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Radfahren in Berlin

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Pibach
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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Pibach » Fr 21. Apr 2017, 14:18

berlinonaut hat geschrieben:
Do 20. Apr 2017, 11:00
Je nachdem wo da genau geblitzt wurde ist das daher mehr oder weniger dramatisch.)
Die Kontrolle war zwischen Goerdelerdammbrücke und Sylter Straße in Richtung Wedding, also direkt hinter der Stadtautobahn A100.
Zitat aus Kommentar (User "Berlinfahrer"):
An dieser Stelle zu messen und dann so ein Ergebnis zu verkünden ist klar. Dort stehen sie ja öfters mal weil es sich einfach lohnt. Immer wenn kein Berufsverkehr-Stau ist muss man dort mit Blitzer rechnen, gerne auch mal nachts. Die Einnahmen sind dort sicher weil man von der BAB kommend öfters mal rollen lässt ohne gleich auf 50 zu bremsen.

Aber schon klar, Verkehrssicherheit, Radfahrer, Unfallschwerpunikt, bla bla bla. Immer das gleiche Trauerspiel. Es gibt einige solcher Stellen in Berlin wo um garantierte Einnahmen geht. Das man dort Leute erwischt ist völlig klar. Solche Kontrollstellen auszunutzen erhöht nicht gerade die Einsicht bei den Kraftfahrern, das Gegenteil ist der Fall.
Kontrolle war Karfreitag Vormittag (also Straßen ausnahmsweise leer).

Sieht da so aus (Quelle: google Streetview):
Dateianhänge
Screenshot 2017-04-21 at 14-compressed.jpg

Tagfalter
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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Tagfalter » So 23. Apr 2017, 22:46

Nach jahrelanger 100% regelkonformer Fahrweise als Radfahrer und daraus resultierenden unverschuldeten Unfällen und ständigen gefährlichen Situationen habe ich es aufgegeben. Ich fahre nun ggf. auch auf Bürgsteigen, gegen die Fahrtrichtung und über Fußgängerüberwege. Alles natürlich unter der gebotenen Rücksichtnahme.

Aber es ist doch so in dieser Stadt: Es kümmert sich einfach keiner darum, dass Regeln eingehalten werden, weder durch Strafen, noch durch Anreize. Deshalb sehe ich es nicht ein, mich über das Maß dieser Gefahr auszusetzen. Dort, wo man regelmäßig abgedrängt oder genötigt wird, fahre ich kaum oder nicht mehr.

Und die Infrastruktur erlaubt es vielen Fällen Radfahrern überhaupt nicht, ohne Nachteile gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern sich regelkonform zu verhalten, beispielsweise wenn es 1000 m weit keine Querungsmöglichkeit gibt oder wenn Radspuren und -wege ellenlang zugestellt werden. Das Geparke ist oftmals auch die reinste Zumutung für Fußgänger. Sanktionen? Fehlanzeige!

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Pibach » Di 25. Apr 2017, 16:44

Falschparkerabschleppoffensive in Kreuzberg:
"Im Kampf gegen zugeparkte Radwege", Tagesspiegel, 24.04.2017

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Motte » Mi 26. Apr 2017, 19:26

In Düsseldorf und München kommt der grüne Pfeil für Radfahrer: https://kommunal.de/artikel/gruener-pfeil/

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Pibach » Do 27. Apr 2017, 23:22

Guter Artikel zu Radstreifen versus Radwege:
Enge für alle, Spiegel, 24.04.2017

Auch von Montag, 24.04.2017, dazu passend, Sendung NDR:
Der Fahrradkrieg: Kampf um die Straßen

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Pibach » Mi 14. Jun 2017, 20:38

Diesen Unfall finde ich besonders schrecklich:
http://www.rbb-online.de/panorama/beitr ... orben.html

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Pibach » Mi 23. Aug 2017, 13:44

"Immer weniger Menschen verunglücken tödlich" (Quelle)

Hier eine aufschlussreiche Übersicht des ADFC über die Unfälle mit getöteten Radfahrern in Berlin für 2016.

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von berlinonaut » Fr 25. Aug 2017, 07:33

Ergänzend dazu die aktuellen Unfallzahlen im Juni 2017 in Berlin (nicht nur Radfahrer) - also ein Monat:

Bild

Quelle: http://www.berliner-kurier.de/berlin/ki ... --28210012

Verletzte heisst nicht, dass es dabei keinen Sachschaden gegeben hätte - in der Statistik zählt offenbar der schwerwiegendere Schaden, also Personen mehr als Sachen.
2016 kam es demnach zu 141.155 polizeilich registrierten Verkehrsunfällen – 3442 mehr als im Jahr 2015. Auch die Anzahl der Verkehrstoten stieg von 48 im Jahr 2015 auf insgesamt 56 im Jahr 2016.
2017 stiegen die Unfallzahlen erneut an. Von Januar bis Mai wurden 57.554 Unfälle registriert, eine Steigerung von 3,77 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die gute Nachricht: es gibt – bisher – weniger Verkehrstote. „Hervorzuheben ist, dass die Entwicklung der tödlich Verunglückten einen positiven Verlauf genommen hat“, heißt es in der Antwort des Senates auf Schopfs Anfrage. „Bisher verstarben im laufenden Jahr insgesamt 14 Verkehrsteilnehmende, während im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres bereits 30 Menschen ums Leben gekommen waren.“
– Quelle: http://www.berliner-kurier.de/28210012 ©2017

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Pibach » Fr 25. Aug 2017, 11:45

berlinonaut hat geschrieben:
Fr 25. Aug 2017, 07:33
Quelle: http://www.berliner-kurier.de/berlin/ki ... --28210012
"Berlin ist ein gefährliches Pflaster, nicht nur in Bezug auf die Gewalttaten, sondern auch im Straßenverkehr."

Ich hab mal geschaut, wie diese Zahlen für Berlin im Verhältnis zu anderen Städten stehen. Hier eine Übersicht aus 2014:

Bild

Berlin liegt also etwa im Mittelfeld der deutschen Städte bezüglich der Verkehrsunfallzahlen. Die "sichersten" Städte liegen - überraschender Weise - im Ruhrgebiet. Am gefährlichsten ist der Verkehr in Bayern.
Im europäischen Vergleich ist Deutschland etwas "sicherer" als der EU-Durchschnitt.

Dabei fällt auf, dass die Durchschnittszahlen deutlich über den Unfallzahlen der Städte liegen. Erstaunlich. Dazu fand ich diese Erklärung:

"Nach Angaben des Auto Club Europas ist das Risiko eines tödlichen Unfalls in den Großstädten geringer als in kleineren Orten. In den Metropolregionen habe die Quote der Getöteten im Jahr 2010 bei 1,8 von 100.000 Einwohnern gelegen, der bundesweite Schnitt aber bei 4,5 Todesopfern je 100.000 Einwohnern. "Die Formel lautet: Je mehr Fußgänger, Radler und öffentlicher Personennahverkehr, desto geringer ist das Risiko, einen folgenschweren Unfall zu erleiden", teilte der ACE mit."

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von berlinonaut » Fr 25. Aug 2017, 14:01

Pibach hat geschrieben:
Fr 25. Aug 2017, 11:45
Dabei fällt auf, dass die Durchschnittszahlen deutlich über den Unfallzahlen der Städte liegen. Erstaunlich.
Finde ich nicht. In dünner besiedelten Gebieten fahren die Leute mehr Auto und das gerne mal auch in Zuständen, in denen sie das besser nicht tun sollten (Folge ist z.B. der klassische "Diskounfall"). Die Kilometerleistung ist erheblich höher als in der Stadt, die gefahrenen Geschwindigkeiten ebenfalls. Und tödliche Unfälle haben eine Menge mit den gefahrenen Geschwindigkeiten zu tun. ÖPNV ist meist keine Option und hat einen entsprechend niedrigen Anteil. In der Landschaft stehen mehr (und dickere) Bäume rum, die relativ häufig an tödlichen Unfällen beteiligt sind. Es gibt Überholvorgänge auf der Landstrasse (mit dem Risiko des Frontalzusammenstosses), Abhänge, die man runterfallen kann, Wildwechsel, etc. etc.. Die Zeiten, bis der Unfall bemerkt wird sind länger und bis ein Notarzt da ist auch. Die medizinische Versorgung im Nahbereich ist potentiell nicht ganz auf dem Level wie in der Grossstadt. Ein komplett anderes System als innerstädtischer Verkehr - und sehr viel risikoreicher.

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