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Felgenbremsen an 20 Zoll Rädern, passende Beläge?

Alles zum Thema Faltrad/Rad.
Bob406
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Felgenbremsen an 20 Zoll Rädern, passende Beläge?

Beitrag von Bob406 » Do 27. Jul 2017, 05:50

Hallo Leute,

beim Wechseln der Beläge an Madames Tern Link D7i fiel mir folgendes auf:
BildTern Link Bremse mit Linien

Erstens: der Bremsarm liegt zwar schön parallel zur Felge und sieht damit gerade und ordentlich aus, aber leidert ist seine Drehachse (untere grüne Linie) nicht parallel zur Felge (obere grüne Linie). Deswegen muss der Bremsklotz stark verdreht eingebaut werden und seine beiden Enden haben dann stark unterschiedliche Abstände zur Drehachse (rote Linien). Das eine Ende liegt so nah zur Drehachse, dass es sich bei normalem Hebelweg kaum noch bewegt! Man muss die Bremse dann so einstellen, dass dieses Ende nur 1 mm von der Felge absteht und das andere Ende 3 mm, weil es einen ebenso längeren Hebel hat. Das geht gerade so, erfordert dann aber auch, dass der Bremsgriff bis an den Lenker gezogen wird, um zu bremsen.

Zweitens: die Halterung der Bremsarme an der Gabel (bzw. Rahmen hinten) ist so nah an der Felge, dass Bremsklötzer im Schlitz der Arme bis unten montiert werden müssen, was das Problem Nummer eins noch verstärkt.

Leider lässt sich das durch Ersatz durch andere V-Bremsen nicht verbessern, weil das Problem ja im Abstand Felge zu Bremssockel besteht.

Drittens kommt noch hinzu: normale Bremsklötzchen wie es sie im Laden gibt (auch ein Laden, der selbst 20-Zöllern von Tern anbietet!) sind etwas länger als die ab Fabrik verbauten. Online-Suche nach kürzeren ist ein Graus, weil die Angebote oft nicht die Länge angeben. Originale Pads hatten so um die 58 mm Länge, die neuen aus dem Laden haben 67 mm und das korrekterweise unsymmetrisch: der in Raddrehrichtung hintere Teil ist länger. Dummerweise liegt dieser Teil aber gerade an der kritischen Stelle zu nah am Angelpunkt.

Stehe jetzt vor dem Dilemma im Velo-Riesenmarkt (Stadler in Berlin) mir ein paar passende kurze Bremsklötze zu holen, die dann vielleicht die Felge in kurzer Zeit ganz abreiben. (Siehe anderer Faden.) Oder die besseren Koolstop Klötze kürzer zu sägen. Oder noch tagelang im Internet nach guten und kurzen Pads zu suchen! (Randbedingung: die Muschel-U-Scheiben am Bolzen des Bremsklotzes müssen sie auch unbedingt haben, weil ja Problem eins einen schrägen Einbau auch in der Tiefe erfordert. Auf dem Bild nicht zu sehen, muss man sich vorstellen.)

Fragen an Euch:
  • Ist das Problem auch bei anderen Falträdern bekannt? Auch bei anderen Terns?
  • Was gibt es noch für Lösungen? (Umbau auf Naben-, Scheiben-, Canti-Bremsen ausgenommen, denn bei dem Aufwand in Material und Arbeit kann gleich ein neues Velo her. Kosten für bald fälligen Felgentausch schonmal mit eingerechnet.)
Radlerische Grüße,
Robert 406

CycoRacer
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Re: Felgenbremsen an 20 Zoll Rädern, passende Beläge?

Beitrag von CycoRacer » Do 27. Jul 2017, 07:49

Hallo Robert,

ich habe gute Erfahrungen mit den Swissstop Viking Pro Schuhen gemacht (bremsen felgenschonend). Die sind nur ca. 58 mm breit. Entsprechend Empfehlungen finden sich auch in anderen Foren.

http://www.swissstop.ch/de/brakepads/ri ... inalblack/

Gruß
Reimund

Ch.Bacca
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Re: Felgenbremsen an 20 Zoll Rädern, passende Beläge?

Beitrag von Ch.Bacca » Do 27. Jul 2017, 10:53

Ich habe die gleiche Kombination: Tern Link D mit langen Bremsklötzen.
Bob406 hat geschrieben:
Do 27. Jul 2017, 05:50
Erstens: der Bremsarm liegt zwar schön parallel zur Felge und sieht damit gerade und ordentlich aus, aber leidert ist seine Drehachse (untere grüne Linie) nicht parallel zur Felge (obere grüne Linie). Deswegen muss der Bremsklotz stark verdreht eingebaut werden und seine beiden Enden haben dann stark unterschiedliche Abstände zur Drehachse (rote Linien). Das eine Ende liegt so nah zur Drehachse, dass es sich bei normalem Hebelweg kaum noch bewegt! Man muss die Bremse dann so einstellen, dass dieses Ende nur 1 mm von der Felge absteht und das andere Ende 3 mm, weil es einen ebenso längeren Hebel hat.
Das ist mir so noch gar nicht aufgefallen, ist aber eigentlich logisch. Das Einstellen der Klötze mache ich immer bei gezogenem Bremshebel und möglichst mit leichtem Drehmoment auf dem Rad. Da stellen sich die Abstände zur Felge eigentlich von selbst ein.

Etwas anderes ist bei mir kritisch: Durch die schmale Felge und die 47er Reifen können die Klötze leicht am Reifen scheuern. Erst recht die langen Klötze. Das muss man sehr sorgfältig einstellen.
Das geht gerade so, erfordert dann aber auch, dass der Bremsgriff bis an den Lenker gezogen wird, um zu bremsen.
Das Problem kenne ich nur, wenn der Bremshebel nicht für die V-Brake geeignet ist. An einem anderen Rad ist mir das passiert.

An meinem Tern passt der Hebelweg. Habt Ihr die Bremshebel mal ersetzt?

@Reimund
Danke für den Tipp! Das nächste Mal werde ich diese Klötze nehmen.

Motte
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Re: Felgenbremsen an 20 Zoll Rädern, passende Beläge?

Beitrag von Motte » Sa 29. Jul 2017, 08:20

Moin Robert

Vorab – ich denke, dass viele Radfahrer ganz unterschiedliche Vorstellung davon haben wie eine Bremse funktionieren soll. Und es daher nicht die eine ideale Ausführung (Einstellung) für alle gibt. Nicht Jedem gefallen "knackige" Bremsen bei denen man mit einer leichten Bewegung eines Fingers gleich eine Art "Anker" auswirft.

Bremsen sind eine hervorragende Baugruppe, wo ein Hersteller Geld sparen kann. So wundert es auch nicht, dass es auch im Hause Tern unter den V-Brakes ganz unterschiedliche Qualitäten (Material/Montage) bei den einzelnen Fahrrädern gibt. Je nachdem zu welchem Endpreis das Rad in den Handel kommt.
Was uns „Endverbraucher + Hobbybastler“ gelegentlich banal vorkommt bringt dem Produzenten bei großen Stückzahlen bares Geld. Mehr Anlernkräfte, weniger Qualitätskontrolle, günstigere Außenhüllen, ungedichtete Plastik- Endhülsen statt gedichtete Metallhülsen. Die Bögen und Längen nicht nach optimaler Funktion konfektioniert, sondern so, dass schneller montiert werden kann. Der Verzicht auf Schmiermittel, die schiefe Montage, weil man sonst sein Soll nicht schafft etc…..

Ein Vergleich der einzelnen Räder ist immer schwierig. Einmal hat man selbst ja meist nur ein Exemplar. Und dann, weil sich im Laufe der Zeit auch mal etwas an der Ausführung oder Ausstattung ändert (gelegentlich auch zum Positiven). Darüber hinaus weiß man ja nie wie alt das letzte Woche beim Händler gekaufte Rad nun wirklich ist. Wer fahndet schon nach dem Produktionsdatum und dem Herstellungsort?

Ich sehe alles, was zum Bremsen gehört als System – nur wenn alles eine ordentliche Qualität hat und sorgsam montiert wurde, gibt es ein zufrieden stellendes Ergebnis. Beim Nachrüsten ist das aber im Regelfall eine Arbeit, die man nur einmal machen muss.

Ich glaube nicht, dass die Lage der Bremssockel zur Felge einen Einfluss hat, der es wert wäre beachtet zu werden. (Der Bremskörper verkantet eh beim Bremsvorgang auf seiner Achse, wenn die Felge versucht die Bremsgummis nach vorn zu reißen)

Viel wichtiger ist die Symetrie. sitzt die Felge mittig in der Gabel?

Ist der Abstand der Sockel zur Felge gleich – stehen sie gerade?
(da liefert Tern eigentlich guten Rahmenbau).

Sind die Bremssockel gefettet?

Stehen die Bremsarme bei angelegten Bremsgummis senkrecht?
(dann hat man die idealen Übersetzungsverhältnisse - das kann man durch "Umkehr" der Reihenfolge der Unterlegscheiben beim Bremsgummi erreichen)

Haben die Bremsgummis im Ruhezustand so 1- 2 mm Abstand zur Felge?
(sonst verschenkt man Hebelweg)

Sind die Bremsarme steif genug?

Sind die Züge ordentlich verlegt?
(Ohne unnötige Bögen – Vorsicht, der Faltvorgang muss ja auch noch funktionieren. Da muss man einen Kompromiss finden)

Staucht sich die Außenhülle beim Bremsen merklich?
(wenn ja, weg damit)

Laufen die Zuge gerade in die Aufnahmen von Bremskörper und Bremshebel?
(oder zerren sie an den Endkappen und „knicken“ dann eher ab)

Gibt es weiche Plastik Endkappen ?
(Austauschen gegen Messing oder Alu, mit passgenauem Sitz beim Bremshebel und bezüglich des Durchmessers der Außenhülle – die müssen stramm drauf gehen.)

Ist die Außenhülle ordentlich gekürzt worden?
(Oder drückt da das Ende der Spirale auf den Liner – und dieser dann auf den Innenzug?)


Nach schlechten Erfahrungen mit einem Dahon Speed Tr bin ich bei meinem Tern Link P 24 H gar kein Risiko eingegangen. Die Hebel fand ich in Ordnung (Avid FR 5) – alles andere hab ich getauscht.

Bei mir am Tern Link werkelt eine XT V-Brake. Bremsgummis sind die Schnäppchen aus dem Hause Rose → https://www.rosebikes.de/artikel/rose-t ... aid:297174
Die Außenhülle ist eine Jagwire KEB SL mit den dazu passenden Endhülsen aus Aluminium am Bremshebel und am Bremskörper. Die Enden wurden rechtwinklig „abgedremelt“ und plan geschliffen. Umgelenkt (am Bremskörper) wird sie über einen flexiblen Metallschlauch (Flexpipe genannt) – denn der original Tern Einsatz kam mit der (neuen) steifen Außenhülle nicht gut klar.
Das funktioniert (meiner Meinung nach) sehr gut – die Bremse kommt meiner Scheibenbremse am Tern Verge sehr nahe.
Ob XT, Avid SD 5 oder 7 oder LX V- Brake ist vermutlich weniger wichtig. (Mein Händler (Meilenweit in Bochum) wollte damals gerade die XT los werden – hab 25 Euro für den kompletten Satz bezahlt)

Zum Glück gibt es ja zahlreiche Montage Videos im Netz, die zeigen wie es gehen sollte. Ich würde die der Hersteller (von Bremsgriff oder Bremszug) bevorzugen. Du wirst an deinem Velowerk Rad ja gemerkt haben, dass sich der Aufwand lohnt.

Gruß

Udo

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Re: Felgenbremsen an 20 Zoll Rädern, passende Beläge?

Beitrag von bergauf » Sa 29. Jul 2017, 20:50

Bob406 hat geschrieben:
Do 27. Jul 2017, 05:50
Hallo Leute,

beim Wechseln der Beläge an Madames Tern Link D7i fiel mir folgendes auf:
BildTern Link Bremse mit Linien
Im ersten Moment wollte ich schon blöd fragen, ob da irgendwas verkehrtherum zusammengebaut ist.
Aber eine Bildersuche zeigte, dass das tatsächlich ab Werk so ist.

Was für eine Fehlkonstruktion! Aber danke fürs zeigen.
Bob406 hat geschrieben:
Do 27. Jul 2017, 05:50
  • Ist das Problem auch bei anderen Falträdern bekannt? Auch bei anderen Terns?
  • Was gibt es noch für Lösungen? (Umbau auf Naben-, Scheiben-, Canti-Bremsen ausgenommen, denn bei dem Aufwand in Material und Arbeit kann gleich ein neues Velo her. Kosten für bald fälligen Felgentausch schonmal mit eingerechnet.)
Umbau auf eine andere Gabel. Auf die Schnelle habe ich hier was gefunden:

https://www.faltzweirad.de/tern-gabel-2 ... 20040.html

Du müßtest natürlich vorher in Erfahrung bringen, ob die wirklich paßt.

Zumindest zeigen bei dieser Gabel die Cantisockel nach vorne, das löst zumindest das dumme Problem mit der absurden Schrägstellung. Die Gabel tauschen ist natürlich auch ein gewisser Aufwand.

Dass die Bremsklötze hinter dem Gabelholm verschwinden, habe ich am Dahon auch. Finde ich aber nicht schlimm, allerdings sind am Dahon die Cantisockel richtig rum angeschweißt.

bergauf

P.S.. Was man beim Stöbern alles findet:
http://www.ebay.de/itm/Fahrrad-Radfahre ... XWEwxhgVQ

Klasse :D

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Re: Felgenbremsen an 20 Zoll Rädern, passende Beläge?

Beitrag von Ch.Bacca » So 30. Jul 2017, 11:05

bergauf hat geschrieben:
Sa 29. Jul 2017, 20:50
...
Was für eine Fehlkonstruktion!
...
Inwiefern? Nur weil es schief aussieht?

Funktional ist es einwandfrei. Es kann sogar sein, dass es durch auflaufende Backen technisch einen kleinen Vorteil hat. Und: Dadurch, dass der Spalt in Laufrichtung größer wird, können sich auch nicht so leicht Fremdkörper zwischen Bremsschuh und Felge verfangen.

Eine Fehlkonstruktion wäre es nur, wenn es regelmäßig versagen würde. Das tut es nicht. Hinten ist die Stellung der Bremsschuhe sehr ähnlich.

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Re: Felgenbremsen an 20 Zoll Rädern, passende Beläge?

Beitrag von Motte » So 30. Jul 2017, 16:19

Die Kraftübertragung auf die Felge (der Bremskraft, die der Bremshebel erzeugt) geschieht über einen Bolzen, der am Bremsarm befestigt ist und an dessen anderem Ende der Bremsgummi fest ist.

Was bitte ändert die Ausrichtung des Bremsgummis am Wirkungsgrad der Bremse? Ich behaupte mal "gar nichts". Lass mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. ;)
(Sofern die Aufnahme für den Bolzen am Bremsarm solide konstruiert ist)

Diese "Fehlkonstruktion" (ablaufende Bremse) findet sich übrigens serienmäßig an "Idworks" (Reise) Rädern.
Sie ist beim Normalrad aufgrund der Zugverlegung etwas umständlich.

Bei der "N- Fold" Technik der Terns und erst recht wenn man den Luggage Truss nutzen will (und noch eine Linkskurve fahren möchte), ist sie ungemein praktisch und hilft unsinnige Bögen beim vorderen Bremszug zu vermeiden.

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Re: Felgenbremsen an 20 Zoll Rädern, passende Beläge?

Beitrag von bergauf » So 30. Jul 2017, 19:47

Was soll ich da sagen? Steht doch eigentlich alles schon im ersten Beitrag.

Dass Cantibremsen üblicherweise einigermaßen parallel zur Felge ausgerichtet sind, hat seinen Grund: Die oben beschriebene Fummelei beim Einstellen mit der "engen" Seite und dem auf Anschlag sitzenden Bremsklotz kann ich nachvollziehen. Die "übliche" Bauart dürfte pflegeleichter sein.
Klar bremst das Rad damit. Aber muß man sich unnötig das Leben schwer machen?

Natürlich kann man die Cantisockel vor oder hinter die Gabel setzen. Sitzen sie vor der Gabel, passt es meist, wenn sie einfach rechtwinklig angeschweißt werden.
Aber gut, es kann ja sein, dass es Gründe gibt, sie nicht vorne dran zu setzen. In diesem Fall hätte man sie hinter der Gabel eben schräg anschweißen müssen, dann hätte man die Probleme nicht. Es macht den Eindruck, als hätte man sie einfach nach hinten gesetzt, ohne zu bedenken, dass dort die Felge aufgrund ihrer Krümmung anders verläuft.

Und, wenn ich nicht irre, hat die Cantibremse sowohl vor als auch hinter der Gabel eine ablaufende und eine auflaufende Seite.

Motte, bei Idworks habe ich keine Cantis gesehen. Offenbar verbauen die Magura HS Firmtech. Das ist eine ganz andere Baustelle.

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Re: Felgenbremsen an 20 Zoll Rädern, passende Beläge?

Beitrag von berlinonaut » So 30. Jul 2017, 20:45

bergauf hat geschrieben:
So 30. Jul 2017, 19:47

Dass Cantibremsen üblicherweise einigermaßen parallel zur Felge ausgerichtet sind, (...)
Motte, bei Idworks habe ich keine Cantis gesehen. Offenbar verbauen die Magura HS Firmtech. Das ist eine ganz andere Baustelle.
Äh - nur weil die Dinger an Cantileversockeln montiert sind sind es noch lange keine Cantileverbremsen - kann es sein, dass Du V-Brakes meinst, wenn Du "Cantis" sagst? Cantileverbremsen waren die Vorgänger dieser, aber - wie Du so gerne sagst - eine ganz andere Baustelle... https://www.google.de/search?q=cantilev ... 22&bih=731

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Re: Felgenbremsen an 20 Zoll Rädern, passende Beläge?

Beitrag von Motte » Mo 31. Jul 2017, 08:36

Motte, bei Idworks habe ich keine Cantis gesehen
Ich hab auch nicht gesagt, dass die Cantilever Bremsen verwenden - sondern dass die das Prinzip einer auflaufenden Bremse (mit hinter der Gabel liegenden Sockeln) nutzen. https://www.youtube.com/watch?v=zbU9dt7TkIU

Wann wer was für einfach und oder "fummelig" hält, ist Geschmacksache. Darüber kann man letztlich nicht streiten. Einfach ist die korrekte Neumontage einer V- Brake nie. (Wenn man eine moderne Seitenzugbremse als Vergleich nimmt). Weil man stets mit einer Schraube und den beiden Taumelscheiben dreidimensional justieren muss.
Eine selbstklemmende Justierhilfe ist dabei natürlich vorteilhaft. So was in der Art: https://www.bike-components.de/de/Tacx/ ... l-o100001/

Wen der lange Bremsgummi dabei stört, der kann ja auf entsprechend passende Teile von den Rennradbremsen ausweichen. Die sind kürzer. Es passen aber nicht alle - der Bolzen muss lang genug sein und Gewinde haben.

Ich hab das jetzt an unterschiedlichsten Falträdern so oft gemacht, dass ich das nicht als aufwändig betrachte. Und es mir dabei völlig egal ist, ob der Sockel vorn oder hinten liegt. Dafür an eine neue Gabel zu denken, um sich dann auch noch andere (neue) Probleme einzuhandeln, halte ich (mit Verlaub) für völlig überzogen.

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