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Riemenantrieb und Hinterradfederung...

Faltrad, Gretel
Raffineur
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Riemenantrieb und Hinterradfederung...

Beitrag von Raffineur » So 19. Okt 2014, 16:26

Hallo Bernds-Experten,

das Bernds ist ja eines der wenigen Falträder, die man mit Riemenantrieb und Rohloff-Nabe bekommen kann. Die Kombination ist aus meiner Sicht ideal, wenn man viel, lange, bei schlechtem Wetter und in hügeligem Gelände fährt. So wie ich.

Was mich aber wundert: Soweit ich weiß, muß die Riemenvorspannung konstant und recht hoch sein. Nun ist das Bernds aber hinten gefedert. Da der Schwingendrehpunkt nicht exakt in der Tretlagermitte liegt, müßte sich durch das Ein- und Ausfedern (auch wenn der Federweg klein ist) die Riemenspannung ändern? Kann der Riemen dadurch nicht reißen? :o Und das Bernds hat nicht mal einen Riemenspanner, sondern nur einen "Snubber", der das Überspringen von Zähnen verhindert. Wie kann das funktionieren :?:

Vielen Dank für Eure Antworten!
Stefan
Zuletzt geändert von Raffineur am Mi 22. Okt 2014, 19:54, insgesamt 1-mal geändert.

DerTahir
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Re: Riemenantrieb und Hinterradfederung...

Beitrag von DerTahir » Di 21. Okt 2014, 23:41

Hallo Stefan,

der Riemen ist beim Bernds tatsächlich besonders montiert. Du hast schon recht, dass in der Industrie (daher kommen die Gates-Riemen) die Zahnriemen mit einer bestimmten Spannung montiert werden müssen. Gates schreibt für Fahrräder daher auch einen sehr steifen Rahmen vor. Diese Anforderungen passen an sich überhaupt nicht zu einem Faltrad. Wie Du schon sagst, federt der Hinterbau schon um mehrere Millimeter.

Bernds hat für diese Probleme eine eigene Lösung gefunden. Der "Snubber" hält den Riemen am hinteren Zahnrad. Das klappt erstaunlich zuverlässig. Der Riemen muss daher auch nicht die Spannung haben und wird mit der selben Spannung montiert wie eine normale Kette. Dadurch kann der Hinterbau auch federn, ohne dass der Riemen die Last halten muss.

Ich habe schon Stimmen gehört, dass die Bernds-Lösung besser als das Original von Gates ist :-) Ich denke, dass die Riemen am Fahrrad auch erheblich geringere Belastungen und Geschwindigkeiten aushalten müssen als bei einem Maschinenenantrieb. Daher kann der Riemen auch so locker montiert werden. Worauf man allerdings achten muss ist, das das Hinterrad genau in der Flucht montiert ist. Eine Querbelastung durch ein schräg montiertes Hinterrad verträgt der Riemen nur schlecht. Wenn allerdings alles richtig montiert ist, kann man einen Riemen praktisch ewig fahren. Auch Schnee und Eis sind kein Problem.

Grüße,
Tahir

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Re: Riemenantrieb und Hinterradfederung...

Beitrag von Raffineur » Mi 22. Okt 2014, 13:19

Danke für die kompetente Antwort! :idea: Das heißt, daß die Kraft, die durch den Riemen geht, sich durch das Ein- und Ausfedern innerhalb von Sekundenbruchteilen sehr stark ändern kann, und er das aushält. Er soll ja sehr reißfest sein. Mir sind im Moment folgende riemengetriebene Falter bzw. Hersteller von Riemen bekannt:
- Das uns allen bestens bekannte Bernds (http://bernds.de/faltrad/).
- Die B'Twin-Falter von Decathlon (z.B. http://www.decathlon.de/klappfahrrad-bt ... 00122.html). Was mich etwas wundert, weil das Rad eher im unteren Preisbereich angesiedelt ist, wo Präzision und Biegesteifigkeit des Rahmens sicher nicht oben auf der Prioritätenliste stehen.
- Das Strida (http://www.strida.com/en/products/?meth ... ing&sid=11). Nach meinem Kenntnisstand hat es einen Riemen von CDRive (siehe http://www.cycledrive.com/).
- Wie war das damals beim Birdy Green, bevor man gemerkt hat, daß die hintere Riemenscheibe (von Thun) zu weich war und Riese & Müller auf Kette zurückgerüstet haben?
- Haberstock Mobility, die auch den Speed- und den Mountaindrive von Schlumpf herstellen und vertreiben (http://www.abd.haberstock-mobility.com/index.php?id=82). Deren Riemen stamt nicht von Gates, sondern von Mitsuboshi (http://www.mblusa.com/industrial/synchr ... torque-gx/).

Allen gemeinsam sind die Carbon-Fasern. In Längsrichtung extrem stark, aber gegen seitliche Belastungen offenbar sehr empfindlich. Es würde mich maßlos ärgern, wenn jemand am Radständer seine Rostlaube durch Unachtsamkeit auf meinen edlen Falter werfen und den Riemen schrotten würde :evil:

Da scheint mir derjenige von Continental (http://www.conti-drive-system.de/index_de.html) wesentlich sympathischer. Der enthält Stränge aus Aramid (Handelsname Kevlar) statt Carbon und stellt auch nicht so hohe Anforderungen an die Exaktheit der Rahmengeometrie. Nachteile hier:
– Erstens gibt es ihn noch nicht, und der Conti-Vertreter auf der Eurobike wußte erst recht nichts von geplanten Falträdern.
- Zweitens wird er nur in einer Primärübersetzung von maximal 2,5:1 angeboten. Weniger als 20 Zähne hinten sind aufgrund des Biegeradius des Riemens nicht möglich, und mehr als 50 Zähne vorne sind nicht geplant. Das reicht wohl für eine Shimano-Alfine-Nabe, nicht aber für eine Rohloff :(
- Und drittens ist eine Nachrüstmöglichkeit wie üblich zunächst mal wieder nicht vorgesehen :(
Zuletzt geändert von Raffineur am Do 23. Okt 2014, 10:23, insgesamt 1-mal geändert.

alterfalter2
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Re: Riemenantrieb und Hinterradfederung...

Beitrag von alterfalter2 » Mi 22. Okt 2014, 16:10

@Raffineur
"- Das uns allen bestens bekannte Bernds (http://bernds.de/faltrad/)."

..ich fahre eines Bj. 1992, kein Problem mit dem Riemenantrieb bisher..
Bild

Gruß TIL

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Re: Riemenantrieb und Hinterradfederung...

Beitrag von Motte » Mi 22. Okt 2014, 18:58

Bei einem Zahnriemen, der sich nicht längen kann, kann das m.E. nach nicht funktionieren. Das Ding heißt ja Zahnriemen, weil das ein Zahn in einer Kuhle liegt. Einmal vorne und einmal hinten. Wenn ich die Länge von vorne nach hinten nun verändere - verlängere - dann muss irgendwas nachgeben (klar, der Klügere). Entweder der Riemen oder die Scheiben oder die "Kuhlen" oder es federt nicht mehr.

Daran ändert auch der Snubber nichts, der sorgt nur dafür, dass der Riemen brav Kontakt zur Zahnscheibe hält und nicht durchrutscht.

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Re: Riemenantrieb und Hinterradfederung...

Beitrag von Raffineur » Mi 22. Okt 2014, 19:49

Jetzt wird's langsam interessant. Ein Hersteller qualitativ hochstehender Räder, der eine Lösung verbaut, die nicht funktioniert? :roll: Ich habe auch Bernds danach gefragt, aber die hüllen sich seit Tagen in Schweigen. Schade :( Deswegen habe ich die Frage ja auch hier gepostet.

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Re: Riemenantrieb und Hinterradfederung...

Beitrag von derMac » Mi 22. Okt 2014, 20:25

alterfalter2 hat geschrieben:ich fahre eines Bj. 1992, kein Problem mit dem Riemenantrieb bisher.
AFAIK nutzen die alten Bernds aber keine Gates-Riemen, den gibt es nämlich noch gar nicht so lange. Die aktuellen nutzen aber wohl Gates.

Ansonsten sehe ich das technische Problem genau so wie Motte und würde gern wissen warum Bernds denkt, sie hätten dieses Problem gelöst (beim Gates, über das alte System weiß ich nichts). Außerdem stellte sich natürlich (wenn ich mit meinem bisherigen Halbwissen Recht hatte) die Frage, warum Bernds auf Gates umgestiegen ist, wenn der vorherige Riemenantriebstyp so problemlos war.

Mac

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Re: Riemenantrieb und Hinterradfederung...

Beitrag von Motte » Mi 22. Okt 2014, 20:47

Es muss funktionieren - zumindest mit dem früheren Thun Glad Antrieb. Den gibt es schon so lange beim Bernds, dass sich im Internet massenweise Beschwerden finden würden, wenn es nicht funktioniert. Man findet aber nix - auch nicht beim neuen Antrieb. Ich hab ja auch nicht gesagt, dass es nicht funktioniert, sondern nur, dass der Snubber nicht das Wundermittel sein kann.

Beim Birdy war ja auch nicht die Federung und Zahnriemenriss hinten das Problem, sondern die Zahnscheibe und ihr Verschleiß. Eventuell ist die Längenänderung zwischen der Hinterachse und dem Tretlager beim Einfedern so gering, dass es dem System nichts ausmacht. (also die Spaltbreite zwischen Zähnen und Kuhlen (wie ich sie genannt habe) beim Gates Riemen ausreichend ist um das auszugleichen)



Nachtrag nach einigem Überlegen:
Wobei mir so gerade folgende-eigentlich ganz naheliegende Erklärung in den Sinn kommt. Die Kette reißt dort ja auch nicht. Und die ist ebenfalls ziemlich stabil in Längsrichtung. Der Längenausgleich funktioniert in beiden Fällen einfach durch Drehung des hinteren Ritzels (Zahnscheibe) :D

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Re: Riemenantrieb und Hinterradfederung...

Beitrag von Raffineur » Mi 22. Okt 2014, 22:40

Der Längenausgleich funktioniert in beiden Fällen einfach durch Drehung des hinteren Ritzels (Zahnscheibe)
Das klappt aber nur, wenn der zurücklaufende untere Teil der Kette oder des Riemens etwas durchhängt, also nicht gespannt ist. Nicht anzunehmen, daß das beim Bernds der Fall ist. Oder?

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Re: Riemenantrieb und Hinterradfederung...

Beitrag von DerTahir » Mi 22. Okt 2014, 23:00

Raffineur hat geschrieben:
Der Längenausgleich funktioniert in beiden Fällen einfach durch Drehung des hinteren Ritzels (Zahnscheibe)
Das klappt aber nur, wenn der zurücklaufende untere Teil der Kette oder des Riemens etwas durchhängt, also nicht gespannt ist. Nicht anzunehmen, daß das beim Bernds der Fall ist. Oder?
Doch. Der Riemen ist beim Bernds "nur" so gespannt wie eine normale Kette bei einer typischen Nabelschaltung ohne Federung. D.h. die Kette hängt minimal durch. Das ist beim Bernds-Riemen auch so. Man sieht das "Durchhängen" kaum optisch, aber es reicht wohl aus, damit das ganze Gewicht nicht auf dem Riemen lastet.
Außerdem - wenn ich das noch richtig weiß, müsste ich morgen nochmal nachschauen - sind das Tretlager, das Faltgelenk und die Hinterradnabe auf einer Linie. D.h. der Riemen hat schon die maximale Länge, wenn die Federung noch gar nicht beansprucht wird. Aber bei dem Punkt bin ich mir nicht ganz sicher. Kann ich mir morgen nochmal anschauen.

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