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Mando Footloose

GoCycle, Mando Footloose, Hercules E-Versa, Birdy Hybrid
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berlinonaut
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Mando Footloose

Beitrag von berlinonaut » Mo 15. Sep 2014, 10:49

Nachdem das Rad zwar in der Kategoriebeschreibung der faltbaren eRäder genannt wird, es aber keinen Thread dafür gibt bisher eröffne ich den mal. Konkreter Anlass ist ein kurzer Artikel auf heise, über den ich auf das Rad aufmerksam wurde.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 98570.html

Das Rad hat keine Kette:
Ein Generator wandelt die Pedalbewegungen in Strom um, der dann den Elektromotor antreibt. Das hat den Vorteil, dass das Fahrrad noch kompakter zusammengeklappt werden kann als andere Falträder, bei denen stets die Kette im Weg ist.
Hört sich für mich erst mal nach einer nicht sehr energieeffizenten Methode an - Emil weiss sicherlich einiges zum Thema Verlustleistung zu berichten wäre meine Vermutung. Kosten soll das gute Stück 4000 Euro, hergestellt wird es in Korea. Wer eine Probefahrt machen möchte:
Kaufen kann man das Footloose unter anderem im Amsterdamer Flughafen Schiphol, wo Mando und Mester einen Konzept-Store aufgebaut haben. Dort können Fluggäste auf Wunsch auch eine kurze Probefahrt unternehmen. Auch in München, Frankfurt und Berlin soll es das Rad geben.
Diese Aussage korrespondiert btw. in keiner Weise mit der Händlerliste auf der Herstellerwebseite: http://www.mandofootloose.com/eng/buy/d ... cation.asp

Herstellerwebseite:
http://www.mandofootloose.com/

derSammy
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Re: Mando Footloose

Beitrag von derSammy » Mo 15. Sep 2014, 13:35

Also wenn ich die Zahlen in etwa richtig im Kopf habe, dann liegt der Wirkungsgrad guter Naben- und Kettenschaltungen so um die 90%. Bei Fixies reicht er fast an die 100% heran, Nabenschaltung und Kettenspanner kommen auch mal auf so 80% oder gar darunter.

Laut Wikipedia liegen die Wirkungsgrade von Gernatoren und Elektromotoren bei 95-(fast)100%, das muss also nicht zwangsläufig schlechter ausfallen als der Kettenantrieb. Nicht umsonst hat es ja auch bei Kraftfahrzeugen Sinn die Motorenergie über den Umweg des Stromes in Antriebsbewegung zu verwandeln (Hybridtechnik).
Soviel zur Theorie. In der Praxis erwarte ich, dass es sehr schwierig wird, hocheffiziente Elektrogeneratoren und -motoren in faltradkompatibler Größe zu bauen, der Wirkungsgrad von Nabendynamos liegt laut Wikipedia ja auch nur bei bis zu 65% und da sind SON und co. schon ingenieurtechnische Spitzenklasse. Die Abwesenheit einer Kette hat beim Faltrad aber ja auf alle Fälle große Vorteile, die geringfügige Verluste verschmerzen lassen würden.

Ach ja, wenn vom Antrieb erst in Akkus umgeladen und dann von diesen wieder in den Antrieb umgeleitet werden soll, dann sinkt der Wirkungsgrad wohl deutlich. Ziel des Rades wird jedoch sein, den Strom direkt auf den Antriebsmotor zu bringen.

alterfalter2
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Re: Mando Footloose

Beitrag von alterfalter2 » Mo 15. Sep 2014, 18:11

@ berlinonaut
@ derSammy

Das Mando Footloose habe ich in Hamburg Probe gefahren, ist allerdings nicht "mein Ding". Man strampelt (läuft wie der Hamster im Rad) ohne Gefühl und Bezug zur Fahrleistung. Das ist einigermaßen irritierend und man fühlt sich selbst im Tretboot wohler.
Die Fahrleistung ist auch schwach und begeistert nicht, der eBike Shop am Lindenplatz 1 in der Nähe des Hauptbahnhofs führt es..
Ich halte das Rad für einen Flop, kann mich natürlich irren :?

Gruß TIL

EmilEmil
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Re: Mando Footloose

Beitrag von EmilEmil » Di 16. Sep 2014, 12:37

derSammy hat geschrieben:Also wenn ich die Zahlen in etwa richtig im Kopf habe, dann liegt der Wirkungsgrad guter Naben- und Kettenschaltungen so um die 90%. Bei Fixies reicht er fast an die 100% heran, Nabenschaltung und Kettenspanner kommen auch mal auf so 80% oder gar darunter.
..................
Ach ja, wenn vom Antrieb erst in Akkus umgeladen und dann von diesen wieder in den Antrieb umgeleitet werden soll, dann sinkt der Wirkungsgrad wohl deutlich. Ziel des Rades wird jedoch sein, den Strom direkt auf den Antriebsmotor zu bringen.
Zur Orientierung: Bezüglich der Wirkungsgrade haben wir im Forum gemessene Werte. Siehe unter :
viewtopic.php?f=34&t=3354&hilit=wirkungsgrade#p34936
Grundsätzlich kann man bestimmt darüber nachdenken, den Kettentrieb durch Generator und Elektromotor plus Kabel zu ersetzen.
Nimmt man für beides einen Wirkungsgrad von 98% an, so folgt für den Umwandlungswirkungsgrad = 0,98 x 0,98 = 0,96 => 96 %. Das sähe erstmal nicht schlecht aus. Die Realität sieht leider nicht so gut aus. Denn es kommt ein Übertragungsverlust durch ein Stromkabel dazu. Selbst, wenn dieser vernachlässigbar gering ist, wird noch "kein Schuh" daraus. Die Mehrgewichte von Generator, Kabel und Elektromotor lassen diese Anordnung als "grob fahrlässigen" Unfug erscheinen. Von den höheren Kosten gar nicht zu reden.
Die geschätzten 98% Wirkungsgrad für Generator und E-Motor sind viel zu optimistisch. Denn die an der Kurbel zur Verfügung gestellte, vom Tretapparat erzeugte mechanische Arbeit wird nur Impuls-artig abgegeben: Siehe
viewtopic.php?f=77&t=536&start=40#p20735
Das muß zwangsläufig zu einem schlechteren (mittleren) Wirkungsgrad führen, also keine 98 %, vielleicht 93 % ?.
Ähnliches gilt für den Elektromotor. Der braucht erstmal eine Regeleinrichtung, weil er für Ebene, Steigung und Abfahrt bei konstanter Leistung entsprechende Drehzahlen und Drehmomente generieren muß ( Eine nachgeschaltete Getriebenabe wäre auch möglich, aber bei der ganzern Konzeption ein noch größerer Unfug). Setzt man vorsichtig optimistisch nochmal 93 % an, so folgt für den Umwandlungswirkungsgrad = 0,93 x 0,93 = 0,865 => 86,5 %.
Das ist dann gleich schlecht wie eine ganz schlechte Getriebenabe.
Aber Hauptsache "Elektrisch", das kann der Werbe-Fuzzy dann als "Umwelt-freundlich" vermarkten. Wobei hier die Umweltsünden nur in der Verwendung spezifisch für die Elektrotechnik geeigneter (selten, teuer und manchmal sehr giftig !) Materialien liegen.
Das Konzept des "Footloose" sieht dazu noch eine Puffer-Battery zwischen Generator und E-Motor vor. Ein weiterer Faustschlag gegen ein leichtes Fahrrad. Mit einem Gewicht von über 20 [kg] kann das Ganze eigentlich gleich als Elektro-Moped aufgebaut und verkauft werden.
Ein "verlogener" Umweg über Muskelantrieb ist dann überflüssig.
Es wundert mich nicht, daß ein solches Fahrzeug von einem "Designer" stammt. Abschliessend noch die Frage an den Designer: "Wenn der Kettentrieb störend für ein in der Länge kurzes Faltmaß ist, warum hat das "Footloose" dann über 100 [cm] in dieser Dimension *) ?
') Die Art der gewählten Faltung baut die "Länge" in die Hohe !

MfG EmilEmil

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Re: Mando Footloose

Beitrag von Pibach » Di 16. Sep 2014, 16:07

Das ganze ist wohl vor allem ein rechtlicher Trick. Man muss ja pedalieren, um das Elektro-Gefährt als Pedelec anerkannt zu bekommen.
Wirkungsrade von Generatoren und Motoren liegen so um 80 bis bestenfalls 85%, aber das auch nur im Idealbereich. Realistischer Weise kann man aber aus den niedrigen Drehzahlen des Tretlagers keine 80% Wirkungsgrad für einen Generator rauslutschen. Das müsste man erst hoch übersetzen. Was vielleicht mit 90% Wirkunsgrad gelingen könnte. Hinzu kommt eine Spannungswandlung, Übertragung und Pufferung der Energie, das liegt evtl bei 95%. Wären also optimistisch überschlagen rund 0,8 x 0,9 x 0,95 x 0,8 = 55% Effizienz bezogen auf den Output am Hinterrad.
Also dramatisch schlecht. Das muss man aber im Mix rechen. Also wenn man etwa 100 Watt tritt, so im Schnitt, das ergäbe ca 70 Watt für den Motor (Eingangsleistung). Wenn der Akku dann 180 Watt hinzugibt und der Motor 250 Watt verarbeitet. Dann marginalisiert sich der Unterschied zu einem Kettenantrieb.

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Re: Mando Footloose

Beitrag von superfalter » Fr 19. Sep 2014, 08:13

Zur Händlerliste muss ick mich hinzufügen. Ick habe auch eines da, weil der Mechaniker für Europa in Berlin ist. Ick habe das Mando schon letztes Jahr im Popup Store probiert und fand es nicht gelungen. Gewicht,Handhabung und Reichweite sind nicht gut. Das kommt wiedermal raus wenn Auto(teile)hersteller son Ding durchdenken. Hauptsache hübsch, jedoch zuviel Verbrauch und viel zu teuer. Siehe das EU Projekt. Wieder ein Autohersteller dabei. Einzig Gocycle ist auf dem richtigen Weg. Moderates Gewicht bei moderater Reichweite und mittlerweile etwas moderaterer Preis von "nur" 3000 €. Leider für meinen Geschmack zu kompliziert faltbar.

Zielgruppe: Leute die schon alles haben.

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