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Radfahren in Berlin

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berlinonaut
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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von berlinonaut » Mo 17. Apr 2017, 17:50

Pibach hat geschrieben:
Mo 17. Apr 2017, 16:28
berlinonaut hat geschrieben:
Mo 17. Apr 2017, 14:06
Und da die betreffenden Radler offensichtlich ausschliesslich ihrem Egoismus fröhnen und (wie Du) weder freiwillig Rücksicht auf Fussgänger nehmen noch sich (wenn auch uneinsichtig) schweren Herzens auch ohne Strafen an die gemeinsamen Spielregeln halten...
Was schreibst Du für Unfug daher? Wie soll das jemand ernst nehmen?
Nun, wie würdest Du es denn nennen, wenn Radfahrer aus Bequemlichkeit auf dem Gehweg im Slalom zwischen den Fussgängern fahren, obwohl die zurückzulegende Strecke sie schiebenderweise wohl kaum einen nennenswerten Zeitverlust kosten würde? Soziale Dienstleistung? :lol:

Um Deine übrigen kühnen Thesen mal auf den Boden Realität prallen zu lassen:

T1: Die Polizei kontrolliert unsinnige Sachen

Realität:
Die Berliner Polizei hat ihre Kontrollen zum Schutz von Radfahrern völlig neu ausgerichtet. Gearbeitet wird jetzt nach Quote - ein Fortschritt für die Sicherheit. Seit Anfang 2016 müssen für jeden Abbiegeunfall und für jeden Vorfahrtsunfall eine bestimmte Zahl entsprechender folgenloser Verstöße geahndet werden. Die Polizei bestätigte dies auf Nachfrage. „Wir konzentrieren uns jetzt auf die Hauptunfallursachen“, sagte ein leitender Beamter - das sind vor allem abbiegende Autos. (...) Seit Januar 2016 gilt in der Zielvereinbarung der Polizei die Quote („Verfolgungsindex“) von 0,2. Das heißt: Für jeweils fünf Abbiege- oder Vorfahrtsunfälle muss ein Autofahrer gestoppt werden, der einen Radfahrer hätte gefährden können. „Fehler beim Abbiegen“ stehen mit 1534 Unfällen im ersten Quartal 2016 mit weitem Abstand an der Spitze der Unfallursachen, wenn Radfahrer zum Opfer der Verstöße anderer werden. Auf Platz 2 folgt das Aufreißen der Autotür, dies verursachte 599 Unfälle.

Die beiden Hauptunfallursachen, wenn Radfahrer den Fehler machen, sind laut Bilanz für 2015 „Benutzung der falschen Fahrbahn“ (881 Unfälle) und „Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr“ mit 686 Unfällen. Gehweg- und Rotradler müssen natürlich weiterhin damit rechnen, gestoppt zu werden. Im ersten Quartal wurden 1294 Rotlichtverstöße geahndet, heißt es in dem Bericht.

2015 gab es stadtweit 7724 Unfälle mit Radbeteiligung, bei denen 618 Radfahrer schwer und 4740 leicht verletzt wurden. Zehn Radfahrer wurden getötet, drei von ihnen durch abbiegende Autos. Bislang hatte die Zielvereinbarung die wenig freundliche Bezeichnung „Verfolgungsindex Radfahrer“. Vorgegeben war vom Präsidium der Index 7, das heißt, es mussten angesichts von etwa 7000 Unfällen mit Radbeteiligung berlinweit jährlich sieben mal so viele Verstöße (es reichte die Klingel) geahndet werden, also 49.000.
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/poliz ... 10900.html

Zur Schwerpunkt-Kontrolle, über die wir hier diskutiert haben:
Am Sonnabend überfuhr ein Sattelschlepper einen Radfahrer beim Rechtsabbiegen. Keine Unfallursache ist so häufig wie diese. Am Montag starten stadtweite Kontrollen.

Am Montag beginnt eine zehntägige stadtweite Schwerpunktaktion der Polizei, mit der der Radverkehr in Berlin sicherer werden soll. „Im gesamten Stadtgebiet wird das Fehlverhalten von abbiegenden Kraftfahrzeugführern gegenüber Radfahrenden überwacht“, teilte das Präsidium am Sonntag mit. „Fehlerhaftes Abbiegen durch Kraftfahrzeuge an Einmündungen und Kreuzungen ist mit weitem Abstand hauptursächlich für Verkehrsunfälle mit Radfahrenden, bei denen diese schwer oder tödlich verletzt werden. Durch diese stadtweit zu beobachtenden typischen Fehlverhaltensweisen von abbiegenden Kraftfahrzeugen ereigneten sich im vergangenen Jahr 928 Verkehrsunfälle, bei denen fünf Radfahrende getötet und 744 verletzt wurden.“ Etwa zwei Drittel dieser Unfälle ereignen sich mit Rechts-, ein Drittel mit Linksabbiegern.

Bei ihren bevorstehenden Schwerpunktkontrollen will die Polizei auch kontrollieren, ob Lkw- und Busfahrer ihre Sicht „durch Dekorationsartikel wie Wimpel, Bilder oder Gardinen vor den Spiegeln oder Fenstern“ zusätzlich einschränken und das Unfallrisiko noch erhöhen. Sofern nichts passiert, können solche Verstöße allerdings nur durch geringe Geldstrafen geahndet werden.
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/schwe ... 71912.html

T2: Die Ordnungskräfte kassieren nur um die Einnahmen zu erhöhen

Realität:
Hohe Verwaltungskosten in Berlin Knöllchen kosten mehr als sie einbringen

Der Zettel, der unter dem Scheibenwischer klemmt, ist nur ganz klein. Es ist die Quittung für den Autofahrer, der sein Fahrzeug falsch abgestellt hat – mit freundlichen Grüßen vom Ordnungsamt. Je nach Schwere des Verstoßes werden später für das Knöllchen zwischen 10 und 35 Euro fällig. Für das Land Berlin ein ganz gutes Geschäft.
Denn die internen Verwaltungskosten betragen bei der Bearbeitung des Knöllchens insgesamt 10,56 Euro, wovon 6,07 Euro bei der Zentralen Bußgeldstelle in der Innenverwaltung sowie 4,49 Euro beim jeweiligen Bezirk anfallen.
Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/h ... n-23338670
So kostet das Ausstellen und Bearbeiten eines Knöllchens durchschnittlich 16,30 Euro. Am günstigsten arbeitet das Ordnungsamt Steglitz-Zehlendorf (11,91 Euro), den teuersten Verwaltungsaufwand betreibt Pankow (19.96 Euro).
Quelle: http://www.morgenpost.de/berlin/article ... ostet.html
Einnahmen aus Strafzetteln decken nur knapp die Kosten
Quelle: http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell ... osten.html

2017:
Das Ausstellen eines Knöllchens für Falschparker kostet in Spandau 11,57 Euro, in Reinickendorf dagegen nur 9,96 Euro. Das geht aus der aktuellen Broschüre "Was kostet wo wie viel?" hervor, die die Finanzverwaltung vorgelegt hat. Demnach kostet die Bearbeitung eines Knöllchens in Berlin durchschnittlich 10,38 Euro. Die Summe setzt sich aus allgemeinen Verwaltungskosten zusammen und dem Aufwand, den ein Bezirk dafür erbringen muss. Insgesamt werden in Berlin pro Jahr rund 2,5 Millionen Knöllchen verteilt. Daraus entstanden Einnahmen für das Land in Höhe von 35,6 Millionen Euro.
Quelle: http://www.morgenpost.de/berlin/article ... ahlen.html

T3: Radfahrer in Fussgängerbereichen fahren langsam und gefährden niemanden
Realität:
Die Angst der Seniorin vor dem tödlichen Sturz

Keine Bevölkerungsgruppe wächst so schnell wie die der Hochbetagten. Viele von ihnen sind fit und aktiv – wie Helga Dederichs. Doch die 90-Jährige hat Angst: Sie fürchtet sich vor dem wachsenden Radverkehr.
Wenn Helga Dederichs spazieren geht, ist das reine Taktik: Hinter der Tiergartenstraße hält sie sich auf dem Kiesweg zunächst scharf rechts, um gleich darauf nach links zu wechseln, damit sie in der leichten Rechtskurve des Weges in den Tiergarten hinein die Außenbahn hat. Doch im Ausgang dieser Kurve, hinterm Knallerbsengebüsch, mündet von links ein tückischer Trampelpfad. Schwupp! Prompt kommt eine junge Frau um die Ecke geradelt, die erst im letzten Moment zu sehen ist. Gar nicht allzu schnell, Tempo 20 vielleicht. Das Zehnfache von Helga Dederichs’ Höchstgeschwindigkeit. Also doch relativ schnell.

Helga Dederichs ist eine Vorzeigeseniorin: Sie wohnt zentral und autofrei, fährt jede Woche mit dem Bus zum Markt am Wittenbergplatz, regelmäßig mit der U-Bahn zur Amerika-Gedenkbibliothek, besucht ein Fitnessstudio, um in Bewegung zu bleiben. Und weil Helga Dederichs 90 Jahre alt ist, steht sie exemplarisch für die Zukunft der Stadt: Die Anzahl der Hochbetagten ab 80 Jahren wächst laut der Bevölkerungsprognose des Senats bis 2030 um 80 Prozent, also viel stärker als jede andere Altersgruppe.

Im August hat Helga Dederichs mal eine halbe Stunde lang gezählt: 61 Radler hätten sie überholt auf diesen gekiesten Wegen, auf denen sie laut Beschilderung auch fahren dürfen, aber Fußgänger Vorrang haben. Nach diesen 61 Schrecksekunden hat Helga Dederichs beim Tagesspiegel angerufen und gesagt, dass der zunehmende Radverkehr ihr kein Quell der Freude sei, sondern Angst mache. Angst vor dem Sturz, von dem sie sich nicht wieder erholt. Denn wo Jüngere nur stolpern, brechen sich Alte leicht die Knochen – und stehen nach der Behandlung im Krankenhaus nie wieder auf.
(...)
Donnerstag Nachmittag ereilte der Albtraum eine 83-Jährige, die auf dem Gehweg am Alexanderplatz von einem Fahrrad gerammt wurde. Während die Frau mit Schnittverletzungen und Hämatomen stationär im Krankenhaus aufgenommen werden musste, flüchtete der Radfahrer unerkannt.

Fälle wie dieser schaffen ein allgegenwärtiges Bedrohungsgefühl gerade bei älteren Fußgängern. Hinzu dürfte eine hohe Dunkelziffer glimpflich abgegangener oder um Haaresbreite vermiedener Zusammenstöße kommen. (...)
Beim Spaziergang durch den Tiergarten fällt auf, dass die meisten nicht aggressiv, sondern einfach flott fahren – zu flott aus Sicht einer 90-Jährigen. „Komischerweise sind Frauen unangenehmer“, sagt Helga Dederichs. „Die fahren ganz dicht vorbei, während Männer eher einen Bogen machen. Gerade Frauen zwischen 50 und 60 fahren oft richtig rabiat.“ Diese auf vielen Spaziergängen bestätigte Diagnose spricht für Gedankenlosigkeit bis hin zu Ignoranz, weniger für bösen Willen.(...)
„Es wird ja immer propagiert, alte Menschen sollen sich bewegen – aber wo sollen sie denn hin?“, fragt sie inmitten des Parks, den sie gleichermaßen liebt und fürchtet.
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/fussg ... 58596.html
Zugegeben; es war ein bisschen eng auf dem Geh- und Radweg vor dem großen Loch, aus dem am Freitag am Hauptbahnhof U-Bahnen herausgehoben und wieder in die Tiefe gelassen wurden. Zahlreiche Neugierige genossen die ungewöhnliche Aktion und freuten sich sichtlich. Bis ein Radfahrer kam. Auf der falschen Seite – also fast von hinten. Vielleicht stand der ältere Mann ja tatsächlich auf dem Radweg. Vielleicht machte er auch nur einen Schritt zurück. Jedenfalls fuhr ihn der junge Mann auf dem Rad, etwa Mitte 20, gnadenlos um. Der Radler hatte sein Tempo nicht verringert, obwohl es wirklich eng war. Auch er stürzte, rappelte sich aber schnell wieder hoch, brüllte herum – und trat gegen den noch am Boden liegenden Mann, der zum Glück nicht schwer verletzt worden war .

Von weiteren Attacken ließ der Treter ab, als mehrere Zeugen auf ihn zueilten. Der Rowdy schwang sich schnell wieder auf sein Rad und strampelte davon. Selbstverständlich weiter gegen die Fahrtrichtung.(...)

Es sind solche Typen, die Radfahrer in Verruf bringen. Dabei radeln täglich zigtausende – ganz vorbildlich – durch die Stadt. Und trotzdem landen sie oft in einem Topf mit solchen Tretern. Schade.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/berli ... 69292.html

T4: Radfahrer gefährden sich nicht, wenn sie über rote Ampeln fahren

21.03.2016:
Zwei Radfahrer missachten rote Ampeln

Ein 76-jähriger Radfahrer und ein 16-Jähriger Radfahrer liegen nun schwer verletzt in Krankenhäusern. Beide hatten rote Ampeln missachtet und wurden von Autos angefahren.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/poliz ... 46686.html

10.3.2017:
In der Nacht zum Freitag gegen 23.30 Uhr überquerte ein Radler die Turmstraße in Moabit – ebenfalls bei Rot. Ein Taxi-Fahrer (36) erfasste den jungen Mann. Dieser kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.
Quelle: http://www.bz-berlin.de/berlin/bei-rot- ... rverletzte

1.11.2016:
Eine Radfahrerin ist in Berlin-Charlottenburg bei Rot über eine Kreuzung gefahren, von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden. (...)
Wie die Polizei mitteilte, wollte die 56-Jährige am Montagabend die Bismarckstraße in Höhe Kaiser-Friedrich-Straße an einem Fußgängerübergang überqueren, obwohl die Ampel dort Rot zeigte.
Quelle: http://www.bz-berlin.de/berlin/charlott ... sie-klinik

T5: Radfahrer gefährden sich niemals selbst im Strassenverkehr (u.a. deswegen dürfen sie auch rote Ampeln ignorieren)

13.08.2016
Schwer verletzt wurde am Sonnabend früh ein 31-jähriger Radfahrer. Er hatte beim Abbiegen die Vorfahrt eines Pkw missachtet.
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/poliz ... 08144.html

17.08.2016:
Heute um die Mittagszeit ereignete sich ein schlimmer Unfall auf der Karl-Liebknecht-Straße. Offenbar wurde ein Mann von der Straßenbahn angefahren. Der Verkehr auf diesen Linien ruht.
Der von der Straßenbahn Erfasste war mit dem Fahrrad unterwegs. Der Mann wurde meterweit mitgeschleift. Er kam schwer verletzt ins Krankenhaus, ist aber außer Lebensgefahr.
– Quelle: http://www.berliner-kurier.de/24603458 ©2017
11.11.2016:
Auf der Karl-Liebknecht-Straße in Mitte ist eine Radfahrerin von einer Straßenbahn erfasst worden. Wie die Polizei mitteilte, wollte die Frau zuvor mit ihrem Rad über die Gleise fahren.
Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/25079632

T6: Strafzettel bewirken kein verändertes Verhalten
Die Verschärfung der Straßenverkehrsordnung (StVO) für Parksünder zeigt in Berlin offenbar Wirkung. Statt bisher fünf Euro müssen Autofahrer seit April 2013 zehn Euro zahlen, wenn sie ohne Parkschein in einer bewirtschafteten Zone vom Ordnungsamt erwischt werden. Der Bezirk Mitte hat dazu jetzt eine erste Bilanz vorgelegt. „Die Erhöhung der Knöllchenpreise hat zu mehr Zahler-Ehrlichkeit und weniger Schwarzparken geführt“, sagt Baustadtrat Carsten Spallek (CDU).
Demnach wurden von April bis November 2013 in Mitte in den Parkzonen etwa am Potsdamer Platz, am Gendarmenmarkt und am Alexanderplatz insgesamt knapp 395 000 Anzeigen wegen Falschparkens geschrieben. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 115 000 Anzeigen mehr. Spallek betont, dass die Kontrollen mit gleicher Personalstärke und Intensität durchgeführt wurden wie zuvor. Deutlich weniger Autofahrer würden also das Risiko eingehen, beim Parken ohne Parkschein erwischt zu werden, so Spallek.
Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/3270442

T7: Pendler aus den Aussenbezirken fahren nicht mit dem Fahrrad

2013 (!)
Sie sind viele, sehr viele – aber wie viele genau? Berlin zählt seine Radfahrer jetzt elektronisch. Bislang gibt es nur Schätzungen, Hochrechnungen und im besten Fall manuelle Zählungen. Nun wurden testweise zwei so genannte Dauerzählstellen installiert, 2014 sollen in der Innenstadt zehn Geräte dauerhaft montiert werden. Dies sagte der Chef der Verkehrslenkung, Jörg Lange.

Vor einem Jahr waren am Schwedter Steg am Mauerpark und an der vor drei Jahre eröffneten Brücke über den Aalemannkanal im Norden Spandaus installiert worden. Obwohl die Montage von der Verkehrsverwaltung nicht öffentlich bekannt gegeben worden war, ist in Spandau das an einem Mast installierte Gerät bereits nach wenigen Tagen gestohlen worden. Dafür verblüffen die Daten der „Dauerzählstelle“ Schwedter Steg selbst Experten. Da die Strecke zum Fernradweg Berlin-Usedom gehört waren die Senatsplaner davon ausgegangen, dass hauptsächlich Touristen die vor 15 Jahren eröffnete Fußgängerbrücke über die Gleise am Nordkreuz nutzen.

Die Fahrradfahrer sind die Innenstadtpendler in Berlin

Tatsächlich sind es offenbar Berliner Pendler: an Werktagen mit 1500 bis 2000 pro Richtung deutlich mehr als am Wochenende (500). Die Verkehrsspitzen sind wie auf den Autostraßen am Morgen und am späten Nachmittag. Dabei ist die Verbindung für Radfahrer wegen des groben Kopfsteinpflasters im Mauerpark alles andere als optimal.
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/neue- ... 93580.html


Also: Bevor Du weiter pauschal anderen "Was schreibst Du für Unfug daher? Wie soll das jemand ernst nehmen?" vorwirfst mach doch einfach mal Deine Hausaufgaben, anstatt weiter ohne jeden Beleg mit offensichtlich falschen Glaubenssätzen und erfundenen, ebenso falschen Argumenten zu arbeiten um Dein eigenes asoziales Verhalten zu rechtfertigen....

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Pibach » Mo 17. Apr 2017, 19:40

berlinonaut hat geschrieben:
Mo 17. Apr 2017, 17:50
Nun, wie würdest Du es denn nennen, wenn Radfahrer aus Bequemlichkeit auf dem Gehweg im Slalom zwischen den Fussgängern fahren, ...
Da geht Deine Phantasie mit Dir durch.
Fahradfahrer, die zwischen Fußgängern Slalom fahren sieht man da praktisch nicht. Ist ein eher rücksichtsvolles Miteineinder.

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von berlinonaut » Di 18. Apr 2017, 10:32

Pibach hat geschrieben:
Mo 17. Apr 2017, 19:40
berlinonaut hat geschrieben:
Mo 17. Apr 2017, 17:50
Nun, wie würdest Du es denn nennen, wenn Radfahrer aus Bequemlichkeit auf dem Gehweg im Slalom zwischen den Fussgängern fahren, ...
Da geht Deine Phantasie mit Dir durch.
Fahradfahrer, die zwischen Fußgängern Slalom fahren sieht man da praktisch nicht. Ist ein eher rücksichtsvolles Miteineinder.
Wenn diese Deine Meinung (die zweifellos nicht von Allen, falls überhaupt von Vielen geteilt wird) zum faulheitsbedingten egoistischen Gehsteigradeln in der Bergmannstrasse das Einzige ist, was von Deinem pauschalen Wettern gegen Ordnungsmassnahmen gegen Radfahrer im Allgemeinen, gegen Gehwegradler im Speziellen und gegen die kürzlich erfolgte Schwerpunkt-Aktion der Polizei gegen unaufmerksame Autofahrer im Besonderen übrig geblieben ist ist das ein sehr dünnes Argument - eigentlich gar keins...

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von berlinonaut » Di 18. Apr 2017, 10:40

Anstatt das Rotradeln via Sanktion zu bekämpfen oder via Idaho-Stop zu legitimieren gibt es btw. als Dritte Alternative in der Uhlandstrasse ein Experiment mit einer grünen Welle für Radfahrer. Die Tücke liegt im Detail - aufgrund der inhomogenen Geschwindigkeit von Radfahrern ist das nicht so leicht umzusetzen:
Mit koordinierten Ampelschaltungen soll der Senat den Fahrradverkehr flächendeckend auf wichtigen Routen beschleunigen. So sieht es das geplante Radgesetz vor, das im Herbst verabschiedet werden soll. (...)

Während sich der Autoverkehr auf Hauptstraßen meist auf eine bestimmte Geschwindigkeit einpegelt, was Planungen erleichtert, sind Radfahrer unterschiedlich schnell unterwegs – je nach Kondition und Fahrzeug. Die einen trödeln mit sieben Kilometer in der Stunde dahin, die andere treten sportlich in die Pedale und erreichen mühelos Tempo 27. Es ist nicht möglich, alle Interessen unter einen Hut zu bringen.(...)

Darum musste auch für die Uhlandstraße ein Kompromiss gefunden werden, sagt Tang. „Während der ersten Projektphase wurde die Durchschnittsgeschwindigkeit der Radfahrenden empirisch ermittelt.“ Auf den Schutzstreifen, die am Rand markiert sind, hat das Team vom TU-Fachgebiet Straßenplanung und Straßenbetrieb rund 20 Kilometer in der Stunde gemessen. Dieses Tempo wurde den Planungen, die nun in Wilmersdorf umgesetzt werden sollen, zugrunde gelegt.
(...)
Die Diskussion in Berlin hat vor drei Jahren begonnen. Damals wurde bekannt, dass es seit 2013 eine grüne Welle für Radfahrer gibt – in Schöneberg. Auf einem Teilstück der Wannsee-Route, die Mitte mit dem Südwesten verbindet, ließ die Verkehrslenkung Berlin je zwei Ampeln so koordinieren, dass Radfahrer nicht mehr bei Rot halten müssen.
Ein Ampel-Duo steht auf der Belziger Straße, an den Kreuzungen Akazien- und Eisenacher Straße. Wer dort mit Tempo 16 bis 18 unterwegs ist, kommt mit einem Rutsch durch.(...)
– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/26687454 ©2017

In Utrecht versucht man dem Geschwindigkeitsthema btw. mit Radar Herr zu werden in einem Projekt mit dem lustigen Namen "Fietsflo": https://rad-spannerei.de/2017/04/11/radfahren-mit-flo/

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von Pibach » Di 18. Apr 2017, 11:41

berlinonaut hat geschrieben:
Di 18. Apr 2017, 10:32
Wenn diese Deine Meinung ...
Das ist keine "Meinung" sonder meine Beobachtung. Ich wohne da um die Ecke. Eine Meinung dazu habe ich gar nicht abgegeben.

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von superfalter » Di 18. Apr 2017, 12:04

Zwei Radfahrer und doch so feindlich ?

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von CycoRacer » Di 18. Apr 2017, 12:18

superfalter hat geschrieben:
Di 18. Apr 2017, 12:04
Zwei Radfahrer und doch so feindlich ?
Die beiden müssen sich mögen, sonst würden sie nicht soviel Zeit miteinander verbringen.

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von alterfalter2 » Mi 19. Apr 2017, 12:58

@ superfalter
"Zwei Radfahrer und doch so feindlich ?"

Ich finde die Diskussion interessant und spannend, vor allem deswegen, was @berlinonaut an Beiträgen ausgräbt - sehr gut!

Gruß TIL

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von berlinonaut » Do 20. Apr 2017, 11:00

berlinonaut hat geschrieben:
Di 11. Apr 2017, 16:16
Auch während dieser Schwerpunktwoche war es btw. mal wieder so, dass die Anzahl der von mir im Alltag wahrgenommenen Verstösse nur ein Bruchteil der sonst üblichen war - die Kontrollen waren ja von langer Hand angekündigt, entsprechend verhielten sich weite Teile der Verkehrsteilnehmer lammfromm, egal ob da eine Kontrolle war oder nicht. Nach der Aktionswoche war schlagartig alles wieder wie vorher. Das gleiche konnte man im letzten Jahr bei der Aktionswoche "Busspurparker" beobachten.
(...)
Vor diesem Hintergrund erschrecken die Zahlen oben btw. noch mehr: Kann und sollte man doch davon ausgehen, dass ein relevanter Teil der Autofahrer sich auf die Aktionswoche eingestellt hatte, die Zahl der Verstösse ansonsten also erheblich höher ist...
Dafür fand sich just ein Nachweis: Gestern war mal wieder europaweit "Blitzermarathon", d.h. die Polizei blitzte angekündigterweise 24h lang europaweit Autofahrer. Traditionell wird ein Teil der Kontrollstellen (teilweise auch alle) ebenfalls im Vorfeld angekündigt. Die Berliner Polizei machte dieses Jahr nicht mit beim Marathon, da:
Im April 2013, bei der ersten Teilnahme Berlins am Blitzermarathon, hatte Polizeipräsident Kandt noch gelobt, "dass das Geschwindigkeitsniveau auf den Straßen Berlins spürbar niedriger ist als an einem normalen Werktag".
Dieser Effekt allerdings war regelmäßig am nächsten Tag verpufft.
(...) Der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow hatte sie mal eine "PR-Aktion ohne nachhaltigen Effekt auf die Verkehrssicherheit" genannt. Notwendig sei eine kontinuierliche Verkehrsüberwachung - dafür fehle der Polizei aber Personal.

"Nicht angepasste Geschwindigkeit" ist in Berlin die dritthäufigste Unfallursache. In Städten mit dichtem Verkehr sind naturgemäß Abbiege- und Vorfahrtsfehler die Hauptunfallursachen. Zu hohes Tempo ist allerdings im vergangenen Jahr deutlich, nämlich um elf Prozent angestiegen. Gemessen wurden in Berlin im Jahr 2016 knapp zwölf Millionen Kraftfahrzeuge, 500.000 mehr als im Jahr zuvor. Nur knapp 5 Prozent der gemessenen Fahrzeuge waren zu schnell. Ein Grund für diesen extrem niedrigen Wert ist, dass viele Autofahrer automatisch bremsen, wenn vor ihnen ein Autofahrer die Kontrolle mit dem Handlaser bemerkt und langsamer wird. Zudem toleriert die Polizei bekanntlich selbst in einer 30er-Zone Tempo 38. Gestoppt werden Autos erst ab 39 km/h.

Wie es um das Temponiveau in der Stadt tatsächlich bestellt ist, zeigen Zahlen von einer Kontrolle mit verstecktem Blitzer: Am Karfreitag hatte ein ziviler Blitzer sich zwischen 7.30 Uhr und 12 Uhr in der Seestraße aufgestellt. Deutlich mehr als die Hälfte war zu schnell, nämlich 652 von knapp 1200 gemessenen Fahrzeugen.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/poliz ... 79884.html

Beängstigend und erschreckend. (Wobei man der Fairness halber dazu sagen sollte, dass die Seestrasse in die Stadtautobahn übergeht und speziell auf dem letzten Stück davor/danach auch bebauungsbedingt zu etwas erhöhter Geschwindigkeit animiert. Je nachdem wo da genau geblitzt wurde ist das daher mehr oder weniger dramatisch.) An dem dramatischen Unterschied von 5% Überschreitungen bei angekündigten Kontrollen vs. 55% bei nichtangekündigten ändert das nicht wirklich was, selbst wenn aus dem Faktor 1100% an einer anderen Messstelle z.B. angenommene "lediglich" 800% würden (was ja beileibe nicht sicher ist)...

In einem Artikel über den Blitzermarathon konstatiert die Süddeutsche:
Viele Autofahrer empfinden Bußgelder als ungerechtfertigt. Sie nehmen die Strafe als Kritik an den eigenen Fahrkünsten wahr - und fühlen sich gekränkt. (...)
Weniger erfindungsreiche Fahrer schimpfen dagegen, Kontrollen seien nichts als Abzocke. Der Vorwurf wird auch an diesem Mittwoch die Runde machen (...)
Fehlt ertappten Rasern etwa das Unrechtsbewusstsein? Das nun vielleicht nicht - nach Ansicht von Experten mangelt es vielen Fahrern eher an einer gesunden Selbsteinschätzung. Sie reklamieren für sich, hinter dem Steuer besser als der Durchschnitt zu sein. "Man hat den Eindruck, alles im Griff und unter Kontrolle zu haben", erklärt der Verkehrspsychologe Mark Vollrath von der TU Braunschweig (...) "Das Risikoempfinden fehlt oft", sagt Vollrath. Ein Bußgeld kann dann Gefühle der Kränkung auslösen, wird als ungerechtfertigter Tadel empfunden oder als Kritik an den Fahrkünsten.
http://www.sueddeutsche.de/auto/blitzma ... -1.3468115

Mir scheint, das lässt sich 1:1 auf die Pibach'sche Argumentation mappen...

PS: Auf meinem Nachhauseweg gestern Abend habe ich mal mitgezählt. Er war recht kurz und führte zu gleichen Teilen über mehrspurige (aber schummrig beleuchtete) Hauptstrassen und sehr schlecht bis gar nicht beleuchtete Nebenstrassen. Mir sind ~25 Radler begegnet. Von diesen hatten drei Licht vorne (aber keins hinten), einer hatte eins hinten (aber keins vorne) und der Rest hatte gar kein Licht. Von denen wiederum hatten immerhin drei Beleuchtungsrudimente in Form von Pedal- und oder sonstigen Reflektoren. Der Rest hatte gar nix (und war durchgängig schwarz gekleidet). Hat sie nicht davon abgehalten, trotz roter Ampel zügig Kreuzungen zu queren, auf automässig gut befahrenen Hauptstrassen ohne nach hinten zu gucken andere, ebenso unbeleuchtete Radler zu überholen etc.. Ab ca. knapp 20m Entfernung waren die betreffenden Radler selbst auf den Hauptstrassen nicht mehr zu erkennen. Ich kam mir also recht exotisch vor auf meinem vom Nabendynamo vollilluminierten Brommi. 8-) Kann mir keiner erzählen, dass das Weglassen von Licht am Rad im Dunkeln der Sicherheit dient und einen erfahrenen Radler kennzeichnet... Die Licht-Quote gestern war übrigens selbst für Berliner Verhältnisse aussergewöhnlich schlecht.

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Re: Radfahren in Berlin

Beitrag von berlinonaut » Do 20. Apr 2017, 14:46

leicht OT: Vermutlich gibt es tatsächlich etwas, dass nachhaltiger Verhaltensänderung bewirkt als Strafzettel:
Der Autofahrer war im bayerischen Markt Erlbach zu schnell unterwegs. Er kam von der von der Straße und landete schließlich mit dem Dach voran in der Stinkegrube.

In einer Güllegrube ist ein junger Autofahrer in Bayern gelandet.

Sein Wagen war laut Polizei im mittelfränkischen Markt Erlbach wegen zu hoher Geschwindigkeit von der Fahrbahn abgekommen und mit dem Dach voran in die rund drei Meter tiefe, stinkende Grube gestürzt.

Glück für den Fahrer: Der Eigentümer hatte den Behälter wenige Tage vorher größtenteils geleert, so dass die Gülle nur noch rund 40 Zentimeter hoch stand. Der 22 Jahre alte Fahrer konnte sich selbst aus dem Wrack befreien und kam ins Krankenhaus.
http://www.bz-berlin.de/panorama/bayern ... uellegrube

Vorstellbar, dass der Fahrer zumindest in näherer Zukunft etwas an sich hält - die Lacher seiner Kumpels sind ihm für die nächsten Jahre bis Jahrzehnte zweifellos gewiss... :lol:

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