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Mein erster Falter / Porträt

Faltrad-Entscheidungshilfe für Unentschlossene.
Motte
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Mein erster Falter / Porträt

Beitrag von Motte » Mi 14. Jan 2015, 20:58

Könnt ich mein Leben noch einmal leben - hätte ich dann ein anderes Faltrad gekauft?

Diese für die Entwicklung und den Fortbestand der klappradelnden Menschheit entscheidende Frage wollte ich mir und den anderen hier im Forum schon immer mal stellen. Die hoffentlich zahlreichen Antworten und Anekdoten werden ja sicher nicht nur mich und die Alteingesessenen dieses Forums beruhigen, dass es neben ihnen noch andere unbelehrbare Spinner gibt, sondern auch dem einen oder anderen Neueinsteiger helfen leichter eine eigene Entscheidung zu fällen und später auch vor sich und anderen zu rechtfertigen.

Viele werden sich im Laufe des Lebens gefragt haben, ob sie irgend eine Entscheidung anders getroffen hätten, wenn sie damals schon gewusst hätten, was sie heute wissen. Mir geht es so, dass ich in manchen Dingen darauf schlicht keine Antwort habe und mir in einigen Fällen klar ist, dass ich nur die erste Entscheidung (einer längeren Kausalkette) anders getroffen hätte. Ob das Ergebnis (der Folgeentscheidungen) mir dann gefallen hätte - dass kann ich auch mit dem heutigen Wissen nicht beantworten. Aber hier soll es ja "nur" um Falträder gehen. (nicht um die Laufbahn oder zwischenmenschliche Beziehungen).

Fragen wollte ich:

Hast Du dein erstes Faltrad spontan oder nach gründlicher Überlegung gekauft?
Was gab den Ausschlag für genau diese Wahl?
Hast Du andere im Vorfeld um Rat gefragt?
Und war dieser Rat hilfreich für deine Entscheidung?
Wenn die Auswahl die gleiche wäre, wie damals - würdest Du heute eine andere Entscheidung treffen?
Wenn ja, warum?
Bereust Du die damalige Wahl?





Ich fange mal an

2002 hatte ich das Bedürfnis ein Rad im Zug mitzunehmen. Es hätte mir auf bequeme Art erlaubt, ein Ziel zu erreichen, dass nur 2 Km von einer Bahnstation einer Regionalbahn entfernt war. Das war damals auf dieser Zuglinie nicht erlaubt. (Und wäre mit einem normalen Rad auch nicht praktikabel gewesen). Es war der Anlass über die Anschaffung eines 4. Fahrrades für diesen speziellen Einsatz nachzudenken. (ein Reiserad, ein Rennrad und ein Einkaufs/Gästerad gab es schon).
Auslöser das jetzt auch umzusetzen, war ein Artikel eines Pendlers in der "Rad im Pott", der ein Faltrad im Alltag benutzte. Wir haben im Ruhrgebiet eine gut ausgebaute ÖPNV Infrastruktur - lediglich bei den letzten Meilen hapert es. Und wir hatten und haben eine Unmenge Insellösungen in den Grenzgebieten der einzelnen Städte, die sich scheinbar gegenseitig nicht leiden können. (Oder wo die Politik und ihre selbsternannten Eliten nicht kapieren, dass die Bevölkerung auch, beruflich wie privat, in die Nachbarstädte pendelt und pendeln möchte)

Solche Probleme kennt der Autofahrer und auch der Faltradfahrer nicht. Letzterer fährt dann einfach an mit der Tram oder dem Bus an die Stadtgrenze und die letzten Meilen zum Ziel mit dem Rad. Oder nutzt die Eisenbahn und fährt mit dem Rad an die Stadtgrenze, die selten mehr als 8 Km von der zentralen Bahnstation entfernt ist.

So ein Rad wollte ich damals. Es sollte einigermaßen schick sein, solide gebaut, gute Bremsen haben, allwettertauglich und nicht so groß sein. (wg. Mitnahme im Bus). Es gab eigentlich nur 3 - 4 Räder, die in die engere Wahl kamen. Das Birdy war mir zu teuer, das Brompton empfand ich als zu hässlich und antiquiert (gab es genau in der Zeit auch nur noch mit 3 Gängen, weil Sturmey Archer gerade pleite war).

Andere im Internet fragen war 2001 noch nicht so "in". Birdyaner und Bromptonauten gab es schon, sie waren damals ausgesprochen selbstverliebt und miteinander "verfeindet". Da war keine neutrale Kaufhilfe zu erwarten. Den Ausschlag gab schlicht mein Lieblingsfachhändler der seinen Schwerpunkt bei der Firma Herkules hatte. Die war gerade von Batavus übernommen worden und so hat es ein erstes Batavus Faltrad ins Schaufenster meines Radhändlers geschafft.
Kosten sollte es 1600 DM. Das war es mir damals wert. (Nexus 4 Gang/Zahnriemenantrieb/ V-Brakes/ 16 Zoll Reifen/Hinterbaufederung/Faltpedale/Lichtanlage Hinterbau und Gabel aus Stahl)
Die damaligen Dahons und die anderen Billigräder sind nach einer ersten Testfahrt gleich wieder ausgeschieden. Viel zu schrottig und wackelig.

Wenn die Auswahl die gleiche wäre, wie damals - würdest Du heute eine andere Entscheidung treffen?

Ja, dann hätte ich ein Birdy (Touring) oder ein Bike Friday gekauft. Aber damals wusste ich noch nicht, dass ich mit dem Ding mehr machen wollte als gelegentlich in der Stadt umher fahren. Daher war ich auch nicht bereit mehr Geld für so ein "Gelegenheitsrad" auszugeben. Der Versuch es später tourentauglich zu machen war sehr aufwändig, extrem teuer, und letztlich erfolglos, wenn man die Fahreigenschaften und Zulademöglichkeiten von Birdy und Bike Friday oder der heutigen besseren Tern Räder ("P" Serie ) dagegen hält. Hätte es die heutigen Bromptons (6 Gang - Tourenlenker, Hinterbau-Arretierung) schon gegeben, wäre das vermutlich damals die beste Lösung gewesen.

Nein, bereuen würde ich nicht sagen. Aus der damaligen Sicht war das in Ordnung. Ich wollte ja keinen Konkurrenten für mein Reiserad. Den Gedanken hat die Bahn mit der Abschaffung des Interregio eigentlich erst hervorgerufen.
Ich hab bei meinen Umbauversuchen und den ersten Faltradtouren eine Unmenge von guten und schlechten Erfahrungen gesammelt, die mir heute zugute kommen. Der Umbau auf eine 7 Gang Nabe und anschließend noch für 400 Euro ein Schlumpf Getriebe nachzurüsten war natürlich Wahnsinn - hat aber Spaß gemacht und mir zu etlichen schönen Touren Erlebnissen verholfen.

2005 stand ich vor der Wahl "weiter ohne Auto" oder Auto erben und fahren. Ich hab mich für ein "gescheites touren-taugliches" aber auch zum Pendeln nutzbares Faltrad entschieden. Es ist dann ein Birdy Rohloff geworden - weil mir der (damalige) Support von Bike Friday in Deutschland nicht (mehr) gefiel und ich keine Lust hatte für jeden Mist was im Ausland bestellen zu müssen.
Nach einem Jahr hab ich mich dann von Rennrad und Reiserad getrennt, weil sie kaum noch zum Einsatz kamen.

Dass ein Birdy weder das kleinste Faltmaß, noch die höchste Zuladung (Gepäck) aller Falträder hat, war mir vorher klar. Mit dem Kompromiss konnte und kann ich leben. Ich wusste ja durch die Erfahrungen mit meinem ersten Falter recht gut, was ich wollte und was nicht. Für mich ging mit dem 28 Zoll Reiserad ohnehin auch die Zeit des Campingurlaubs mit Zelt und Schlafsack zu Ende. Ich schätze dafür um so mehr die "Bett + Bike" Unterkünfte. Da reichen mir das Volumen und die möglichen 25 Kilo Zuladung (mit Lowrider und HR Taschen) meines Birdy völlig aus. Ansonsten wird der Radical Cyclone Hänger angekoppelt.
Es ist nach wie vor mein Lieblingsfahrrad, hat meine damaligen Erwartungen voll erfüllt, auch wenn ich noch weitere Falträder gekauft habe. Dies auch um die Belastungen des Alltags nicht auf ein einziges Rad abzuwälzen.

Kisho
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Re: Mein erster Falter

Beitrag von Kisho » Mi 14. Jan 2015, 23:16

Schöner Text Udo.

Mein erster Falter war ein birdy speed. Gebraucht gekauft, sollte es mir in Köln als Alltagsrad und für 8km Arbeitsweg gute Dienste leisten. Mehr oder weniger spontan gekauft ohne mich vorher jemals richtig mit dem Thema Faltrad auseinandergesetzt zu haben. Aber ein birdy wollte ich schon immer haben und wo das Geld gerade übrig war... Irgendwann bin ich dann auf die abwegige Idee gekommen auch mal längere Strecken fahren zu wollen. Da bin ich dann mit den 9 Gängen an die Grenzen gekommen und musste bergauf oft schieben. Also habe ich es (ohne Verlust :) ) verkauft und mir wieder ein "normales" Fahrrad gekauft. Die Faltfunktion war für mich ja nicht wichtig. Nur für mit in die Wohnung nehmen war das birdy schon praktischer als das Trekkingrad ;) . Aber grundsätzlich ist ein birdy das was ich ein vollwertiges Fahrrad nenne. Ich hätte es damals einfach auf eine Rohloff umrüsten sollen.

Später brauchte ich dann doch wieder einen Falter zum Pendeln. Da habe ich auch spontan und ohne mich zu informieren ein Dahon Vitesse D7 gekauft. Sollte ja nur zum Pendeln (10km / Tag; längste Einzelstrecke 4-5km) sein. Und ich hatte ja noch ein "Großes". In der Grundausstattung fand ich, dass das Dahon ein ganz und gar furchbares Fahrrad war. Die No-Name V-Brakes haben alles getan nur nicht gebremst (wie ich es von Magura HS33 gewohnt war!), immer hat irgendwas gequitscht und geknarzt, die Halogenlampe war eine bessere Positionslampe, der Gepäckträger sauschwer aus massiven (Stahl?-)"Draht",... Erst nach diversen Umbauten (bessere Bremsen, Big Apple Reifen, LED-Lampe über Dynamo vorne und hinten, längere Schutzbleche,...) fühlte ich mich auf dem Teil halbwegs gut. Nur war ich dann auch bei meinen Ausgaben locker beim Preis eines einfachen gebrauchten Bromptons. Das Faltmaß der 20'' Dahons ist für die überfüllten Züge im Großraum Köln IMHO viel zu groß und das Dahon Vitesse D7 war auch zu schwer. Habe ich dann auch verkauft und bin dann eben doch ohne Rad gependelt. Das war aber auch nicht der Weißheit letzter Schluß.

Also bin ich wieder auf ein birdy zurück. Diesmal ein birdy Rohloff, mit SON etc. Damit kann ich auch mal längere Strecken fahren. Das Faltmaß ist aber IMHO auch immer noch zu groß für überfüllte Züge. Und viel weniger wiegen als ein Dahon Vitesse D7 tut es auch nicht (knapp 16kg in Vollausstattung ohne Lowrider aber mit Ledersattel). Dafür ist die Qualität aber so wie ich es haben möchte. Für meine Tagestouren ist der Gepäcktransport (bei mir passen nur die Sportpacker-Taschen; 15L / Stk.) kein Thema. Das Rücklicht musste ich aber auch bei diesem sehr teuern Fahrrad in der Werkstatt auf Dynamobetrieb umbauen lassen (ca. 40€ weil es nicht ganz trivial ist). Außer einem etwas nervöserem Fahrverhalten wegen der kleinen Räder ist ein birdy ein vollwertiges Fahrrad. Freihändig fahren klappt ohnehin bei den meißten "Kleinrädern" nicht. (Ich konnte das aber so wie so nie :oops: )

Zwischenzeitlich habe ich mir wieder ein Trekkingrad gekauft. Der Plan sah ja vor zukünftig wieder nur noch 8-10km Arbeitsweg zu haben und da wo ich den Plan umgesetzt hatte erschien mir ein "großes" Fahrrad besser geeignet für mich. Mittlerweile muss ich auch diese Strecke nicht mehr fahren.

Aber wenn ich nochmal mit der Bahn pendeln müsste - ich würde mir ein Brompton kaufen! Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist absolute i.O. wenn man die robuste Verarbeitung und die durchdachten Details berücksichtigt. Und immer noch preiswerter als ein birdy. Anmerkung: Ich mag die Teile nicht, (Achtung Vorurteile!/) sie sind mir zu altbacken, viele Lösungen scheinen irgendwie in den 70zigern oder 80zigern des Fahrradbaus hängen geblieben (/Achtung Vorurteile!) aber sie sind verdammt klein zu falten und für die Stadt mehr als ausreichend. Da hätte ich nicht mal mehr ein Fahrradschloss dabei,obwohl man auch ein Brompton IMHO als Premium-Fahrrad bezeichnen kann. Das Teil würde ich einfach gefaltet auch in den Supermarkt, das Cafe oder das Kaufhaus mitnehmen. Nötigenfalls mit einer dünnen Schutzhülle darüber. Mit einem birdy (18'') oder einem Dahon/Tern (20'') würde ich das wegen des großen Faltmaß nicht machen. Damit wären dann auch noch mal gute 1,2kg (Abus Bordo) Gewicht gespart.

Und: Müsste ich mich heute entscheiden, ob ich das Radon Sunset 9.0 disc oder das birdy verkaufe - es würde wohl das birdy treffen. Zu groß sind immer öfter meine Bedenken mit einem Fahrrad für 4.000€ Listenpreis in der Stadt unterwegs zu sein. Zu groß die Angst es könnte gestohlen werden,... und zu klein für mich mittlerweile der Mehrwert.

Grüße
Ingo

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Re: Mein erster Falter

Beitrag von berlinonaut » Mi 14. Jan 2015, 23:40

Hast Du dein erstes Faltrad spontan oder nach gründlicher Überlegung gekauft?

Spontan.

Was gab den Ausschlag für genau diese Wahl?

Ich war lange schon vom Birdy fasziniert, als abgefahrenes technisches Design, speziell von der Gabel. In Natura gesehen hatte ich aber nie eines und gefahren schon gleich gar nicht. Abgesehen davon gab es keine Notwendigkeit für ein Faltrad und teuer war es auch noch, sogar gebraucht. Aber grundsätzlich hab ich eine Leidenschaft für Dinge, die man zusammenklappen kann genau wie für schräge technische Konstruktionen und britische Ingeneurskunst. Ende 2008 hat sich ein Arbeitskollege ein Brompton aus England bestellt, verglichen mit heutigen Preisen lachhaft günstig dank gutem Pfundkurs und Jahresendpreis für vorrätige Räder. Ein S3l. Kannte ich nicht vorher. Damit hab ich ein bisschen rumgespielt und fand es lustig. Also hab ich mit einem weiteren Kollegen beim gleichen Händler zugeschlagen - damals durften englische Händler noch auf den Kontinent verschicken. Im Doppelpack war es dann noch mal ein bisschen günstiger. Und so hatte ich dann wenig später ein eigenes S3l.

Hast Du andere im Vorfeld um Rat gefragt?

Eigentlich nicht. War ja nur ein "Spielzeug". Und der frischgebackene Besitzer wusste genausowenig darüber wie ich und sonst kannte ich niemanden, der so ein Ding fuhr. Grossartig recherchiert hatte ich auch nicht im Internet oder sonstwo.

Und war dieser Rat hilfreich für deine Entscheidung?

Das Ansehen und Befummeln ja - ohne hätte ich es wohl nicht gekauft.

Wenn die Auswahl die gleiche wäre, wie damals - würdest Du heute eine andere Entscheidung treffen?

Ja. Es hätte für einen sehr geringen Mehrpreis auch ein S2Lx gegeben im Abverkauf - das wäre heute meine Wahl. Damals hielt ich die Zweiganglösung für nicht praxistauglich und hätte zwar durchaus gerne das Titanmodell gehabt (weil cooler Werkstoff), aber Zweigang und Mehrpreis haben mich abgehalten - war ja nur ein Spielzeug, ein ernsthafter Einsatz nicht absehbar oder geplant und die Gewichtsthematik konnte ich nicht beurteilen, also war das nicht zu rechtfertigen - war ja eh schon ziemlich viel Geld für etwas, das man eigentlich nicht braucht.

Wenn ja, warum?

Weil es leichter ist. Ein Brompton würde es aber bleiben. Das Brommi hat sich zu meinem Hauptverkehrsmittel entwickelt - aktuell umgerüstet auf Achtgangnabe - und ist ausser bei Eis annähernd täglich im Einsatz. Das Birdy hat an Attraktivität eingebüsst für mich und für meine Art der Nutzung ist das Brompton tatsächlich unter den Falträdern das Geeignetste - zumal mein Modell schon die 2008er Produktaufwertung mit Sattel, Pedalen und Bremsen, Kevelarreifen etc. hatte. Heute würde ich Titan nehmen und entweder zwei oder sechs Gänge und eine andere Farbe als schwarz, auch wenn es teurer ist. Und Nabendynamo statt Batterielicht. Und gleich den Trägerblock mit einer Tasche mitkaufen. Etc etc. Das ist aber alles nicht so wahnsinnig relevant - das Grundrad war schon mal das Richtige, der Rest ist Luxus. Die anderen Falträder, die ich seitdem probiert habe wären für meine Bedürfnisse ein schlechterer Kompromiss.

Bereust Du die damalige Wahl?

Überhaupt nicht - für einen Spontankauf aus Spieltrieb heraus war das Brommi ein absoluter Glücksgriff. Auch aus den heute verfügbaren Falträdern ist es für mich immer noch das am besten Passende in der Summe aller Eigenschaften deswegen hab ich es auch immer noch. YMMV.

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Re: Mein erster Falter

Beitrag von superfalter » Fr 16. Jan 2015, 13:44

Hast Du dein erstes Faltrad spontan oder nach gründlicher Überlegung gekauft? Was gab den Ausschlag für genau diese Wahl?

Es hat mit einer kleinen Liaison zum Handybike angefangen. War damals auf der Suche nach einem Carbon City Flitzer. Als Bonus wollte der Verkäufer mir ein Handybike dazu geben. Dann habe ich bei Ebay eines gefunden, gekauft und wieder verkauft. Schön winzig aber nicht zu fahren (damals).
Einiges später kam ich durch einen Bekannten wieder auf die Spur, der ein DiBlasi fuhr.
Berlin und Auto passt nicht zusammen. Im Sommer 30min einen Parkplatz suchen (jeden Tag) macht wenig Freude und auch Staus usw. Daher entschied ich mich den Weg vom Parkplatz nach Hause mit einem Faltrad zu überbrücken. Nach langem hin und her denken, wurde es dann ein gebrauchtes Birdy Rohloff. Eine Wahnsinnssumme, jedoch wusste ich das höherwertige Dinge meist länger Freude machen. Das Auto lies ich dann gänzlich stehen. Trotz Wahnsinnsumme kam 6 Monate später ein Birdy Jubi als Rennradumbau dazu. Heute verkaufe ich den Krams ;)

Hast Du andere im Vorfeld um Rat gefragt?

Ja das Internet.

Und war dieser Rat hilfreich für deine Entscheidung?

Versuch macht schlau.

Wenn die Auswahl die gleiche wäre, wie damals - würdest Du heute eine andere Entscheidung treffen?

Nein, war genau richtig. Nur das eine Rohloff für mich in der Stadt kaum nutzen bringt, bin ich von der Nabe/Birdy 100% überzeugt.

Wenn ja, warum?

Weil ich viel Freude mit dem Birdy Rohloff hatte. Bergabfahrten oder auch Rauffahrten waren in den Schweizer Bergen kein Problem.

Bereust Du die damalige Wahl?

Null,Null. Oder naja dann hätte ich heute vielleicht einen anständigen Job ;)

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Re: Mein erster Falter

Beitrag von CycoRacer » Fr 16. Jan 2015, 22:21

Hast Du dein erstes Faltrad spontan oder nach gründlicher Überlegung gekauft?

Mein erstes Faltrad hab ich als Kind Anfang der 70'er zur Verfügung gestellt bekommen und nicht wirklich als Bereicherung gesehen, war schon recht alt und unmodern. Habe lange gespart um es durch ein schickes Rennrad zu ersetzen. Mein Wiedereinstieg in die Faltradwelt fand 2007 statt, nach gründlicher Überlegung. Faltrad im Kofferraum spart Parkplatzgebühren in der Innenstadt. Als preisliche Obergrenze hatte ich 250 Euro anvisiert. Der Fahrradträger auf der Anhängerkupplung war mir auf Dauer einfach zu umständlich. Erst nach dem Kauf habe ich das Faltradfahren für mich wiederendeckt und meine anderen 26" und 28" Räder traten in den Hintergrund.

Was gab den Ausschlag für genau diese Wahl?
Der günstige Anschaffungspreis. Hatte bereits seit einigen Jahren ein Trekkingrad von Aldi und damit gute Erfahrungen gemacht (auch heute noch im Einsatz). Umtauschrecht und lange Garantie.

Hast Du andere im Vorfeld um Rat gefragt?
Ein Nachbar hat ein bereits irgendwann mal ein Cyco-Faltrad und dies für Strecken unter 10km empfohlen. Andere haben von dem "Discounterschrott" abgeraten. Das Internet habe ich auch zu Rate gezogen.

Wenn die Auswahl die gleiche wäre, wie damals - würdest Du heute eine andere Entscheidung treffen?
Wahrscheinlich nicht, das Rad ist für meine speziellen Zwecke ideal und ist mittlerweile das Arbeitspferd in meinem Fuhrpark. Ich setze es hauptsächlich für Fahrten ein, die ich ansonsten mit dem PKW abfahren müsste. Die auch von mir verinnerlichten Vorurteile und Skepsis bezüglich der Qualität (jedenfalls bezogen auf Rahmen, Faltgelenke und Gepäckträger) und der Fahreigenschaften haben sich im Nachhinein nicht bestätigt. Entsprechend skeptisch vorgepolt hat es auch bei mir einige Jahre mit einigen "Aufstiegsversuchen" gedauert, um das Rad für mich als Glückstreffer zu erkennen. Meine schwierigen Streckenverhältnisse in Verbindung mit Matsch, Dreck und Regen würde ich momentan auf Dauer keinem teuren Nobelrad zumuten.

Gruss
Reimund

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Re: Mein erster Falter (OT)

Beitrag von Kisho » Fr 16. Jan 2015, 23:37

superfalter hat geschrieben:Oder naja dann hätte ich heute vielleicht einen anständigen Job
9to5? Büro? Als abhängig Beschäftigter? Immer das Damokleseschwert der Kündigung übern Kopf, weil der Chef Mist baut und die Firma pleite geht oder weil dem tollen Manager zur Gewinnmaximierung nichts weiter einfällt außer Personal zu entlassen?

Also ich wäre aktuell froh, wenn ich was könnte mit dem ich mich selbstständig machen könnte. "Was mit Fahrrädern" wäre da auch nicht die letzte Auswahl - im Gegenteil. Wenn ich nicht schon Ü40 wäre würde ich jetzt nochmal eine Ausbildung zum Zweiradmechniker machen und son Laden aufmachen wie du ihn zu haben scheints :) Ist sicher viel Arbeit und reich wirste damit wahrschienlich auch nicht, aber...

Grüße
Ingo

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Re: Mein erster Falter (OT)

Beitrag von superfalter » Sa 17. Jan 2015, 09:59

Kisho hat geschrieben:
superfalter hat geschrieben:Oder naja dann hätte ich heute vielleicht einen anständigen Job
9to5? Büro? Als abhängig Beschäftigter? Immer das Damokleseschwert der Kündigung übern Kopf, weil der Chef Mist baut und die Firma pleite geht oder weil dem tollen Manager zur Gewinnmaximierung nichts weiter einfällt außer Personal zu entlassen?

Also ich wäre aktuell froh, wenn ich was könnte mit dem ich mich selbstständig machen könnte. "Was mit Fahrrädern" wäre da auch nicht die letzte Auswahl - im Gegenteil. Wenn ich nicht schon Ü40 wäre würde ich jetzt nochmal eine Ausbildung zum Zweiradmechniker machen und son Laden aufmachen wie du ihn zu haben scheints :) Ist sicher viel Arbeit und reich wirste damit wahrschienlich auch nicht, aber...

Grüße
Ingo
Du Ingo dein Leben hat doch noch Luft dafür. Ich bin jetzt schon reich (an tollen Kunden).

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Re: Mein erster Falter

Beitrag von Eule » Do 22. Jan 2015, 07:15

Hast Du dein erstes Faltrad spontan oder nach gründlicher Überlegung gekauft?
Als 2009 mein "Arbeitgeber/Arbeitsplatz" umgezogen ist habe ich mich recht lange über Falträder informiert. Ich hatte erst ein Jahr vorher wieder begonnen viel mehr Fahrrad zu fahren und mir Zeit dafür zu nehmen. Daher wollte ich etwas langstreckentaugliches und robustes haben, das nicht nur für den Stadtverkehr gut ist. Bei meiner Körpergröße und Gewicht (187cm/90kg) sollte es bequem sein

Was gab den Ausschlag für genau diese Wahl?
Sitzposition und Variabilität empfand ich beim Bernds und dem Utopia "Timor" am angenehmsten. Bei meinen anderen Kriterien war das Bernds immer in der Sptzengruppe. außerdem konnte ich es damals noch bei einem Händler einfach probefahren.


Hast Du andere im Vorfeld um Rat gefragt?
Internet, Arbeitskollegen und eine damals schon alte Quarks & Co. Sendung

Wenn die Auswahl die gleiche wäre, wie damals - würdest Du heute eine andere Entscheidung treffen?
bin mir nicht sicher. Damals wollte ich u.a. mehr variabiltät beim Lenker haben (höhen- und weitenverstellbar) das Kriterium ist mir jetzt nicht mehr wichtig, wenn es einmal passt. Meine Nackenmuskulatur hat sich an sportliche Haltung gewöhnt.
Evtl würde ich statt der Rohloffschaltung ein Naben-Kettenschaltungskombination nehmen, da ich ja sowieso einen Kettenspanner brauche.

Wenn ja, warum?
Ich stelle jetzt fest, dass ich vorzugsweise das Brompton nutze, wenn ich eventuell die Faltfunktion brauche. Allerdings haben mir hier 2009 beim Brompton vor allem die Bremsen missfallen.
Wenn ich etwas am Bernds vom Hersteller brauchte hat mir das zu lange gedauert.
Also vielleicht wäre ich beim damaligen Angebot beim Birdie gelandet, das es ja damals auch fast geworden wäre.
Beim heutigen Angebot würde ich wohl beim Brompton landen und einem zusätzlichen Reiserad mit Rohloff (oder vielleicht sogar Pinion?)


Bereust Du die damalige Wahl?
Eigentlich nicht ich habe schon lange Touren mit dem Bernds gemacht, (200 km/Tag) und hatte noch nicht genug. Das Rad fährt sich richtig gut, ich stelle es nur nicht gerne ab..
Als ich letzte Jahr mit dem Bromptton von Düsseldorf nach Wiesbaden gefahren bin habe ich mir eine flache Strecke (Am Rhein entlang) ausgesucht umd mich auf ca 100 km/Tag beschränkt. Mit dem Bernds (und Rohloff) hätte ich mehr auf den Drachenfels fahren können als schieben.


bis denn
Eule

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Re: Mein erster Falter (OT)

Beitrag von Kisho » Do 22. Jan 2015, 12:46

superfalter hat geschrieben:
Kisho hat geschrieben:[...] "Was mit Fahrrädern" wäre da auch nicht die letzte Auswahl - im Gegenteil. Wenn ich nicht schon Ü40 wäre würde ich jetzt nochmal eine Ausbildung zum Zweiradmechniker machen und son Laden aufmachen wie du ihn zu haben scheints :) [...]
Du Ingo dein Leben hat doch noch Luft dafür. Ich bin jetzt schon reich (an tollen Kunden).
Na ja, mittlerweile hat sich das "Was mit Fahrrädern" dann auch erledigt. Meine HWS ist völlig im Eimer zwischen C2und C7 gibt es nicht einen Wirbel / Bandscheibe ohne Schaden und man kann Stand heute nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Dazu gehört auch, dass (Upright-) Fahrradfahren zukünftig tabu ist. Durch die vorgebeugte Haltung auf einem Upright wird die HWS zu stark belastet. Zwar könnte ich theoretisch in eine aufrechtere Haltung wechslen, das belastet aber die schon seit Jahren ebenfalls angeknackste LWS :( Das ist auch der Grund weshalb ich mein geliebtes birdy verkaufe :cry: Das Trekkingrad wollte ich eigentlich behalten, weil ein Leben ohne Fahrrad..., aber das werde ich konsequenterweise auch verticken. Eventuell werde ich mir dann wohl doch bei Gelegenheit ein Liegerad anschaffen?

Grüße

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Re: Mein erster Falter (OT)

Beitrag von CycoRacer » Do 22. Jan 2015, 22:38

Kisho hat geschrieben: Na ja, mittlerweile hat sich das "Was mit Fahrrädern" dann auch erledigt. Meine HWS ist völlig im Eimer zwischen C2und C7 gibt es nicht einen Wirbel / Bandscheibe ohne Schaden und man kann Stand heute nur noch Schadensbegrenzung betreiben.
Grüße
Hallo Ingo,

du bist aber echt schnell dabei mit dem Verkauf deiner Räder. Also ich bin eigentlich erst richtig mit dem Radfahren angefangen, nachdem ich es lange Zeit nicht konnte (Notoperation LWS 2002). 2011 sollte meine HLS operiert werden, um der sicheren Lähmung meines rechten Armes zu entgehen, Zweit- und Drittmeinung haben davon abgeraten und das war auch gut so. Man ist immer gut beraten, wenn man mit mehr als nur einem Arzt spricht.

Alle meine Ärzte haben das Radfahren als Ausdauersportart ausdrücklich empfohlen, um weiteren Bandscheibenvorfällen vorzubeugen.

http://www.special-rueckenschmerz.de/ba ... 63590.html

Mein Büro wurde damals komplett umgestaltet (höhenverstellbare Tische, Spezialstühle ..) und ich musste lernen, wie die Wirbelsäule geschont wird. Meine Zukunftsaussichten sahen lange Zeit recht trübe aus.

Aber da war Licht am Ende des Tunnels und das solltest du auch für dich erkennen. Meine Lähmungserscheinungen sind wieder zurückgegangen, die Schmerzen sind weg, zurückgeblieben sind nur einige taube Stellen am linken Bein. Bitte hole lieber 3 als 2 Ärztemeinungen ein und informiere dich zusätzlich selbst. Bei mir gab es völlig konträre Aussagen und Behandlungsvorschläge bezüglich meiner Bandscheibenvorfälle in der LWS und der HWS und nur durch ein Selbststudium und den Austausch mit Leidensgenossen (Foren im Internet) bin ich wirklich weitergekommen.

Ich wünsche dir gute Besserung, eine baldige Rückkehr zum Faltradfahren und treffe keine übereilten Entscheidungen.

Gruss
Reimund

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