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Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

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Adler28
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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von Adler28 » Mi 7. Mai 2014, 11:40

Pibach hat geschrieben:Ein wesentliches Problem ist wohl auch, dass der Schienenverkehr keinen wirklichen Konkurrenzstatus erreicht. Das liegt wohl vor allem an der Monopolstellung der DB, was deren Ineffizienz und Innovationsfeindlichkeit mitbedingt.
Die verlagert doch sehr innovativ den Gütertransport auf die Straße! In den 70ern konnte man noch auf jedem Bahnhof Warenlieferungen als Expressgut aufgeben und abholen - das wurde in Personenzügen im Gepäckwagen transportiert. Moment mal? Gepäckwagen? Ach ja, Gepäck transportiert ja jetzt Hermes. Per LKW. Und auch Autoreisezüge werden durch LKW-Autotransporter ersetzt. Vorteil: Der Urlauber und sein Koffer oder sein Auto kommen nicht mehr zur selben Zeit am selben Ort an. Güterbahnhöfe in der Stadt? Berlin hatte mal Dutzende davon.
Als es noch einen funktionierenden Gütertransport auf der Schiene gab war die Bahn allerdings noch viel "monopoler" als heute.
Mag sein. Aber wenn man da zu grundsätzlich an das Thema rangeht, kriegt man nie ein Event auf die Beine gestellt
Logisch. Das versuchte ich ja anzudeuten.

derMac
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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von derMac » Mi 7. Mai 2014, 12:48

Pibach hat geschrieben:Wobei logistische Prozesse schon recht weitgehend optimiert werden.
Ein wesentliches Problem ist wohl auch, dass der Schienenverkehr keinen wirklichen Konkurrenzstatus erreicht. Das liegt wohl vor allem an der Monopolstellung der DB, was deren Ineffizienz und Innovationsfeindlichkeit mitbedingt.
Die Bahn ist ein Logistikunternehmen das, wie du oben so schön schreibst, sehr wahrscheinlich seine Prozesse optimiert (oder auch nicht, dann stimmt deine Aussage aber nicht mehr). Und zwar optimieren sie (wenn sie es überhaupt tun) wie (fast) alle anderen Unternehmen auch auf maximalen Gewinn (oder minimalen Verlust). ;)

Mac

Motte
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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von Motte » Mi 7. Mai 2014, 13:49

Mag sein. Aber wenn man da zu grundsätzlich an das Thema ran geht, kriegt man nie ein Event auf die Beine gestellt
Gegen ein Event an einem Tag oder einem Wochenende hätte wohl auch niemand was. Einen Stadtteil für einen Monat dicht machen ist aber eine Sache, die an die Existenz einiger Leute gehen kann. Das ist schon eine andere Hausnummer. (zumal es keinen Sachzwang gibt, der das gebietet) Daher wäre ich auch gar nicht so sicher wie der eine CDU Politiker, dass eine Rechtsgüterabwägung da zugunsten der Stadt erfolgen würde.

Allein die mögliche öffentliche Diskussion um Für und Wider wäre es aber wert, so ein Event weiter zu verfolgen. Denn alles was hier bei uns zur Sprache kommt (brauchen wir um 19 Uhr frisch gelieferten Kuchen? Wollen wir das wirklich? - oder nehmen wir es nur, weil es angeboten wird) würde dann ja auch in Berlin öffentlich diskutiert.

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von Pibach » Mi 7. Mai 2014, 15:10

Adler28 hat geschrieben: In den 70ern konnte man noch auf jedem Bahnhof Warenlieferungen als Expressgut aufgeben und abholen - das wurde in Personenzügen im Gepäckwagen transportiert.
Stimmt. Hab ich auch mal genutzt. Das war super. Preiswert auch für sehr sperriges Gepäck. War kalkulierbar da (mit dem nächsten Zug). Das könnte eigentlich auch heute noch konkurrenzfähig sein. Komisch, dass es abgeschafft wurde. Weiß jmd dazu Hintergründe? Vielleicht wg. der Gefährdung durch Bomben?

Insgesamt bleibt der Schienenransportleistungsanteil aber in etwa konstant (bei ca 20%).
Wobei die Bahn imho viel Potenzial verschenkt.
Und jeder Laden muss mehrmals täglich angefahren werden? Jeder von anderen Lieferwagen?
Z.B. nächtliche Anlieferung per Güter-Straßenbahn (alles schon mal dagewesen, keine neue Erfindung) an kleine Verteilzuentren (3 oder 4 je Bezirk oder so, je nach Größe), und morgens werden die Läden von dort beliefert. Morgens, vor dem Berufsverkehr. Nicht während des gesamten Vormittags. Von Sammeltransporten; nicht jeder Laden von seinem eigenen Lieferwagen in dem sich eine einsame Palette Tomaten langweilt.
Die von Dir hier beschriebene Lösung ist unter den Optimierungskriterien (Kosten) offenbar verworfen worden. Denke Du täuscht Dich also in der Auslastung der Lieferwagen ("einsame Palette Tomaten") und den Kosten solcher Verteilzentren usw. Leerfahrtenanteil liegt z.B. bei ca 20% (Quelle), also schon recht gut. Die "externen Umweltkosten" sind übrigens verschwindend, für LKW liegen die bei 23,5 Cent je 1000 Tonnenkilometern (Quelle)

@Udo: sehe ich beides auch so. Wobei diese "brauchen wir das" Diskussion nicht weiter bringt. Offensichtlich wollen sowas manche Kunden haben - sonst würde es nicht gekauft. Dieses Rückkopplungssystem ist recht leistungsfähig, jedenfalls leistungsfähiger als andere bisher ausprobierten Alternativen. Man muss aber immer schauen, dass es konstruktive Anreizsystem sind. Was z.B. bei Monopolsituationen oft nicht gegeben ist.

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von Motte » Mi 7. Mai 2014, 15:49

Ich musste dem Kind ja einen Namen geben. Wenn wir so ein Angebot annehmen - dann steckt da ja hinter, dass wir vielfach den wahren Preis nicht sehen. Ihn aber an anderer Stelle zahlen. Mit unserer Gesundheit (Lärm/Abgase/ ständige Aufmerksamkeit = Stress) - mit Steuergeldern, weil die Straßen und Fußgängerzonen kaputt gefahren werden. Mit Unbequemlichkeit, weil alle 2 Minuten ein LKW um den Eisstand zuckelt. Mit Verlust an Lebensqualität, weil auch durch die abgelegenste Wohngebietsstraße alle 20 Sekunden ein Auto rauscht.
Das passiert, weil es geht und weil es wenig kostet. Wenn es strikte Lieferzeiten oder "Verbotszonen" für einzelne Gegenden gibt, hört das auf. Gibt heute schon kinderfreundliche Wohnanlagen, wo auch die Anwohner auf Sammelplätzen parken müssen. Und Innenstädte in welche keine LKW`s dürfen.

Der Markt alleine regelt das nicht - da muss der Staat schon lenkend eingreifen. Und Rahmenbedingungen setzen.

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von Pibach » Mi 7. Mai 2014, 16:28

Motte hat geschrieben:...dann steckt da ja hinter, dass wir vielfach den wahren Preis nicht sehen. Ihn aber an anderer Stelle zahlen. ...
Der Markt alleine regelt das nicht - da muss der Staat schon lenkend eingreifen. Und Rahmenbedingungen setzen.
Genau.
Allerdings sieht der regulierende Eingriff den "wahren Preis" nicht unbedingt besser. Ausserdem folgt der Markt der Regulierung nicht unbedingt. Und die Regulierung selbst erzeugt u.U. wiederum einen Wust an Bürokratie und Overhead. Bin da sehr skeptisch.
Am besten, wenn man die versteckten Kosten geeignet internalisieren kann.

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von vmax » Mi 7. Mai 2014, 16:30

War nur heiße Luft: http://www.prenzlberger-stimme.de/?p=76376


Da wollte sich jemand wichtig machen,wobei so ein Wochenende ohne Autos in den Straßen, das hätte was.

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von derMac » Mi 7. Mai 2014, 17:39

Pibach hat geschrieben:Am besten, wenn man die versteckten Kosten geeignet internalisieren kann.
Das ist am Ende nur ein anderes Wort für Regulierung. ;)

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von frankd » So 11. Mai 2014, 12:56

Es kann schon sein, dass die Anwohner für solch ein Event bereit sind, aber nicht für eine langfristige Trennung vom Auto.
Dies könnten sie jetzt schon, aber wenn man durch Prenzlauer Berg fährt merkt man davon noch nichts. Ich persönlich fahre nur mit dem Fahrrad dorthin, alles andere ist aussichtslos, um einen Parkplatz zu bekommen.
Außerdem ein nicht ganz unwichtiger Aspekt, der Bezirk kassiert auch ganz gut ab durch die vielen Autos, nicht nur durch die Parkraumbewirtschaftung wie es im Amtsdeutsch heißt, sondern vor allem durch die vielen Falschparker im Halte-/Parkverbot und in der 2. Reihe. So viele Kontrollen durch das Ordnungsamt gibt es sonst kaum noch in Berlin.

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Re: Berlin autofrei - erst mal temporär ;-)

Beitrag von Motte » So 11. Mai 2014, 22:04

Bis jetzt erfüllt ganz offensichtlich (nur) das Auto in idealer Weise einen Traum des Menschen nach individueller Mobilität, weitgehend unabhängig vom Wetter und Fahrplänen. Da werden die "Nebenwirkungen" mehr oder weniger desinteressiert hingenommen. (Scheint beim Handy/Smartphone ähnlich zu sein). Ich glaube nicht, dass die Leute in nennenswerter Zahl ohne echte Not davon lassen wollen. Und von diesem Notzustand sind wir noch weit entfernt. Daher wird es m.E. nur sehr kleine Schritte der Veränderung geben können. Wenn das Existenzrecht von Radfahrern im täglichen Verkehr überall toleriert würde - wäre das meiner Meinung nach schon ein großer Erfolg.

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