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Mein neues Rhine (20-Zoll-Birdy)

Zeigt her, die Falträder! (Bilder)
Raffineur
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Mein neues Rhine (20-Zoll-Birdy)

Beitrag von Raffineur » Fr 8. Nov 2019, 17:30

Moin Leute,

wie ihr bereits meiner Signatur entnehmen könnt, bin ich inzwischen auch zum Dreifach-Faltrad-Besitzer aufgestiegen. Nummer drei ist ein Rhine. Hatte es über eine Ebay-Kleinanzeige zum Schnäppchenpreis ergattert. Der Vorbesitzer hatte es in Deutschland selbst aufgebaut. Und zwar mit guten Komponenten, z.B. SRAM-Dual-Drive mit Neunfach-Kassette, Shutter-Precision-Nabendynamo und hydraulischen Scheibenbremsen. Überhaupt kann ich anders als Tian über die Qualität nichts Schlechtes sagen. Auf mich wirkt es sehr hochwertig. Anbei ein Bild. Schloss und Gepäckträger sind von mir. Natürlich habe ich einige Dinge schon wieder geändert:
  • die fetten Schwalbe Marathons durch schnelle und trotzdem pannensichere Durano Plus ersetzt
  • den Ständer aus Gewichtsgründen abgeschraubt
  • die Standardpedale durch superleichte Steckpedale ersetzt
  • den hinteren Gummipuffer durch eine Stahlfeder ersetzt
  • einen nach vorne gedrehten Riser-Lenker montiert
  • Schutzbleche montiert
Das ist aber erst der Anfang, denn ich will es genauso wie mein einmaliges GoBike (siehe mein-faltrad-f49/der-mercedes-der-faltraeder-t4715.html) auf Rohloff Speedhub und Riemenantrieb umbauen. Diesmal nicht mehr auf Gates, sondern auf ein Standard-8-mm-System, wie es auch Bernds verwendet, siehe http://bernds.de/innovationen/. Von dort bekomme ich auch die hintere Riemenscheibe für den Speedhub. Vorne schwebt mir eine Riemenscheibe von Strida vor, siehe https://www.stridanederland.nl/de/shop/ ... da-evo-3s/. Den Riemen gibt es günstig aus verschiedenen Quellen, z.B. aus dieser: https://www.3vbelt.com/product/timing-b ... 164-teeth/. Ich würde natürlich statt der Fünffach-130-mm-LKD-Kurbel eine neue mit vierfach 104 mm LKD benötigen. Es müsste eigentlich alles passen. Die einzige Unbekannte ist die Riemenlinie des Strida. Bernds gibt für das hintere Riemenrad eine Riemenlinie von 54 mm an. Vorne kann man notfalls mit Distanzscheiben nachhelfen.

Die nächste Baustelle sind die Bremsscheiben. Rohloff hat ja mit seiner Vierfach-Aufnahme (wieder mal) eine Extrawurst gebraten. Habe mir jetzt schon mal eine darauf ausgelegte Avid G2 Clean Sweep in 160 mm zugelegt. Weil das Auge mitfährt, möchte ich vorne natürlich die gleiche. Die aktuelle hatte zu meiner großen Überraschung einen Durchmesser von 180 mm :o Aus meiner Sicht würden auch da 160 mm reichen. Ein Rhine ist ja kein Mountainbike. Den Vorbesitzer erreiche ich nicht mehr. Kann mir einer von euch sagen, ob an meine Gabel auch eine 160er-Scheibe passt (siehe Bild)? Ev. mit anderem Adapter? Bin da leider etwas unbedarft. Schon im Voraus vielen Dank!

Über den weiteren Umbau werde ich an dieser Stelle immer mal wieder berichten.
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Karsten
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Re: Mein neues Rhine (20-Zoll-Birdy)

Beitrag von Karsten » Fr 8. Nov 2019, 20:00

Raffineur hat geschrieben:
Fr 8. Nov 2019, 17:30
[Cooler neuer Falter]
Und ich versuch' immer vor dem gefährlichen Suchtpotential von Falträdern zu warnen :mrgreen:
Der Staat is' da vieel zu nachlässig: bei Hanf gib's totale Prohibition aber keiner warnt vor den fürchterlichen Folgen von "Faltrad"...

Also: Allerbeste Glühstrümpfe von mir für das tolle Teil (und gute Portion aufrichtigen Neid) :D :D

Gruß Karsten

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Re: Mein neues Rhine (20-Zoll-Birdy)

Beitrag von Splithub » Fr 8. Nov 2019, 20:09

...ich bin kurz davor den Neid als körperlichen Schmerz wahrzunehmen. Was für ein Hammerbike!
Die grosse Bremsscheibe muss wohl konstruktionsbedingt bleiben. Es gibt sehr schlanke Bremssättel aber in postmount Bauweise nur wenige, die auf kleinere Scheiben adaptieren, wenn der Platz überhaupt reicht.
In welchen Preiskategorien bewegt sich das Schätzchen?

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Re: Mein neues Rhine (20-Zoll-Birdy)

Beitrag von Raffineur » Fr 8. Nov 2019, 22:10

Und ich versuch' immer vor dem gefährlichen Suchtpotential von Falträdern zu warnen :mrgreen:
Der Staat is' da vieel zu nachlässig: bei Hanf gib's totale Prohibition aber keiner warnt vor den fürchterlichen Folgen von "Faltrad"...
Endlich weiß ich, warum ich drei Falträder haben MUSSTE ;)
Also: Allerbeste Glühstrümpfe von mir für das tolle Teil (und gute Portion aufrichtigen Neid) :D :D
...ich bin kurz davor den Neid als körperlichen Schmerz wahrzunehmen. Was für ein Hammerbike!
Und es wird noch besser 8-) Aber danke schon mal für eure guten Vibrationen :D Ich hatte 800 € plus ungefähr 50 € für einen Karton und Versand bezahlt. Nach Angaben des Vorbesitzers 1.000 km gelaufen, nach meinem Dafürhalten eher 100 km. Wie gesagt ein Schnäppchen :D Na gut, dann bleibt es vorne wohl 180 mm. Vielleicht frage ich bei Gelegenheit mal einen freundlichen Radhändler.

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Re: Mein neues Rhine (20-Zoll-Birdy)

Beitrag von Motte » Fr 8. Nov 2019, 23:50

Ich würde da erst mal ne Weile mit fahren.
So schlecht ist die Dual Drive nämlich nicht (hab die am Verge Tour). Vor allem ist sie schön leise - ein Rohloff Birdy macht in den unteren Gängen ordentlich Lärm. Dann bleibt da noch die Frage wo die Drehmomentstütze hin soll.
Klar Riemen und Dual Drive mögen sich nicht.

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Re: Mein neues Rhine (20-Zoll-Birdy)

Beitrag von Raffineur » Sa 9. Nov 2019, 00:31

Ich würde da erst mal ne Weile mit fahren.
Ich nicht. Dual Drive lässt sich wohl kaum mit Speedhub vergleichen. Das ist ja wie Economy und First Class :D Ist natürlich auch eine Preisfrage. A propos: Vom Herumfahren steigt auch der Wiederverkaufswert nicht ;) Wenn es soweit ist, werde ich sie im Marktplatz in diesem Forum anbieten. Falls du oder jemand Anderer dann noch Interesse haben sollte ;)
Vor allem ist sie schön leise - ein Rohloff Birdy macht in den unteren Gängen ordentlich Lärm
Ich habe an meinem Dahon neue Laufräder (mehr dazu ein andermal). Direkt aus China importiert. Der Freilauf am Hinterrad macht "ordentlich Lärm". Mit der Folge, dass Fußgänger sofort Platz machen, ohne dass ich klingeln muss, wenn ich mich mal auf den Bürgerinnen- und Bürgersteig verirre :mrgreen:

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Re: Mein neues Rhine (20-Zoll-Birdy)

Beitrag von Motte » Sa 9. Nov 2019, 10:27

Da hat jeder so seine eigenen Präferenzen....

Ich fahre hab zwei Falträder mit Rohloff und drei mit Dual Drive. Und fahre sie auch. Von daher kann ich (für mich und meine Anforderungen) auch gut vergleichen. Von First Class merke ich da nix. Hauptargument gegen ein Birdy mit Dual Drive war damals die Notwendigkeit vor dem Falten einen bestimmten Gang einlegen zu müssen, damit die Kette nicht abfliegt. Wenn dir beim Bergauffahren mit Rohloff wegen der lauten Mahlgeräusche einer defekten Drehbank mitleidige Blicke zuteil werden, bleibt von First Class auch nicht mehr viel über. 8-) (natürlich übertreibe ich jetzt ein wenig)

Ist ein Grund, warum ich hier im Forum empfehle so ein Rohloff Birdy erst mal zu fahren um festzustellen ob man mit der Akustik klar kommt. (Mir gelingt das mittlerweile - am Anfang war es schwer. Mit der einwandfreien Funktion hat das nix zu tun. Ein Einrohrrahmen scheint das zu verstärken - ich hab das am Timor (dicker Stahlrahmen) genau so wie am Birdy)

Denn logischerweise verspricht man sich vom 1000 Euro Aufpreis einen soliden Gegenwert. Den liefert die Nabe ja auch - sofern man genau diese Vorteile (Wartungsarmut, keine Gangüberschneidungen, im Stand komplett durchschalten) benötigt und die unvermeidlichen Nachteile (Leckagen, Geräusch, Gewicht, kein Schalten unter Last, nur günstiger Drehgriff möglich, schwergängiger Drehgriff- wenn viele Bögen im Bowdenzug nötig, verbautes Ausfallende mit externer Schaltbox) verkraftet.
Vieles davon ist schlicht "Geschmacksache" - wichtig ist eigentlich nur, dass man drüber redet und sich dann entscheidet.
Zuletzt geändert von Motte am Sa 9. Nov 2019, 12:57, insgesamt 1-mal geändert.

EmilEmil
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Re: Mein neues Rhine (20-Zoll-Birdy)

Beitrag von EmilEmil » Sa 9. Nov 2019, 12:32

Wie ich schon kürzlich sagte, die Riemen-Jünger sind Gläubige und jeder Beratung resistent...……..
Erstens staune ich darüber, daß ein 8 [mm]-Modul Riemen verwendet werden soll. Zum Vergleich, eine Kette hat alle 12,7 [mm] ein Gelenk, d. h. 100 Kettengliedern entsprechen ca. 159 Riemen-Module mit der entsprechenden Zunahme der Biege-Stellen (Biegegelenke) und dem zugehörigen Dissipations-Effekt (Verlust-Energie) an diesen Stellen. Weiterhin bin ich sehr skeptisch, was die Konstruktions-Auslegung des ins Auge gefassten Riemens (3VBELT) angeht. Der Herr Bernds verwendet den wahrscheinlich auch, hat ihn sich aber offenbar modifizieren lassen (Riemenstränge aus Carbon, nicht aus Fiberglas !). So wie ich @Raffineur aus diesem Forum seit Jahren kenne, hat er einen Hang zum Aktionismus. Kritische Kommentare werden schon mal beiseite gewischt.
Ein Riemen der wegen Hinterrad-Federung beim Falten von wenigstens einer Scheibe abgenommen wird und wild in der Gegend rumhängt (abhängt ?) ist schon sehr besch…...en. Da sind wegen der Empfindlichkeit des Riemens die Katastrophen programmiert. Das Rhine und das Bernds (20" Modell) haben am gefederten Hinterbau eine im Prinzip gleiche Konstruktion (Das Brompton gehört auch in diese Kameradschaft, ist evtl. der Erfinder ! Muß aber wegen der Kettenschaltung eine Kette verwenden !
Und der Herr Bernds gibt mächtig damit an, wie lange er schon Riemen verbaut. Ich wette, die meisten Bernds Falträder fahren mit Kette ! Und viele haben in der Zeit auf Kette umgerüstet ! Vielleicht gibt es Vitrinen-Modelle die diese Zeit ohne normale Benutzung überdauert haben, kostbare Antiquitäten halt !
Ja und dann sagt dér Herr B. dazu , Zitat:
" Wir verbauen Zahnriemen seit mehr als 20 Jahren. Er passt besonders gut zu unseren Falträdern, weil er kein Fett oder Öl benötigt. Denn besonders ein Fahrrad, das man mitnimmt, ins Auto legt und in der Hand hat, sollte nicht schmieren. Zudem ist die Lebensdauer bis zu zehn Mal höher."
Evtl. meint er in dem Vergleich (höher als Was ?) eine Kette (Wahrscheinlich nicht den Eiffel-Turm). Meine in Benurtzung befindliche Kette mit der längsten Strecke hat 18 000 [km], da soll er mir mal einen Riemen zeigen, der 180 000 [km] geschafft hat :lol: . Mit der Sauberkeit, da hat er recht (Aber eine gekapselte Kette ist noch sauberer und wesentlich preisgünstiger :idea: ).
Zum Schluß bleibt noch nach dem Status des bisher von @Raffineur verwendeten Gates-Riemens zu fragen. Für mich ist es merkwürdig, daß der Riemen durch einen anderen Riemen ersetzt wird, wenn der verwendete alle Anforderungen in den Hauptsachen erfüllt haben sollte.

MfG EmilEmil

Raffineur
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Re: Mein neues Rhine (20-Zoll-Birdy)

Beitrag von Raffineur » So 10. Nov 2019, 13:16

Fahre an meinem genialen GoBike (ebenfalls mit Einrohr-Rahmen) selbst die Rohloff und kenne von daher auch die damit verbundenen Geräusche.
Wenn dir beim Bergauffahren mit Rohloff wegen der lauten Mahlgeräusche einer defekten Drehbank mitleidige Blicke zuteil werden
Nach meiner Erfahrung sind die Blicke eher neidisch 8-)

Die Rohloff-Schaltbox halte ich auch nicht unbedingt für der Weisheit letzten Schluss. Aber sie ist wesentlich solider als die SRAM-Klickbox. Die ist aus Kunststoff und sieht nicht nur zerbrechlich aus, sondern es ist jedesmal ein Gefummel und Gepfriemel, die Schaltachse wieder richtig hineinzubekommen. Vor allem aber ist aus meiner Sicht die Rohloff-Nabe mit ihren 14 gleichmäßig abgestuften überschneidungsfreien Gängen technisch eine wesentlich elegantere Lösung als jede 2 oder 3 x 8/9/10/11, egal ob mit Dual Drive oder vorderem Umwerfer. Vergleichbar höchstens mit 1 x 13, aber um den Preis eines extremen Kettenschräglaufs, und ich bin nicht sicher, ob sich ein 50er-Ritzel mit 20-Zoll-Laufrädern verträgt.

Mal abgesehen davon, dass eine reine Nabenschaltung die Voraussetzung für einen Riemenantrieb darstellt.
die Riemen-Jünger sind Gläubige und jeder Beratung resistent.
Einspruch! Ich weiß nicht, wieviele riemengetriebene Räder EmilEmil schon gefahren hat, aber mir hat bereits eines gereicht, um micht restlos davon zu überzeugen (siehe mein-faltrad-f49/der-mercedes-der-faltraeder-t4715.html). Das Prinzip scheint mir technisch eleganter als jede Kette: leichter, rostfrei, wartungsarm und Hosenbein-, Zug-, Bus- und Kofferraum-freundlich.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ab einer Leistung von 200 Watt der Riemen sogar weniger Reibung haben soll als eine Kette. Allerdings dürften die Wenigsten von uns permanent mit heraushängender Zunge mit Puls 180 herumrasen :lol: Und selbst wenn im Normalbetrieb die Reibung etwas höher sein sollte, dann ebenfalls eher auf Papier, wenn man den Schräglauf und den oftmals pitoyablen Wartungszustand (vulgo Rost) vieler Ketten ansieht. Nicht jeder macht seine Kette nach jeder Regenfahrt sauber und ölt mit sie mit F-100, so wie ich am Dahon. Aber es ist ja auch eine Rohloff S-L-T-99, und die soll 18.000 km halten ;)

Ob sich kürzere Riemenmodule weniger biegen oder längere mehr, kommt wohl auf dasselbe heraus. Mir scheint eher, dass ein breiterer Riemen sich schwerer biegen lässt. Deshalb würde ich auch den 8M-Riemen von Veer (viewtopic.php?f=34&t=5096&p=55936&hilit=Veer#p55936) nicht verwenden, denn er ist 14 mm breit. Mein Riemen muss ja dank der obenliegenden Riemenstrebe nicht teilbar sein. Einen Standard-8-mm-Riemen will ich aus zwei Gründen verwenden:
- Erstens ist er am Ende der Welt leichter erhältlich als einer von Gates.
- Zweitens hat Gates vermutlich vor allem deshalb die 11-mm-Teilung gewählt, damit man eben keine günstigeren Standard-Riemen (8M oder 14M) verwenden kann und sie dafür einen mehrfach höheren Preis für ihr proprietäres System verlangen können. In der Fachsprache nennt man das "Wertschöpfung", im Jargon "Abzocke" ;)
Der Herr Bernds verwendet den wahrscheinlich auch, hat ihn sich aber offenbar modifizieren lassen (Riemenstränge aus Carbon, nicht aus Fiberglas !)
Das klingt beinahe so, als ob Bernds die Fiberglas-Zugstränge jedes einzelnen Riemens entfernen und durch welche aus Carbon ersetzen ließe :mrgreen: Der Vorteil von Industrieriemen ist ja, dass es sie in verschiedenen Ausführungen (Längen, Breiten, Zahnteilungen und Materialien) gibt. Ich habe mich ein bisschen mit den Eigenschaften der in Frage kommenden Materialien für Zugstränge befasst. Davon gibt es meines Wissens vier:
  • Aramid (Handelsname Kevlar): Sowohl Gates als auch Continental hatten anfänglich Aramid verwendet. Anders als andere Materialien dehnt sich dieses bei Kälte aus, während sich die Umhüllung aus PU zusammenzieht. Das konnte im Winter nicht funktionieren, und offenbar hatte niemand daran gedacht, dass manche Leute das ganze Jahr über radeln wollen. Bemerkenswert finde ich, dass Conti den gleichen Fehler ein paar Jahre nach Gates noch einmal gemacht hat. Hätten sie mal meine Beiträge in diesem Forum gelesen :mrgreen:
  • Carbon: dehnt sich bei Temperaturänderungen kaum aus und zieht sich demzufolge auch fast nicht zusammen. Das heißt die Problematik ist zwar entschärft, aber nicht gelöst. Vor allem aber hat Carbon eine geringer Bruchdehnung, d.h. es ist empfindlich gegen seitliche Biegung. Wenn jemand im Fahrradständer seine Rostlaube auf einen Carbon-Riemen wirft, können die Zugstränge brechen. Dasselbe kann natürlich beim Falten passieren. Ist aber von außen nicht sichtbar, d.h. der Riemen reißt dann irgendwann, wenn man im Wiegetritt bergauf fährt :o
  • Stahl und Glasfaser sind da wesentlich robuster und unproblematischer.
So wie ich @Raffineur aus diesem Forum seit Jahren kenne, hat er einen Hang zum Aktionismus.
Wenn der Herr Emil damit meint, dass ich gerne an meinen faltbaren Schätzchen schraube, tüftle und bastle, und dass probieren manchmal über studieren geht, dann hat er natürlich Recht ;)
Kritische Kommentare werden schon mal beiseite gewischt.
Wenn der Herr Emil damit sagen will, dass ich mir gerne eine eigene Meinung bilde, und dafür meistens gute Gründe habe, die ich auch gerne erläutere, dann hat er schon wieder Recht ;)
Aber eine gekapselte Kette ist noch sauberer und wesentlich preisgünstiger :idea:
Und dann noch mit Hinterradfederung, das wär's :lol:
Zum Schluß bleibt noch nach dem Status des bisher von @Raffineur verwendeten Gates-Riemens zu fragen. Für mich ist es merkwürdig, daß der Riemen durch einen anderen Riemen ersetzt wird, wenn der verwendete alle Anforderungen in den Hauptsachen erfüllt haben sollte.
Der Gates-Riemen an meinem GOBIKE funktioniert perfekt und bleibt deshalb auch unverändert. Allerdings hinterlässt das Gates-System wie beschrieben weniger Rückstände auf dem Bankkonto. Deshalb baue ich mein neues RHINE diesmal mit den oben geschilderten Teilen um. Über die Ergebnisse werde ich euch selbstredend in diesem Thread informieren.
Zuletzt geändert von Raffineur am So 10. Nov 2019, 17:16, insgesamt 1-mal geändert.

EmilEmil
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Re: Mein neues Rhine (20-Zoll-Birdy)

Beitrag von EmilEmil » So 10. Nov 2019, 16:40

Eine merkwürdige Gemengelage aus Richtigem, Wahnsinn und Blinder Meinung, z B. Zitat:
"Vor allem aber hat Carbon ein geringes Elastizitätsmodul, d.h. es ist empfindlich gegen seitliche Biegung"
Die Carbonfaser hat in Längsrichtung einen Elastizitätsmodul größer als den von üblichem Stahl (E = 205 [kN/mm²; Zugfestigkeit St 50 = 50 N/mm²), dagegen Carbonfasern = Kohlenstoffasern:

Typische Eigenschaften von HT-Kohlenstofffasern (HT = hochfest (High Tenacity)
Dichte
1,8 g/cm³
Filamentdurchmesser
6 µm
Zugfestigkeit
3530 MPa (N/mm²)
Zug-E-Modul
230 GPa [= kN/mm²]
Bruchdehnung
1,5 %
………………………………………...…………………
Typische Eigenschaften von UMS-Kohlenstofffasern (UMS = (Ultra Modulus Strength)
Dichte
1,8 g/cm³
Filamentdurchmesser
6 µm
Zugfestigkeit
4560 MPa (N/mm²)
Zug-E-Modul
395 GPa [= kN/mm²]
Bruchdehnung
1,1 %
Die Eigenschaften quer zur Faser-Längsrichtung sind dagegen wesentlich geringer. Das meint @Raffineur wohl. Da sollte man sich mal kundig machen, daß es einen Unterschied zwischen Festigkeit und Elastizitätsmodul gibt.
Typische Eigenschaften von Glasfasern
Dichte
2,45…2,58 g/cm³
Filamentdurchmesser
5…24 µm
Zugfestigkeit
1,8…5 GPa (kN/mm²)
Zug-E-Modul
70…90 GPa ([= kN/mm²]
Bruchdehnung
< 5 %
...………………...……………..
Zitate der Tabellen aus Wikipedia.
Festigkeit und E-Modul fallen gegenüber den Werten für Carbonfasern deutlich ab.
Weiter geht's mit, Zitat @Raffineur:
"Und dann noch mit Hinterradfederung, das wär's :lol: "
Ja, gut gelacht: Liegt aber total daneben. Eine Hinterradfederung mit einer Nabenschaltung wird als Antriebsschwinge konzipiert (Diese Art Antriebsschwinge (Allerdings für eine Kettenschaltung !) hat Mr. Moulton schon um 1960 herum entworfen und gebaut; sie gibt es heute noch an diesen Rädern !). Wenn man schon lacht, sollte man wissen warum !
Nur , wenn der Riemen mit soviel Lose, daß er die Längenänderung während der Einfederung bei dem Rhine mitmacht, aufgelegt wird, kann ich mir leider nicht vorstellen, wie das und wie oft funktionieren soll.
Wer unbedingt das machen will, was er für richtig hält, soll das machen. Ich freu mich schon auf die Ausreden, wenn es schief gegangen ist.
Wieviel Kilometer er mit dem GoBike bisher gefahren ist, hat er noch nicht verraten.
Diese, meine Krücke aus den 1970-er Jahren hat mit dem gekapselten Kettentrieb bisher 18 000 [km] auf dem Buckel. Leider ist in den letzten 3 Jahren kaum etwas hinzugekommen, da das Faltgelenk (Nicht meine Konstruktion !) saniert werden muß.
Bild

MfG EmilEmil

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