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Lebensdauer von Fahrradketten verlängern

Alles zum Thema Faltrad/Rad.
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robs
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Lebensdauer von Fahrradketten verlängern

Beitrag von robs » Fr 12. Jun 2020, 16:51

Hi,

von Sheldon Brown habe ich gelernt, dass die Längung einer Fahrradkette größtenteils das Resultat des Verschleißes der Kettennieten ist.

Ich habe eben einen Kettenniet einer alten, verschlissenen Kette in der Hand gehabt. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Niet nur auf einer Seite verschlissen ist (ist ja auch logisch, wenn man drüber nachdenkt).

Verschlissenes_Kettenniet.jpg

Das führt zu der Idee, die Lebensdauer einer Kette zu verdoppeln, indem die Kette regelmäßig umgedreht wird.

Voraussetzung ist, dass man zuverlässig die Laufrichtung der Kette feststellen kann, z.B. durch eine dauerhafte asymmetrische Markierung (eingeritzter Pfeil o.Ä.).

Bei einer Nabenschaltung mit Wenderitzel bietet es sich an, das Ritzel gleichzeitig mit der Kette zu wenden.

Für die meisten Leute, mich eingeschlossen, ist das wahrscheinlich nichts, aber insbesondere für die, die ihre Kette zum Reinigen und Fetten regelmäßig abnehmen, könnte das interessant sein.

EmilEmil hatte das an anderer Stelle schon einmal angedeutet:
EmilEmil hat geschrieben:
Di 4. Nov 2014, 15:22
Wenn die Kettenlinie einigermaßen stimmt, kann durch Umdrehen (180 [Grd]) eines geraden Ritzels das Verschleißintervall verdoppelt werden und sollte dann etwa das (einfache) Verschleißintervall des Kettenblattes (Übersetzung KB/Ritzel ca 2:1 (zB 38Z/19Z) erreichen. [...]
Es gibt in den Foren Mitglieder, die dabei nach ausgeklügelten Plänen vorgehen: Zb, wenn das KB eine Standdauer von 10 000 [km] hat, drehen sie das Ritzel nach jeweils 2500 [km] um, damit Ritzel und KB einen ähnlichen Abnutzungsgrad aufweisen. Ähnliches kann man sich für die Kette überlegen.
Viele Grüße
Robs

Karsten
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Re: Lebensdauer von Fahrradketten verlängern

Beitrag von Karsten » Fr 12. Jun 2020, 17:59

robs hat geschrieben:
Fr 12. Jun 2020, 16:51
Hi,

von Sheldon Brown habe ich gelernt, dass die Längung einer Fahrradkette größtenteils das Resultat des Verschleißes der Kettennieten ist.

Ich habe eben einen Kettenniet einer alten, verschlissenen Kette in der Hand gehabt. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Niet nur auf einer Seite verschlissen ist (ist ja auch logisch, wenn man drüber nachdenkt).


Verschlissenes_Kettenniet.jpg


Das führt zu der Idee, die Lebensdauer einer Kette zu verdoppeln, indem die Kette regelmäßig umgedreht wird.

Voraussetzung ist, dass man zuverlässig die Laufrichtung der Kette feststellen kann, z.B. durch eine dauerhafte asymmetrische Markierung (eingeritzter Pfeil o.Ä.).

Bei einer Nabenschaltung mit Wenderitzel bietet es sich an, das Ritzel gleichzeitig mit der Kette zu wenden.

Für die meisten Leute, mich eingeschlossen, ist das wahrscheinlich nichts, aber insbesondere für die, die ihre Kette zum Reinigen und Fetten regelmäßig abnehmen, könnte das interessant sein.

EmilEmil hatte das an anderer Stelle schon einmal angedeutet:
EmilEmil hat geschrieben:
Di 4. Nov 2014, 15:22
Wenn die Kettenlinie einigermaßen stimmt, kann durch Umdrehen (180 [Grd]) eines geraden Ritzels das Verschleißintervall verdoppelt werden und sollte dann etwa das (einfache) Verschleißintervall des Kettenblattes (Übersetzung KB/Ritzel ca 2:1 (zB 38Z/19Z) erreichen. [...]
Es gibt in den Foren Mitglieder, die dabei nach ausgeklügelten Plänen vorgehen: Zb, wenn das KB eine Standdauer von 10 000 [km] hat, drehen sie das Ritzel nach jeweils 2500 [km] um, damit Ritzel und KB einen ähnlichen Abnutzungsgrad aufweisen. Ähnliches kann man sich für die Kette überlegen.
Verblüffend naheliegende Idee.
Warum bin ich noch nicht darauf gekommen?
Da ich ausschließlich Nabengetriebe und Ketten mit Schlössern habe, ist das regelmäßige Umdrehen der Kette sehr einfach zu machen.
Gruß Karsten

EmilEmil
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Re: Lebensdauer von Fahrradketten verlängern

Beitrag von EmilEmil » Sa 13. Jun 2020, 09:41

robs hat geschrieben:
Fr 12. Jun 2020, 16:51
...…………...
Ich habe eben einen Kettenniet einer alten, verschlissenen Kette in der Hand gehabt. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Niet nur auf einer Seite verschlissen ist (ist ja auch logisch, wenn man drüber nachdenkt)……...
Bei einer Nabenschaltung mit Wenderitzel bietet es sich an, das Ritzel gleichzeitig mit der Kette zu wenden...…….
Karsten hat geschrieben:
Fr 12. Jun 2020, 17:59
……...
Da ich ausschließlich Nabengetriebe und Ketten mit Schlössern habe, ist das regelmäßige Umdrehen der Kette sehr einfach zu machen. ….
Gruß Karsten
Praktisch einfach, wenn man auf Grund buchhalterisch genauer Dokumentation weiß, was man tut. Die Beschriftung der Kette hilft da meist nicht, weil sie auch nach dem Umdrehen in die gleiche Richtung weist wie vorher (Immer von Links nach Rechts).
Ich will da auf 2 Dinge hinweisen, die man beachten sollte:
1) Die Kraft Im Lasttrumm der Kette ist konstant. Der Kraft-Anteil/Zahn hängt von der Zähnezahl von Ritzel bzw. Kettenblatt ab. Der Verschleiß einer Kette hängt weiter von dem Schwenkwinkel (Kleines Kettenrad = großer Schwenkwinkel und vice versa !) ab und natürlich von der Drehgeschwindigkeit des Kettenrades (Kleines Kettenrad = große Geschwindigkeit und vice versa !). Für einen Einfach-Kettentrieb ist das einigermaßen überschaubar, bei einem Ritzelpaket (11-fach ist heute Standard !) hängt das stark von den Schaltgewohnheiten des Radlers ab. Zu beachten ist weiter, daß bei einer Kettenschaltung heute für normal große Laufräder relativ kleine Kettenblätter (Z.B- 32-er), aber bei Getriebenaben an Falträdern größere Kettenblätter (Z.B. 50-er bis 55-er oder größer) verwendet werden.
2) Die anteilige Kettenkraft zieht am Ritzel ( = Druck auf die Hinterseite der Ritzel-Zähne), die anteilige Kettenkraft am Kettenblatt zieht die Kette ( = Druck auf die Vorderseite der Kettenblatt-Zähne). Damit ändert sich auch die Beanspruchung an den Ketten-Bolzen (-Nieten). Von der Vorderseite der Bolzen (am Ritzel) auf die Rückseite (am Kettenblatt).
Die aufgezählten Einfluß-Faktoren sollte man vorher durchdenken, um den Vorteil des Umdrehens einer Kette abzuschätzen. Das ist nicht mal so aus dem Ärmel zu schütteln (Einige Mühe ! ) und kostet neben der peniblen Buchhaltung weitere Zeit ! Wenn sich das lohnt, warum nicht ?
Ich habe mich dieser Mühe bisher noch nicht unterzogen ! Im Zweifel, den ich in diesem Zusammenhang (bisher noch ?) habe, fahre ich lieber eine Runde mit dem Faltrad.
Danke @Robs für das Bild (Gibt es fast identisch auch bei "Sheldon Brown " !).

MfG EmilEmil

Ch.Bacca
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Re: Lebensdauer von Fahrradketten verlängern

Beitrag von Ch.Bacca » Sa 13. Jun 2020, 10:57

robs hat geschrieben:
Fr 12. Jun 2020, 16:51
... Das führt zu der Idee, die Lebensdauer einer Kette zu verdoppeln, indem die Kette regelmäßig umgedreht wird. ...
Das wird nicht gehen. Der Verschleiß wandert durch das Umdrehen nicht auf die gegenüberliegende Seite des Niets, sondern der Winkel, auf dem Verschleiß stattfindet, wird minimal größer. Verdoppeln könntest Du die Lebensdauer nur, wenn Du die Kette abwechselnd im Zug- und Schubbetrieb verwöndest. :mrgreen:

robs
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Re: Lebensdauer von Fahrradketten verlängern

Beitrag von robs » Mi 17. Jun 2020, 15:43

Ch.Bacca hat geschrieben:
Sa 13. Jun 2020, 10:57
Das wird nicht gehen. Der Verschleiß wandert durch das Umdrehen nicht auf die gegenüberliegende Seite des Niets, sondern der Winkel, auf dem Verschleiß stattfindet, wird minimal größer. Verdoppeln könntest Du die Lebensdauer nur, wenn Du die Kette abwechselnd im Zug- und Schubbetrieb verwöndest. :mrgreen:
Du hast recht, ich hab einen Denkfehler gemacht, die Kette wird ja immer nur auf Zug belastet, egal wierum sie aufgelegt ist :roll:

Man müsste schon sämtliche Niete rausdrücken und um 180° verdreht wieder einsetzen ...

Danke für den Hinweis!

Viele Grüße
Robs

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Re: Lebensdauer von Fahrradketten verlängern

Beitrag von Karsten » Do 18. Jun 2020, 12:32

robs hat geschrieben:
Mi 17. Jun 2020, 15:43
Ch.Bacca hat geschrieben:
Sa 13. Jun 2020, 10:57
Das wird nicht gehen. Der Verschleiß wandert durch das Umdrehen nicht auf die gegenüberliegende Seite des Niets, sondern der Winkel, auf dem Verschleiß stattfindet, wird minimal größer. Verdoppeln könntest Du die Lebensdauer nur, wenn Du die Kette abwechselnd im Zug- und Schubbetrieb verwöndest. :mrgreen:
Du hast recht, ich hab einen Denkfehler gemacht, die Kette wird ja immer nur auf Zug belastet, egal wierum sie aufgelegt ist :roll:

Man müsste schon sämtliche Niete rausdrücken und um 180° verdreht wieder einsetzen ...

Danke für den Hinweis!

Viele Grüße
Robs
Lass dir nix einreden. Was CH.Bacca da erzählt ist doch veraltete Schul-mechanik. :mrgreen:
Der ist bestimmt 1 gekaufter Agent der Fahrradketten-Mafia und will nur deren Umsatz steigern und die Verbreitung von wirklich aufgeklärtem Wissen + logischem Selberdenken verhindern.
Das kenne ich noch von meinen Physiklehrern, die mir schon damals alle meine genialen Null-Energie-Maschinen madig gemacht haben. ("Perpetuum Mobile ist nicht möglich" und so )
Dank youtube wissen wir heute glücklicherweise, dass die alle doch funktionieren :mrgreen:
Ich werde damit als youtuber einsteigen, und mit dem Video für lichquanten-optimiertes Ketten-Schmiermttel werben.

Gruß Karsten
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