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Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

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berlinonaut
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Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von berlinonaut » So 4. Mai 2014, 12:19

Spannende Idee: 2015 soll der Helmholzkiez in Berlin für einen Monat komplett autofrei sein abseits von Elektromobilen. Das ganze läuft unter dem Titel Ecomobilityfestival und hat 2013 bereits in Südkorea stattgefunden (http://www.ecomobilityfestival.org/). Der Tagesspielgel hat heute einen Bericht gebracht und in den Leserbriefen haben die Kommentatoren bereits jetzt Schaum vor dem Mund...

http://www.tagesspiegel.de/berlin/test- ... 40360.html

Sehr spannende Idee, ich finde das (obwohl auch Autofahrer) extrem cool und würde mir sogar wünschen, dass so ein Konzept auf die gesamte Fläche innerhalb des S-Bahn-Rings ausgedehnt würde, wenigstens als Experiment. Warum ich mir das wünsche? Damit die Stadt ein bisschen lebenswerter wird. Wenn man sich Berlin-Bilder aus den 60er und 70er Jahren anschaut stellt man fest, dass es offenbar auch mit weniger motorisiertem Individualverkehr funktioniert hat - mit dem Effekt, dass auf den Strassen mehr Platz war, in den Ohren weniger Lärm und in der Luft weniger Dreck (zumindest Autoabgasmässig). An die Berliner: Denkt Euch in eurer Strasse einfach mal die geparkten Autos weg. Faszinierendes Bild, oder?

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von Adler28 » Mo 5. Mai 2014, 07:22

Die Kommentare sich ja entlarvend - wie leider zu erwarten: Nicht bereit, für ein paar Wochen mal irgend was neues auszuprobieren.

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von berlinonaut » Mo 5. Mai 2014, 08:24

Es geht weiter: http://www.tagesspiegel.de/berlin/autof ... 42538.html

Der SPD-Bezirksbürgermeister ist dagegen: "Via Twitter und Facebook schrieb der Rathauschef am Sonntag von „Zwangsbeglückung“ und erklärte: „In dieser Form wird das nicht stattfinden.“
Der CDU-Verkehrsexperte findet "der Helmholtzkiez sei mit etwa 800 mal 800 Metern zu groß" für sowas. :shock: Die Linken und die Grünen sind eher dafür (zumindest die, die für den Artikel befragt wurden) und die IHK findet es attraktiv, wenn sich was ändert, solange ihre Mitglieder nichts ändern müssen: "Auch die Wirtschaft findet die Idee „spannend“ und gut fürs Renommee Berlins als E-Mobility-Schaufenster, wie IHK-Sprecher Leif Erichsen sagt. Aber: „Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.“ Nachteile für die Wirtschaft – etwa durchs Umladen von Ware in Elektro-Lkw – müssten verhindert werden." (alle Zitate aus dem verlinken Artikel)

Das verspricht bereits im Vorfeld grosses Kino zu werden. :? :lol: Es geht wie gesagt um ein Projekt auf einer sehr begrenzten innerstädtischen Fläche (offenbar 800 * 800 Meter) für einen Monat benzingetriebene Fahrzeuge auszusperren....

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von Pibach » Mo 5. Mai 2014, 09:55

In der Tat spannend, wie sich die Geister an so einem Projekt scheiden.

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von Motte » Mo 5. Mai 2014, 15:21

Bei euch in Berlin hat das Auto nicht so eine durchgehend identitätsstiftende Funktion gehabt, wie hier im Ruhrpott. Insofern war ich neugierig, wie das bei euch ausgeht.
Scheinbar genau so wie hier. Auch wenn ich mir selbst einen anderen Verlauf gewünscht hätte, war das m.E.absehbar.
Einmal geht es schlicht um Verteilkämpfe. Und da gibt man freiwillig keinen Meter Fläche ab. Auch nicht für einen Monat. Dann ist eine solche Idee politisch schlicht "bescheuert" - weil sie "korrektes Verhalten" mit der Brechstange erzwingen will. (siehe Veggie Day). Da hat man dann Leute gegen sich, die eigentlich dafür sind.
Letztlich ist es aber bloße Symbolpolitik. Ohne jede Nachwirkung. Gescheiter wäre es ohne viel "Tamtam" an vielen Orten mit einer Vielzahl an kleinen Maßnahmen die Infrastruktur für ein Miteinander zu schaffen.

Nur mal als kleines Beispiel. Bei uns in Essen wird am Radweg gebastelt (irgend ein Loch oder Erdhaufen blockiert den Weg). Dann steht da nix oder ein Bauzaun mit dem Schild Radfahrer absteigen. Das war es - seht zu, wie ihr klar kommt.

In Bremen z.B. steht da (nach meiner Wahrnehmung) mindestens eine Warnbake. Irgendwer hat dann mit Farbe einen Weg um die Baugrube gemalt (Stadt oder Baufirma) und die Arbeiter haben mit Teer eine provisorische Rampe am Bordstein für die Fahrradfahrer geschaffen. Das sind so kleine Selbstverständlichkeiten, die letztlich dafür sorgen, dass sich beide Seiten (KFZ und Radfahrer) ernst genommen fühlen und auch anders miteinander umgehen. Da muss man aber erst einmal hinkommen. Das kann man nicht einfach mal "verordnen".

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von berlinonaut » Di 6. Mai 2014, 00:54

Der Berliner Kurier steigt jetzt auch ein, dort gibt es auch eine Karte vom Katastrophengebiet. ;) Ob die dort eingezeichneten Sandbereiche künstlerische Freiheit sind, so geplant sind oder einfach nur die Berliner Baustellen symbolisieren sollen weiss ich nicht.

http://www.berliner-kurier.de/kiez-stad ... 23204.html

Im blumigen Kurierstil klingt das dann so:
Weil Stadtentwicklungs-Stadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) nächstes Jahr ein Mega-Öko-Festival rund um den Helmholtzplatz plant, soll der Kiez einen Monat lang für alle Anwohner-Autos gesperrt werden. Rund 3500 Privat-Autos und 20 000 Anwohner sind betroffen, viele gehen schon jetzt auf die Barrikaden.

Der abgefahrene Plan, den Jens-Holger Kirchner morgen vorstellt: Im Mai 2015 dürfen nur noch Elektro-Fahrzeuge in den Kiez fahren.

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von Pibach » Di 6. Mai 2014, 08:11

Schon komisch, dass die Presse so negativ reagiert. Das Happening hat ja schon Vorbild- und Anziehungscharacter und das konsequente Aussperren fossiler Verkehrsmittel gehört dazu und ist auch nötig für die Vermarktung. In Korea war das ja wohl ein großer Erfolg. Ich bin zwar eigentlich gegen verordnete Zwänge, finde so eine "Symbolpolitik" hat aber auch gewissen positive Effekt. Und ist für alle Teilnehmer, also die Stadt, den Kiez, die direkt beteiligten Firmen, aber auch alle anwohnenden Firmen sowie alle, die mit Satellitengeschäften (z.B. Tourismusbranche) verdienen, sowie alle, die von Laufkundschaft profitieren (z.B. der angesprochene Eisladen) schon sehr attraktiv. Der Aufwand scheint recht hoch zu sein. Dazu müsste man mal die positiven Effekte gegenrechnen. In Korea waren 4,300 Leute betroffen, in Berlin soll das ganze grob gerechnet also 4-5 mal größer werden. In Korea wurden >1Mio Besucher angezogen und 40 auststellende Firmen. Schon vorstellbar, dass sich das vervielfachen lässt. Und sich insgesamt sogar ökonomisch rechnet. Für die beteiligten "Ökofirmen", also z.B. die Carsharinganbieter oder die e-Fahrzeughersteller, ist das ja eine gigantische Marketingaktion. Die stellen die Autos möglicher Weise kostenlos zur Verfügung? Solche Einzelheiten wären mal interessant.

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von berlinonaut » Di 6. Mai 2014, 19:48

Hui, da haben die Nörgler und Bedenkenträger sich aber schnell durchgesetzt: Die Veranstaltung ist abgesagt. Der Tagesspiegel titelt süffisant
Autofreier Kiez: Bezirksamt zieht den Stecker
und das gleiche twittert der Bezirksbürgermeister - hauptsache nachgetreten.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/e-mob ... 50602.html

ein weiterer Artikel hier: http://www.tagesspiegel.de/berlin/autof ... 47696.html
Das Bezirksamt habe das Vorhaben „in Dimension, Zeit und Fläche nicht befürwortet“, sagte Köhne auf Anfrage.
(...) Gefragt wurden die Kiezbewohner jedoch nicht; für den 3. Juni war eine Bürgerversammlung geplant. Laut Bürgermeister Köhne waren die anderen Stadträte über die fehlende Kommunikation verärgert. Der entscheidende Einwand gegen das Projekt sei dann gewesen, „dass das nicht aus dem Quartier kommt, sondern von außen“. (...) Für Vertreter des Einzelhandels war das Projekt sowieso "eine Schnapsidee": Denn wer garantiere bei der Belieferung der Läden, dass Lebensmittelstandards eingehalten würden?
Wirklich erbärmlich, welche Machtspielchen da durchgezogen werden und mit welch hirntoten Argumenten da hantiert wird. Die Kommunikation hätte zweifelsohne besser sein können. Allerdings verschweigt der Tagesspiegel huldvoll, das die Bezirksverordneten erbost darob waren, von den Vorhaben aus der Presse zu erfahren. "Die Presse" war in dem Fall der Tagesspiegel selbst, der 2 Tage vor der geplanten Projektvorstellung im Bezirksparlament berichtete - und damit möglicherweise mit zur Erdung der ganzen Veranstaltung beigetragen hat.

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von Pibach » Di 6. Mai 2014, 20:15

Schade. War zwar zwiespältige aber progressive Idee.

frankd
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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von frankd » Di 6. Mai 2014, 20:39

Ich halte von solchen Aktionen nicht viel, letztendlich sind nicht nur die Kiezbewohner genervt, sondern auch die angrenzenden Kieze müssen jetzt noch ein Plus an fahrenden und parkenden Fahrzeugen aufnehmen.
Da hätte man sich vielleicht mal mehr Gedanken machen sollen, wie man das Problem langfristig lösen kann. Elektrofahrzeuge sind auch nicht die Lösung, denn bei einem Ersatz 1:1 ändert sich an der prekären Parkplatzsituation nichts.
D.h. hier muss man neue carsharing-Modelle ausprobieren, wie funktioniert das Nachbarschaftsauto, car2go für alle, kann sich ein Haus ein Gemeinschaftsauto teilen, wer bekommt das Auto bei Stoßzeiten z.B. Feiertage oder Ferienzeiten, wer übernimmt Wartung und Pflege. Viele offene Fragen, da wäre so ein Modellprojekt mit anschließender öffentlicher Auswertung und entsprechender Weiterführung viel zielführender als so ein Stressevent.

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