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Erstwohnsitz auf dem Campingplatz?

Der Smalltalk-Bereich. Alles was NICHT mit Fahr/Falträdern zu tun hat
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Kisho
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Erstwohnsitz auf dem Campingplatz?

Beitrag von Kisho » Do 5. Jun 2014, 19:34

Hi,

in NRW ist es laut Meldegesetz zwar erlaubt seinen Erstwohnsitz auf einem CP zu haben, aber irgendein anderes Gesetz verbietet das dauerhafte wohnen auf dem CP. Weiß jemand wie das in Rheinland-Pfalz aussieht?

Ich liebäugle schon lange mit dem Gedanken mir einen gebrauchten großen Wohnwagen mit winterfestem Vorzelt zu kaufen und dauerhaft auf einem CP zu leben. Die Wohnwagen haben ja heute allen Komfort wie eigene Toilette, Dusche, Fernseher,... und WLAN ist auf den meisten Dauer-CPs auch Standard. Vom Platz her würde mir ein großer Wohnwagen locker reichen und erstmal die Kostenersparnis. Ein Standplatz auf einem CP kosten zwischen 75,- und 150,- im Monat plus Nebenkosten (die man in einer Wohnung auch hat) und die Betriebskosten (Heizung, Warmwasser, Strom) sind ja schon alleine wegen der geringeren Fläche / Raumvolumen schon geringer als in einer 60qm Wohnung.

Grüße

Motte
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Re: Erstwohnsitz auf dem Campingplatz?

Beitrag von Motte » Do 5. Jun 2014, 22:06

In NRW gibt es Zoff, weil das (wie fast überall) dem Baurecht zuwider läuft. Melderechtlich kriegt man das meist hin.
http://dejure.org/gesetze/BauNVO/10.html
Wenn Du da dauerhaft wohnst, dient die ganze Anlage eben nicht mehr dem Erholungszweck und ihre Genehmigung gerät in Gefahr. Die verträgt nur einen zeitweisen Aufenthalt. Nur sind da andere Bundesländer nicht so interessiert das umzusetzen. In NRW war das in der Vergangenheit auch kein Riesenthema, scheint aber nun vom Land forciert zu werden. http://www.welt.de/regionales/duesseldo ... -wird.html

Da es die Kommunen umsetzen müssen, würde ich dort anfragen, wie der Sachstand ist. (ansonsten beim Landratsamt) Die Betreiber können meist nur den "Ist" Zustand berichten. Die Ämter wissen da meist mehr. (Bauamt/Bauordnungsamt)

Son Mobilheim ist aber besser zum Daueraufenthalt geeignet. Ist größer und besser isoliert.

Gruß

Udo

Kisho
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Re: Erstwohnsitz auf dem Campingplatz?

Beitrag von Kisho » Sa 7. Jun 2014, 06:33

Hi Udo, danke für die Info. Aber die Behörden wollte ich tunlichst nicht fragen - wegen der Sache mit den schlafenden Hunden ;)

Grüße

Motte
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Re: Erstwohnsitz auf dem Campingplatz?

Beitrag von Motte » Sa 7. Jun 2014, 06:56

Ja, weiß man nie so recht - stimmt schon :roll:

Bei kleinen Gemeindeverwaltungen dürfte das weniger ein Problem sein, weil die noch eher am Wohlergehen ihres Ortes interessiert sind. Die kriegen Zuwendungen vom Land für deinen Erstwohnsitz und Du kaufst dort beim Bäcker ein. Wenn Du platt fragst ob Du das darfst, werden sie immer nein sagen müssen. Die wissen aber was so auf einen zukommt, und ob,wie in NRW, Druck gemacht wird. Der örtliche ADAC wird das wohl auch wissen.

Du brauchst ja einen Platz, der ganzjährig betrieben wird - sonst sind die Toilettenanlagen/Duschräume etc. im Winter geschlossen. Das ist dann sehr rustikal :mrgreen:

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Re: Erstwohnsitz auf dem Campingplatz?

Beitrag von Pibach » Sa 7. Jun 2014, 09:24

Interessante Idee.
Scheint sogar recht verbreitet. Siehe auch hier:
"...die günstige Wohnform vielerorts nur halblegal ist: Einige Platzbetreiber haben sich mit den Kommunen darauf geeinigt, dass sozial Schwache zwar in Wohnwagen leben, aber offiziell anderswo gemeldet sind, zum Beispiel bei Freunden, Verwandten oder Sozialvereinen."
Ich glaub Voraussetzung ist nur, dass man den gemeldeten "Wohnsitz" min 6 mal im Jahr aufsucht (wird aber wohl nicht geprüft).
Wenn so ein "Campingplatz" dann tatsächlich zu "Wohngebieten prekärer Gesellschaftsgruppen mutieren" ist der aber wohl nicht mehr so attraktiv.

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Re: Erstwohnsitz auf dem Campingplatz?

Beitrag von Motte » Sa 7. Jun 2014, 10:37

Da sind ja die unterschiedlichsten Interessen im Spiel

Die Kommunen möchten dass Du dort, wo Du dich überwiegend aufhältst und die staatlich finanzierte Infrastruktur in Anspruch nimmst, deinen ersten Wohnsitz anmeldest. Dann bekommen sie entsprechende Zuweisungen.
Passiert das nicht schielen sie nach der Zweitwohnsitzsteuer.

Das Land und die Kommunen wollen nicht, dass aus Erholungsgebieten Wohngebiete werden und der mühselig erstellte Bebauungsplan nach Herzenslust ignoriert wird. (so was wird dann ja auch gern als Präzedenzfall gern von anderen benutzt) Die Plätze sind ja meist im Grünen oder gar im Naturschutzgebiet. Für "Dauercamper" werden die Plätze dann auch immer weiter ausgebaut.

Der "Dauercamper" möchte sich natürlich gemütlich einrichten. Und da steigen die Bedarfe (und die Wohnflächen) von Jahr zu Jahr mit zunehmendem Alter. (was auch verständlich ist). Kanalisation, frostsicherer Grund, gute Isolation, feste Kochsteller etc. Und schwupps steht dort ein Wochenendhaus mit Carport und Geräteschuppen. Billig soll es meist auch sein - also nix anmelden oder Abgaben zahlen.....

Wenn ich als Land "Dauercamper" suche, dann muss ich in einer ersten Runde nur gucken, wer dort melderechtlich erfasst ist und welcher Platz ganzjährig betrieben wird. Die da hängen bleiben, kann man dann aufsuchen.
Entsprechend hat der Campingplatzbetreiber normalerweise nichts dagegen, dass Du ständig da bist. Aber wohl was dagegen, wenn Du es so auffällig machst, dass bei ihm "die Behörde" auftaucht.

So billig ist diese unauffällige Form von Campen gar nicht. Dauercamper sind manchmal auch ganz schön "spießig". Von daher würde eine "Bauwagenszene" einem Campingplatz ( mit Dauercampern und Feriencampern) sicher nicht so gut tun. Da sind die Reibereien vorprogrammiert. Liegt letztlich aber immer an den einzelnen Menschen, die dort aufeinander prallen.

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Re: Erstwohnsitz auf dem Campingplatz?

Beitrag von Kisho » Sa 7. Jun 2014, 19:49

Ja, da gab es wohl üble Auswüchse die mit "Camping" nicht mehr das geringste zu tun hatten.
Mein Ansatz ist aber ein anderer: "Leave nothing expect your trace."

Ich möchte meinen (Platz-)Verbrauch auf das absolute notwendige reduzieren, Ressourcen sparen,... - das ich dabei auch noch Geld spare ist nur ein Nebeneffekt. Das gesparte Geld kann ich dann wunderbar für notwendige Dinge ausgeben die aber nachhaltiger (und damit meist deutlich teurer) sind / sein sollen. Beispiel: Ich verschleisse 3-4 Paar Trail Running Schuhe im Jahr weil ich gut 200km / Monat zu Fuß gehe. Meine bevorzugten Schuhe von Meindl sind zwar mit 140,- teuer, aber leider nicht nachhaltig, da nicht neu besohlbar - der eigentliche Schuh ist aber i.d.R. noch okay wenn die Sohle durch ist. Massgefertigte (zweigenähte) Vollleder-Schuhe mit ähnlichem Komfort wären neu zu besohlen - kosten aber einmalig ca. 300,- für den Leisten und der eigentliche Schuh dann noch mal so viel. Dafür halten die aber wesentlich länger und das neu besohlen verbraucht auch weniger Ressourcen als neue Schuhe.

Na ja, suche mir da unten jetzt erstmal eine (teil-)möblierte kleine Wohnung und schaue dann in Ruhe vor Ort.

Grüße

hahahaben
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Re: Erstwohnsitz auf dem Campingplatz?

Beitrag von hahahaben » Mo 25. Aug 2014, 22:33

Da gab es schon einige Prozesse auch von Harz 4 Empfängern und Rentnern die sich ein Leben in einer Wohnung nicht mehr leisten konnten.
Ich finde die Idee auch sehr gut und habe es ebenfalls mal durchgespielt. Eine gute Seite im Netz
http://www.lebenaufdemcampingplatz.de/

Antoniaala
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Re: Erstwohnsitz auf dem Campingplatz?

Beitrag von Antoniaala » Mo 27. Okt 2014, 17:30

das funktioniert, mein Onkel wohnt in der Nähe von Soest auf so einem Platz :)

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