nichts Neues, aber da es in Politik und Verwaltung konsequent ignoriert wird, sage ich es lieber einmal öfter.
Hm, meinst Du das Thema Separierung versus Mischverkehr? Das ist nicht so eindeutig. Ich verweise mal auf das hier.
Jedenfalls machen die Niederländer und Dänen vor, wie das mit separierten Radwegen funktioniert und der Erfolg gibt ihnen Recht.

An dieser Stelle war mangelde Einsehbarkeit aber nicht das Problem, sondern der alte Radweg sollte einfach nur saniert werden. Das neuen Berliner Mobilitätsgesetz ließ das aber nicht zu. Hier die Story in einem aktuellen Morgenpost-Artikel noch mal zum nachlesen. Mit jeder neuen Planungsstufe wurde die Lösung schlechter (und nun wird der Rückbau gefordert).
Es wird also ein Problem gelöst, das eigentlich keines ist.
Genau.
Ich vermute es wurde einfach ein Stelle gesucht, wo so ein tolles "Leuchturm Projekt" (so heißt das jetzt) durchgezogen werden kann.
Kurzum: der geschützte Radstreifen wurde nicht etwa dort angelegt, wo es gefährlich war, sondern schlicht dort, wo genug Platz war, ihn zu bauen, auch wenn er da gar nicht sinnvoll ist.

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von bergauf » Sa 9. Feb 2019, 16:04

Pibach hat geschrieben:
Fr 8. Feb 2019, 01:58
bergauf hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 23:15
Ja, wobei leider Kreuzungen und Abbiegesituationen durch Abseparation des Radverkehrs i.d.R. komplizierter und unübersichtlicher und damit gefährlicher werden. Das ist nun wirklich nichts Neues, aber da es in Politik und Verwaltung konsequent ignoriert wird, sage ich es lieber einmal öfter.
Hm, meinst Du das Thema Separierung versus Mischverkehr? Das ist nicht so eindeutig. Ich verweise mal auf das hier.
Dass sich der ADFC damit schwer tut. ist bekannt. Es ändert nichts an den Tatsachen. Du brauchst nur die Dikussion zu lesen, die an dem Beitrag hängt.
Pibach hat geschrieben:
Fr 8. Feb 2019, 01:58
Jedenfalls machen die Niederländer und Dänen vor, wie das mit separierten Radwegen funktioniert und der Erfolg gibt ihnen Recht.
Auch da hab ich leise Zweifel. Neulich hatten wir doch hier mal ein Video von David Hembrouw(?) mit einer verradwegten Kreuzung in NL. Er fand das alles toll ("safe and smooth"), aber man konnte schon im Video sehen, dass das nicht stimmt. Ich glaube, dass da viel Schlangenöl verkauft wird.

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