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warum ist Faltradfahren so anstrengend?

Alles zum Thema Faltrad/Rad.
Ch.Bacca
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Re: warum ist Faltradfahren so anstrengend?

Beitrag von Ch.Bacca » So 29. Okt 2017, 08:55

Nork hat geschrieben:
Sa 28. Okt 2017, 18:54
... Mag sein, dass der 20" Motor einen etwas schlechteren Wirkungsgrad hat, aber ich denke das bewegt sich im unteren %-Bereich. ---
Nur, wenn beide intakt sind. Die Magnete im Motor können schon ab 85°C irreversibel beschädigt werden.

Weiter oben habe ich es schon angedeutet; jetzt nochmal anders formuliert. Die Frage ist m.E. unsinnig gestellt. Eigentlich müsste sie heißen: "Warum ist Fahren mit Deinem Faltrad so anstrengend?". Meine Spekulation: Ich hätte als erstes die Reifen in Verdacht.

Motte
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Re: warum ist Faltradfahren so anstrengend?

Beitrag von Motte » So 29. Okt 2017, 19:50

Hallo Karsten.

Das „mit dem Kopf“ meinte ich schon so, wie ich es auch geschrieben habe. Und ist im Zusammenhang meines anderen Beitrags hier zu sehen. Damit meinte ich natürlich nicht; „kauf den letzten Schrott und lüge ihn Dir schön“.

Kein Rad ist ideal für alle Gelegenheiten. Mit den jeweiligen Kompromissen muss man leben können oder stets im folgenden Begleitwagen noch weitere 5 auf Maß gefertigte (Spezial) Räder dabei haben. Neige ich jedoch dazu die Nachteile des Kompromisses zu überhöhen, stehe ich mir selbst im Weg. Das trübt nicht nur den Spaß an der Sache, es wird den Erfolg mindern oder gar verderben.
Nebenbei;
oft bleiben uns jene Ereignisse als positiv in Erinnerung, die objektiv nicht optimal und bequem verlaufen sind – weil wir dort Erfolgserlebnisse hatten - oder wenigstens ein Abenteuer. ;)
Mit dem Faltrad eine Tour über die Alpen oder eine 300 Km RTF - das ist sicher etwas auf das man (zu Recht) stolz sein kann. Gerade weil es dafür zunächst nicht das optimale Rad ist.

Diese Arrangieren mit den Nachteilen kann man natürlich als „sich etwas schönreden“ abwerten. Es ist aber eine bewährte Überlebensstrategie des Menschen. Denn an den Umständen kannst Du nichts ändern ohne den eingegangenen Kompromiss in Frage zu stellen.

Wenn der Hauptzweck eines Fahrrades oder Faltrades das Bewältigen von städtischen Kurzstrecken im normalen Straßenverkehr bis max. 8 Km/Strecke ist; dann würde ich mal behaupten, dass es fast egal ist, wie effizient das Rad gebaut ist. Das schafft man mit jeder „Gurke“. Auch mit der mit dem Schaffellsitz.
Der spurtstarke Sportler auf dem Rennrad wird dort an der nächsten Kreuzung, durch die Ampel, langsame Mitradler oder den Fußgänger mit Smartphone, der ihm vor das Rad läuft, ausgebremst. Er wird, wenn er im Verkehr überleben will, dort auch keinen nennenswerten Zeitvorteil gegenüber einem gemütlich aufrecht fahrenden Radfahrer raus holen. Weil dort die zeitige Wahrnehmung von Gefahren den Vorzug gegenüber einer möglichst aerodynamischen Haltung genießen sollte.

Bei längeren Distanzen oder Überlandfahrten ändert sich das. Dann wird plötzlich der Luftwiderstand und (untergeordnet) der Rollwiderstand interessant. Auch die Sitzhaltung (und damit die Effizienz bei Bewegung) wird wichtig. Räder die oft einer Richtungskorrektur bedürfen und auf denen man ordentlich durchgeschüttelt wird, senken die eigene Leistungsfähigkeit. Räder die auf dem Vorderrad nicht genug Last haben erfordern eine umsichtigere (meist langsamere) Fahrweise, weil sie dort leichter beim Bremsen und Lenken wegrutschen. Und dort sind die meisten Falträder im Nachteil. Guck einfach mal wo der Fahrer sitzt. Bei vielen Falträdern thront er über dem Hinterrad und nicht knapp hinter dem Tretlager wie bei großen Rädern -
Die Erklärkästchen dieses Trekkingbike Artikels aus 2008 – da sind die konstruktiven Nachteile und ihre Dimension anschaulich erläutert, fassen das prima zusammen. http://www.trekkingbike.com/test_techni ... /a703.html
(das PDF runter laden)
Beide hab ich damals beim Umstieg auf Falträder auch so empfunden. Ich fand bekannte Strecken, die ich mühelos mit dem großen Rad fahren konnte, mit dem Birdy (in der Summe) schlicht anstrengender. Konnte das aber natürlich nicht an Details festmachen. Dazu waren die Räder und die sonstigen Fahrbedingungen zu unterschiedlich.

Da sind wir dann wieder bei Norks Test, dem ich beim Ergebnis in der Tendenz zustimme – der aber objektiv keinerlei belastbare Aussage liefert. Wenn ich Dienstag und Freitag die gleiche Strecke mit dem gleichen Rad fahre. Am Freitag aber einen Kugelschreiber in der Jackentasche habe und deutlich langsamer bin. Dann kann das an vielen Dingen liegen – der Kuli allein wird es sicher nicht sein.
Und um den Schluss zu meinem Eingangsstatement hinzubekommen; wenn ich künftig fest daran glaube, dass es der Kuli ist, werde ich mit Kuli auch immer langsamer sein. ;)

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Re: warum ist Faltradfahren so anstrengend?

Beitrag von Nork » Do 16. Nov 2017, 13:43

ich möchte mich nochmal über die vielen Hinweise bedanken und nun von einem "kleinen" Erfolgserlebnis berichten. Die entscheidende Rolle scheinen tatsächlich die Reifen zu spielen. Die alten Noname-Reifen habe ich nun durch Schwalbe Shredda in der gleichen Größe ersetzt und nun heute meine erste Pendlerfahrt mit den neuen Reifen unternommen. Das Ergebnis: 5,1 Ah, was ungefähr dem entspricht, was ich auch mit dem anderen Rad "verbrauche". Ich hätte nie im Leben gedacht, dass die Reifen so einen extremen Einfluss haben können. Nebenbei hatte das ganze noch einen positiven Effekt auf das Gewicht. Während einer der alten Reifen 800g wog, liegen die Shreddas bei ca. 500g. Ich werde nun noch einige "Messfahrten" machen, um das Ergebnis zu bestätigen, aber die Tendenz scheint eindeutig zu sein.

viele Grüße
nork

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Re: warum ist Faltradfahren so anstrengend?

Beitrag von Motte » Do 16. Nov 2017, 16:36

Allein der Rollwiderstand kann schon mal bis zu 20 Watt Unterschied ausmachen - zwischen einem super leicht laufenden und einem sehr schlecht laufenden Reifen (der dann aber vermutlich einen hohen Pannenschutz aufweisen wird).
Das Gewicht des Laufrades spielt natürlich auch eine Rolle - jedenfalls dann, wenn häufig gebremst und beschleunigt wird.

Der "Preis" eines leichten Reifens mit geringem Rollwiderstand ist in der Regel die Pannenanfälligkeit.

Ab Tempo 20 wird der Luftwiderstand zum beherrschenden Faktor - der steigt nicht linear, sondern quadratisch mit der Geschwindigkeit. Siehe auch: http://www.tour-magazin.de/service/ratg ... a2913.html

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Re: warum ist Faltradfahren so anstrengend?

Beitrag von Ch.Bacca » Do 16. Nov 2017, 20:28

@Nork
Danke für die Rückmeldung!
Motte hat geschrieben:
Do 16. Nov 2017, 16:36
... Ab Tempo 20 wird der Luftwiderstand zum beherrschenden Faktor - der steigt nicht linear, sondern quadratisch mit der Geschwindigkeit. ...
Kubisch! Steht auch so im Text: "... Um doppelt so schnell zu fahren, muss man die achtfache Leistung aufbringen, um den Luftwiderstand zu überwinden! ...". Die Grafik hingegen ist falsch: 100 Watt bei 20 km/h und 400 Watt bei 40 km/h.

Ich glaube, das mit der Pannensicherheit und dem Rollwiderstand ist nicht so gravierend, wie häufig behauptet. Bei dem Marathon Greenguard habe ich beides: leichten Lauf und guten Pannenschutz. Dafür ist er schwer. Ich bin kürzlich über einen Test gestolpert, in dem der Greenguard sogar besser abschnitt als der Kojak. In einer anderen Untersuchung wurde auch mal der Geschwindigkeits-abhängige Rollwiderstand aufgenommen und damit belegt, dass auch der nichtlinear ist. Das würde auch die teils widersprüchlichen Ergebnisse erklären, wenn man unterstellt, dass die Testbedingungen nicht identisch waren.

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Re: warum ist Faltradfahren so anstrengend?

Beitrag von Pibach » Do 16. Nov 2017, 21:00

Ch.Bacca hat geschrieben:
Do 16. Nov 2017, 20:28
Kubisch! Steht auch so im Text: "... Um doppelt so schnell zu fahren, muss man die achtfache Leistung aufbringen, um den Luftwiderstand zu überwinden! ...".
Beides richtig. Luftwiderstand wächst quadratisch, erforderliche Leistung kubisch. Da P = F · v

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Re: warum ist Faltradfahren so anstrengend?

Beitrag von Zauberfaltrad » Do 16. Nov 2017, 21:35

Mein Fazit nach einer Woche mit dem Tern Link. :)
Es fährt sich erstaunlich schnell und man kommt gut von A nach B. Ich werde wahrscheinlich nur nicht die hohe Geschwindigkeit erreichen, die mit meinem Crossbike und MTB weniger anstrengend erreichbar ist.

Viele Grüße

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Re: warum ist Faltradfahren so anstrengend?

Beitrag von Pibach » Do 16. Nov 2017, 21:35

Interessant finde ich in dem Zusammenhang die Erkenntnisse aus der Praxis durch den Trend der Crossräder. Die haben ja etwas breitere Reifen als Rennräder.

Schon länger ist ja auf Rollenprüfständen vermessen worden, dass breitere Reifen - bei gleichem Luftdruck - leichter rollen als schmale. Siehe z.B. hier. Natürlich fährt man schmale Reifen aber mit mehr Druck, von daher waren solche Messungen wenig hilfreich. Durch die Crossbikes hat man aber nun einige Praxiserfahrungen. Da zeigt sich, dass auf rauhen Obeflächen, etwa körniger Asphalt, die etwas breiteren Reifen mit weniger Luftdruck tatsächlich leicht schneller sind. Siehe dieses Video (25mm Felgenwinnenweite und 28mm Schwalbe Pro One statt typisch 19/23 beim Rennrad):




Neben etwas mehr Reifenbreite, was natürlich speziell bei kleineren Reifen spürbar was bringt, erreichen tubeless Reifen noch mal niedrigeren Rollwiderstand um paar Watt:



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Re: warum ist Faltradfahren so anstrengend?

Beitrag von Zauberfaltrad » Do 16. Nov 2017, 22:50

Das ist mir in der Praxis auch schon aufgefallen. Selbst die Conti 26x2.2 auf dem MTB sind sehr schnell und haben kaum Rollwiderstand. Sind allerdings in der Racesport Variante mit Black Chili.
Und selbst auf dem Crossbike, hier die 28" Smart Sam von Schwalbe mit ordentlich Profil bzw Stollen, rollen schnell und ein toller Allroundtalent.
An beiden Fahrrädern waren Geschwindigkeit bis etwa 50 kmh möglich.

Für das Faltrad sind jetzt 20x1.9 Black Jack von Schwalbe bestellt. Hier erhoffe ich mir ähnlichen Vorteil, auch wenn nicht die selbige Geschwindigkeit angestrebt wird. Auf Wald und Feldwegen, besonders nach und während Regentage, ist der kürzlich erworbene Marathon von Schwalbe ziemlich rutschig und daher für meinen Anwendungsgebiet nicht passend.

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Re: warum ist Faltradfahren so anstrengend?

Beitrag von spargelix » Fr 17. Nov 2017, 00:18

Den Black Jack fahre ich auf dem Jetstream, allerdings in eher sandigem oder felsigem Terrain. Gut auch das Verhalten bei seitlichem Aufklettern im Geröll. Unterm Strich bin ich soweit zufrieden bei deutlichem Geländeeinsatz. Beim Strassefahren gibt es natürlich entsprechende Abstriche; da ging der Marathon Racer gut 10 - 15 kmh schneller ins Tal bei gefühlt guter Sicherheit und natürlich auch leichter bergauf.
Interessant wäre die Selbstreinigungsfähigkeit des B.J. in schmierigem Modder.

Gruß vom spargelix

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