Updates Hier | Bilder Hier | Videos Hier

seit 30.7.2017 PAPA und brauche Hilfe in Form eines entspannten Moderators
3.2.2017 - Spendenbutton neu und Benutzerkarte - viel Spass damit
9.2.2017 - danke Gennaro ;) | 10.2.17 - danke cruisen ;) | 19.2.17 - danke Kringla - cool |27.2.17 - danke Ch.Bacca ...hammer | 28.2.17 danke 2halves1bike - uff - vielen Dank | 11.7.17 - voll toll Michael T. (user ?) ;-) | 5.1.18 - danke torsten

Gefühltes Problem: Erstausrüsterqualität

Alles zum Thema Faltrad/Rad.
Antworten
Dööörk
Beiträge: 195
Registriert: Di 6. Nov 2012, 22:49
Faltrad 1: Dahon Speed Uno
Faltrad 2: fix: Bombtrack Arise
Faltrad 3: fix: Fuji Feather
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1972
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Potsdam
Kontaktdaten:

Gefühltes Problem: Erstausrüsterqualität

Beitrag von Dööörk » Mo 21. Dez 2015, 12:35

Hi Folks.

Vielleicht es ja nur Einbildung ... aber ich habe das Gefühl, dass bei Fahrradherstellern der Begriff "Erstausrüsterqualität" genau gegenläufig zu den Autoherstellern ist.

Seit der Wende war/bin ich fünf Mal Besitzer oder zumindest Nutzer eines Neuwagens. Alle hatten zwar immer wieder mal technische Wehwehchen, doch die üblichen Verschleissteile hielten ab Werk erstaunlich lange. Später nachgekaufte Verschleissteile waren meistens schneller defekt oder abgenutzt.

Seit der Wende war/bin ich acht Mal Besitzer oder Nutzer eines ladenneuen Fahrrades. Nur zwei davon hatten echte technische Probleme (einmal Innenlager, einmal Steuersatz), aber ausnahmslos alle waren vom enormen Verschleiss der Erstausrüstung betroffen. Vor allem Antriebsstrang (Kette, Blatt und Ritzel), aber auch die Bereifung der ersten Generation waren signifikant schneller im Eimer, als alles, was ich später nachgekauft hatte.

Hatte ich zufällig einfach nur "Montagsware" erwischt oder kennt noch jemand das Problem?

Grüße
Dirk

Motte
Beiträge: 4966
Registriert: Sa 22. Aug 2009, 19:27
Faltrad 1: Birdy Grey
Faltrad 2: Tern Verge S27H
Faltrad 3: Tern Link P24
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1958
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Essen - die Kulturhauptstadt

Re: Gefühltes Problem: Erstausrüsterqualität

Beitrag von Motte » Mo 21. Dez 2015, 16:46

Den Verdacht hatte ich auch schon mehrmals. Aber es bleib beim Verdacht. Z.B. gibt es bei der Kette so viele Faktoren, die sie verschleißen lassen können, dass es unheimlich schwer ist zu sagen ob es an der OEM - Kette selbst, einer normalen Fertigungsstreuung oder den „Umweltfaktoren“ beim Fahren lag. Dass Noname Reifen aus „Sonstwo“ schlechter sein können, als Markenware, da werden wir uns ja sicher einig sein. Aber in den diversen Foren räumen die Reifenhersteller auch immer ein, dass es ganz erhebliche Qualitätsunterschiede in der Serienfertigung gibt. Wo die Schlechteren landen und ob sie gezielt an einer Stelle landen, sagt natürlich niemand offen.
Vieles sieht „man“ ja – wenn offensichtlich am Produkt selbst gespart wurde. Das meinst Du ja sicher nicht, sondern eine minderwertige Ausgabe eines an sich guten Produktes. In der Diskussion um den Gates Riemen und die Rohloff/Pinion Schaltung tauchte so am Rande auch die Info auf, dass genaue Vorgaben (Toleranzen, Art der Verlegung der Schaltzüge – Art der Züge, Reibpaarung Felge/Bremsgummi etc.) der Einzelteilhersteller in der Radbranche offensichtlich nach Tageslaune ignoriert werden. Im Automobilbau wäre das undenkbar. Die korrekte Montage mit Qualitätskontrolle ist wohl auch bei vielen Radherstellern noch ein Buch mit 7 Siegeln oder eines, wo man erheblich an Lohnkosten sparen kann.
Dann ist das selbst angebaute und mühselig ausgerichtete Ersatzteil auch bei gleicher Produktqualität natürlich das bessere Teil.

Karlchen
Beiträge: 49
Registriert: Di 28. Apr 2015, 07:22
Faltrad 1: Birdy City
Faltrad 2: Ersatzteilspenderbir
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Im Dunstkreise Hamburgs

Re: Gefühltes Problem: Erstausrüsterqualität

Beitrag von Karlchen » Mo 6. Jun 2016, 12:39

Hallo,

naja, der größte Teil der Fahrradkäufer wird sich auf einen Blick auf das Schaltwerk beschränken. Steht da "XT" drauf, wird gekauft. Von welchem Hersteller dann die Lager stammen,Vorbau/Lenker/Gepäckträger oder Kurbelgarnitur bzw. Felgen, wird ignoriert. Hier liegt ein ganz beträchtliches Einsparpotential, das die Hersteller sicherlich nutzen. Fahrräder sind sehr preissensible Produkte.

Grüße, Karlchen

Pibach
Moderator
Beiträge: 8065
Registriert: Do 6. Aug 2009, 00:09
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Gefühltes Problem: Erstausrüsterqualität

Beitrag von Pibach » Mo 6. Jun 2016, 13:42

Bei Dahon und Tern geht die "ausgewogene" Ausstattung bei den P-Serien los, wo immerhin Felgen, Naben, Reifen, Kurbel und dergleichen ganz ordentlich sind. Dennoch wird z.B. beim Innenlager gespart.

Motte
Beiträge: 4966
Registriert: Sa 22. Aug 2009, 19:27
Faltrad 1: Birdy Grey
Faltrad 2: Tern Verge S27H
Faltrad 3: Tern Link P24
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1958
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Essen - die Kulturhauptstadt

Re: Gefühltes Problem: Erstausrüsterqualität

Beitrag von Motte » Mo 6. Jun 2016, 15:31

Mein Problem: Als Einzelner kann ich die Qualität von Bauteilen ganz schlecht beurteilen. Und bin natürlich, wie viele andere auch Opfer meiner eigenen Vorurteile. Ich war deshalb mal ganz "baff", dass an einem meiner Räder (einem Rad von Sachs) die dort verbaute Alivio Schaltgruppe über Jahre hinweg ganz unauffällig ihren Dienst getan hat und heute (bei einem Kollegen) immer noch verrichtet.

Ich hab zwar schon mehr Fahrraderfahrung als der "Normalo", weil ich viel bastel und im laufe der Jahre dutzende unterschiedliche Räder und Systeme kennengelernt habe. Aber mir fehlt ja komplett die Erfahrung, die jemand in einer Werkstadt bei einer Vielzahl an Rädern machen kann. Wenn mein Birdy tadellos läuft und das z.b. von Karlchen ständig aufmuckt, dann weiß ich eben nicht ob ich Glück und er Pech gehabt hat oder ob Sytem dahinter steckt. Und wenn ja, welches? ;)

Von daher kann ein scheinbares 08/15 Tretlager auch durchaus gut sein. Und ein zehnmal so teures Mavic mit mehrfach gekapselter 4 fach Lagerung hoffnungslos übertrieben sein.

ich denke aber auch, dass ein Hersteller sehr wohl darauf achtet, wo er preisgünstig sein kann, ohne seine Standardklientel allzusehr zu verärgern. Die Zahl derer, die für ein Faltrad z.B. mehr als 1500 Euro hinlegen dürfte überschaubar sein. Da sind die Ansprüche anders (zu Recht) und es wird auch mehr gefahren. Die Masse der Falträder dürfte sich im Segment unter 500 Euro Verkaufspreis bewegen. Und da sind 5 Euro Mehrkosten bei der Herstellung schon viel Geld.

EmilEmil
Beiträge: 1522
Registriert: So 17. Okt 2010, 10:50
Faltrad 1: 20" Falter
Faltrad 2: 24" Falter
Faltrad 3: FittiCROSSO
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Beikonstanze

Re: Gefühltes Problem: Erstausrüsterqualität

Beitrag von EmilEmil » Mo 6. Jun 2016, 17:03

Die Verschleißteile sind genau die Baustelle, wo die Hersteller ungeniert das Billigste (besser Unbilligste !) und, was weitgehend deckungsgleich ist, das Mieseste einsetzen, deren man habhaft wird. Auf Verschleißteile gibt es bekanntlich keine Gewährleistung !
Da Shimanos XT-Schaltung erwähnt wurde: Mir ist auf Anhieb kein Faltradl im unteren (bis 500 €) oder mittleren Preissegment (bis 1000 €) bekannt, wo eine XT-Schaltung angeboten würde.
Falträder sind eben der Mehrzahl der Zeitgenossen Räder, die man nur im Hamstertritt bewegen kann, um ein bißchen vom Fleck zu kommen (Das ewige Faltrad Vorurteil :lol: )
Und bei den Schaltungen geht die "Masse" auch von reiner Zahlenarithmetik aus: Da ist 3x7 Altus (Kette) bestimmt besser als 1x14 Rohloff (Nabe). Denn 21 ist > als 14 :D . Mit Begriffen wie minimaler und maximaler Entfaltung sowie Qualität der Gangstufung will man sich nicht auseinandersetzen.
Wen das tröstet: Bei in Zukunft zunehmender Dummlandisierung Deutschlands wird alles noch viel "schöner" :mrgreen: :roll: :mrgreen:

MfG EmilEmil

Pibach
Moderator
Beiträge: 8065
Registriert: Do 6. Aug 2009, 00:09
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Gefühltes Problem: Erstausrüsterqualität

Beitrag von Pibach » Di 7. Jun 2016, 05:12

Interessanter Blog zu "billig versus teuer", der 2 Falträder exemplarisch genauer untersucht: http://handsonbike.blogspot.de/2011/11/ ... at-is.html

Motte
Beiträge: 4966
Registriert: Sa 22. Aug 2009, 19:27
Faltrad 1: Birdy Grey
Faltrad 2: Tern Verge S27H
Faltrad 3: Tern Link P24
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1958
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Essen - die Kulturhauptstadt

Re: Gefühltes Problem: Erstausrüsterqualität

Beitrag von Motte » Di 7. Jun 2016, 13:26

Eingangsfrage war ja nicht, was ein teures Rad von einem billigen oder preiswerten Rad unterscheidet. Obwohl das auch interessant ist. Vor allem, wenn es um den Punkt geht, ob man den Mehrwert des teuren Rades auch braucht.
Wenn die Hersteller, um einen bestimmten Verkaufspreis zu halten, „Kompromisse“ bei Anbauteilen eingehen, ist das ja leicht zu sehen. Dann ist da halt eine Deore Bremse verbaut statt einer XTR. Oder eben keine Schaltgruppe verbaut und die Kettenblätter/Kurbel etwas günstiger gewählt etc.
Sondern die Frage ob die Hersteller minderwertige Dinge – die nicht gleich erkennbar sind nutzen, um ihren Gewinn zu steigern. (ich möchte nicht wissen, wie viele Radkäufer geglaubt haben, dass Alloy eine Herstellerfirma ist, wenn sie den Aufdruck auf dem Lenker gefunden haben)
Das Gemeine daran: Unbekannt ist nicht immer gleich schlecht. Meine Noname Pedale am Birdy beispielsweise haben Tausende von Kilometern in Staub und Sand hinter sich und laufen immer noch so leicht, wie am ersten Tag.

Antworten